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Thema: Torwarttraining: Bambinis bis E-Jugend - die absoluten Grundlagen

  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Standard Torwarttraining: Bambinis bis E-Jugend - die absoluten Grundlagen

    Leute, es wird immer wieder gesagt, und trotzdem danach gefragt:

    Torwarttraining beginnt erst ab der D-Jugend.
    Warum? Erst dann ist der kindliche Körper soweit gereift, daß hoch komplexe Bewegungformen erlernt und verinnerlicht werden können, erst dann beginnen Kraft, und Ausdauerübungen wirklich zu ziehen.

    Trotzdem, die Frage bleibt im Raum: Was machen wir mit Kleineren, die da sind und auch Spaß am Training haben?

    Ich habe dieses mit den Leuten des Landespsortbundes Hessen während meiner Übungsleiterausbildung mal erörtert. Die klare Gegenfrage war: "wenn die Kinder es wollen, warum es dann nicht anbieten?"

    Somit stellt sich nun für einen Torwarttrainer wie mich die Frage, was tun.. Der Jugendtorwartrainer im Verein stellt sich klar auf die Schiene, dis ich bis vor kurzem ebenso vertreten habe: Torwarttraining erst ab der D-Jugend. Damit hat er Recht und doch Unrecht. Sicher, es ist mühsam mit den Kleinsten zu arbeiten, Sie fordern mehr Einfühlungsvermögen, brauchen komplexe Hilfestelluingen und können z.B. nicht mit Bildern etwas anfangen, dafür aber mit Filmen und Vorgemachten Dingen. Auch ist es Ihnen nicht möglich, komplexe Bewegungsabläufe zu erlernen UND zu behalten.
    Kindertraining erfordert daher eher die Grundzüge einer angeleiteten Bewegungsstunde, die man schön bunt als "Torwarttraining" verpackt.

    Ich möchte hier mal ein paar Beispiele geben, was man machen kann, und was man nicht tun sollte.
    Zunächst mal, was machen wir nicht: Sämtliche Kraftübungen, die über das eigene Körpergewicht hinausgehen, wie Hanteltraining, etc. Medizinbälle und so Scherze sind schlicht verboten. Auch sollte man die Kleinen nicht Liegestützen und SitUps bolzen lassen, auch das verboten.
    Verboten ist auch, komplexe Technikschulung und das Ermutigen b zw. Auffordern dazu, bestimmte Techniken auszuführen. Es muß alles freiwillig passieren und sollte nicht erzwungen werden.
    Verboten ist jede Art der Demotivation, Verboten auch, Griesgrämigkeit und Langeweile....
    Verboten ist auch Langzeitausdauer. Somit ist das übliche Rundenlaufen vieler Mannschaften im Bereich der Bambini, F- und E-Jugend schlicht falsch und gehört unter Strafe gestellt, da die Kleinen noch mit dem Laktatabbau Probleme haben.
    Verboten ist auch extreme Spitzenbelastung von Muskeln: Kinder wollen überzeugen und kennen keine Grenze, sie überschreiten daher rascher solche Grenzen, die Folgen können Muskulaturschäden sein, daher sollte man so etwas vermeiden, bzw. nicht machen.

    Das mal vorweg. Man sieht, wie eingeschränkt man ist, doch betrachtet man das Spielfeld genau, dann erkennt man schnell, daß innerhalb dieser Grenzen durchaus Raum für ein sinnvolles und schönes Torwarttraining dieser Alterkalssen ist, und erste Versuche stoßen bei dem Übungsleiterlehrgang auf nicht nur Zuspruch, sondern auf großes Lob. Denn es ist genau was man erreichen will: Gezieltes und klares Bewegen von Kindern, Beschäftigung mit Sport und unter viel Freude und Spaß.
    Fakt ist: Das von vielen so vehement geforderte Rotieren der Spieler im Tor in den Kindermannschaften ist nicht nur bei vielen Trainern unerwünscht, sondern auch bei den Kindern selbst. Und kein Kind sollte gegen sein Willen im Tor spielen, oder gegen seinen Willen aus dem Tor müssen. Dem kleinen Torhüter muß nur klar sein, das er ggf. auch seinen Torwartfreunden mal Platz machen muß und das diese dann spielen. Auch sollte kein Trainer Gram sein, wenn sein Torwart keine Lust mehr hat und ins Feld will, das ist für Kinder normal und sollte einfach akzeptiert werden. Auch akzeptiert werden sollte, wenn der kleine Torwart partout nicht ins Feld will, dann sollte man auch unterlassen, Ihn dazu zu zwingen. Übungen der Feldspieler kann man auch gut so einfließen lassen, anstelle Ihn in das Feldspieler Trikot zu zwängen.
    Und ein kleiner Torwart kommt meist von ganz allein auf die Idee auch mal ein oder mehr Spiele im Feld spielen zu wollen, jeglicher Zwang ist ja verboten und gilt auch hier.
    Schon daher sind Forderungen nach Rotation oder im Feld spielen müssen nicht kindgerecht und gehören in die Steinzeit der Trainerausbildung.

    Somit fangen wir mal an:

    Kinder sollten aufgewärmt werden. Bitte, unterlasst dabei das Rundenlaufen, es ist schlicht langweilig. Spielformen gibt es zu Hauf, doch sollte man sich in den ersten 7-10 Minuten nicht im Spurt bewegen. Daher ist Laufen in Ordnung, aber die Notwendigkeit von noch schnelleren Gangarten sollte unterbunden werden.
    Wer hier Formen braucht, ich habe nette Ideen dafür.
    Dann sollten die Gelenke gelockert werden. Denn im Kindesalter sind diese oft noch sehr biegsam und das sollte man erhalten. Da die Muskulatur im erwärmten Zustand diese ein wenig mehr zusammen zieht, muß man zunächst mobilisieren. Daher große Bewegungen ausführen, die Gelenke im möglichst maximalen Bewegungsradius bewegen lassen, ohne das dies mit zuviel Schwung passiert.
    Dann Dehnen. Kinder werden sich die Übungen nicht behalten, aber wenn der Trainer vor macht, und mitmacht, machen die Kinder nach und richtiges Dehnen ist dann kein Hexenwerk, denn es erhält die hohe Beweglichkeit der Kinder. Sie bleiben so Flexibel und Geschmeidig.

    Jetzt kann man die Kinder 'aktivieren', also ein Spielchen machen, wo diese sich rascher bewegen müssen, damit das durch Mobilisierung und Dehnen leicht abgesackte Herz-Kreislauf-System wieder in Schwung kommt, und auch die Durchblutung der Muskulatur neu angeregt wird.
    Hier können schon erste Übungen eingebaut werden, die etwas mit Torwarttraining zu tun haben. Also mal ins Tor gehen und lockere gerollte Bälle halten und zurück rollen, wobei die Kinder sich möglichst viel hin und her, vor und zurück bewegen sollten. Es bietet sich hier an, ggf. auch die Fußarbeit zu trainieren. Wir spielen z.B. einen Pass neben ein Hütchen. Der Torwart nimmt den Ball an. Als Beispiel spielen wir den Ball auf die vom Torwart aus gesehen rechte Seite, der Torwart sollte nun mit rechts stoppen, den Ball mit rechts am Hütchen vorbei führen, und mit links den Ball zum Trainer spielen. Dann kommt der Ball nach links, der Torhüter stoppt links, führt mit Links nach Rechts hinter dem Hütchen vorbei und passt mit Rechts...
    Zudem bieten sich Spielformen an, wie z.B. an Tor aufgehängte Ringe und Reifen. Wer schafft es, den Ball durch den Reifen zu werfen, mit beiden Händen und mit einer Hand?
    Wer schafft es, den Ball durch den Reifen zu schießen, aus der Hand oder vom Boden?
    Schießen und Werfen ohne Ziele sind einfach langweilig, ein im Tor aufgehängter Reifen animiert förmlich dazu, es zu probieren! Die Erwachsenen machen Lattenschießen um das Bier am Abend.. hängt denen doch auch mal einen Reifen unter die Querlatte, und dann schaut zu... glaubt mir: Wie Kinder!!!
    Hier braucht Ihr Phantasie.
    Erklärt den Kindern aber auch, wie man es macht. Warum ist das wichtig?
    Nicht nur, damit diese die Technik korrekt ausführen, neinm, es gibt den Kindern auch eine Pause. Sie können mal innehalten, ausschnaufen und wieder ein wenig runterkommen. Diese Pausen sind wichtig, und es sollte nicht 60 Minuten Volldampf geben. Gebt den Kindern eine Chance, zu trinken, lasst diese auch mal träumen, unterbrecht häufiger intensive Sachen oder Sachen wo Ihr spürt, daß die Kinder sich regelrecht reinsteigern, nehmt so den Druck raus und schafft Oasen der Ruhe, es ist wichtig, um die Belastung nicht zu hart werden zu lassen. Daher sind Erklärungspausen, und ggf. mal langsame Übungsformen super!

    Dann machen wir Techniken! Wir lassen die Kinder bitte nicht Fliegen, Hechjten oder sich gezielt werfen. Das machen die Kinder schon allein, animiert diese nicht dazu, lasst es einfach passieren und gut. Es zu korrigieren wäre schon zuviel, akzeptiert es einfach und schaut, daß die Techniken die wirklich kindgerecht sind, in Ordnung sind.
    Das ist der untere Umarmungsgriff, also wo man den Ball unter Bauch/Brust begräbt. Für Kinder ist dies eine bereits völlig ausreichende Technik, und daher kann man damit gut arbeiten.
    Flache gerollte Bälle, leichte Schüsse, zunächst vor den Torhüter, dann leicht seitlich, damit der Torhüter zu Nachstellschritten animiert wird. Kritisiert nicht, lobt. Hier ist jegliche Kritik fehl am Platz, lobt und wenn Ihr korrigiert, dann nur um gutes besser zu machen. Das Kind sollte das Gefühl haben, es richtig zu machen, auch wenn es falsch war. Denn es wird bestrebt sein, euch alles gerecht und richtig zu machen und wenn es dann 'versagt', es wird das Kind zerbrechen. Denkt also daran: Lobt!
    Seit ein guter Schauspieler! Macht den Clown. Tut als würdet Ihr einen Knaller ablassen, und wenn der Kleine/die Kleine das Ding sicher hält, ärgert Euch in Grund und Boden und bittet um eine weitere Chance... Ihr werdet diese bekommen und wenn Ihr ein Tor macht, freut Euch, als hättet Ihr Oliver Kahn bezwungen, und findet gleich einen Grund, warum das Tor nicht zählt und es eine Wiederholung geben muß....
    Beherrscht das Kind den unteren Umarmungsgriff, ist verdamt viel gewonnen!
    Denn die meisten Schüsse der Kids sind doch eher Flach und lassen sich so optimal kontrollieren, der kleine Torhüter spürt diese Sicherheit und das ist toll. Freut Euch mit Ihm darüber, denn er möchte am liebsten Sofort mit Olli Kahn, Robert Enke oder Jens Lehmmann tauschen und selbst im Olympastation Berlin das Endspiel bestreiten!
    Gebt Ihm daher das Gefühl, auf dem besten Wege zu sein.

    Dann machen wir hohe Bälle. Hoher Bälle erfordern viel Koordination. Nehmt Euch daher Zeit, denn Fangen will wie Werfen ebenso gelernt sein. Das geht nicht von heute auf morgen. Seit froh und stolz, wenn es dennoch gut klappt und nicht ärgerlich, wenn es nach 3 Wochen immer noch nicht sitzt. Betont die kleinen Fortschritte und übt immer noch mit viel Freude, aber nicht verbissen.
    Haltet den Ball hoch, lasst den kleinen Schlumpf zunächst gegen den Ball laufen, der Ball fällt aus Euren Händen und der Kleine Torwart sichert diesen im unteren Umarmungsgriff.
    Dann versucht ein paar locker geworfene Bälle, Ihr werdet sehen, auch das klappt nach einiger Zeit. Bringt dem Torwart bei, den Ball mit beiden Händen nicht abzuklatschen, also nach dem Ball zu schlagen, sondern nur die Hände hinter den Ball zu nehmen. So pluimpst der Ball vor die Füsse zu Boden und der KleineSuperTorwaret kann wieder im unteren Umarmungsgriff sichern. Das ist dann ein Gefühl...
    Ja, und wenn das geht, dann versucht, mal den Ball über der Armreichweite zu halten und lasst das Kind mit etwas Anlauf hochspringen. Ball berühren oder greifen, egal. Der Ball geht zu Boden, Sicherung wie gehabt.
    Das ist anstrenmgend, haltet inne, erklärt immer wieder, spielt den großen Trainer, lasst Euch den Ball zuwerfen und macht es vor... das Kind wird erkennen und nachahmen.... und damit noch mehr Spaß finden. zudem ist diese Pause wieder wichtig.
    Dann spielt Flanken, werft den Ball in den Torraum und lasst den Kleinen/die Kleine ausprobieren, ob es schon geht. Lob allein jeden Versuch.
    Zum Schluß geht auch mal 1:1 .. Schaut, oder der Torhüter unerschrocken zum Ball geht und diesen im Umarmungsgriff sichert. Macht ihm keinen Mut, sondern wenn er sich nicht traut, dann schießt einfach so, daß er halten kann, bei den Mutigen lasst Euch den Ball vom Fuß nehmen.. Ärgert Euch... Denkt euch Namen der Großen Idole aus, die nun auf das tor stürmen. Packt es in eine Geschichte, gebt Ihnen die Phantasie, jetzt, und genau jetzt im Tor der Bundesliga Elf zu stehen, und ein großer Stürmerstar wie Podolski läuft auf das Tor von Robert Enke zu.... Die Kinder werden genau das empfinden und genau das sein.... Freut euch daher über jedes Tor, lobt den Torwart für seine Technik und wenn er hält, worauf Ihr ja spekuliert und es so hinbiegt, dann ärgert Euch wieder....

    Zum Schluß, ein Elferspielchen.. Spielt und so etwas ist eine Idee.
    Ihr habt 5 Elfer, das Torhüter hat fünf Elfer.. Wer wird dem anderen mehr reinhauen.
    Zeiht die Show ab. Springt über den Ball, hopst in die falsche Ecke.. Egal.
    Lasst es 1:5 ausgehen oder 3:4.... Egal, die Kleinen gewinnen, immer....
    so etwas kann zum Ritual werden, und die Torhüter wissen, das danach Schluß ist. Wichtig, ein Ende finden.... und hier hat so ein Ritual klare Signalwirkung, und wird einfach akzeptiert....


    So, na? Was denkt Ihr?

    Ich habe noch anderes auf Lager, also wenn Ihr wollt, und Bedarf seht, ich habe noch mehr. Sehr zum Leidwesen einiger Jugendtorwarttrainer
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
    Legende Avatar von Bela.B
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    Ja wie immer ein Supertext.. Hast du das alles selber geschrieben?
    Respekt und Danke dass du uns in dem Forum mit deinem Torwarttrainingwissen beeindruckst

    BTT: Es ist wichtig, dass junge Torhüter erst mal die Grundtechniken des Fußballs können. Schießen, passen etc.
    da es in den Juniorenteams noch oft Positionswechsel gibt.
    Wichtig ist
    auch die Falltecnik.
    An der Falltechnik muss man so früh wie möglich anfangen
    zu arbeiten. Da es viele auch bei den B-Junioren noch nicht richtig können.

    vom Clown spielen halte ich nichts, da man seinen TW-Trainer ernst nehmen sollte.
    ohne Gegenstimmen gewählter Torwart.de User der Jahre 2016 und 2017.
    Danke an alle Beteiligten.

    Es gibt nur einen Gott
    BELAFARINROD

  3. #3
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von Bela.B
    An der Falltechnik muss man so früh wie möglich anfangen
    zu arbeiten. Da es viele auch bei den B-Junioren noch nicht richtig können.
    Klar kann man mit Falltechnik anfangen, aber wert darauf legen würde ich nicht.... Denn die Kleinen fallen noch so intuitiv, meist passiert da wenig.
    Aber man kann immer wieder Falltechniken machen, nur sollte man nicht verbohrt darauf sein. Das wird einfach in dem Alter noch nichts, oft zu komplex.
    Das wird einfach nicht verinnerlicht. Das muß dann später gemacht werden.

    vom Clown spielen halte ich nichts, da man seinen TW-Trainer ernst nehmen sollte.
    Bela, im Alter ist das was anderes. Bei den Jungen geht auch der Respekt nicht flöten, wenn man mal rumalbert!!! Das ist sogar wichtig, es lockert auf.
    Denn Langweile ist das Grauen jeder Bewegungseinheit....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  4. #4
    Freizeitkeeper
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    Super Steffen, ich hab schon viel von Dir im Forum gelesen, immer wieder interessant und eine Hilfe.

  5. #5
    Legende Avatar von Bela.B
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    Zitat Zitat von Steffen
    Bela, im Alter ist das was anderes. Bei den Jungen geht auch der Respekt nicht flöten, wenn man mal rumalbert!!! Das ist sogar wichtig, es lockert auf.
    Denn Langweile ist das Grauen jeder Bewegungseinheit....
    Ja natürlich muss es locker und Funny sein
    aber von der Idee absichtlich gegentore reinlassen.
    Mal in Ordnung aber owie ds geschrieben hast, ist es so rübergekommen, dass dus immer machen würdest.

    Es ist doch besser, wenn du deinen Tw zeigst, wie gut du bist und dass man kein Olli Kahn sein muss um Bälle zu halten.

    Wenn die Person weiss, wie gut ihr Torwarttrainer ist, desto besser.
    ohne Gegenstimmen gewählter Torwart.de User der Jahre 2016 und 2017.
    Danke an alle Beteiligten.

    Es gibt nur einen Gott
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  6. #6
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Bela, alles was du schreibst, ist erfolgorientiert.
    Das hat in so einer Trainingseinheit gar nicht zu suchen, man könnte es als 'verboten' bezeichnen.
    Erfolgsorientierte Trainer gibt es in den den Jugendbereichen bis zur E-Jugend genug, obwohl die meisten Mannschaften völlig ausser Konkurrenz kicken.
    Daher gibt es den Erfolgsdruck früh genug...
    Das musste dann im TW Training ganz bestimmt nicht haben... die Kleinen wollen von ganz allein gut sein, daß muß man nicht noch forcieren.
    Denn das geht rasch nach hinten los, denn wenn es schief läuft, aus dem Loch rettest du kaum ein Kind!

