Bam-bam,
jetzt muss man sagen, daß es immer günstig ist, sich einen Übungsleiterschein zu machen. Denn man muss einfach wissen: Hohlkreuz bei hohen Bällen ist in diesem Alter völlig normal.
Die meisten TwT schießen über das Ziel hinaus. Unwissend, daß Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahre eine unzureichende räumliche Orientierung haben.
Sprich Kinder können sich einfach zu bestimmten Objekten im Raum nicht korrekt in Relation setzen, daß heißt das diese nicht mal einen anfliegenden Ball korrekt einschätzen können.
Für ein Kind ist daher die Überquerung einer Strasse höchst gefährlich, weil ein Kind nicht sicher bestimmen kann, ob es vor dem herannahenden Auto die Strasse rechtzeitig und gefahrlos überqueren kann. Für das Kind macht es daher kaum unterschied, ob das auto 20 oder 50 Meter weit weg ist, es kann die Geschwindigkeit/Weg Relationen nicht abschätzen.
Wir Erwachsenen hingegen, wir können das.
Somit werfen wir einen Ball auf das Tor und wundern uns, daß die Kinder völlig von der Rolle sind, daß der Ball da ankommt. Es ist dem Kind in diesem Alter nicht möglich, die Geschwindigkeit des Balles abzuschätzen und den eigenen Weg zum Ball in eine saubere Abfolge zu bekommen.
Da kann man jetzt drillen bis zum Erbrechen der Kinder, das hilft wenig und ist der Sache nicht förderlich. Die Herausforderung im Training mit abwechslungsreichen Bällen ist Training genug.
Daher muss man über Hohlkreuz bei hohen Bällen völlig hinwegsehen und sollte in dem Alter auf hohe Bälle so gut wie kein Gewicht legen.
Denn erstens ist wir gesagt die räumliche Orientierung nicht ausgeprägt, was für hohe Bälle aber nötig ist und Grundlage ist, zweitens ist es den Kindern meist unmöglich, einen sauberen Korbgriff zu machen.
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Ganz einfach: Es wird nicht wirklich trainiert und kommt halt so im Training immer mal wieder drann. Aber es wird (noch) keinerlei Wert auf eine korrekte Ausführung und korrekte Durchführung gelegt, weil das einfach zu früh ist und man hier die nötige mentale Reife und Entwicklung abwarten muss, damit hier ein Training anschlagen und Erfolge sich einstellen können/werden.
Daher ist es auch völlig normal, daß die Kinder zum Teil vor schnellen Schüssen Angst haben.
Die Kinder können einfach die Geschwindigkeit des Schusses nicht korrekt einschätzen und stemmen daher, denn anfliegende Objekte kommen mit einer nicht einschätzbaren Geschwindigkeit auf den kleinen Torwart zu, wie soll ein Kind sich selbst hier in eine für uns Erwachsene richtige Position bringen, wenn es weder den Weg, noch die korrekte Richtung des Balles rasch genug einschätzen kann?
Hier überfordert man als Trainer ohne entsprechende Übungsleiter-erworbene Kenntnisse die Kinder sehr schnell. Man erwartet etwas für uns Erwachsene selbstverständliches, bei Kindern ist es aber nicht selbstverständlich.
Auch ist es völlig normal, daß Kinder, aufgrund dem natürlichen Reflex den Kopf zu schützen, nicht mit den Händen zum Ball gehen. Sie nehmen lieber die Füsse, so bleibt der Kopf weg und das Kind fühlt sich wohler.
Dies muss man einfach tolerieren. Aber man kann im Training durch ein paar kleine Übungen immer wieder das eins gegen eins anbieten, und so die Kinder in Mut und Entschlossenheit stärken. Man kann dabei und sollte dabei auch die Geschwindigkeit so anbieten, daß die Kinder Erfahrungen und Selbstvertrauen erfahren, daß die richtige Technik schützt und der Kopf nicht in Gefahr ist.
bam-bam, was ich hier bemerke, ist bei dir eine gewisse Ungeduld und eine gewisse Unkenntnis der Entwicklungsstadien der Kinder. Essentiel aber für das Kindertraining, weil vieles, was Du als Fehler siehst, einfach (noch) keine sind und daher eher auf dem Weg zum Erfolg wichtig und korrekt anzusehen sind.
