So, nun kommt mal ein Video mit einer anderen Frage.
Die Frage die man sich stellt ist, warum so viele Trainer im Jugendbereich, wo wirklich das Ergebniss überhaupt keinen Einfluss nimmt, wo es um nichts geht, ausser um Spaß zu haben und sich an einen regelmäßigen Spielbetrieb zu gewöhnen... warum stehen die meisten Torhüter da im Tor???
Dazu vielleicht einmal zwei Bilder eines Jugendtorhüters der E-Jugend:
Ich denke, es wird klar, was ich meine mit der Aussage im Tor stehen!
Dies ist kein Einzelfall, ja wird auf den Jugendturnieren sogar von Fortuna Köln, Eintracht Frankfurt, Rot-Weiß-Frankfurt, Mainz 05 und vielen anderen Hochklassischen Vereinen, dessen Aktive Herrenmannschaft in den höheren Ligen spielt, so praktiziert.
Spätestens in er D-Jugend soll dann aufeinmal ein Torwart die Fähigkeit haben, vor dem Tor zu stehen, hinter der Viererkette zu operieren, eine Art Libero und Anspielstation sein. Auch bei Schüssen soll er eine aktive Torverkleinerung machen...
Ich frage mich immer, wie das gehen soll, wenn man über 4 bis 6 Jahre einen Torwart nicht dazu animiert hat.
Das es geht, zeigen meine beiden Torleute:
Ein Torwart muss und soll nicht die Spieldauer im Tor verbringen, sondern soll aktiv mit seiner Mannschaft agieren. Sein Tor wird hinter ihm nicht von irgendjemand weggetragen, geklaut oder wird sich in Luft auflösen.
Es besteht daher kein Grund, dies zu bewachen.
Viel wichtiger ist es daher, die Bewegung mit der Mannschaft mitzumachen. Dazu muss ein Trainer seinen Torwart regelmäßig und immer wieder animieren, Kinder neigen zum Vergessen.
Das Nicht Tor bewachen ist fester Bestandteil meiner Ausbildung im jüngeren Jugendbereich und wird durch direkte Betreuung bei den Spielen entsprechend verinnerlicht. Dazu kommt dann das Lernen des Verschiebens zum Ball, mit einer Art Radius zum Tormittelpunkt, um einfach hier auch aktiv die Torverkleinerung zu erlernen und so zu verinnerlichen.
Nur so kann der Torwart höchst mögliche Torbreite durch seinen Körper abdecken und nur so hat der Torwart aus der Distanz überhaupt eine Chance.
Doch viele Trainer haben Angst. Angst vor dem tödlichen Heber....
Selbst wenn der Torwart auf der Torlinie steht, die meisten haben Null Chance, einen hohen Ball korrekt einzuschätzen und damit diesen auch zu halten.
Allein die Eltern... da geht ein Torwart, der in der F-Jugend jüngerer Jahrgang dann im Tor steht, weil er das möchte, wir von Eltern der Gegner angelacht.
Er steht nicht im Tor, weil er der Größte ist, sondern weil er der mit der Passion zum Torwartspiel ist und daher mit Spaß und Freude alles gibt.
Trotzdem sind dann Kommentare von aussen:
Nun, das Spiel wurde zwar 2:3 verloren, doch wenn man auf einem Turnier nur 20 Minuten Zeit hat und diese 20 Minuten vielleicht 4 Minuten durch Konter nutzt und 2:1 führt und dann nur noch unter Druck steht, der weiß, wovon ich rede. Da verliert man gegen starke Gegner auch mal unglücklich.Zitat von ein Vater des Gegners
Doch schauen wir uns ein paar Strafraumszenen an:
Das nenne ich aktives Torwartspiel. Wer genau hinhört, wird den obig zitierten Vater hören, wie er ruft "Hoher Ball, hoher Ball" und der hohe Ball kommt nicht. Denn es ist selbst für technisch starke Spieler aufgrund des visuellen Sehvermögens in diesem Alter kaum möglich, all dies zu erfassen und einzuschätzen. Und selbst wenn der hohe Ball kommt, man achte wie nah zu Teil der Torwart ist und was für eine Bogenlampe nötig wäre, den Torwart zu überheben.
Wie oft ist er einfach weit vor dem Tor, und erstickt Toraktionen einfach im Keim.
Nicht weil er dies genetisch bedingt beherrscht, sondern weil er von Anfang an nie im Tor festgekettet wurde, sondern immer und immer wieder animiert wurde, aktiv am Spielgeschehen teil zu nehmen, sich zu verschieben, vorwärts und rückwärts mit den Bewegungen der Abwehr mitzuschwimmen und sich immer zum Ball zu positionieren.
Ein Torwart, der dies lernen darf, kann und wird es sehr wahrscheinlich später leichter haben, dieses moderne Torwartspiel hinter einer Viererkette zu verstehen und mitspielen zu können.
Auch beim Schusstraining stellen wir die Torleute nicht ins Tor!
Es gibt keinen Grund. Denn im Spiel muss der Abschluss durch eine Gasse aus Verteidigern kommen, das Tor hat daher oft nur eine Breite von 4-5 Metern, so daß Schusstraining auf ein freies Tor mal gar nicht der Realität und Spielnähe entspricht.
Für einen Torwart ist dies völlig Mumpitz, da er nicht den Hauch einer Chance hat.
Daher muss er auch dort dann lernen, sich aktiv zum Ball zu verschieben, die Torverkleinerungung zu machen, indem er aktiv dem Stürmer weit entgegen geht, und dann auch rechtzeitig fertig ist, als zum Stillstand gelangt um so in Balance zu sein und seine Aktion aus stabilem Stand starten zu können.
Wie wichtig dies aber ist, erklärt dann Hans Leitert, Autor des Buches Die Kunst des Torwartspiels und ermutigt die Jugendtrainer definitiv, dem Torwart ein solches Aktives Torverkleinern angedeihen zu lassen und diese dazu zu ermutigen.








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Aber es gibt ja Gründe, die Kritik nötig machen. Das ist leider so.
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