    Das ist die Essenz des Übungsleiterlehrgangs.... Also, bloß keinen Druck! Nicht um des Erfolgwillen zu viel machen, bringt nichts. die sind ehrgeizig genug und brauchen echt nicht noch von aussen....
    Und daher muß ich mich auch nicht beweisen... Warum denn?
    Die wissen das, denn die vertrauen einem! Das ist etwas, wovon sich mal ältere was abschneiden können.
    Die interpretieren es noch anders... Die sehen die Technik, die sehen dein Fallen, die sehen dein Greifen... das reicht vollkommen. Deren Messlatte ich nicht so hoch, und das ist gut so.
    Denn ein Trainer, der muß nicht besser sein als sein Schüler! Das ist falsches Denken. Er muß die Fähigkeit besitzen, die Fehler seines/seiner Schüler zu erkennen und abstellen zu können.
    Und das ist die große Kunst des Trainers... also oft hat man Leute, die sind einfach herausragend gut, besser wie man selbst je hätte sein können und man selbst hat die Aufgebe, diese noch besser zu machen.
    Das ist die Wahre Messlatte, aber das geht!
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  7. #7
    Freizeitkeeper Avatar von Olaf
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    Standard F-jugend Torwart von SV. Kaulbach-Kreimbach

    Hallo wollte mich mal einmischen und zwar finde Ich alles richtig wie Ihr das sagt ohne druck-Spielend usw...
    Ich trainiere seit 2,5 jahren einen 7 Jahre alten Jungen der nichts anderes als Torwart sein möchte (ehrlich),er ist meines erachtens auch ein riesen Talent und trainiert gerne , auch Grundtechniken ,Fallübungen usw.. nun darf er weil er beim F jugend hallentunier sehr stark gehalten hatt sogar am wochenende in der E jugend spielen und er freut sich riesig, nun meine frage soll Ich Ihn spielen lassen oder lieber nicht. mfg. Olaf

  8. #8
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Das kann man nicht mit Ja und nicht mit Nein beantworten.
    Es komtm auf den Kleinen an. Die E-Jugend ist richtig Stress und ein ganzes Turnier könnte den Kleinen überfordern. Ein Spiel, wahrscheinlich kein Thema, ein Turnier zwei Klassen höher schon....
    Daher, du kannst Ihn mitnehmen, aber das Risko, das der Kleine es nicht aushält, die Lust verliert und auch den Stress nicht verkraftet ist sehr hoch, und wenn man dann auch noch Forderungen stellt, dann passiert das schlimmste was man einem Kind antuen kann...

    Denn meist ist es nicht der Trainer, das Kind selbst möcht die Leistung bringen und der Mannschaft gefallen, und packt es nicht. Frust und Versagenspanik stellt sich ein, und wenn dann einer von der Mannschaft noch was sagt, ist Ende!
    Daher, mein Tipp: Nicht machen.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  9. #9
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Nun will ich aber auch mal ein paar Bilder einstellen, einfach, weil die Arbeit mit den Kleinen viel Spaß macht.
    Es ist ja wie gesagt kein Training, sondern eher ein Spiel. Ziel gibt es nur wenige, wie Angst vor dem Fallen verlieren, Angst vor Ball und Gegenspieler abbauen, Timing und Fangtechnik zu verbessern... also eher grundlegende Sachen... Das dabei dann natürlich nur die 'spekatulären' Dinge im Bild festgehalten sind, liegt einfach daran, daß Ball stoppen, und Pass-Spiel nicht so fotogen ist....



    Schön die Bildfolge seitlich zum Ball. Nicht auf den Ellenbogen fallen zählt zu den essentiellen Dingen, die man hier lernt und worauf ich achte.



    Ja, und das finde ich die wichtigste Technik. Selten muß ein Bambini/F/E-Jugend Torwart wirklich fliegen, eher sind es flache, rollende Schüsse auf das Tor, die der Torwart mit der Technik des tiefen Umarmungsgriffs und der Sicherung klar festhalten kann.
    Auch hier gilt es: Nicht auf die Knie brechen und nicht auf den Ellenbogen krachen!



    Klar, die wollen auch Spaß haben. Halbhohe und hohe Bälle für eine richtige Parade müssen sein, doch auch hier erkennt man, einen Ansatz von Technik und schön zu sehen, wie beide Hände klar zum Ball gehen. Der ist zum Fangen viel zu groß, aber der ansatz ist gut und alles andere hat Jahre Zeit.
    Man beachte aber immer den Gesichtsausdruck, das ist das Beste finde ich!


    Na klar, hohe Bälle zum Hechten, daß ist ab und an ein Muß. Sonst ist es kein 'richtiges' Training, und mit spaß fliegt man zum Ball. Ob er gehalten wird, oder nicht, völlig egal, hauptsache man tut mal, was man vom TV her kennt... und mal so einer eingestreut... bestens.
    Geändert von Steffen (14.12.2007 um 16:46 Uhr)
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  10. #10
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    steffen das sind schöne bilder udn gute erklärungen

  11. #11
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Hallo Cora,
    es sollte ja auch nur ein Beispiel sein, daß man etwas mit den Zwergen machen kann.... da diese eben nicht nur dröge einfach im Tor rumstehen oder simpel mitkicken, sondern auch für deren Gefühl 'richtiges' Training bekommen.... und das mit dem Ziel Sapß....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  12. #12
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    Tolle Bilder! In dem Alter kann man einen wichtigen Grundstein für eine spätere "Karriere" legen. Damit will ich nicht sagen, dass dies das Ziel sein sollte, aber im jungen Alter lernt man halt am schnellsten. Wenn ich früher nicht immer nur im Tor gestanden hätte, könnte ich nun vielleicht auch einen Ball weit und platziert schießen
    Farblegende: Moderator | Privatperson

  13. #13
    Freizeitkeeper Avatar von Plizi
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    Hi Steffen, ich finde es richtig toll das du den Kleinen trainierst. Ich selber trainiere meine kleine Schwester und es macht ihr auch großen Spaß. Sie ist in einen Verein, aber die machen da nie ein richtiges Torwarttraining, deswegen habe ich die Sache in die Hand genommen. Sie ist schon richtig gut.
    Heute hatten die wieder ein Hallenspiel, aber leider haben sie 6:4 verloren, obwohl sie in der ersten Halbzeit 3:1 führten. Die Anderen hatten auf einmal keine Lust mehr. Mit ihren 8 Jahren hat sie aber tolle Dinger rausgeholt. Vieleicht kann ich mal ein paar Bilder reinstellen.

    Aber ich bekomme es nicht richtig hin die Falltechniken richtig beizubringen, sie kracht sehr oft auf die Ellenbogen und Knien. Ich wollte dich Fragen ob du ein paar Tipps hast.

  14. #14
    Freizeitkeeper
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    Lächeln Torwarttraining Bambinis bis E- Jugend

    Hallo Plizi,

    versuch deiner Schwester einfach beizubringen, dass sie mit den Händen zum Ball (dem Ball entgegengeht) sowie auf dem 5. Bild, dann kann sie nicht mehr auf die Ellenbogen fallen.

    Torhüter die auf die Knie fallen, fallen im allgemeinen auch auf den Bauch und sind deshalb zu langsam. Hier musst du darauf achten, dass die entgegengesetzte Schulter hinten bleibt. Entgegengesetzte Schulter heisst, wenn sie nach links fällt muss es die Rechte sein.

    Um meinen Torhüter die richtige Fall- und Abrolltechnik beizubringen, lass ich diese im Kniestand die flache Bälle halten.
    Die Übung sieht dabei wie folgt aus. Der Torhüter steht im Kniestand, dabei ist wichtig, dass er nicht auf den Füssen sitzt, sondern aufrecht auf den Knien steht. Jetzt rollt der Trainer den Ball seitlich auf den Torhüter zu.
    Ich erläutere den Bewegungsablauf jetzt mal für die rechte Seite des Torwartes. Kommt der Ball rechts vom Torwart heisst dass, er setzt das rechte Knie nach vorn, schiebt die Hüfte nach um einen Impuls zu bekommen und rollt jetzt über die Körperseite (Hüfte, seitliches Knie) ab. Wichtig ist dabei er Impuls mit der Hüfte (Hüfte nach vorn schieben), kommt der nicht fällt deine Schwester nach hinten und ein Torwart soll dem Ball immer entgegengehen (fallen).

    Probier es mal aus. Bei meinen Torhütern (meistens Torfrauen) hat es funktioniert.

    Matze

  15. #15
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Plizi,
    es ist schwer es Dir zu erklären, zumal bei einem 8 jährigen Kind nicht unb edingt sonderlich viel hängen bleibt ;-)
    Sicher, es ist kritisch wenn die auf die Gelenke krachen, aber man muß daran immer arbeiten. Kinder z.B. können mit Bildern nichts anfangen, aber Bewegungen die diese sehen, kopieren und nachahmen. Daher ist Vormachen und ggf. ein Video ideal.

    Siehmal, der Kleine auf den Bildern fällt auch oft noch auf die Knie, aber er lernt, weil es in der Halle weh tut, von ganz allein den korrekten Bewegungsablauf:
    Anstelle sich wie auf der Wiese auf die Knie fallen zu lassen und dann den Umarmungsgriff zu tun, setzt er nun einen Fuß dem Ball entgegen nach vorn und fängt sich so ab... Er roll also auf den Ball und lernt damit absolut korrekt die richtige Technik. Das ist, was man den Kleinen beibringen muß, die richtige Bewegung. Nicht bloß einmal, sondern andauernd. Ich gebe zu, es klingt nach nichts, aber das ist eine Menge. Denn man muß dieses Bewegungslernen immer wieder in neue Formen und Spiele packen, damit es Spaß macht und die Kleinen damit erneut und immer wieder am gleichen Stück knabbern.
    Auch seitlich ist die Fallschule wichtig.
    Ich nehmen meine Kleinen dazu auf eine Linie, dort nehmen diese die Grundstellung des Torhüters ein. Meist spinnen wir uns einen vor und ich sage einfach, daß wir in einem riesigen Stadion sind, und dann laufen Stürmer an, die den Ball ins Toreck schieben wollen, von Poldi bis Luca Toni waren alle schon da
    Dann rolle ich den Ball dem Torwart zu, leicht seitlich, damit dieser zur Seite fallen muß. Er soll dabei zuallererst den Popo runter bekommen, also die Hüfte absenken. Was meiste wie die Kickern, wenn der Trainer sagt: "Der Ar... muß runter!" Kraftausdrücke sind ja verboten, aber im Training, da ist das ab und an mal erlaubt und unser Geheimnis. (Unter uns: Mamas und Papas wissen das, denn ich frage vorher nach, ob die Kleinen solche Worte kennen, und bei den meisten ist das schon drinne!)
    Also die Hüfte wird abgesenkt, und der Fuß, der näher zum Ball ist, geht einen kleinen Schritt nach vorn. Nun ist die hüfte nahe dem Boden und der torwart verschiebt sich in Richtung Ball mit dem Oberkörper, sieht man auf dem 1. Bild ganz nett. Dabei muß er das Knie des vorderen Fußes stärker anwinkeln, dann beginnt die Kippbewegung, die damit beginnt, daß sich die Aussenkante des Unterschenkels dem Boden nähert, dabei die Hüfte mit zu Boden zieht, so berühren in rascher Folge Unterschenkel, Oberschenkel und Hüfte den Boden und der Oberkörper liegt dabei bereits nach vorn, dem Ball entgegen seitlich, bevor nun die Rollbewegung über die Körperseite, vom Bauch über die Rippen zur Schulter passiert. Dabei sind die Arme dem Ball entgegen gestreckt, so daß die Ellenbogen nicht unter die Rippen kommen.
    Dabei schwingt der Körper nun mit dne Beinen nach oben und im 2. Bild kann man gut erkennen, wie der Körper eine Bogenspannung bekommt. Der Bub rollt dabei auf die Schulter, dann schwingt er zurück. Bei den gGroßen ist das der Bewegungsablauf zur Wippe, zum Schnellen Aufstehen aus dieser Schwungbewegung, bei dn Kleinen lasse ich das weg.
    Hier fallen dann die Füsse schlaff zu Boden und ich bin zufrieden.
    Wir prüfen dann, ob der Ball vor der Linie gehalten wurde, was meistens der Fall ist, ja und dann?
    Dann hat doch so ein Seppl gerade wieder einen Freistoß provoziert, also muß mein torwart wieder auf die Linie zurück und ein anderer darf sein Glück versuchen, in die gleiche Ecke....
    Ja, und wenn die Übung bekannt ist, Du wirst lachen, dann mußte Dir nicht mal mehr eine Story ausdenken, dann geht es auch so und dann wollen die sogar diese Übung machen. Es gibt ein Gefühl der Sicherheit, denn die Bewegung fühlt sich gut an, ist rund, tut nicht weh... und wenn das so ist, dann ist alles in Ordnung....
    Erst später, wenn diese Bewegung wirklich 100%ig sitzt, dann gehe ich darauf ein, das man sich in dieser Bewegung mit dem vorgestellten Bein abdrücken kann, und so eine ganze Armlänge mehr rausholen kann. Doch diese Form des Werfens, also die Kombination Werfen mit Hechten lasse ich aus. Ist zu komplex, daß bekommen ja selbst einige C-Jugend-Keeper nicht hin.
    Letztendlich ist der Grundablauf wichtig und muß einstzudiert werden:
    Der Ballnahe Fuß ein Stück vor, Hüfte absenken, Unterschenken seitlich zu Boden, gefolgt von Oberschenkel und Hüfte und dann dem Ball entgegen rollen über die Körperseite vom Bauch über die seitlichen Rippen hoch zur Schulter, Arme dem Ball entgegen....
    Und wenn man das so übt, dann fällt auch der Kleinste nicht auf die Ellenbogen und auf die Knie bei dieser Form schon gar nicht
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  16. #16
    Sina
    Gast

    Frage E-Jugend-Keeper

    Hallo Leute, ich hab mal zu einem meiner Bambinis eine Frage, vllt könnt ihr mir da weiterhelfen. Es handelt sich um eine 2. E-Jugend (also jüngerer Jahrgang '98) und gewissermaßen auch um die 1. E (älterer Jahrgang '97).
    In dem '98 spielen zwei recht talentierte Torhüter, die ich bis vor kurzem noch unter meinen Fittichen hatte. Nun hat es seit September, arbeits- und platzmäßig, nicht mehr hingehauen mit dem Training. Und da rede ich mit dem TRainer und den Eltern und mir wird gesagt dass "der bessere" der beiden Jüngeren von August bis Dezember regelmäßig in der 1. E ausgeholfen hat. Solange er das physisch und psychisch verkraftet, hatte ich nichts dagegen, da ich immer gegenüber den Eltern betont hatte, das er Spaß an der Sache haben muss und bei Überforderung solle er da bitte aussetzen.
    Nun habe ich mal bei mehrern TW-Trainings der 1. E zugesehen und muss sagen, ich war schlichtweg entsetzt. Der trietz seinen vorhanden Torwart richtig und leider turnte da auch der Kleine ab und an mit rum. Nicht nur, das er richtig einen auf Training machte (mancher B-Junior trainiert nicht so hart), sondern er brachte auch beiden die falsche Technik bei, was ich dann leider auch in meinen Stunden merkte.
    Als ich den Trainer darauf ansprach, wurde mir nur gesagt, das die Mannschaft und er keinen Wert mehr darauf legen, das ich "seinen" Keeper trainiere.
    Nun stehe ich da, sehe, wie einem Kind Stück für Stück die Lust am TW Dasein genommen wird und wie sich permanent Fehler geleistet werden, auf Kosten beider Kinder (da der Kleine da leider auch mit rumturnt).
    Dem '97er kann ich wohl nicht mehr helfen, aber wie bringe ich dem '98er bei, das er nicht unbedingt alles machen sollte, was ihm "der andere Erwachsene" sagt?

  17. #17
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Sina,
    so leid es mir tut, aber Du kannst nichts machen! Das ist das schlimme! Man kann den Trainer darauf hinweisen, doch im Endeffekt ist es oft ein Witz.

    Lass dir mal zwei Erlebnisse erzählen, denn durch das Forum komme ich ja doch gut rum, bzw. bekomme viel mit:

    Bei einem Verein in Franken teilen sich zwei TW-Trainer den Job. Der eine, mit dem ich in Kontakt stand, war nur für die 1. Mannschaft zuständig, der andere war nur für den Jugendbereich zuständig. Dabei machte er nur Training ab der D-Jugend, wobei er eine Stunde D und C Jugend einmal pro Woche trainiert und im Anschluß eine Stunde für die A-Jungend Training anbietet.
    Jetzt beschwerte sich der E-Jugend Trainer und auch der F-Jugendtrainer und auch die Bambinis wollten gern mal wie Jens Lehmann sein... Der Jugend-TwT weigerte sich und gab bekannt, daß man bitte bis zur D-Jugend keinen festen Torwart machen soll, sondern immer mal wieder einen anderen ins Tor stellen möge. Also ein Appell an die Trainer. Er würde aber kein Training unter D-Jugend machen.

    Es war also ein Credo, dem ich auch lange folgte, bis eben zu meinem Übungsleiter Lehrgang, wo man mir für diese Einstellung den Kopf wusch! Denn wenn sich Kinder bewegen wollen, dann soll man dies unterstützen.
    Man sollte keinen Leistungsdruck ausüben oder große Leistungen abverlangen, aber Wettkampf, Leistungssteigerung durch Selbsteinsatz und auch selbst erbrachte Mehrleistungen bei Kindern sind durchaus erlaubt. Es darf nur nie Zwang oder übertriebenes Training geben.
    Das habe ich beherzigt und bei mir im Verein angefangen.

    So kam es dann auch nach Franken, wo dann der 1. Mannschaftstrainer dann sich dieses Beispiel abguggte und seit dem mit seinen F-Jugend und E-Jugendtorhütern trainiert. Auch der Bambini Torwart ist dabei, allerdings ist er nicht fest, da er mal im Feld, mal im Tor spielt, je nach Laune. Aber ein F-Jugend Torwart ist dabei, der geht nicht vom Platz, bis er mindestens dreimal richtig 'geflogen' ist, für Ihn gehört das dazu, er fordert es ein, und dann darf es gemacht werden.
    So wird nun diesen Kleinen eine optimale Falltechnik beigebracht, Rollen, Abfangen und dann eben auch Ballkontrolle. Bewußt wird der Bewegungsreiz der Kinder genutzt und in die korrekten Bahnen gelenkt und bewußt steht der Spaß im Vordergrund.
    Nur was meiste, was in Franken nun ein Theater ist, weil sich die E-Jugendlichen unter dem Training des 1. Mannschaftstorwarttrainer anders verhalten, als die D-Jugendkeeper und auch die älteren E-Jugendkeeper nun in der D-Jugend ein ganz anderes Trainingsverhalten an den Tag legen, und dies dann im Jugendtorwarttraining mit dem Jugendtorwarttrainer an den Tag legen?
    Und das ist nicht der einzige Reibungspunkt! Die A-Jugendlichen kommen aus dem Jugendtorwarttraining und müssen sich ein völlig anderes Training gefallen lassen, als bisher. Es gibt nur wenig Überschneidungspunkte.
    So achtet der 1. Mannschafts TwT stark auf eine saubere Technik, der Jugend TwT mehr darauf, daß die Jungs sich nicht weh tun beim Fallen und auch im richtigen Winkel zum Ball gehen... aber auch Kraft- und spezielle Kraft- Koordinationsübungen scheinen den A-Jugendlichen zum Leidwesen des Senioren TwT völlig unbekannt zu sein, was die Kluft zwischen Jugend Twt und Senioren Twt noch verstärkt.... Nun können beide nicht miteinander, und wer ist der Leidtragende?
    Klar, die Kinder und Jugendlichen....