Hier muss einfach mehr Geduld kommen, die Entwicklung geht in kleineren Schritten, als uns das oft lieb ist und so mancher, der mit 10 Jahren noch nicht so dolle war, kann mit 14 ein Riesen-Keeper sein.
Man muss der entwicklung eine Chance geben, nicht drängeln, sondern eher den Rahmen und die Möglichkeiten der Entfaltung schaffen. Also die Freiheit, bestimmte Dinge ausprobieren und tun zu dürfen, anstelle alles immer sofort in ein Schema pressen zu wollen.
Solange es nicht einer Gefährung der Gesundheit widerspricht, Spaß macht, ist vieles möglich und durchaus auch 'erlaubt'. Wenn also ein Kind eher seitlich fällt, muss man nicht sofort den Drang nach vorn korrigieren, solange es nicht auf den Ellenbogen fällt, passt das schon.
Kinder entwickeln sich oft durch reines Ausprobieren und die Möglichkeit dazu am Besten. Dazu kann ich nur sagen: Wir trainieren im Training z.B. die Technik des Hechten nicht, oder ganz selten, indem wir mal auf einem Weichboden oder in eine Sandgrube hechten. Eher als Spaßeinheit.
Die meisten Kinder können sich beim Sprung und Fallen nämlich verletzten, es ist schwer, hier die richtige Technik zu vermitteln.
Nun überlege, daß kleine Torleute aber Höllenspaß genau daran haben und oft haben wollen, weil für Sie just diese Techniken unheimlich spannend und interessant sind. Im Spiel und Training ist es daher durchaus erlaubt, daß die Torleute es von sich aus tun, man sollte es daher nicht verbieten. Aber man sollte darauf achten, daß die Kinder sich nicht verletzten. Also eine Gratwanderung, da man es nicht trainiert, aber ab und an doch korrigieren muss, damit sich der Torwart nicht selbst verletzt.
So ist es mir passiert, daß ich nun einen kleinen Torwart habe, der den Bogenflug beherrscht. Nicht weil er das eingedrillt bekommen hat, sondern weil er es sich selbst angeeignet hat. Im Kampfsporttraining, auf dem Bolzplatz, in der Turnhalle... er hat immer wieder probiert und probiert... er hat auch gefragt und bei vielen Fussballspielen immer wieder aufmerksam zugeschaut... und was dann herausgekommen ist, ist
Er kann das inzwischen sogar auf Asphaltboden, und ist stolz darauf, nun hechten zu können, ohne das es weh tut...
Viele Dinge passieren daher, ohne unser zutun...
Andere Torleute, die älter sind, die können das obige nicht, würden sich nicht mal herantrauen. Da diese es aber nicht müssen, weil es nicht trainiert wird, ist das auch nicht schlimm und kein Hindernis deren Leistung. Das holt man durch Stellungsspiel meist wieder rein.
Daher bam-bam, gib deinen Torleuten Zeit und Raum sich zu entwickeln.
Was Du hier schreibst, ist alles im normalen Parameter der Entwicklung und daher völlig tolerierbar. Sieh es nicht als Fehler, sondern vertraue deinen Torleuten und habe Geduld: Es wird nach und nach immer besser und auch der Mut wird immer und immer besser.
Es gibt heute F1 Torleute, die stellen sich in D-Jugendtor. Andere, E Jugendtorhüter sind zwar ebenso gut, haben aber den Mut nicht.
Nicht schlimm, das kommt noch.
Also Du brauchst keine Hilfe, mir scheint, Du brauchst ein wenig mehr Geduld![]()





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