Zum Glück ist das Thema gegessen, denn heute hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, einen Torwart zu haben, der nicht sein Tor bewacht. Sicherlich wird sein Spiel immer wieder Diskussionen verursachen und es wird immer wieder zu Fehlern kommen... doch die Blaue Mauer zeigt einfach, wie Torleute im Spiel agieren sollten.
Beide Videos sind bei einem Hallenturnier in einer Soccerhalle entstanden. Das Spiel mit der Bande stellt die Kinder eindeutig vor eine Herausforderung, denn die meisten verstehen nicht, wenn man den Ball an die Bande spielt, wohin dieser zurück springt.
Zwar macht es den Torleuten einen Höllenspaß, aber es ist auch etwas, was die Kinder so nur schwer erfassen oder berechnen können, und daher ist solch ein Turnier in einem Käfig voller Banden Stress pur und sieht oft weniger nach Fußball aus, als man es gewohnt ist.
Für einen Torhüter heißt es da, daß er bloß nicht das Tor bewachen soll. Zwar ist in en großen Turnieren in solchen umbandeten Räumen es meist dem Torwart verboten, seinen Torraum zu verlassen, doch hier war es erlaubt und die Blaue Mauer dient hier als Beispiel, warum die Fußballerische Entwicklung für einen Torwart essentiell ist und im Kindesalter nicht vernachlässigt werden darf...
Über 80% der Torchancen wurden im Spiel vor dem Torraum vereitelt, und nicht mit einer torwart-typischen Parade.
So war die Technik mit dem Ball am Fuss wichtig, insbesondere das Wegschlagen des Balls und der direkte Zweikampf.
Die beiden Szenen zeigen nur einen kleinen Ausschnitt aus allen Szenen, die die Kamera nicht erfassen konnte.
Viele der kleinen Torleute bewachten das Tor, doch im Falle der Blauen Mauer stand so ein fünfter Mann auf dem Platz, der in der Verteidigung beste Dienste leistete.
So ist es wichtig, daß die jungen Torleute lernen, einen Ball mit dem Kopf zu spielen, mit der Brust anzunehmen, einen Zweikampf ohne Hände zu entscheiden und auch mutig diesen zu suchen. Sie müssen lernen, einen Ball zu schlagen, einen Pass anzunehmen und zu spielen. Das läßt sich am Besten im Mannschaftstraining mit Freistellspielen oder Spielen auf Kleintore erreichen, wobei Techniktraining Ballsicherheit und die Grundtechniken vermitteln soll.
Im Torwarttraining können diese Techniken dann situationsbedingt und Spielerisch abgerufen und vertieft werden.
Rückpass und Pass auf Ziele nach Punkten sind solche Möglichkeiten, dies spielerisch im Training umzusetzen....
Aber: Ich möchte hier dazu animieren, daß junge Torleute bitte nicht das Tor bewachen, sondern früh lernen sollen, das Tor auch zu verlassen, und im Offensivspiel der eigenen Mannschaft mit der Vorwärtsbewegung mit zu schwimmen und sich dann in der Defensive auch wieder langsam zurück zu ziehen... ich möchte dazu animieren, daß junge Torleute auch vor dem Strafraum in die Lage versetzt werden sollten, einen Pass anzunehmen, und einen Mit-Spieler anzuspielen, oder einen Gegenspieler auch im Zweikampf zu bezwingen.
Das Mitspielen des Torhüters ist essentiell, und läßt die Kinder etwas erlernen, was diese später nur schwer erlernen. Jetzt, wo es wenig Konsequenzen gibt, also kein Aufstieg in Gefahr ist, kein Abstieg droht, keine Tabelle den Verein Erfolge mahnen läßt, jetzt wo kein Druck da ist, da sollte man diesen Grundstein legen und den Kindern die Chance geben, hier das Gefühl und auch den Mut und das Selbstvertrauen zu entwickeln.
Sie brauchen dies später und dann fällt es nicht so leicht.
Daher, wenn Ihr trainiert, denkt daran, animiert und ermutigt Eure Torleute dazu, das Heil nicht allein in der Torverhinderung zu suchen, mit tollen Paraden, sondern auch fußballerisch vor dem Torraum Torchancen zu vereiteln und so wichtige Erfahrungen zu sammeln.
Animiert die Kinder dazu, Torwart nicht nur als Mensch zu verstehen, der das Tor bewacht, sondern auch ein Fußballspieler ist, der aktiv am Spiel Teil nimmt und auch wenn es nötig ist eingreift.
Lasst daher die Torleute in Spielen auch mal im Feld spielen, damit er dies versteht, ein Auge für das Spiel entwickelt und keine Furcht vor Zweikämpfen hat, das er lernt zu passen und sich frei zu laufen.
Animiert diese dazu, durch Spielformen, es auch im Training häufiger zu machen, also Feldspieler zu sein, und animiert diese dazu, im Spiel dann auch sich anzubieten und mit der Mannschaft sich auf und ab zu bewegen und ggf. früh einzugreifen... Fußballspielen muß man lernen... und das geht nur, wenn man auch Fehler zuläßt, eingesteht und diese dann langsam korrigiert.
Nicht anschreinen, nicht brüllen, nicht schimpfen. Aus Fehlern muss man lernen, wer nur Erfolge hat, lernt nichts.
Also animiert daher, die Torleute zu spielen...




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