    Anderes Beispiel:

    Ich war mit beim Turnier der JSG Oberau/Höchst. Es ist ein wunderbares Hallenturnier, mit Mannschaften wie SV 06 Griesheim, SV Waldhof Mannheim und der SG Rosenhöhe am Start, also auch anspruchvoll. Die Turnierleitung ist für ein tolles und lockeres Turnierverhalten bekannt, kindgerecht eben.
    Alle Kinder bekommen eine Teilnahmemedaille, egal ob letzter oder erster. Klar, die ersten bekommen eine Goldmedaille, aber es geht jeder mit etwas nach Hause. Eine Geste, die für viele Kinder einfach zählt. Man hat etwas gewonnen! Wie bei den Bundesjugendspielen, es gab nur Siegerurkunden und für die richtig Guten eben Ehrenurkunden, aber es gab keine Verlierer!
    So spielte dann auch "mein" Bambini Torwart mit. Er wurde, sehr zu meinem Stolz, zum besten Torwart des Turniers gewählt. Trotzdem standen mir wieder die Haare zu Berge:
    Bei einer Konkurrenzmannschaft in einer anderen Gruppe war ein Knirps im Tor. Sicherlich stand er gern im Tor, doch was der Betreuer, oder Vater mit dem Kleinen abzog, daß würde ich nicht mal im Training so machen.
    Mein Bambini Torwart steht im Tor, geht was schief, wird erklärt, woran es gelegen hat und getröstet. Geht etwas gut, wird gelobt und eines ist immer gegeben: Egal was, die abgegebene Leistung ist immer gut!
    Ich stelle mich also nicht neben das Tor, und korrigiere, gebe Anweisungen, nein, er soll selbst seine Entscheidungen treffen und Erfahrungen sammeln. Ich finde, er macht es hervorragend und ich bin immer wieder gefesselt, wie gut er es macht. Trotzdem, der Spaß steht im Vordergrund.
    Anders dann in der anderen Mannschaft. Der Betreuer/Vater stand neben dem Tor, hat ständig Anweisungen gegeben und auf den Kleinen eingewirkt.
    Er wurde mit Schüssen warm gemacht, die keine Sicherheit geben, sondern eher die Schwächen aufzeigten. Der Mann schob dem Knirps den Ball in die lange Ecke und brüllte diesen mit einem "Hepp!" an, daß es nur so schallte und dann zeigte er, in einer Art und Weise, wie es zu machen wäre, daß, wenn es so mein Torwart machen würde, ich diesen sofort in Krankenhaus schicken müßte. Völlig falsche Ansprüche und Erwartungen an den kleinen Mann, der gezwungen lächelte und sich größte Mühe gab, zu gefallen.
    Im Spiel stand der Kleine nervös im Tor, wenn dann der Gegner auf sein Tor zukam, sank der kleine Torwart auf sein rechtes Knie, hielt eine Hand abwehrend nach vorn und eine Hand schützend vor seine Stirn. Die ganze Geste sprach für mich Bände: Unsicherheit, ja Angst! Und es war keiner da, der den Kleinen mal einfach in Arm nahm, tröstete und aufbaute.. Er war vollkommen allein und sollte einfach funktionieren! Die Mannschaft hat die Vorrunde nicht überlebt.
    Meine Bambini Torwart ist mit seiner Truppe erst im Viertelfinale gescheitert. dDoch wenn man überlegt, daß der Gegner, der PSV Blau Gelb Frankfurt, vorher seine Gegner mit 6:0 und 4:0 zum Teil richtig deklassiert hatte, war das Mühevolle 1:0 gegen meinen Bambini Keeper schwer erkämpft. soll ich da kritisieren? Im Gegenteil: Stolz bin ich!
    Waldhof Mannheim fertigte Großauheim 9:0 ab, SV 06 Griesheim gegen Großauheim 6:0... Die Bambinis von uns dann mit 0:1 gegen Griesheim und nur 0:3 gegen Waldhof, eine Spitzenleistung von torwart und Abwehr, etwas, was sich sehen läßt.
    Warum quält man daher dann einen Keeper auf so eine Art und Wiese, wo es doch nur das Gegenteil dessen bewirkt, was man erreichen will?
    Sina, Du verstehst? Du kannst nichts machen, ausser in eine Ecke gehen und jämmerlich weinen. Denn Du weißt wie ich: Dieser Leistungsgedanke macht die Kleinen kaputt! Da wo keine Leistung gefragt ist, setzen viele schon die Leistungsklammer an. Wie soll das nach Jahren werden? Einst ein aufgehender Stern, nach 4 Jahren gebolze, Gebrüll und Leistungsgedreschen hat er keine Lust mehr und geht einfach. Was habe ich als Verein davon?
    Du kannst höchstens deinen Jugendwart oder Jugendleiter mal darauf aufmerksam machen, doch in der Regel ist auch hier kein durchkommen, denn man ist doch froh wenn man jemanden hat, der sich engagiert und einsetzt. Denn andere haben in der heutigen Zeit, keine Zeit mehr für so einen Job und so ein Amt.
    Und da müssen wir alle uns an die Nase fassen! Denn jeder von uns, sollte nach der Schule, nach der Lehre Zeit finden, ggf. den Kindern bei zu stehen und eine Mannschaft zu übernehmen und zu zeigen wie es besser geht.. doch wer tut es?
    Trainer C wollen viele werden, und deren Gedanke ist dann nur noch: Sie wollen nun als Trainer den Erfolg erreichen, den sie selbst als Spieler nie hatten, und übertragen dieses Ziel auf die Kleinsten. Mit dem Erfolg, eigentlich alles falsch zu machen, was nur geht.

    Das allerletzte, was man tun kann, Sina, ist es auf die Eltern und Kinder selbst zuzugehen. Sich selbst in die Waagschale zu werfen und zu sagen: "Leute, ich bin da! Wenn Ihr keinen Bock auf das andere Training habt, ich bin da!" Erklärt den Eltern, wo Ihr die Defizite seht, erklärt was Ihr denkt und bietet Hilfe an... Ihr werdet sehen, wer kommt und wer nicht... Trauere nicht um die, die nicht kommen, sondern freue Dich um die, die kommen! Hier hast du eine Chance, einen Gegenpol zu schaffen und meist gelingt es. Denn Kinder sind in der Lage, ein schlechtes Training zu erkennen, sie fühlen es. Sie vergessen daher solche Sachen schnell, und würden daher in einer alternativ angebotenen Stunde lernen, wenn dieses Spaß und Freude macht. somit würde dein Training, wenn es denn dies bewirkt, sich letztendlich in Technik und Fertigkeiten durchsetzen, denn so sind Kinder!
    Problem dabei: Du läufst vollen Konfrontationskurs.

    Du mußt daher wissen, wie weit Du gehen kannst und wie sicher und anerkannt deine Leistung im Verein ist.
    Denn Du mußt Fehler klar ersichtlich und erkenntlich machen und auch belegen können, damit sich bei einer Konfrontation ggf. etwas ändert... Ist aber der Leistungsgedanke bei allen getragen, dann wirst Du untergehen und damit auch deine ehemals Kleinsten werden in diesen Strudel gezogen, viel zu früh und viel zu unreif.
    Kindertraining ist nie ein abgeschwächtes Erwachsenentraining....

    Wußtest Du, daß ein 400 Meter Spurt Kinder im Alter von 6-8 Jahren innerhalb weniger Minuten ruinieren kann?
    Es reichert sich durch die anaerobe Belastung soviel Laktat im Blut an, daß die Kinder bis zu 36 Stunden brauche, dies wieder abzubauen.
    Dagegen wäre ein 3000 Meter Ausdauerlauf, alles locker und im aeroben Bereich kein Thema...
    Daher, auch beim Tw-Training: Genug Pausen geben, und nie zu sehr auf die Spitze gehen. Im wieder Belastung drosseln.
    Leistungsgebolze ist in der Alterklasse allein schon aufgrund des Stoffwechsels und Energiestoffwechsels, also Laktatabbaus, eine sehr komplexe Sache.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  18. #18
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Sina, eins noch...

    und das sollten viele Trainer sich immer und immer wieder zu Herzen nehmen, egal wie das Ergebnis vom letzten Spieltag war.
    Wie sollten Kinder im Training aussehen?



    Genau so! Kinder können verlieren, das Ergebniss ist nicht schlimm, wichtig ist das Kinder nie den Spaß verlieren, denn das sind die 3 Punkte nicht wert.
    Daher, schaut Ihnen ins Gesucht, und glückliche Kinder bedeuten gutes Training. Erfolg kommt dann von ganz allein, Stück für Stück.
    Es ist nichts, was man in 6 Monaten erreichen kann, nichts was man in einem Jahr erreichen kann... Es dauert länger, aber wenn Ihr lange genug dabei seit, und letztendlich die Kinder Euch wieder an der Hand nehmen und Euch in das Land wieder mitnehmen, welches Ihr schon fast vergessen hattet, dann wird sich Erfolg von allein einstellen und sie werden wie von allein alles geben, und dann auch siegen.... Forciert es daher nicht, sondern habt Spaß, Spaß mit und an Kindern!
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  19. #19
    Sina
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    Schade. Ich hatte gehofft, das es außer der Konfrontation noch einen anderen Kurs gibt; denn diesen bin ich mehr oder minder schon gefahren.
    Da der "andere TW-Trainer" (er hat nie im Tor gespielt, keine "Ausbildung in dem Bereich") sich über die Kinder profiliert, wird es nicht besser. Mit dem Jugendleiter habe ich schon gesprochen, auch er heißt das nicht gut, was dort geschied. Doch wie du schon sagtest: Gutes Training erkennen die Kinder selbst: Die Mannschaft der 1. E hat ständige Abgänge, der Torhüter, der davor da gespielt hat und mit dem ich gut und gerne gearbeitet habe, ist auch seit Oktober weg. NAch einigen GEsprächen mit ihm und den Eltern, habe ich ihn wenigstens davon abhalten können, ganz mit dem Fußball aufzuhören.

    Ein Sieg beim Spiel ist für mich nicht wichtig, wichtig ist mir, das "mein" Torwart Spaß am Spiel hatte und sich evtl in ein, zwei Szenen zeigt, das er doch ein bissl was mitgenommen hat Klar, Kinder siegen gerne, doch eine Niederlage sollte nicht bedeuten, das mein Torwart dann Angst vorm nächsten Training hat.
    Ich habe mich mit den Kiddies immer hingesetzt und mir erzählen lassen, wie das letzte Spiel war, was ihnen gut gefallen hat und was nicht. Auch ich lerne dadurch, genauer hinzuschauen, auf was die Knirpse wert legen.

    Das alles wird bei der 1. E vernachlässigt und so bleibt mir wahrlich wohl nicht anderes übrig, als in eine Ecke gehen und jämmerlich weinen.

  20. #20
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Sina,
    so ist es leider und leider ist es Standard in vielen Vereinen *taschentuchrüberreicht*

    Ich habe mir gestern eine CD angesehen, wo es um Torwarttrianing ging. Vertieben wird es über den Hessischen Fußballverband. Völlig
    Des es nur Übungen waren, wie sich ein Torwart mit dem Ball selbst beschäftigt hat mich noch nicht mal am meisten gestört. Viel schlimmer war, daß die Techniken des Torwart nicht sauber gezeigt und vorgestellt wurden und dann auch C und B Jugendliche diese Übungen vorgemacht haben und nicht darauf hingewiesen wurden, die Sie auf en Ellenbogen gefallen waren, den Ellenbogen unter der Körperseite hatten (wer mal drauf fällt, hat einen netten Hustenanfall oder sogar eine Rippenprellung!) Wurscht... Es war also ein CD, die das Geld nicht wert ist.
    Wenn meine TorwarttrainerAusbildng im Mai so aussieht, dann bekomme ich das ....
    Denn ich erwarte von so einer CD und einer ausbldung, daß man nicht bloß den Korbgriff gezeigt bekommt, sondern sauber die TW-Technik und deren Knackpunkte, also worauf man achten muß und wo ggf. Fehler sind.

    So wie auf der CD, da ist es kein Wunder, daß es in Vereinen so aussieht! Dann ist die Sache ein kalter und mich wundert nichts mehr.
    Fakt ist: gutes Training hängt vom ÜL ab und wenn der ÜL über das Ziel hinaus schießt, Sina, hat man kaum Möglichkeiten.
    Wahrscheinlich ist man bei Dir im Verein ebenso froh, daß überhaupt einer das Training für die Kids macht, besser schlecht als gar nicht....
    Hier bleibt nur der Konfrontationskus oder eben: Jugendleiter macht eine Sitzung, und Du machst da einen Vortrag zum Thema "Richtig Torwarttraining" und das ist alles.
    Ändern wird es kaum was... Leider. Denn viele Trainer wollten dne Erfolg und identifizieren sich darüber, sie sonnen sich im Erfolg und was mit den Kids passiert ist Wurscht. Erfolg ist was zählt.... Schei..e das!
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  21. #21
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Standard Zwischenstand

    Hallo,
    mal kurz ein Zwischenstand zum TW-Training.
    Wie man ja lesen kann, gibt es auch in meinem Verein leichte Diskrepanzen zwischen Jugend-TWT und mir.
    Der Jugend TWT steht immer noch auf dem Standpunkt, daß es erst ab der D-Jugend Torwarttraining gibt, und alle die ich bisher gefragt habe, egal ob es nun Tw-Trainer anderer Vereine sind, oder eben Dozenten der Übungsleiterlehrgänge vertreten den Punkt: Wen es nicht unter Leistungsbebolze läuft sondern Spaß und Bewegung im Vordergrund steht, es positive Auswirkungen hat, dann so früh anfangen wie die Kinder möchten!

    So hatte ich letztes Mal einen E-Jugendlichen dabei. Der stellte profan die Behauptung auf: "Ich war bei der Deutschen Torwartschule und die haben gesagt, ich muß nur noch drei Wochen nachholen, dann bin ich so gut wie alle anderen!" Training war dann von Ihm ignoriert worden. Klar, daß nun der Jugend TWT sagt: Training erst ab der D-Jugend, aber im Sommer macht er vieleicht einmal im Monat extra was für die E-Jugend
    Meine Reaktion darauf war dann nur:
    Wenn ein Kind eine Bewegung nicht lernen will, werde ich diese zwar immer wieder einfodern, aber nicht darauf pochen.
    Nur wenn ein Kind ins Tw-Training kommt, sich seitlich wirft und dann auf den Ellenbogen fällt, daß mandeutlich hört, daß die Rippen gequetscht werden, weil aus dem Mund des Kindes beim Aufschlag (!!) auf den Boden ein "Ürps" entfährt, muß man eingreifen!
    Leider jedoch entschied sich der kleine TW mit obiger Aussage dazu, es zu ignorieren und bleibt nur dem Training fern.

    Alle anderen aber, 1 Bambini TW, ein F-Jugend Torhüter und eine E-Jugend Torhüterin sind weiterhin voll dabei und nehmen jede Trainingseinheit mit.
    Dabei ist auffällig, wie sich das TW-Training beim Jüngesten abzeichnet:
    Dreimal wurde er zum besten Torwart eines Turniers gekrönt, und das, weil er nur die TW-Techniken verinnerlich und ausführt.
    Sicher, es sind Fehler vorhanden und nicht immer klappt alles, doch das muß man nicht korrigieren, s ist ist einfach gut so. Trotzdem: Er liebt es, und will auch.
    Dieser Wille läßt Ihn von ganz allein besser werden. Er springt inzwischen höher und weiter, fällt runder und weicher, und wird immer sicherer.
    Im ersten Spiel war er noch ein Nervenbündel, im letzten Spiel ist er cool und clever! Dabei zeigen sich deutlich seine Erfahrung und sein Training.

    Wir haben letzthin ein Wettspiel gemacht: Der torwart im Tor, 4 Meter vor der Linie ein Ball, vier Meter vom Ball ein Stürmer.... Auf die Plätze fertig los und wer zuerst am Ball ist. Die älteren zögern hier, haben Angst vor dem Stürmer, der kleinste nicht. Er vertraut auf die Technik und darauf das er es kann, und mäht um was da kommt.
    Er ist im antritt aufgrund der kurzen Beine um einen Schritt schneller als ein E-Jugendlicher, die Übersetzung macht es, und geht aus vollem Lauf in den tiefen Umarmungsgriff und rollt den Kopf ein... der herannahende Stürmer hat keine Chance und die, welche dennoch den Ball treffen, können diesen nicht bewegen und fallen meist über den kleinen Schlumpf der triumphierend mit Ball aufsteht... Ausspruch eines zuschauenden D-Jugend Torwarts: "Boah, so gut wie der Furzi wäre ich auch mal gern!"

