Die Frage ist halt: Darf der SR annehmen, dass ein Handspiel vorlag, weil der Ball auf eine bestimmte Weise zurückprallt? Ich finde nein! Er soll werten, was er sieht. Sprich: Sieht er, dass der Ball (strafbar, da kann man ja auch noch diskutieren) an die Hand geht, gibts rot. Sieht er es nicht, muss er laufen lassen.
Oder wollen wir irgendwann dahinkommen, dass der Assisten denkt: "Boah, der Stürmer ist nach dem langen Pass soo frei, das MUSS Abseits sein!" ?
An dieser Stelle mache ich halt den Vorwurf. So darf ein SR nicht entscheiden. Und wenn er es eben nicht sieht, darf er es nicht so bewerten.

Das Sippel irgendwo auch Schuld trägt ist klar. Er kommt zu spät und hat die Hände so, dass zumindest das absichtliche Handspiel naheliegt. Dennoch: Nach dem, was ich den Wiederholungen entnehme, prallt ihm der Ball zunächst an den Oberkörper und von dort an den Arm. Das ist für mich (trotz allem) kein absichtliches Handspiel. Frage: Würde ein Handspiel eines Verteidigers im Strafraum genau so beurteilt werden, wie das hier passiert ist?

Also für mich gibt es 3 Alternativen:

1) Der SR sieht klar, was passiert ist (was unendlich schwer wäre) und bewertet entsprechend. M.E. hier kein absichtliches Handspiel.
2) Der SR ist der Meinung, der Ball wäre klar an die Hand gegangen und gibt entsprechend rot. Wäre eine falsche Beobachtung, aber die richtige Konsequenz. So ein Fehler wäre okay.

oder halt

3) Der SR denkt sich in der Aktion irgendwas, weil er es nicht klar gesehen hat, aber irgendwelche physikalischen Abprallwinkel abschätzt und kommt zu dem Schluss, dass es Handspiel gewesen sein muss. DAS ist die Entschuldigung, die hier von einigen vorgebracht wird. Und wenn der SR wirklich so entschieden hat, geht das halt aus o.g. Gründen mal so gar nicht. DANN würde ich eben diesen schweren Vorwurf machen.