Sina,
das kommt darauf an.
Also Kinder haben bis ca. 10 Jahre ein Problem, Bewegung in Relationen zu setzen.
Daher isnd Kinder im Strassenverkehr so gefährdet, weil diese einfach die Distanz des Autos nicht einschätzen können, noch die Geschwindigkeit der Annäherung in eine Relation dazu bringen können und so kurz vor dem Auto auf die Strasse rennen...
Ein Ball kommt daher auf ein Kind zu und schau dir an, wie die meisten Kinder auf einen geworfenen Ball reagieren... es ist schwer für diese, Höhe, Annäherung, Geschwindigkeit und eigene Position so in Einklang zu bringen, daß diese den Ball erreichen.
Das muß man im Torwarttraining berücksichtigen, daher sind 1 gegen 1 Situationen mit Steilpässen für viele Kinder ein großes Problem, weil Sie hierfür gar kein Timing entwickeln.
Das habe ich mal mit der Blauen Mauer ausprobiert... Zwar entscheidet die Blaue Mauer die meisten Situationen für sich, doch das Timing ist mal besser und mal schlechter, oft aber alles andere als Optimal... Es ist daher schwer, für einen jungen Torwart, sich dem spielerischen Anspruch zu stellen.
Trotzdem darf man das mit rollenden Bällen und auch geworfenen Bällen trainieren, wobei man hier die Bälle auf das Tor zuwirft. Ein seitlicher Ball ,vielleicht mit Schnitt, das bekommt kaum ein Torwart hin und wie man an der Blauen Mauer gut erkennen kann: Das geht gar nicht!
Das ist kein Fehler, es ist einfach eine biologische Sache, die mit dem Alter reift und Erfahrung nötig macht.
Daher mit geworfenen und gerollten Bällen auf den Torwart zu helfen, Erfahrungen zu machen und es zu entwickeln, aber keinerlei Erwartungen generieren. Hier braucht der eine länger, der andere weniger und es ist bis eben ca. 10 Jahr kein Maßstab möglich.
Das ist also die Grundlage.
Nun Sina, wenn als allein die Position des kleinen Torwarts zum Ball diesen schon vor eine riesen Herausforderung stellt, wie bitte Ihm nun das Fausten beibringen? Die Trefferfläche ist mit den kleinen Händen so gering, der Ball so riesig...
Und für Bälle die von vorn kommen, ist es dann doch besser, man unterrichtet das Fangen und Sichern, anstelle den Torwart in seiner Entwicklung zu verleiten, die alleinige Abwehr mit der Faust zu tun... und schon daher ist das Fausten für Kinder ein no go, weil es die Entwicklung des Fangprozesses hemmt als auch die Entwicklung der korrekten Antizipation zum Ball, für ein sicheres Fangen desselben später...
Daher kann man Fausten sicher ganz spät erst einsetzen, ein Torwart soll Sicherheit erlangen, und keine Technik in Relation zu einer anderen setzen müssen, die seine Sicherheit einschränkt.
Also wenn ein 12 jähriger versucht, in Sekundenbruchteilen zu entscheiden, ob er nun fangen oder fausten soll, vergehen da einfach zu viele Sekunden, so lernt er rein sich auf das Fangen zu konzentrieren, was im Fehlerfall zumindest ein Ablenken des Balles beinhaltet, als nun zu versuchen eine Faustabwehr hinzulegen, die unsicherer und auch von der Reichweite her meistens schlechter ist.
Denn Sina, viele Trainer vergessen das, doch bei einer Faustabwehr ist meine Reichweite um ein vielfaches kürzer als mit dem Prozess des Fangens. Ich muss mich zum Fausten daher viel effektiver und präziser Positionieren, als zum Fangen.
Denn ich muss ein Moment auf den Ball übertragen, sprich die Reichweite meiner Arme ist nicht der gestreckte Arm, sondern ein ca. 80° bis 60° gebeugter Arm im Ellenbogengelenk, denn nur dann habe ich genug Streckvermögen, um ein ausreichendes Moment auf den Ball zu übertragen.
Bedenke, welche Reichweite ich damit verschenke, wo bei den Kleinsten noch jeder Centimeter zählt...
Daher ist Fausten lernen bei Kindern schwer, aufgrund der Entwicklung, und zudem die Reichweitenverkürzung oft nicht hinnehmbar, als auch die Entscheidung in der Spielsituation Fausten oder Fangen zuviel....
War die das ausreichend genug, warum man das Fausten so spät erst erlernen soll?




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