    Dch nicht nur hier sind Fortschritte zu erkennen, nein, auch bei den Ältern. Fallen die meisten noch auf den Bauch, ist deutlich eine Tendenz zum Fallen auf die Seite vorhanden. Dies kann aufgrund der nassen Witterung und kalten Temperaturen nicht so ausgebaut und geübt werden wie im Sommer, aber die Anlagen sind da.
    Auch der tiefe Umarmungsgriff, der bei dem F-Jugendkeeper erst vor vier Wochen erstmalig gelehrt wurde, zeigt Früchte: Sie bekommen Selbstsicherheit, Selbstvertrauen und werden lockerer. Anspannung weicht, und läßt diese im Spiel lichter und sicherer agieren. Denn das Gefühl, einen Ball sicher zu haben und zu kontrollieren, wirkt sich mehr als positiv auf.
    Die Fortschritte sind daher nicht minimal, sie sind individuell aber deutlich.
    Der Kleinste scheitert dabei an der Größe und der Koordination, also das Abpassen von Absprung und Ballflugbahn stimmt noch überhaupt nicht, was das größte derzeitige Problem ist. Ball also, die geflogen kommen werden oft nicht erreicht, weil zu früh oder zu spät gesprungen wird, der Ball geht über den TW. Ist nicht schlimm, dies ist eine Erfahrungsache und braucht nur immer und immer wieder geübt zu werden, damit es funktioniert, daß Gehirn lernt es von ganz allein. Da muß man nicht schimpfen, nicht bolzen, einfach regelmäßig wiederholen. Denn man hat ja Zeit.
    Die E-Jugendliche setzte das schon besser um, die Koordination ist ausgefeilter, doch sie vertraut nicht so sehr auf sich selbst und zögert... trotzdem ist der Spaß da, weshalb hier keine Kritik statt findet.
    Beim F-Jugend Torwart klappt das Fangen hoher Bälle auch besser, aber er schlägt nach dem Ball. Eine Angewohnheit, die Ihm sein Trainer beigebacht hat und jetzt seine Schwäche ist, denn er löffelt den Ball aus dem Tor, wirft diesen damit aber völlig unkontrolliert in den Strafraum, für Ihn und eine Ballkontrolle unerreichbar.
    Hier hilft ein klärendes Gespräch. Der kleine Mensch möchte es ja gut machen, so daß man auch hier nicht schimpfen braucht. Statt dessen fungiert ein Torwart als Stürmer, der nun einfach mal nachsetzt... und auf einmal funktioniert es auch hier. Denn die Erfahrung ist was, Kinder lernen läßt.
    Das eine Herdplatte heiß ist, wissen alle Kinder, und das heiß weh tut, wissen Kinder auch. Doch trotzdem fassen Kinder immer mal wieder auf die Herdplatte.. Warum? Nicht weil diese Dumm sind, sondern weil Sie vergessen. Nicht schimpfen, denn was nun passiert ist, ist schlimm genug. Das Eltern schimpfen, ist aber auch egal, doch das trösten muß im Vordergrund stehen. Denn in dem Augenblick, wo der Schmerzen den kleinen Körper durchzuckt, kommt die Erinnerung Herdplatte = heiß! Gut, die Folge ist das wegziehen der Hand, doch anstelle das es nun zu Ende ist, kommt eine neue Erfahrung dazu: Es bleibt Heiß an der Hand und tut weiter weh!!!!! Dieses grauenhafte Erlebnis ist prägsam und verknüpft nun zu Herdplatte = heiß noch einen Beisatz Herdplatte = heiß+lange Aua
    Und ab dann, faßt kein Kind mehr auf die Herdplatte.. normalerweise (Kinder vergessen, auch schon vergessen? )
    So verknüpft der Torwart zwar mit Hohem Ball dne Sprung und die Bewegung den Ball nicht ins Tor zu lassen, aber die Verknüpfung mit der Kontrolle die fehlt. Und diese sollte man nicht durch schimpfen und bolzen herbei führen, sondern durch Erfahrung. Daher schaut der F-Jugendkeeper gern zu, wenn der Bambini Torwart die Übung macht. Denn sein Bewegungablauf ist ideales Training. Er stiehlt mit den Augen, und das sollte man nie vergessen: Auch das ist Training. Kinder ahmen nach.Wenn sie dabei von anderen nachahmen, ums besser, denn dies können Sie besser umsetzen, als Bewegung Erwachsener...
    Und so gelingt es dem F-Jugend Torwart inzwischen immer öfter, die Hände hinter den Ball zu bekommen, den Ball damit vor seine Füsse fallen zu lassen und dann sicher im Nachfassen unter sich zu begraben.
    Das zeigt sich dann auch in Spielen und die Erfolge die er damit hat, den Stolz den er gewinnt sind phänomenal.
    Schwierig ist nach Wochen nun immer noch die Seitliche Falltechnik. Die Wetterlage läßt hier kein gutes und gründliches Techniktraining zu, aber dennoch läuft die Unterweisung zum Thema Judo Rolle, seitliche Fallschule und Torwartwippe recht gut. Sind die Kinder bisher geplumpst, wird mehr und mehr ein rollendes, weiches Bewegen erkennbar, und die Kinder verlieren die Angst, auf die Seite zu fallen. Auch hier kann aufgrund der Anlagen im Sommer oder bei besserem Wetter in einigen Wochen sicherlich mal hier und da die Technik vorgemacht und dann gründlich geübt werden.
    Mit genügend Wiederholung läßt sich dies auch hier mit Erfolg verknüpfen und ein Verstehen und Verinnerlichen fördern. Nicht vergessen: Kinder vergessen, daher nicht schimpfen wenn es nicht gut war, vorsichtig korrigieren und auf ein Neues.

    Wir machen auch viele Spielformen, so stehen die TW an einem Torpfosten und sollen einen Ball zum anderen Torpfosten halten... die einen laufen komplett und stoppen den Ball mit Fuß, die anderen hechten in die Ecke, was das Zeug hält... Dabei geht es im Leben. Der Trainer hat 15 Leben, jeder Torwart nur 5 Leben. Macht der Trainer einen rein, verliert der Torwart ein Leben, hält der Torwart, bekommt der Trainer ein Leben abgezogen.
    Die Belastung solcher Einheiten ist maximal, mehr sollten die Kinder nicht bekommen. Aber es ist ein Wettspiel und macht entsprechend Spaß.
    Andere Spielformen sind das Hütchen schießen! Der Torwart hat hinter sich 3 bis fünf Hütchen und der Trainer hat 10 Schuß.. wieviele Hütchen kann der Torwart retten und wieviele schaffen seine Torwartfreunde?

    Dann üben wir auch Abschlag... wir stellen uns vor das Tor und versuchen, denn Ball über das Tor zum Fangzaun zu schießen. Gut, wenn der Ball gegen den Fangzaun fliegt, schlecht wenn der nur über das tor geht und dann zu Boden fällt.... Was wird geschauftet, den wenn es einer / eine schafft, wollen die anderen auch.

    Wir üben das Passspiel, indem wie Scharfschütze spielen. Wir stellen auch hier Ziele auf, Flaschen, Holzkegeloder ähnliches... Wer schafft es, die Ziele umzuschießen? Wir variieren Anzahl der Schüsse, Distanz und natürlich Möglichkeiten.... Später kann man dann auch Hindernisse, die überspielt werden müssen, hinzu nehmen.
    Gleiches dann mit Abrollen und Abwerfen... Es ist für Kinder eine Herausforderung, einen Ball durch einen Ring ins Tor zu werfen... auch hier fehlt die Koordination... Daher muß mit anderen Zielen Befriedigung und Erfolgserlebnis her, wie eine große Flasche die man von einem bestimmten Startpunkt aus umkegeln muß... von ganz allein gehen die Kinder, wie magisch angezogen zum Tor und dem darin hängenden Ring zurück, und versuchen es immer und immer wieder... Motivation? Unnötig, es geht von allein.
    Oder mal ein Sprung und Laufparcours?
    Auf einen umgedrehten Wasserkasten hüpfen, davon runter springen und einen Ball halten, über Hürden hopsen und nach einem im Tor aufgehängen Ball boxen... auch hier sind so viele Möglichkeiten, und die Kinder rennen und tollen über den Platz.
    All dies ist Torwarttraining!

    Und wer nun denkt: Hey, die Kinder brauchen Kondition, lass diese rennen!
    Aber klar doch!
    Dann spielen wir Autorennen und nach 30 Minuten mag kein Auto mehr, denn solche Autorennen, dagegen ist NasCar Racing was für Weicheier!

    Erfolge? Sie sind für mich da, für die Kinder ist es der Spaß.
    Ich bin daher um meine drei, vier manchmal fünf Leutchen sehr,sehr glücklich... Denn ich bin mir sicher: Wenn die in der D-Jugend beim Jugend TwT ankommen, werden die lächeln über das, was da kommt.... nicht weil es schwerer wird oder anstrengender, nein, weil vieles davon einfach schon da ist, und das spielerisch erlernt.... und wenn ich ehrlich bin:
    Ich hätte gern in der D-Jugend mal so "gespielt" äh, trainiert...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  22. #22
    Torwarttalent Avatar von Becks-Keeper
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    Echt ein Klasse Text Steffen!!!
    Du hasst mir wieder gute Anreize für mein TW-Training gegeben, werde mich nachher hinsetzen und das TW-Training für morgen planen. Freue mich schon wieder zu sehen wie es den Kleinen Spass macht.
    Gruss Becks
    Fussball ist die schoenste Nebensache der Welt!

  23. #23
    Freizeitkeeper
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    Standard Hi Steffen

    Finde super Klasse das du uns so einen tiefen einblick gewährst super klasse wirklich mach weiter so ich bin torwart in einem verein hab zwar gerade eine pause wegen einer stauchung und kapselriss im rechten Ringfinger ... naja auf jeden fall toll wie du uns das alles erklährst ganz großes kompliment !! also schön so weiter machen möchte auch gerne als trainer anfangen in unserem verein (twtrainer hauptsächlich ) und wenn ich es dann erreicht habe ;-) dann sind es klasse tipps von dir danke !!

  24. #24
    Amateurtorwart Avatar von Moritz30
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    boah bin ich kaputt vom vilen Lesen, aber supr bericht.........

  25. #25
    Legende Avatar von Bela.B
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    steffen, hattest du auch mal einen so kompetnten Tw-Trainer von dem du Sachen übernomen hast oder alles selber erarbeitet
    ohne Gegenstimmen gewählter Torwart.de User der Jahre 2016 und 2017.
    Danke an alle Beteiligten.

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  26. #26
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Hallo Bela,
    ich hatte in der C-Jugend das erste Mal Torwarttraining... Zweimal, dann war unser Trainer wieder da, und Stani, so hier der Erste Mann, war einfach besser..... ich hätte damals Training gebraucht, habe es aber dann nie mehr bekommen.... in der B-Jugend wechselte ich den Verein und ab dann war regelmäßig Torwarttraining angesagt.
    Jürgen hat es damals toll gemacht, wenn vielleicht er nicht die Technik so korrigieren konnte, es nötig gewesen wäre. Ich bin nicht unbedingt Autodidakt, aber ich mußte mir die Technik eben selbst beibringen.... und das ging auch ganz gut. Denn die Korrektur, die bekam ich dann von Erfolg und Mißerfolg im Tw-Training. Wichtig war für mich damals die Synthese der Fallschule aus dem Judo und den Torwart-Techniken.
    Ja, in der A-Jugend bekam ich dann richtiges Tw-Training und es wurde alles leichter und besser und dann in der 1. Mannschaft hatten wir auch einen Tw-Trainer. Der ist es heute noch bei Weiß-Blau Frankfurt. Das war schon alles in allem ein gutes Torwarttraining, aber ich habe und wollte mich, nachdem ich den "Job" übernommen hatte, weiter entwickeln. Zunächst habe ich ja noch aktiv bei Weiß-Blau gespielt, zwar nur Nummer 3, doch beim SV 07 Kritel fand ich die ersten Erfahrungen im Kinder und Jugendtraining. Ich begann mit 5 Kindern, am Ende waren alle Jugendlichen bei mir... dann schaffte ich es zeitlich nicht mehr, hörte auf, doch stieg ich dann beim SV 07 Viktoria Preussen wieder ein, damals unter Trainer Rino Taschler. Es war eine geile Zeit und ich fand viel, was mich weiter brachte. Wo andere Plyometrische Übungen nicht mal schreiben konnten, haben es meine Torleute schon gemacht. wo andere grußlos auf die Hütte gebolzt haben, habe ich Doppelballübungen ausprobiert.... Ich habe mich immer versucht weiter zu entwickeln und nie stehen zu bleiben. Damals trainierte ich die Jugendlichen bei Preussen und hätte mit dem 1,95 Meter hohen Torwart der B/A Jugend namens Wolf Schacht eigentlich jemand gehabt, der über den FSV Frankfurt zur Eintracht hätte wechseln können, er hat es nie gemacht... in der B-Jugend rechnete niemand mit Wolf Schacht, doch Anfang der A-Jugend war er so gut, ich war mehr als stolz. Das war mein Parade-Torwart, mein 'Ausstellungstück'... von Null auf 1... dann kam der Einbruch, und ich bin wieder zu Kriftel gewechselt, nachdem ich eine tolle Zeit mit C. Mahneke und Marco Häfner hatte.... dort habe ich dann über 7 Jahre den Torwart Marcel Levin trainiert und mit Stolz habe ich viele spiele verfolg, wo mein Training Früchte getragen hat... ich erinnere mich gut an das 8:2 gegen Eddersheim, wo er allein die klar überlegenen Aufsteiger in die Bezirksoberliga davon abhielt, Kriftel zweistellig nach Hause zu schicken.
    Ihm hatte ich einen Aufsteig gewünscht.... doch dazu kam es leider nicht.
    Weil die Mannschaft plötzlich austickte, keinen Fußball mehr spielte, ich mehr und mehr zum Torwartpsychater wurde, anstelle zum Torwarttrainer legte ich mein Amt nieder und kehrte zu Preussen zurück, wo ich dann den Abstieg begleitete und damit auch mein eigenes Verhältnis zum Sport neu ordnen mußte.... so kam es, daß ich erneut Leute suchte, um neue Ideen für das TwTraining zu bekommen... Die Eintracht hat nicht reagiert, obwohl ich gern mal mit dem Herrn Menger ein paar Worte getauscht hätte, beim FSV habe ich zugesehen, doch Spaß hat mir gemacht, daß ich dann beim 1. FFC hospitieren durfte und der Torwartrainer hat auch viel erzählt... Man vergleicht ja dann sofort und stellt fest: Soviel Anders ist das nicht!
    Da lenrte ich dann auch Mathias Bolz von Rot Weiß Frankfurt kennen, der bei dem Oberligisten TwT ist und tauschte mich mit Ihm aus....
    Es zeigte sich, daß ich auch hier nette Ideen bekommen kann, aber im Endeffekt: Man ist sich nicht so unterschiedlich wie man denkt, aber das miteinander reden, dass hilft sehr.

    Das Kindertraining wird ja lange, lange schon seitens des DFB abgelehnt, auch unser Jugend TwT hält nichts davon. Der Landessportbund Hessen, wo ich meinen ÜL gemacht habe, der hingegen sagt: "Wenn es Kinder wollen, dann gib Ihnen! Nur: Es gibt Einschränkungen!"
    Diese Einschränkungen habe ich genannt, und seit dem mache ich das Kinder Torwarttraining und die Erfolge sind sichtbar.
    Bekannt, je berüchtigt ist die "Blaue Mauer"



    Er wurde über Torwart.de ausgerüstet und spielt seitdem mit noch mehr Herz. Dank seines blauen Trikots ist er als "Blaue Mauer" bekannt und in seiner Mannschaft beliebt, und eigentlich möchte der Jugend TwT, daß man den torwart immer wieder mal wechselt, also jeder Truppe mal dort spielen soll oder muß, bei den Bambinis ist das anders! Dort ist die "Blaue Mauer2 gesetzt, nicht vom Trainer, nein, die Mannschaft will es so. Und da gibt es nichts zu rütteln. Er möchte Tw-Training haben und hat viel, viel Freude daran... und hier sammle ich meine Erfahrungen und meine Ideen, denke mir immer wieder was neues aus, wennich mit Cedric, Caroline, Alexander, Raphael und vielleicht anderen mal wieder Spaß habe....

    Daher, Bela, es kommt alles von und aus mir.... und das finde ich sehr wichtig.... gern würde ich mal zwei drei Wochen höherklassig wieder was machen, auch gern im Jugendbereich, nur leider: In meiner Klasse und meinem Bereich sind TwT weniger gefragt....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  27. #27
    Legende Avatar von Bela.B
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    Zitat Zitat von Steffen

    Daher, Bela, es kommt alles von und aus mir.... und das finde ich sehr wichtig.... gern würde ich mal zwei drei Wochen höherklassig wieder was machen, auch gern im Jugendbereich, nur leider: In meiner Klasse und meinem Bereich sind TwT weniger gefragt....
    Ich wünsch dir viel Glück mal höher zu trainieren und danke für den kompetenten Beitrag
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  28. #28
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Bela,
    ich will Dir mal ein paar Impressionen der "Blauen Mauer" geben, wie das im Spiel aussieht.
    Da wir ja ausschließlich Falltechnik und ein wenig Fangtechnik machen, ist es daher immer schön, wenn die Leute von dem Knirps begeistert sind, weil er sich bewegt wie ein "Großer" und mit seinen Paraden einfach Leute fasziniert:

    Der Eingang zum Tiefen Umarmungsgriff, wir üben dies regelmäßig und immer und immer wieder, denn es ist die wichtigste Technik der kleinen Torleute.



    Ja klar und dann mal zwei Paraden, jeweils nach rechts (links klappt nicht so gut, aber das ist auch nicht wichtig), man beachte die recht optimale Falltechnik, denn darauf achte ich: Bloß nicht auf den Ellenbogen fallen!



    Leider sieht das super aus, aber den Schuß konnte er nicht festhalten und daher ging der dann doch zum 1:3 ins Tor. War aber Wurscht, die Technik und der Einsatz stimmt.
    Man sieht es gut, die Falltechnik geht schon in die richtige Richtung, also die Arme zum Ball. Das das untere Bein nicht gestreckt ist, ist normal, da wir keinen Absprung trainieren.



    Das sieht zwar aus als ginge der rein, aber den hat er sicher geholt und festgehalten.
    Auch fallen die Knipse oft noch eher schräg nach hinten als schräg nach vorn, aber auch das korrigieren wir erst später....
    Erst ist verletzungsfreies Fallen und keine Angst vor Ball und Gegenspieler wichtig.
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  29. #29
    Blickfeld
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    Echt tolle Bilder. Würde mich freuen, evtl. mal mehrere Bilder von ihm zu sehen. Wenn du magst, kannst du mir gerne ein paar per email schicken.
    Geändert von Denny (10.03.2008 um 20:25 Uhr)

  30. #30
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Denny,
    ich werde immer mal wieder hier Bilder und Videos einstellen. Platz dafür habe ich....
    Daher muß ich die nicht per Mail schicken.

    Und bitte, lösche deine e-Mail Adresse im Klartext Feld. Für so etwas gibt es PN...
    Gruß,

    Stef
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  31. #31
    Blickfeld
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    Alles klar, trotzdem danke

  32. #32
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    keine Ursache
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  33. #33
    Freizeitkeeper Avatar von Robert
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    Ausrufezeichen Raphael

    Der Kleine errinert mich immer an meine Zeit wo ich so Klein war! Immer wenn ich vorm Training bei ihm beim Torwarttraining zu gucke, sieht man jede Woche aufs neue seine Freude und alles!!! Der Kleine wird mal ein richtig guter, auch durch Steffen sein Training....................
    Der Kämpfer mit dem Löwenherz!

  34. #34
    Legende Avatar von Bela.B
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    Steffen ich wäre froh wenn ich (egal ob damls oder heute) einen kompetenten TW-Trainer wie dich hätte.

    Auf der einen Seite ist es natürlich gut so früh Torwarttraining zu bekommen.
    Man sollte als Tw so früh wie möglich die Grundkenntnisse leren ( Korbgriff zum Beispiel) und desto früher man an der Falltechnik arbeitet desto besser.

    Steffen, ist das TW-Training paralell zum normalen Traing oder extra, denn es ist wichtig dass man früh auch die anderen Techniken ( wie Stoppen. Schießen ohne Pcke passen etc. lent)

    denn
    1. Der moderne Torwart wird immer wichtiger
    2. Zwischen DJugend und C-Jugend finden viele Wechsel zwischen torwart und Feldspieler statt, desahlb ist es wichtig die Grundtechniken der Feldspieler zu können.

    Zitat Zitat von Paulianer
    Wenn ich früher nicht immer nur im Tor gestanden hätte, könnte ich nun vielleicht auch einen Ball weit und platziert schießen
    Wie sieht es bei der blauen Mauer mit den fußballerischen Fäfigkeitenaus?
    In dem Alter ist es meiner Meinung nach wichtig Torwarttraining und Techniktraing versuchen unter einem Hut zu bekommen oder Steffen?
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    BELAFARINROD

  35. #35
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Bela,
    danke für die Blumen. Sollte mal einer von Euch bei mir aufschlagen, ich nehme den gern zu einer Einheit mit... den nmein Wissen gebe ich gern weiter.

    das Tw Training für die Kleinen ist extra. Das Resultiert auch daher, weil der Jugend TwT nur einmal im Monat etwas für die Kinder unter D-Jugend macht, ansonsten immer Montags nur eine Stunde sich für die D/C Jugend und eine Stunde B/A Jugend Zeit nimmt. Wie ich darüber denke, anderes Thema und nicht hier. Bei Älteren würde ich z.B. nicht fußballerisches Grundtechnik und Grundvermögen einstudieren lassen, auch im Bereich der 1. Mannschaft mache ich das nicht. Dafür gehen die Leutz dann zu Freistellspielen, dem 4:2 (5:2) oder Gammeleck und müssen dort eben Ballkontrolle und Passspiel anwenden. Das muß man üben und dafür sind diese Formen ideal.
    Und das kann man dann optimal im normalen Mannschaftstraining unterbringen und 'meine' zumeist knapp bemessene Zeit für das eigentliche Tw Training leidet nicht

    Die "Blaue Mauer" spielt gern mal bei der E-Jugend mit. Dabei spielt er dann im Feld und ist für seine Kondition und auch seine Unerschrockenheit bekannt und daher kann er schon einen Pass spielen.
    Ball stoppen geht auch schon, nur das muß sich eben alles weiter entwickeln. Ich erwarte nun bestimmt auch hier nicht, die Volley Brustannahme mit einer Volley Weiterleitung, oder eine Volley Ballannahme seitlich mit dem Innenrist. Das wäre verfrüht. Aber mal einen Schuß, daß sollte man verlangen, Abstoß gibt es noch nicht, es werden nur Abschläge gemacht. Das üben wir, und versuchen es zu Perfektionieren... aber auch hier ist kein Druck dahinter.
    Die "Blaue Mauer" lernt also normales Fußballspielen ebenso, wie die speziellen Torwarttechniken, und das alles ohne Druck und Spielerisch, eben Kindgerecht.
    Würde man es anders machen und jetzt zu sehr forcieren, weil man einen 'Torwart' züchten will, dann haste später ein Problem! Denk daran, Paulianer ist heute knapp über 20 Jahre alt, im Besten Alter. In seiner Jugend hat man Torwarttraining ignoriert, er müßte also eigentlich besser Fußball spielen können, denn wenn ich an meine Jugend denke, wir haben mehr Zeit ausserhalb des Tors verbracht, als darinnen. Trotzdem: Bei uns hat man ebenso wenig auf eine gute Technik geachtet, wie bei meinen Mannschaftskameraden. Der eine konnte es, der andere nicht... nach dem Laufen und dem Gekicke kam Torschuß und das war unser Training!
    Was Bela, was wenn die "Blaue Mauer" mal so alt ist? Wie sieht dann das Torwartspiel aus?
    Kann ich das jetzt schon sagen?
    Das er Fußballspielen können sollte, ohne Frage, aber ob es dann noch so vordringlich und wichtig ist, wie zur Zeit, Bela, daß ist viel zu früh.
    Und man kann heute etwas anzüchten, was der Knips später nicht mehr braucht und dann wwar es sinnlose Quälerei und vergeudete Zeit.

    Bela, in dem Alter ist Techniktraining Blödsinn, sie lernen zwar gut, sind aber nicht immer in der Lage es koordinativ und gezeilt umzusetzen.
    Lernen ja, Wissen ja, aber bitte: bloß keine Bolzerei! Es ist Sport und es ist Spaß. Letzteres ist umso wichtiger!
    Wenn Du also zu sehr auf Technik drückst, und darauf das Knirpsi das Fußballtechnik und Torwarttechniklehrbuch Band 1 bis 13 beherrscht, dann geht der Spaß verloren und in der C Jugend isser weg...

    Daher beginnt das eigentliche Training auch erst ab der D-Jugend, in der C-Jugend kommt dann der Schlif und in der B-Jugend kommen die Kirschen oben drauf. So muß bei mit kein C-Jugendtorwart unbedingt das Übergreifen beherrschen, doch in der B-Jugend da bringt man es Ihm bei. In der A-Jugend muß der Keeper fertig sein und hier bekommt er die Politur: spiel Theorie, Spielaufbau, Strategie, Taktik.. hier lernt er das Spiel zu lesen, und kommt dann in die 1. Mannschaft, wo Raffinesse, Spielwitz und Geschwindigkeit sich von einem Tag auf den Anderen verdoppelt... Auch hier braucht er drei vier Jahre um sich daran zu gewöhnen, und steht dann mit 21 bzw. 22 Jahren als gefestigter Mann zwischen den Pfosten...
    Bela, daß ist das weite Ziel, das ist soweit weg....
    Daher, lassen wir die Kinder in der Jugend Bambini bis E-Jugend noch Kinder sein. Geben wir Ihnen Spaß am Torwarttraining, vermitteln Falltechnik und Grundtechnik... so wie der normale Trainer eigentlich den Spielern (dazu gehört auch der torwart) im normalen Training die Fußballerischen Grundlagen beizubringen hat.... Leider und das ist meine klare Feststellung: Viele Jugendtrainer sind das, was ich das Grauen bezeichnen möchte. Sie versuchen mit den Kindenr auf Teufel komm raus das zu erreichen, was Ihnen selbst vergönnt war und dann geht die Leistungsbolzerei los. Wenn von 20 Kindern in der Mannschaft, Samstags nur die 10 Besten mitgenommen werden und nur 8 spielen, dann habe ich 10 Minderwertige, die sich nur mangelhaft entwickeln. Als Trainer bin ich dann gut, wenn ich alle einsetze und alle entwickle, denn das ist meine Aufgabe. Schau Dir an, wie das wahrgenommen wird und wer es tut...
    Öfters möchte ich bei vielen Trainern einfach mal hingegen, den Ball wegnehmen und den Trainer ohrfeigen. Denn was da gemacht wird, kann in einer Bauernliga auf einem dorf in der Südtaiga in Ordnung sein, doch hier ist es nicht mal im Bereich Senioren angebracht, der Mensch tut es aber mit Kindern, und das ist dann schon fast Kindesmißhandlung. Oft nicht unbedingt körperlich, aber seelisch und geistig.
    Und das Bela, ist die große Gefahr! Kinder wollen gefallen, alles richtig machen! Wenn wir also hier Fordern, sie werden versuchen dem gerecht zu werden und damit macht man aus kleinen Herzen wahre Mödergruben.
    Wer bitte vermittelt Fairness? Was ist Teamgeist?
    All das gehört auch zum Training und muß JETZT beigebracht werden, denn das geht in dem Alter besser als später. Konkurrenzdenken ist daher jetzt nicht immer richtig, und strenge Konkurrenz ist Schwachsinn. Denn damit züchtet man einen Mörder heran, der mag zwar gut sein, aber man hat ein Ar...loch im Tor... Ist das das Ziel?
    Daher: Fußballerische Technik ist nun erst einmal weniger wichtig, als Spaß, Teamgeist, Fairness und auch das Ausbilden bestimmter anderer Fertigkeiten, wie Respekt vor dem Gegner, Verantwortung für das eigene Tun und Handeln, Abbau von Berührungsängsten, Abbau von Angst vor dem Ball, Selbstvertrauen und selbstbewußtsein zu den eigenen Fähigkeiten und Fertigkeiten.

    Und das sind Dinge, die füllen ganze Wochentrainingspläne...

    Daher Bela, ich hoffe Du verstehst, daß Training mehr ist, als Ballstoppen, einen Pass für 2 Meter oder 20 Meter anzubringen, der Korbgriff oder Umarmungsgriff, eine Fallschule nach recht oder links... all das tritt manchmal in den Hintergrund, denn es gibt auch andere Dinge, die wichtig sind. Wichtiger vielleicht, als alles körperliche, denn für mein Dafürhalten habe ich zu viele Mörder und arrogante Schnicker auf dem Platz, anstelle Leute, die fähig sind, ein Team zu bilden und einen Gegner zu kontrollieren!
    Und ich seh es als meine Aufgabe an, etwas gegen diesen Trend zu tun, denn so wurde mir das beigebracht.
    Wieviele trainieren eine Mannschaft, weil diese gute Schnicker sind, haben weder eine Schulung, noch pädagogische Grundausbildung? Wer von den Bolzern hat Ahnung von Teamgeist und strukturiertem Trainingsaufbau? Schau Sie Dir an.... und das am Besten, nachdem Du Dich Wochenendslang durch einen Übungsleiter C / Trainer C für Kinder und Jugendliche gekämpft hast!

    Also, kurzum: Das Fußballerische kommt nicht zu kurz, auch das Torwarttechnische nicht.... doch das alles ist nicht immer vorrangig und vielleicht auch JETZT gar nicht so wichtig.
    Geändert von Steffen (12.03.2008 um 07:55 Uhr)
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  36. #36
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    Hallo Steffen, dazu fällt mir auch spontan was ein. Mein kleiner Torwart ist noch in der E-Jugend, allerdings U11, also ab Sommer D-Jugend. ICH für meinen Teil habe einen Trainerschein in einer anderen Sportart. Und mir wurde, wie dir wohl auch, gelehrt, keine Spezialisierung vor der U16. Tja und Torwart ist nun doch sehr speziell und du bist speziell immer der Arsch, wenn es nicht klappt. Mein Kleiner ist also in Ermangelung von Alternativen mit 6,5 Jahren zu den Bambinis gestolpert, nicht sonderlich talentiert, aber recht gute Reflexe damals schon. Was haben wir gestritten, getobt, gebrüllt uns gegenseitig wehgetan was das Thema Torwart anbelangt hat. Ich habe einen recht blöden Fehler damals gemacht, ich habe ihm gedroht ihn ganz aus dem Fußball zu nehmen, wenn er Torwart werden will. Ich habe gesehen, wie sie in seinem Team zwei Torwarte nacheinander "verschlissen" haben. Wie die Feldspieler die angemacht haben, wie sie öfters mit über 10 Toren unterschied verloren hatten. Das wollte ich meinem Sohn nun überhaupt nicht antun. Tja, so gingen die Jahre ins Land. Der kleine ist nie ein besonders guter Fußballer geworden. Spielte auf jeder Position und nirgendwo. War auch eher nicht beim Spiel dabei, gehörte eher zu deinen oben zitierten zweiten 10.

    Sein Herz schien am Fußball zu hängen, er ging fleißig weiterhin zweimal die Woche ins Training. Immer stand er als zweiter Mann im Tor, wenn sie im Training mit zwei Mannschaften gespielt hatten. Immer wieder hörte ich: dein Sohn ist echt gut im Tor. Inzwischen hatte das Team aber schon einen superguten Torwart gefunden. Mein Veto zur TW Postion bestand weiterhin, da ich mitgekriegt habe, wie dieser andere Junge im Prinzip seit den Bambinis im Tor stand, niemals aufs Feld durfte, nie ein besonderes Training bekam, aber immer von ihm verlangt wurde gut zu sein. Das wollte ich alles für MEIN Kind nicht haben. Ich glaub ich war echt ziemlich gemein. Da sein kleiner Bruder irgendwann in die Jugendmusikschule ging, bot ich das dem größeren auch an. Der lehnte ab, forderte aber, dass ich ihn dafür in einen Fußballschule gehen lasse. Auch das lief mir anfangs zuwieder, zu sehr mit Vorurteilen behaftet. Inzwischen habe ich kapiert, dass es dort nicht nur um Leistung geht, sondern dass die Kinder individuell gefördert werden und eine Menge Spaß haben, mehr eigentlich als im richtigen Vereinstraining, da es in der Fußballschule nicht drum geht sich seinen Platz für das Spiel am WE zu erkämpfen. Über die Fußballschule landete er dann im Torwarttraining, erst von einem Feldspieler trainiert, später Wechsel zu einem richtigen Torwarttrainer. Naja, das war ungefähr im Juni letzten Jahres.

    Mir tut es inzwischen leid, dass ich ihn so lange Jahre irgendwie geblockt habe. Inzwischen ist die TW Position vergeben. Wenn sie Turniere melden ist es zwar inzwischen so, dass sie oft mit 2 Teams spielen, weil sie gemerkt haben, dass auch ihr Ersatztorwart inzwischen richtig gut geworden ist (oder: naja, sagen wir: ganz ordentlich... ;-), man soll das eigene Kind ja nicht so loben). Ab und an darf er auch mal eine Halbzeit spielen in einem Rundenspiel. Kürzlich war er mal ganz stolz, da ist er von seinen Gegnern sehr gelobt worden (vom gegnerischen Trainer). Weil sein Tor wie vernagelt gewesen sei. Was sagt er: Ach, ich bin nur der Ersatztorwart...

    Sorry, bin grad etwas ins Erzählen gekommen, ich wollte eigentlich nur Steffen unterstützen darin, dass man das Spezialisieren nicht völlig verteufeln soll. Ich weiß heute, dass mein Kind niemals mit Herz und Seele ein Feldspieler werden wird. Ihm hat es sicher gut getan so viele Jahre Feldspieler gewesen zu sein, er kann nämlich den Ball auch gut mit dem Fuß annehmen (wie sein Vater, der selber lange Jahre TW war, erstaunt bemerkte), aber glücklich war er dabei nicht. Nach seinen Vorbildern gefragt kam nicht Mario Gomez oder Lukas Podolski sondern Timo Hildebrand und Jens Lehmann. Warum soll man also weiterhin ein Kind davon abhalten Torwart zu werden, was mit aller Macht und aller Hingabe genau nur das eine will?

    In diesem Sinne, einen schönen Abend Euch allen!
    LG
    Marie

  37. #37
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Hallo marie,
    ja, eigentlich sollte bis zur D-Jugend, also U11 keine Spezialisierung erfolgen. Sagt man so.
    Doch viele Sportarten spezialisieren schon aufgrund Ihres Feldes: Judo, Ringen, Karate und andere.
    Zwar kann sich ein Judoka später noch spezialisieren, doch dies meist erst Ü16, wenn er das Grundprogramm verstanden hat. Dann geht er zum Bodentechniker, Standtechniker, Kata, oder ähnlich über...
    Dies ist mit dem Fußball nicht zu vergleichen.
    Auch im Turnen ist erst nach der Grundschule eine Spezialisierung erwünscht, weil erst dann gezielt auf ein Gerät, oder eine Geräteauswahl hingearbeitet wird... auch beim Schwimmen müssen alle Grundtechniken erlent sein, bevor sich der Schwimmer auf eine Distanz und einen Stil als Schwerpunkt einstimmen sollte.
    Trotzdem sieht man schon bei Kindern bestimmte Vorzüge, die man dann ruhig unterstützen kann und sollte. Nur sollte man die Kindr nicht krampfhaft dabei halten.
    Sprich: Wenn heute die "Blaue Mauer" nicht ins Tor will, dann stellt man diese nicht. Ebenso sollte man kein Kind ins Tor zwingen, denn das wäre auch eine zwanghafte Spezialisierung, die man nie machen sollte. Ausprobieren kann man im Training und da sollte man es ruhig zulassen.
    sprich ich nehme auch immer mal wieder einen Jungen Kicker zum Tw-Training dazu, wenn er denkt, daß er das mal ausprobieren möchte.
    Da es mehr Spiel und spaß ist, ist das eine Sache, die jemand jederzeit mitmachen kann, solange er möchte und Spaß daran hat.

    Aber nie sollte man ein Kind zwingend. Wenn also ein Kind nicht ins Feld will, sondern Torwart sein will und möchte, dann ist es das Kind solange es möchte. Allerdings, und das ist dann die Vermittlungskunst des Trainers, sollten alle Torleute auch immer und immer wieder Feldspieler Erfahrungen machen, denn sie müssen verstehen, wie das im Feld ist und sich auch so spielerisch die Feldspielertechniken aneigenen.
    Das daher auch ab und an mal ein Feldspieler in tor geht, ist auch klar, denn gerade die, die den Torwart anmeckern dürfen ruhig mal so eine Sache als Belehrung bekommen, einfach um am eigenen Leib zu erfahren, wie das als Torwart ist.
    Dafür ist Training da. Spiel ist nun Wettkampf.
    Hier stellt man ein Team! Wenn nun das Team die "Blaue Mauer" fordert, und der Ersatztorwart auch lieber Libero spielt, warum dann hier gegen das Team arbeiten?
    So schweißt sich ein Team selbst zusammen! Es wächst aus der eigenen inneren Stärke heraus und es bildet sich aus, was einst gesagt wurde: "11 Freunde müßt Ihr sein!"
    Die "wilden Kerle" kennt jeder der Kicker... doch viele begreifen nicht, daß es gerade dabei um Teamgeist, Freundschaft und das miteinander wachsen geht! Fußball ist das nur Mittel zum Zweck, eine Leiter, die man gemeinsam erklimmt.
    Somit stellt der Trainer die Leute auf Positionen und es wird sich im Fußball schnell zeigen, wer der Stürmer ist und wer dann doch eher Verteidiger, wer vielleicht ein Allrounder ist und wer dann doch vielleicht gar nicht so der Fußballer ist. All diese Leute muß man im Team unterbringen und einbinden.
    Denn selbst die, die nicht wirklich Fußball spielen können, werden mit Training, Kondition und auch der Erfahrung trotzdem für die ein oder andere Sitation genau der Richtige sein und das muß man diesen klar machen. Wenn ich z.B. einen habe, der nicht Fußball spielen kann, zwei Linke Füsse hat, aber 40 Minuten ununterbrochen rennen kann, auf keinen Trick reinfällt, und immer irgendwie den Ball wegkicken kann, dann mache ich daraus einen Manndecker, einen richtigen Kettenhund!
    Das ist etwas, was man Kindern dann auch gern als Aufgabe erklären kann und sehen kann, ob Sie die Nische, die sich auftut auch ausfüllen wollen.
    Einige lernen es nie, und weil sie die Nische nicht füllen wollen, bleiben diese immer eine graue Nummer und spielen später eher selten oder geben es auf, doch andere sehen und begreifen die Chance und füllen diese aus, mit Leidenschaft und Hingabe, wie es nur Kindern eigenen ist. Und dann habe ich jemand, der auf der Bank sitzt, und nur darauf wartet, von der Kette gelassen zu werden, der Spaß daran hat, einen gegnerischen Spieler auszuschalten und zur Verzweiflung zu bringen. Und der damit sich im Team auch eine Position erarbeitet hat, der dem Team nützlich ist... und dann lernt das Team auch, wie Veränderungen das Team stärken oder schwächen können.
    Es lernt, Respekt und Toleranz, es lernt Verantwortung und Vertrauen!

    Alles Dinge, die ich jemand mitgeben muß, gerade in dem Alter.

    Daher: Man macht keine Spezialisierung aufgrund von bestimmten Dingen, also stellt den Dicken oder Langen ins Tor! Das ist falsch.
    Aber man fördert die Wünsche und Passionen der Kinder, ohne dabei die Breite des Sports aus den Augen zu verlieren.
    Somit kann ein Kind in eine Spezialisierung hineinwachsen, aber jederzeit auch die Sache wieder verlassen!

    Obigens Beispiel zeigt gut, das man hier gegen den Willen des Kindes gearbeitet hat, und damit eine Nische sich schloss.... Etwas, was das Kind mit allem Herzblut und aller Hingabe wollte, hat sich nicht erfüllt, weil es nicht gefördert, sondern in seiner eigenen, ureigenen Entwicklung, die aus sich selbst heraus kam, behindert wurde.
    Dies ist leider auch nicht richtig.

    Jeglicher Zwang ist daher abzulehnen und das wird dann oft als mißinterpretiert, daß man nicht 'spezialisieren' darf.... Das ist nicht korrekt, denn wenn es ein Kind will, warum dann nicht?
    Ich kann kein Kind zwingen vom 5 Meter Turm zu springen, aber wenn es der ureigene Wille des Kindes ist, es zu tun, dann sollte man sehen, daß man dem nachgibt, und wenn man erst vom Beckenrand mit der Sprunghaltung anfangen muß: Egal! Das Kind hat für sich ein Ziel, und der Weg dorthin ist meine Aufgabe.
    Merkt das Kind auf dem Weg, daß es nicht in Ordnung ist, dann prima! Ich habe auch meinen Job als Trainer/Übungsleiter erfüllt. Ich habe dem Kind den Rückhalt gegeben, und es die nötigen Erfahrungen für einen eigenständigen Entschluss machen lassen. Es ist gut so, denn das Kind lernt sich einzuschätzen, sich zu vertrauen.
    Arbeitet das Kind aber trotzdem weiter, geht vom Einer zum Dreier über, dann ist das Prima. Will es dann dennoch vom Fünfer nicht springen, auch wenn es es einst wollte: Auch gut! Die Entscheidung ist auch hier aufgrund der Erfahrung gefallen, die eigenen Grenzen sind dem Kind bekannt und ich habe dem Kind Sicherheit und Möglichkeit gegeben, diese Grenze selbst zu erfahren. Auch hier habe ich meinen Auftrag vollkommen und kindgerecht erfüllt.
    Besteigt es aber dann doch den Fünfer, können 20 Leute zu früh und falsch schreien: Ich habe dem Kind mit dem Weg vom Beckenrand, über Einer und Dreier die Erfahrung, die Technik und die Sicherheit gegeben, warum dann es nicht zulassen?
    Es wird dann springen, denn es ist der ureigene Will des Kindes und meine Aufgabe ist es, für die Sicherheit zu sorgen, aber auch der Rückhalt für den Willen zu sein, ohne dabei zu forcieren oder zu beeinflussen.
    Wenn es denn also oben an der Kante steht, darf ich nicht rufen: "Spring schon! Du kannst es!" Das wäre falsch, sondern ich muß ruhig abwarten.. zeigen das ich da bin, und wenn das Kind nun den Willen hat, in sich selbst ruht und auf sich vertraut, wird es den letzten Schritt tun, und springen! Es wird die Angst überwinden, und seinem Willen nachgeben, und eine neue Erfahrung machen.
    Und dann mit dem Übungsleiter nach dem Sprung oder auch nach der Entscheidung nicht zu springen, diese Sache verarbeiten wollen.
    Dafür muß man da sein, die Entscheidung zu akzeptieren, nicht zu verurteilen, nicht zu forcieren, sondern auch wieder das Selbstwertgefühl zu steigern...
    Und wenn es dann vom Fünfger gesprungen ist, es nicht forcieren weiter zu machen, sondern zu sehen, ob es es nur getan hat, der Erfahrung und Grenzerfahrung wegen, oder weil es darin Gefallen findet und daher nun weiter gehen möchte...

    So ist es dann auch im Fußballtor!
    Ich forciere nicht, wer ins Tor geht, noch wann jemand das Tor verläßt. Ich ermutige niemand, ins Tor zu gehen, noch das Tor zu verlassen.
    Selbst wenn ein Kind im Tor eine Perspektive hätte und hat: Ich werde es im Tw Training vielleicht informieren, wie gut es ist und daher diese Nische aufzeigen, aber es ist der Willen des Kindes, wie und ob es diese Nische ausfüllen möchte.
    Somit ist mir egal wer ins Tw Training kommt, von den Kleinen. Alle sind willkommen und alle können nach der Übungsstunde auch sagen, daß sie wieder kommen oder nicht wieder kommen. Es ist egal!
    Denn die Kinder, die von allein wiederkommen, die haben Gefallen daran und fühlen sich wohl! Das gilt es zu fördern, alles andere ist unwichtig.

    Auch ein Trainer, der zwanghaft dies oder das verbessert haben will, der ist bei mir fehl! Dies ist nicht meine Aufgabe in der Alterklasse.
    Meine Aufgabe ist es, Verletzungen durch eine saubere Technik zu vermeiden, Grundlagen zu vermitteln, mit Ängsten vertraut zu machen, Gefahren spielerisch aufzuzeigen und so Kinder an Ihre Grenzen zu führen, mit der Sicherheit, daß nichts passieren kann. Sie müssen erkennen wo Sie stehen, aber auch die Möglichkeit haben, Neuland zu erschließen.
    Dafür gibt es Übungen und Spiele, und es gibt keinen Erfolg oder Mißerfolg... Es gibt nur gut gemacht! Wertungsfrei... ich als Trainer ziehe eine Wertung, ja, aber ich wirke nicht auf Änderung ein.... das kommt erst später.

    @Marie: Wenn er der bessere ist, wird es sich trotzdem noch entwickeln und auch durchsetzen.... Lass Ihn daher ruhig laufen. Sei bei Erfolgen und Miessrfolgen einfach da, aber wertfrei und trage Entscheidungen deiner Kinder beratend mit.... so werden Kinder stark!
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  38. #38
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    Hallo Steffen,

    danke für die ausführlichen Infos. Ich komme eben aus der Sportart mit dem orangefarbenen Ball ;-). Und ich habe früher mal einen ziemlichen Fehler gemacht. Ich habe einen Aufbauspieler ausgebildet und spezialisiert (vor dem Trainerschein). Der war echt winzig und ich dachte: der kann nur Aufbau. Tja, inzwischen ist der kleine Aufbauspieler fast 2m groß geworden. Inzwischen könnten wir ihn als Centerspieler gut brauchen. Hat er nie gelernt, wollte er nicht spielen. Inzwischen hat er leider ganz aufgehört.

    Um auf meinem Sohn zurückzukommen: ich glaube nicht, dass er besser ist als der TW, der an Nummer 1 spielt in seinem Team. Aber er ist sicher besser als manch anderer TW den ich schon bei diversen Spielen gesehen habe. Ich bin gespannt auf morgen. Morgen wird er spielen. Leider wissen wir noch nicht ob als Feldspieler oder als TW. Egal, hauptsache er darf spielen. Das schon alleine freut ihn. Natürlich wird er seine TW Hose einpacken und die Handschuhe.

    LG und vielen Dank
    Marie

  39. #39
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Mari,
    sicherlich hast Du mit dem Basketballer recht. Eine solche frühe Spezialisierung ist nicht günstig.
    Es ist daher so, daß unsere "blaue Mauer" immer und immer wieder daher im Feld mitspielen muß und auch will, einfach weil Fußball mehr ist, als nur im Tor stehen.
    Im Moment kommt aber aus tiefstem inneren Beweggrund heraus das Verlangen nach Torwarttraining und dem "Torwart sein", welches hier nicht unterdrückt, sondenr einfach gefördert wird.
    Sollte dies in ein zwei oder mehr Jahren versiegen, ist es nicht schlimm. Viele Torhüter haben sich im Laufe der Zeit aus dem Tor ins Feld begeben und waren erfolgreich, weil diese Fußballspielen gelernt und angewandt haben. Es geht nicht allen Torleuten wie mir, die man ins Tor stellt, weil diese im Feld nicht zu gebrauchen sind
    Daher ist die Spezialisierung auch nicht so vordringlich oder einprägsam, weil man nicht auf ein Ziel hinarbeitet, sondern einfach nur einem Verlangen nachgibt, ohne dabei einen eine tiefe Prägung einzustempeln.
    Deshalb dürfen solche kleinen Torleute auch Fehler machen, die man bei größeren nicht dulden würde oder abstellen müßte/sollte.
    Daher wird nur auf Verletzungsprävention durch saubere Fang- und Falltechnik geachtet. Es ist im normalen Leben, als später in vielen Sportarten von Vorteil, wenn man Fangen kann und auch weiß, wie man richtig und verletzungsfrei fällt.
    Viele Verletzungen der Radfahrer, Akateboarder und Inline Skater würden sich mit einer sauberen Falltechnik wesentlich vermindern oder ganz vermeiden lassen, wenn diese auch nur einmal in Ihrem LEben das richtige Fallen gelernt und sich angeeignet hätten.
    Auch Fangen von Gegenständen ist ein essentielles Ding, welches alle Kinder beherrschen sollten, weshalb also auch hier der eigentliche Vorgang ruhig gefördert werden kann, und auch daher jedem Feldspieler beigebracht werden sollte, auch wenn er vielleicht nie im Tor stehen wird.
    Hilfreich sind auch hier bei Kindern Alternativsportangebote oder Ausgleichssportarten. Hier bieten sich Formen an, um klar und zielgerichtet das Körperbewußtsein und Körperkontrolle, und somit die eigene Grenz- und Körpererfahrung zu stärken. Dies sind Angebote zum Kinderturnen mit häufigen Geräte Erfahrungsmöglichkeiten (reine Boden- und "Renn"-Turnstunden sind so sinnvoll, wie Sand in die Wüste zu fahren!), Kampfsportarten mit Körperkontakt, sowie Naturerlebnisaktionen, wie Klettern, Bergsteigen oder richtige Pfadfinderspiele. Auch Schwimmen kann hier so gesehen werden, auch wenn es wesentlich weniger Kontakt und Körpererfahrung im Vergleich liefert.
    Früh schon sollte der natürliche Bewegungs- und Erfahrungsdrang der Kinder gefördert und auch auch unterstützt werden, indem Eltern stelle mit dem Auto mit dem Fahrrad oder zu Fuß bestimmte Ziele erreichen, mit den Kindern sich bewegen und den Kindern Möglichkeiten geben, sich immer und frei zu bewegen, zu klettern, zu toben, zu balancieren, im Dreck zu gaben, einen Staudamm bauen... All dies ist Ausgleich zum Sport, fördert aber dennoch die sportliche Leistungsfähigkeit...
    Somit Marie, es ist komplexer... aber ganz bestimmt nicht, ist das Tw-Training für Bambinis bis zur E-Jugend eine strenge Spezialisierung.

    Denn es kann immer wieder passieren, daß ein Kind die Lust am Sport verliert und einen ganz anderen Sport machen möchte, als bisher. Auch dies ist nicht tragisch und muß einfach zugestanden werden. Es sind Kinder, die sich um jede Erfahrung körperlich reißen. Und daher, nicht zwanghaft spezialisieren, sondern einfach nach und nach die Entwicklung fördern, ohne den Spaß und eigenen Antrieb des Kindes zu brechen....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  40. #40
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    So, Steffen, jetzt kontere ich nochmal ketzerisch: Fußball an sich ist ja schon Spezialisierung. Was dann also erstmal das TW-Training?

    Fakt: keiner kann auf Verbandebene im Basketball bis U14 einen Titel erreichen ohne Leichtatlethik, Schwimmen und Geschicklichkeitsparcours. Keine Spezialisierung bedeutet doch eigentlich, so lehrt man es in meiner Sportart noch bis heute, den Breitensportgedanken aufrechterhalten.

    Da bin ich auch sehr lange dahintergestanden. ABER: durch das Trainieren von kleinen Jugendmannschaften ist mir auch aufgegangen, dass das so nicht wirklich funktioniert. Dazu fehlen meistens schon die Örtlichkeiten. Du kannst solche Turniere auf Verbandsebene vielleicht durchführen, aber unten, auf Kreis- und Bezirksebene kannst du das fünfmal erden. Welcher Verein, der BB anbietet, hat eine Laufbahn und womöglich noch eine Schwimmhalle? Also bei uns im Südwesten sind diese Vereine rar gesäht. AUSSERDEM: die Kiddies, die in die Halle kommen wollen BB spielen und nicht irgendwas anderers.

    Ich sehe mich selber noch als A-Jugend Spielerin. Meine Güte, war ich immer geladen, wenn der Trainer meinten einen Ausflug in eine andere Sportart machen zu müssen.

    Und wenn ich jetzt die Fußball E-Jugend sehe, die haben auch keine Lust drauf Basketball zu spielen oder Weitsprung zu machen. Wenn man diesen Breitensportgedanken aufrechterhalten wollte, dann müßte man heute ganz anders arbeiten. Sprich: solche Dinge spielerisch mit einfließen zu lassen. Das kommt aber meines Erachtens viel zu selten vor.

    Ist auch die Frage ob das immer noch zeitgemäß ist. In einer Zeit in der man im BB für die U14 Deutsche Meisterschaften ausruft. Ist da überhaupt noch Platz für den Breitensportgedanken? Und dann muss ich ja auch noch gleich nochmal auf die Fußballer draufhauen: Da ihr ja so früh mit dem Fußball anfangt, werden wir anderen Sportarten ja auch gezwungen früher anzufangen. Im BB mit 4 Jahren anzufangen ist aber eher eine Lachplatte. Da kann man aber Ballspielgruppen anbieten. Das wäre schön und zweckmäßig und es wäre sinnvoll dies Sportartenübergreifend anzubieten. Aber jeder hat Angst, dass ihm die guten Leute weglaufen. Wir haben im BB oft das Problem, dass wir diejenigen bekommen, die im Fußball nicht Fuß fassen konnten und mit denen können wir dann auch nicht wirklich viel anfangen meistens.

    Das ist jetzt alles sehr ketzerisch dahingeschrieben und bei weitem nicht so gemeint, wie es klingt. Aber ich habe im eigenen Verband schon zu hören bekommen: du kannst doch keine Ballsportartübergreifende Gruppe anbieten. Nachher gehen die Kinder alle ins Fußball, weil sie dort früher spielen können. Ja, wir Basketballer haben echte Probleme mit euch Fußballern.

    Jetzt wieder auf Euch Fußballer zurückzukommen: für mich war Torwart einfach die Spezialisierung der Spezialisierungen. Ich hoffe du kannst meine Beweggründe jetzt nachvollziehen? Auch ich bin noch lernfähig. Selbst wenn ich dies jetzt an meinem eigenen Kind etwas verbockt habe.

    LG
    Marie

  41. #41
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von marie
    So, Steffen, jetzt kontere ich nochmal ketzerisch: Fußball an sich ist ja schon Spezialisierung. Was dann also erstmal das TW-Training?
    *lachen* Wieso ketzerisch? Du hast doch Recht.
    Jede Sportart an sich ist bei Kindern eine Spezialisierung...

    Fakt: keiner kann auf Verbandebene im Basketball bis U14 einen Titel erreichen ohne Leichtatlethik, Schwimmen und Geschicklichkeitsparcours. Keine Spezialisierung bedeutet doch eigentlich, so lehrt man es in meiner Sportart noch bis heute, den Breitensportgedanken aufrechterhalten.
    *lachen* Ist das aufgrund des Trainingseffektes der anderen Sportarten, oder eher aufgrund Reglement?
    Wenn ich das im Fußball mal so sehe, dann denke ich, für viele Mannschaften wären auch Alternativen im Sport sehr dienlich, weil diese einfach andere Aspekte vermitteln, die aber wichtig sind.
    Und du hast Recht, viele vergessen den Breitensportgedanken.
    Und damit steht Erfolg vollständig im Hintergrund. Trotzdem kannst Du Dir die Jugendtrainer bis zur E-Jugend ansehen, die wollen alle möglichst viel Erfolg rausholen. Schei..e nenne ich das!
    Es sind Kinder!!!
    Da ist ein Zitat, eines F-Jugend Trainers:

    "Was soll ich den zu Euch sagen! Da müssen viele von Euch wohl demnächst den Verein verlassen. Ihr könnt ja gar nichts. Ihr könnt nicht mal den Ball 10 Mal hochhalten. Das ist doch das mindeste, was ein Fußballer können muß!"

    Hä? Das sind F-Jugendliche, viele gerade mal ein Jahr im Verein und im Fußball überhaupt und sollen, ohne Aufdozen dazwischen, den Ball 10 mal hochhalten mit dem Fuß.
    Der Mann ist Lehrer.... jetzt kommst Du!

    Ich sage Dir, ich wäre für ein viel strengeres Reglement, denn was zum Teil in Vereinen mit Kindern gemacht wird, ist weder gesund noch kindgerecht, es ist einfach zum
    Und der Fußballverein ist keine Ausnahme, denn welcher Trainer will ständig verlieren, der will Erfolg haben und bei einigen ist es sogar scheinbar ein MUSS. Übel, sag ich!

    ABER: durch das Trainieren von kleinen Jugendmannschaften ist mir auch aufgegangen, dass das so nicht wirklich funktioniert. Dazu fehlen meistens schon die Örtlichkeiten.
    Nix aber! Das funktioniert, nur muß der Verein das auch wollen. Problem ist: Schwimmen! Ohne Rettungsschwimmer, bei Kindern sogar zwei bei einer bestimmten Gruppengröße, ist das sogar eine grobe Verletzung der Aufsichtspflicht oder Grob-Fahrlässig.
    Alles andere ist meist möglich, nur man muß es machen und wollen.
    Sprich: Wenn der Trainer kommt und will mit den Kiddies zum Klettern in eine Kletterhalle gehen, sollte der Verein es unterstützen, anstelle es ablehnen.
    Die meisten Vereine müssen da nicht mal was zuzahlen, denn bei uns im Verein würde das die Mannschaftskasse tragen, und wenn der Verein noch dahinter steht und über den Verein was ausgemacht wird, wird es sogar günstiger....
    Auch eine Turnhalle ist leicht zu bekommen, inklusive Geräten... man kann also auch hier eine Gerätelandschaft aufbauen und sogar das mit Fußball kombinieren.
    Will aber auch keiner, denn das ist ja Stuß.... kennste sicherlich, solche aussagen.
    Daran liegt es, und nicht an Möglichkeiten!

    Und Leichtathletik muß nicht langweilig auf der Laufbahn statt finden, denn auch die Fußballer dürfen und müssen rennen und laufen, und das möglichst ohne das es
    1. Langweilig
    2. im Kreis herum
    3. unkreativ

    ist... Das ist schon eine Aufgabe und das muß man toll verpacken.... und das geht!
    Denn 50 Meter kann man fast überall laufen und es geht nicht um Zeit, sondern um die Strecke
    Für was anderes ist die Tartanbahn absolut unnötig....

    Die Kiddies, die in die Halle kommen wollen BB spielen und nicht irgendwas anderers
    Sorry, das ist nicht ganz richtig. Die werden Dir um den Hals fallen, wenn mal was anderes gemacht wird.
    Ich war einmal mit Jugendtorleuten in einer Kletterhalle... die haben gebohrt und gebohrt um wieder hinzukommen.
    Wir waren auch mal beim Judo, und auch hier wären die gern wieder hingegangen... nur der Verein, der sah das ein wenig anders.
    Für die Jugendlichen war es wichtig und brachte auch was, nur ich bin es leid, es zu begründen.
    Ich schreibst hier, kann mein Verein gern lesen, glaub aber nicht, daß da jemand überhaupt mitliest


    Ich sehe mich selber noch als A-Jugend Spielerin. Meine Güte, war ich immer geladen, wenn der Trainer meinten einen Ausflug in eine andere Sportart machen zu müssen.
    Echt? Kommt immer darauf an, wie man es verkauft. Vielleicht sind ja die "Affenballer" anders als die Torleute.... Also, die "blaue Mauer" würde sofort (!!!) klettern gehen.
    Und ich bin sicher, auch andere.... und zum Judo bekommt man die auch, ganz sicher Ganz ganz sicher....

    Und wenn ich jetzt die Fußball E-Jugend sehe, die haben auch keine Lust drauf Basketball zu spielen oder Weitsprung zu machen. Wenn man diesen Breitensportgedanken aufrechterhalten wollte, dann müßte man heute ganz anders arbeiten. Sprich: solche Dinge spielerisch mit einfließen zu lassen. Das kommt aber meines Erachtens viel zu selten vor.
    Das ist richtig. Schaue ich mir meine Sportanlage an, fehlt hier eine Sandgrube. Die die wir haben, ist hinter dem Zaun in der letzten Ecke.
    Verdreckt, nicht mehr mit Sand voll, ungepflegt, voller Katzenkot....
    Nichts wo man trainieren kann.
    Also hupfen wir anders.... aber wir hupfen....

    Ist auch die Frage ob das immer noch zeitgemäß ist. In einer Zeit in der man im BB für die U14 Deutsche Meisterschaften ausruft. Ist da überhaupt noch Platz für den Breitensportgedanken?
    Naja, U14 Meisterschaften find ich jetzt nicht wild, U12 fänd ich schlimmer.
    Aber es stimmt schon, oft fehlt der Breitensportgedanken. Da bin ich froh, das es inzwischen seitens des DFB scheinbar ein Umdenken gibt...

    Da ihr ja so früh mit dem Fußball anfangt, werden wir anderen Sportarten ja auch gezwungen früher anzufangen. Im BB mit 4 Jahren anzufangen ist aber eher eine Lachplatte. Da kann man aber Ballspielgruppen anbieten. Das wäre schön und zweckmäßig und es wäre sinnvoll dies Sportartenübergreifend anzubieten.
    Hallo, hallo. Wer denkt hier an 4 Jahre! Was soll der Müll?
    Ab 6 geht es los, frühstens. Dann die G2 Junioren, also die kleinen Bambinies.
    Die G1-Junioren sind Stapellauf 2001, und damit 7 Jahre alt.
    Im Judo dürfen die Kinder schon mit 5,5 Jahren bei entsprechender Motorik mitmachen, dürften aber erst mit 7 den ersten Gürtel ablegen. Das ist eher Lachplatte!
    Und wie Sportartenübergreifend agiert wird, hängt nicht an der Sportart, es hängt am Trainer.
    Und das ist der Hauptpunkt!
    Wenn ich könnte, der Verein mitmachen würde, dann wären meine Kinder nur auf Achse für andere Sportarten. Einfach um da was zu lernen, was man im Fußball gebrauchen kann....

    Aber jeder hat Angst, dass ihm die guten Leute weglaufen. Wir haben im BB oft das Problem, dass wir diejenigen bekommen, die im Fußball nicht Fuß fassen konnten und mit denen können wir dann auch nicht wirklich viel anfangen meistens.
    Stuß! Da läuft keiner weg... Kinder entscheiden sich oft nicht aus eigenem Willen für einen Sport. Oft sind es die Eltern. Die die aber sich selbst entschieden haben, die laufen nicht weg, die bleiben dabei.
    Und dann ist schon wieder der Trainer und seine art etwas zu machen, der Punkt.

    Das ist jetzt alles sehr ketzerisch dahingeschrieben und bei weitem nicht so gemeint, wie es klingt.
    Ooch, findsch jetzt nedd so!

    Aber ich habe im eigenen Verband schon zu hören bekommen: du kannst doch keine Ballsportartübergreifende Gruppe anbieten. Nachher gehen die Kinder alle ins Fußball, weil sie dort früher spielen können.
    Komischer Verband das... scheinbar so Rückständig wie der DJB oder einige seiner Landesverbände... kommt fast vor, als hätten da einige Angst um Ansehen und Posten.
    Ich bin ganz froh, daß die Fußballer langsam umdenken. Es ist nämlich wichtig, die Kinder zu bewegen und in Bewegung zu halten.


    Ja, wir Basketballer haben echte Probleme mit euch Fußballern.
    Ach Marie, daß stimmt doch gar nicht. Ich habe vor meiner ÜL ausbildung auch die Judo Leute beneidet, so von wegen Ganzkörper und vieler Spielmöglichkeiten... Doch ich habe lernen müssen, daß es nicht so ist.
    Sondern das es an mir liegt!
    Marie, besuch doch mal einen Übungsleiterlehrgang Breitensport... auch wenn Du schon einen für den Korbball hast, der ÜL Breitensport vermittelt eben diese Sportartübergreifende Sicht...

    Jetzt wieder auf Euch Fußballer zurückzukommen: für mich war Torwart einfach die Spezialisierung der Spezialisierungen.
    Das ist ja auch richtig. Aber hier habe ich die Chance, es ein wenig Ganzheitlicher zu gestalten und ich hoffe irgendwann, daß ich noch mehr kann und darf. Denn wenn man mich lassen und unterstützen würde, ich hätte viel, was ich mit Kindern/Jugendlichen machen würde, um Ihnen etwas für Ihren gewählten Sport zusätzlich zu vermitteln...

    Ich hoffe du kannst meine Beweggründe jetzt nachvollziehen? Auch ich bin noch lernfähig. Selbst wenn ich dies jetzt an meinem eigenen Kind etwas verbockt habe.
    Das ist mal das wichtigste! Wir dürfen nie stehen bleiben und daher bin ich immer gern unterwegs, um anderen beim Training zuzuschauen und ich selbst habe erst vor einem Jahr mal wieder intensiv Judo betrieben (ich kann es nach), habe auch andere Sportarten reingerochen und einen guten Draht zu einigen 'Fitness-Trainern' der üblichen Mucki-Buden... ich versuche einfach nicht stehen zu bleiben.
    Aber es gibt Verbände, die achten zu sehr auf Etikette und Regeln, so daß der Breitensportgedanke völlig versagt.... denn da darf man nicht nur zum Spaß mitmachen, sondern da muß man ganz oder gar nicht.
    Aber lass mal, irgendwann findet sich eine Lösung. Und wenn man die Hoffnung aufgibt, ist eh alles vorbei....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  42. #42
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Standard Neue Impressionen aus dem Training

    Hallo,
    mal ein paar Impressionen aus dem Training der Kleinsten.
    Das Problem ist hier deutlich zu sehen.
    Der E-Jugend Torwart ist erst seit kurzem im Training. Hier sieht man, was versäumt wurde.
    Denn es wurde versäumt, dem jungen Torwart ein Midestmaß an Technik bei zu bringen.
    Zwar stellt sein Trainer hohe Ansprüche an seine Fertigkeiten und fordert diese auch ein, ABER wie soll er diese erbringen, wenn er diese nicht erlernen kann, weil er diese nicht gezeigt bekommt?

    Deutlich ist zu erkennen, daß er den tiefen Umarmungsgriff nicht sauber beherrscht.




    Er kracht auf die Knie, der Ball geht direkt in Richtung Genitalbereich und die Hände haben keine dämpfende Funktion, auch die Handhaltung ist nicht in Ordnung.
    Diese Technik kann und darf so nicht bleiben, denn Sie ist gefährlich, sie birgt ein Verletzungsrisiko mit Spätfolgen für die Knie und auch die Genitalien.
    Daher wurde Sie im Training etwas gemildet und vorsichtig in die richtige Richtung gedrückt:




    Man sieht nun deutlich, daß die Hände zuerst hinter den Ball gehen, der Aufprall wird gedämpft und er kracht nicht mehr auf die Knie.
    Auch hier zeigt sich, daß man in dem Alter mit ein wenig Technikschulung das Verletzungsrisiko für die Kinder gesenkt werden kann und ein Grundstein für einen späteren Aufbau der Technik gelegt werden kann.
    Leider ist der Torwart schon in der E-Jugend und die Schulung solcher Bewegungsformen kann schon früher beginnen, wenn die Kinder es fordern und mitmachen wollen.


    Dies sieht man an der "Blauen Mauer":



    Hier sieht man, wie die Hände hinter den Ball kommen, und das Gewicht durch absenken der Hüfte dem Boden näher gebracht wird. Leider fällt die "Blaue Mauer" noch ein wenig zu stark auf die Knie.
    Aber der Ansatz zur korrekten Technik ist gelegt, der Druck auf die Knie ist in Ordnung. Die Hände sind hinter dem Ball, und die Beine verhindern das Druchrutschen, er ist locker und entspannt....
    Wenn er die E-Jugend erreicht, man kann sich vorstellen, wie es dann aussehen wird, wenn die "Blaue Mauer" weiter so beständig dabei bleibt. Hier sieht man, daß Techniktraining auch in diesem Alter Früchte tragen kann...

    Die "Blaue Mauer" kann aber auch seitlich sehr gut Fallen, und auch hier wird auf eine möglichst runde Falltechnik geachtet:




    Man sieht gut, daß die Knie nicht mit Druck zu Boden gehen und der Ellenbogen vor dem Körper ist und nicht unter dem Körper begraben wird... das hier trotzdem in der Armhaltung und auch bei weiteren Bällen noch Technikbedarf besteht.. aber es hat Zeit.
    Die runde Falltechnik steht im Vordergrund und wird daher hier Stück für Stück verinnerlicht.
    Toll trotzdem wie sicher, die Bälle zum Teil schon kontrolliert werden....
    Da er dies in Spielen auch so tut, und recht unerschrocken auch in 1gg1 Situationen geht, bekam er aufgrund seines blauen Trikots den Spitznamen "Blaue Mauer",,, denn wie eine Mauer ist er für seine Mannschaft ein sicherer Rückhalt.

    Trotzdem muß man immer damit rechnen, daß er vielleicht doch nicht Torwart werden will, sondern sein Heil im Feld sucht, weshalb er auch Fußball spielen lernt. Und man muß sich gewahr sein, daß er schon morgen keine Lust mehr auf Fußball haben könnte und etwas anderes machen möchte... auch hier muß man nachgeben. Denn Zwang ist in diesem Alter untersagt....


    So, daß waren ein paar aktuelle Eindrücke aus dem Kinder-Torwarttraining.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  43. #43
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    Hallo Steffen,

    danke für die tollen Videos. Es ist sehr beeindruckend das richtig anzuschauen. Beim ersten TW dachte ich nämlich zuerst: sieht doch gar nicht schlecht aus, aber ich komme ja aus der falschen Sportart. Ich finde es super, dass du dir die Mühe mit den Videos machst.

    Aber hör mal: es ist KEIN Witz, dass die Fußballer (vielleicht nicth bei Dir) mit 4 Jahren anfangen. Manchmal noch früher. Mein Sohn geht ja in eine Fußballschule und war da bei einem Camp. Genug Zeit also mit anderen Elternteilen beim Warten zu labbern. Und Fakt ist, dass MEINER der älteste war als er mit dem kicken angefangen hat. Er war 6,5 Jahre alt. Andere haben mit DREI Jahren bei den Bambinis begonnen. Im Vergleich: bei den Basketballern sagen wir im VEREIN (ich sag jetzt mal absichtlich nicht im Verband, weil da sind wir wieder anders drauf, aber das eine ist Fun, das andere Job), die Kinder nicht vor NEUN zu uns schicken. Weil die Durststrecke bis zum ersten Spiel sonst zu lang ist. Im Verband gibt es natürlich auch eine U10. Die U10 spielt aber zumindest in unsererem LV nicht in Punkterunden. Große Vereine fangen natürlich auch mit 4 oder 5 Jahren an oder mit einer U8. Aber in unserem LV gibt es davon vielleicht ein oder zwei Teams, die auch nicht am Spielbetrieb teilnehmen (die Frage wäre ja schon an welchem).

    Ja, den Breitensport-ÜL-Schein zu machen wäre sicher kein dummer Gedanken. Und ehe ich wieder eine Mannschaft übernehmen werde ich mir darüber auch Gedanken machen. Andererseits spiele ich im Moment mit dem Gedanken mich irgendwie Richtung Ausdauer fortzubilden, weil es mich völlig ankotzt, wie unsere Jungs beim Fußball im Kreis rum traben müssen. Ich selber laufe sehr gerne, hatte jetzt allerdings ein paar Monate verletzungsbedingt Auszeit. Mal schauen...

    Noch kurz zum TW Camp das mein Sohn besucht hat: ich fands gut. Morgens war quasi TW Training, nachmittags normales Fußballtraining, einschließlich des erlernens von irgendwelchen Finten. Und ich merke zunehmend, dass es Kinder (wie mein Kleiner) gibt, die sich ohnehin nach einer gewissen Zeit nicht mehr konzentrieren können. So ist es in der Schule, so ist es im Fußball. Bloß schade eigentlich, wenn man TW werden will und die Konzentration mitten im Spiel auf Null zurückgefahren wird... *seufz*... auch hier besteht echt noch Handlungsbedarf. Und ich will fast behaupten, das ist nicht einmal nur die Aufgabe der Eltern zu Hause, da es nicht nur mein eigenes Kind betrifft an dem ich dies bestens beobachten kann. Da wäre z.B. die Frage: was tut ein E-Jugend TW wenn das Spiel grad auf der Gegenseite läuft? Ich meine: außer an seinen Handschuhen rumnagen und gelangweilt in der Gegend rumgucken. Sag jetzt bitte nicht, dass die kleinen Torleute die ganze Zeit hochkonzentriert sind. Dann habe ich nämlich schon viele Anti-Torleute getroffen. Ich weiß, es gibt den Trick das Spiel zu kommentieren oder so. Mal schauen, ob ich das meinem Kind irgendwie nahebringen kann. Aber im Fußball darf ich nicht viel sagen, das ist ja seine und nicht meine Sportart ;-).

    Zum BB noch einmal kurz zurück: nein, leider ist das mit dem Breitensportgedanke eine Reglementsache. Auf Bezirks- oder kreisebene ist das oft nicht umzusetzen als zwingender Bestandteil eines Spieltages. Wie du richtig erwähntest schon auf Grund der fehlenden ÜL fürs Schwimmen. Da gehen wir gleich noch weiter: also ich kenne zumindest zwei Kinder aus unserer U12 die sind NICHTschwimmer. Ehrlich, die können gar nicht schwimmen. Dann darf ich sie also auch nicht mit zum Basketball nehmen? So ein Blödsinn.

    Es gibt noch andere Bereiche: Fairness z.B. Da seid ihr Fußballer eigentlcih bei weitem weiter, auch wenn das in meinem Verband keiner hören will. Bei Euch gibt es zumindest soetwas wie Mediationen etc. Davon sind wir weit entfernt. Wir wollten als Zwangsmaßnahme mal zwei schlägernde Mannschaften zu so einer Maßnahme "zwingen" und waren mit dem zuständigen LV im Fußball auch soweit einig, dass die bei der nächsten Maßnahme mit anrücken dürfen. Alleine: unser Reglement gibt dies nicht her, wir können sie nicht zwingen. Also sind sie alle so davongekommen um im Folgejahr gleich wieder negativ aufzufallen. Und wir sprechen hier noch immer von KINDERN. *seufz*.... Es gäbe so viel zu tun. Und es wäre so schön, wenn die Sportarten über ihren Tellerrand hinausblicken könnten.

    Und Euch Torleute finde ich ohnehin richtig cool! Da hat sich meine Sichtweise im Laufe der Jahre echt um 180 Grad gedreht.

    Mach weiter so, Steffen, ich lese Deine Beiträge voller Begeisterung!

    LG
    Marie

  44. #44
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    Zitat Zitat von marie
    sieht doch gar nicht schlecht aus, aber ich komme ja aus der falschen Sportart.
    Es ist auch nicht schlecht! Hier geht es nur darum, dem Torwart etwas frühzeitig abzugewöhnen, damit er sich nicht verletzt, und dieses auf die Knie stürzen ist eine stark und nicht zu unterschätzende Punktbelastung des Tibiakopf und kann daher zu Folgeschäden und chronischen Knieprellung, bis hin zu einer chronischen Schleimbeutelentzündung führen.
    Daher gilt es, dieses Verhalten, was sich sicherlich auch im Alltag anders zeigt, abzustellen.
    Man muß Bewegungsalternativen lehren.

    Aber hör mal: es ist KEIN Witz, dass die Fußballer (vielleicht nicth bei Dir) mit 4 Jahren anfangen. Manchmal noch früher.
    Sorry, es mag ja sein, aber es gibt einfach Grenzen. Ich habe als Übungsleiter keinen Bock, Kinder mit Fußball zu quälen, wenn diese besser in einer allgemeinen Übungsstunde aufgehoben wären, wo mit Geräten und Spielen Gruppendynamik, kollektive Intelligenz, Selbstbewußtsein, Gleichgewicht und Körperbewegung in Vielfältigster Form vermittelt wird.
    Meist sind es die Eltern, die Ihr "Talent" so früh in eine Sportart schicken, unwissend, was Sie dem Kind damit antun! Es sind Eltern, die Ihr Kind damit meist quälen, anstelle Ihm die richtige Entwicklung im Sport und der Bewegung angedeihen zu lassen...

    Mein Sohn geht ja in eine Fußballschule und war da bei einem Camp. Genug Zeit also mit anderen Elternteilen beim Warten zu labbern. Und Fakt ist, dass MEINER der älteste war als er mit dem kicken angefangen hat. Er war 6,5 Jahre alt. Andere haben mit DREI Jahren bei den Bambinis begonnen.
    Vergleiche bitte nicht eine "Fußballschule" mit einem Verein! Eine Fußballschule hat immer ein kommerzielles Denken und bei vielen rückt dann auch der Gedanke, was für ein Alter entsprechend besser wäre, also der Breitensportgedanke, völlig in den Hintergrund.
    Und die eltern, die Ihr Kind mit 3 Jahren in eine Fußballschule schicken, denen sollte man einfach nur mit Kopfschütteln begegnen... die Kinder lernen nicht klettern, sie lernen nicht balancieren, sie lernen nicht hüpfen... sie bekommen reinen Fußballdrill und das ist eine Fehlentwicklung... Schon mit 6 Jahren, und da gebe ich Dir Recht, ist dies in gewisser Hinsicht ein Problem. Doch hier kann man nur an die Eltern appellieren, Ihr Kind in einen Ausgleichsport zu entsenden, um einfach körperliche Einseitigkeit vorzubeugen und Bewegungsvielfalt zu erhalten!!
    Es sind die Eltern, die in Ihrem Sohn, den nächsten Ballack oder Klose sehen... oder vielmehr sehen wollen und alles dafür tun, damit es so wird. Und da Kinder gefallen wollen, versuchen sie dies zu erlangen... was daraus werden kann, später...

    Im Vergleich: bei den Basketballern sagen wir im VEREIN (ich sag jetzt mal absichtlich nicht im Verband, weil da sind wir wieder anders drauf, aber das eine ist Fun, das andere Job), die Kinder nicht vor NEUN zu uns schicken.
    ich glaube, es ist Sportartabhängig. Im Judo dürfen die Kinder auch erst ab 7 eine Prüfung ablegen und mitmachen, Körpermotorisch sind diese aber oft mit 5 Jahren schon so weit. Hier könnte der Verband sich also auch noch bewegen, was sich bei den eingefahrenen Strukturen wahrscheinlich nicht tut...
    Bei vielen Verbänden habe ich den Eindruck, hier geht es nicht um das Wohl des Sport und der Ausübenden, sondern rein um Postenschiebereien... und damit ein recht egozentrisches Reviergebaren!

    Weil die Durststrecke bis zum ersten Spiel sonst zu lang ist. Im Verband gibt es natürlich auch eine U10. Die U10 spielt aber zumindest in unsererem LV nicht in Punkterunden.
    *lachen* Die Fußballer spielen eigentlich bis zur E-Jugend ausser Konkurrenz, haben also keine "Punktspiele".. Doch Trainer, Rundenleitung und viele Eltern werden nicht müde, so etwas zu führen und anzuschlagen.
    Die Eltern und Trainer stecken daher die Kinder in eine Konkurrenz, die nicht wirklich nötig, gewollt oder wichtig wäre.
    Es sind Eltern und Trainer, die den Vergleich wollen und brauchen, nicht die Kinder.
    So etwas ist daher auch abzulehnen.
    Und im Basketball gäbe es sicherlich auch Möglichkeiten , mit einer U8 zu arbeiten und das ohne dem üblichen Basketball, wenn es Kastenball oder ähnlich ist, kann man in solchen Spielformen die Kinder sinnvoll bewegen und auch diese an einen Sport heranführen....
    und dieses heranführen wird in vielen Vereinen nicht gelebt. Hier erwartet man schon bereits perfektes Sportverständnis und Fertigkeiten, daß Heranführen und Ausbilden macht man nicht mehr.

    Große Vereine fangen natürlich auch mit 4 oder 5 Jahren an oder mit einer U8. Aber in unserem LV gibt es davon vielleicht ein oder zwei Teams, die auch nicht am Spielbetrieb teilnehmen (die Frage wäre ja schon an welchem).
    Wie gesagt, es ist nicht sinnvoll....

    Ja, den Breitensport-ÜL-Schein zu machen wäre sicher kein dummer Gedanken. Und ehe ich wieder eine Mannschaft übernehmen werde ich mir darüber auch Gedanken machen.
    Breitensport ist der Bewegungsgrund, es ist die Förderung natürlichen Bewegungsdrangs und Erhalt der Bewegungsvielfalt und dann auch Kindgerechte Entwicklung... daher wäre es für viele Trainer im Bereich Kinder sehr wichtig, daß zu begreifen und zu verstehen, doch scheinbar wird das in der Trainerausbildung nicht berücksichtigt....

    Andererseits spiele ich im Moment mit dem Gedanken mich irgendwie Richtung Ausdauer fortzubilden, weil es mich völlig ankotzt, wie unsere Jungs beim Fußball im Kreis rum traben müssen. Ich selber laufe sehr gerne, hatte jetzt allerdings ein paar Monate verletzungsbedingt Auszeit. Mal schauen...
    *schallendesgelächter* Das ist doch auch wieder etwas, was am Trainer nicht am Sport selbst liegt.
    Denn Ausdauer kann man bei Kindern auch ohne Rundenlaufen schulen, und dazu muß es kein Ausdauerfortbildungslehrgang sein
    Kinder brauchen nicht unbedingt einen Ausdauerdrill...2 mal 20 Minuten sind bei den Bambinis etwas, was gut funktioniert.
    Und das läßt sich mit dem normalen Bewegungstraining und Bewegungsschulung im Training gut abfangen...
    Zumal viele Kinder in keinster Weise körperlich in der Lage sind, Langstreckenausdauer zu gehen! Ein 400 Meter Spurt ist für viele Kinder absoluter Schwachsinn und ein Marathon zwar denkbar, aber zumeist nicht für Kinder mit Spaß verknüpft...
    Daher kann man Ausdauer anders schulen, als mit dem Rundendrehen.

    Noch kurz zum TW Camp das mein Sohn besucht hat: ich fands gut. Morgens war quasi TW Training, nachmittags normales Fußballtraining, einschließlich des erlernens von irgendwelchen Finten. Und ich merke zunehmend, dass es Kinder (wie mein Kleiner) gibt, die sich ohnehin nach einer gewissen Zeit nicht mehr konzentrieren können.
    Völlig normal, daß nach einiger Zeit die Luft raus ist, nur (!!) auch hier müßte man dem Alter Rechnung tragen, und das Training ggf. anders aufbauen...

    So ist es in der Schule, so ist es im Fußball. Bloß schade eigentlich, wenn man TW werden will und die Konzentration mitten im Spiel auf Null zurückgefahren wird... *seufz*... auch hier besteht echt noch Handlungsbedarf.
    Oh Marie, Du klingst schon wie viele Eltern.... Der muß sich konzentrieren, der muß durchhalten.
    Völliger Schwachsinn!

    De Konzentration ist eine Sache von Erfahrung, und dann natürlich Training.
    Bitte, lasse daher den Kindern die Zeit... und Konzentration geht meist gegen Null, wenn es eher langweilig wird.

    Da wäre z.B. die Frage: was tut ein E-Jugend TW wenn das Spiel grad auf der Gegenseite läuft? Ich meine: außer an seinen Handschuhen rumnagen und gelangweilt in der Gegend rumgucken. Sag jetzt bitte nicht, dass die kleinen Torleute die ganze Zeit hochkonzentriert sind.
    Lass es doch! Mensch, lass Ihn ein wenig kaspern und sich mit seinem Abwehrspieler unterhalten.

    Mal schauen, ob ich das meinem Kind irgendwie nahebringen kann.
    Aber warum denn? Gib Ihm die Möglichkeit, wirklich hier zu entspannen, seinen Kopf frei zu bekommen! Entspannung ist wichtig, damit man danach wieder im Kopf volle Konzentration erreichen kann.
    aber wenn Du das nun besser weißt, werde ich alle Diskussion hier abbrechen, denn ich diskutiere nicht mit Eltern, die für Ihr Kind alles besser wissen und Entscheidungen einem Trainer nicht nur abnehmen, sondern förmlich vorhalten.
    Daher: Dein Kind darf das, und fertig.

    Also, poche nicht zuviel auf bestimme Dinge und Gepflogenheiten, stehe Kindern noch ein wenig Kind sein zu..... und dazu gehört auch Unkonzentriertheit...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  45. #45
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    Ja, du hast recht... ich will nicht klingen wie andere Eltern *heul*..., ich habe einfach nur manchmal Probleme mit dem was ich SEHE...

    8 Fehler im 120 Wörter Diktat in den letzten 2 Sätzen... oder "ich habe leider verpaßt, dass der GEgenangriff läuft"... - ja, ja du hast recht. Ich muss ihn natürlich lassen. Es ist nur verdammt schwer die Fehler zu sehen und einfach nur hinzunehmen. Ja, auch in der E-Jugend ist man noch ein Kind. Es ist nur einfach so, dass dieses Kind mein größtest Kind ist und ich wohl von klein auf schon immer irgendwie größer gesehen habe als er ist. Man überschätzt sein ältestes Kind leider zu oft. Das hat aber hier im Thread eigentlich nichts verloren. Ich denke einfach oft: Mensch, der ist doch schon so GROSS und so viele Dinge laufen falsch. Warum sehe ich ihn so groß? Klar, weil seine anderen Geschwister eben noch kleiner sind. Er war für mich mit 4 schon groß. Sein jüngstes Geschwisterchen ist jetzt vier und ich denke immer: wie klein es noch ist...

    Noch was: natürlich habe ich mein Kind nicht mit 6,5 zur FUSSBALLSCHULE geschickt sondern ins Fußballtraining. Er hatte damals grad das Seepferdchen beendet, Kinderturnen gab es bei uns damals im Verein nicht. Ich hatte nur die Alternative Fußball oder Fußball, wenn ich meinem Kind irgendwelche Sport-Vereins-Bewegungsalternativen anbieten wollte. Mein Kind ist inzwischen aber (Breitensportgedanken-Mama) im Turnen (allerdings ist dies kein LEISTUNGS-turnen sondern bietet einfach die Gelegenheit im Winter an Geräten und im Sommer draußen ein bißchen Leichtathletik zu machen, alles ohne Wettkampf, wenn man mal vom deutschen Sportabzeichen absieht) und im Basketball. Auf Grund des G8 Zugs werden wir das aber wohl gehörig zurückschrauben müssen. Ich find's zum Kotzen, weil grad DIESES Kind einen wahnsinnigen Bewegungsdrang hat (wieso dann in aller Welt TW????) und völlig unausgeglichen ist, wenn es sich nicht ausreichend bewegen kann.

    ICH, Steffen, finde es ausgesprochen wichtig, dass der Breitensportgedanke hochgehalten wird. Ich finde es nur ätzend, dass ich mein Kind dazu in mehrere Sportarten schicken muss.

    Und das mit dem Ausdrauertraining liegt NATÜRLICH am Trainer. Aber ich kann schließlich nicht immer nur motzen. Daher mein Gedanke mich erstmal selber irgendwie weiterzubilden um dann vielleicht etwas ändern zu können.

    Übrigens noch so eine Lachplatte: im Schwimmen darf man das Goldabzeichen erst mit 10 Jahren machen. Ich Unmutter schicke ja meine Kinder in den Sommerferien immer in einen FerienSCHWIMMKURS, weil ich finde es einfach klasse, dass das angeboten wird und es kommt dem Breitensportgedanken wieder ein Stück näher. Mein großer hat sich dann das Silberabzeichen gemacht, ist aber, gemeinsam mit einer Freundin bei dem einen "Goldkandidaten" mitgeschwommen. Mein Sohn hat es dann um 17 Sekunden auf der Langstrecke nicht geschafft, was aber auch völlig egal war, weil er ja nur mitgeschwommen ist, dass das nicht das eine Kind ganz alleine schwimmen muss. Allerdings die Freundin meines Sohnes hat völlig überragend alle Goldprüfungen bestanden. Das Abzeichen hat sie nicht bekommen, sie war zu dem Zeitpunkt erst 8 Jahre alt. So ein Schwachsinn, da hätte ich mich ja echt auch aufregen können.

    Du sagst also der Ehrgeiz wird von den Eltern hineingetragen in den Sport. Beim Fußball kann ich das absolut bestätigen. Leider. Und offensichtlich werde ich ja auch schon zu ehrgeizig für mein Kind (s. deine Kritik oben)...

    Andererseits : ist ein gewisser Ehrgeiz (allerdings von Seiten der KINDER) nicht auch irgendwie wichtig?

    Wieso schreibst du kein Buch zum Thema TW-Training im Verein? Oder du könntest doch auch irgendwelche Übungen zusammenstellen, die man den Trainern an die Hand geben kann. Denn wenn ich mir deine Erklärung ansehe (mit Verletzung bei falschen Bewegungen etc.), dann verstehe ich, dass du es wichtig findest, dass die richtige Technik beigebracht werden sollte.

    LG
    Marie

  46. #46
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    Zitat Zitat von marie
    Ja, du hast recht... ich will nicht klingen wie andere Eltern *heul*..., ich habe einfach nur manchmal Probleme mit dem was ich SEHE...
    *lächel* die haben andere auch, aber man muß es trennen und strikt auch mal laufen lassen.

    8 Fehler im 120 Wörter Diktat in den letzten 2 Sätzen... oder "ich habe leider verpaßt, dass der GEgenangriff läuft"... - ja, ja du hast recht. Ich muss ihn natürlich lassen. Es ist nur verdammt schwer die Fehler zu sehen und einfach nur hinzunehmen.
    Schei..e, Marie! Was ist Dir wichtiger, daß er im Diktat eine 1 hat, oder das er in der E-Jugend alle Bälle hält und ständig hochkonzentriert ist!
    Schau mal, ein Dikat wie das deines Sohnes zeigt deutlich, daß er sich sehr gut konzentrieren kann, aber diese Sache nicht so lange aufrecht erhalten kann.
    Wenn man das nun weiß, kann man entsprechend trainieren! Denn auch so etwas ist eine Trainingssache! Da muß man dran bleiben und ohne Druck wird es dann besser und besser. Denn Konzentrationskondition entwickelt sich auch mit Training.
    Das ist auch beim Computerspielen so: Je länger die Kinder zocken, desto besser werden sie, aber die Zeit die sie sich konzentrieren können, wird nur langsam länger.. daher wird bei längerem Computerspielen auch die Fehlerquote höher und es mißlingt.
    Es ist daher auch hier sinnvoll, die Zeit zu beschränken.

    Daher, lass Ihm Zeit! Er braucht diese um eben die Kondition, auch in der Konzentration Ausdauer aufzubauen...
    Hier helfen Brettspiele, hier helfen Abwechslung im Training.. so daß man sich immer wieder neu konzentrieren muß...

    Ja, auch in der E-Jugend ist man noch ein Kind. Es ist nur einfach so, dass dieses Kind mein größtest Kind ist und ich wohl von klein auf schon immer irgendwie größer gesehen habe als er ist. Man überschätzt sein ältestes Kind leider zu oft.
    Wenn du es weißt, dann mach es doch nicht! Lass es laufen, gerade im Sport! Achte auf die Schule, sein Benehmen, seine Freizeit... das kannst und sollst du kontrollieren. Sport hingegen ist in der Jugend von vielen zu streng und eng gesehen. Lächerlich!
    Lass es laufen.. es ist nicht wichtig. Er wird es lernen, von ganz allein.

    Mein Kind ist inzwischen aber (Breitensportgedanken-Mama) im Turnen (allerdings ist dies kein LEISTUNGS-turnen sondern bietet einfach die Gelegenheit im Winter an Geräten und im Sommer draußen ein bißchen Leichtathletik zu machen, alles ohne Wettkampf, wenn man mal vom deutschen Sportabzeichen absieht) und im Basketball.

    *lachen* Hat dein Kind auch Zeit für etwas anderes, als Sport?
    Ich mein es sind drei Mal die Woche Sport... und immer geregelt.
    Also draussen stumpfsinniges Rennen und Sandkiste hüppen, dann Korbball und dann Fußball?
    Wo ist Klettern, wo ist Fangen spielen, wo ist Toben, wo ist Lernen von und mit der Natur?
    Wo ist Matsch pampen? Wo ist Pfützen springen?
    Ich mein, kein Wettkampf, daß macht die Sache nicht besser, daß hier einfach Kontrolle herrscht und damit der Breitensportgedanken doch abgestumpft wird.. denn Breitensport heißt: Entwicklung von Koordination, Körperbewußtsein, Selbstbewußtsein.. eben den Dingen, die grundlegend in der Entwicklung für Kinder sind.
    Sprich man muß einem Kind auch beibringen, wie man einen Ball wirft, aber auch wie man klettert und man muß es dem Kind auch freistellen, wie hoch und wie weit es klettert... man sieht hier gut, daß an Kletterwänden mit Kindern man sieht, welche Kinder risikobereiter sind, und welche Kinder nicht, und wie Kinder in andere vertrauen und wie diese in sich selbst vertrauen...

    ...DIESES Kind einen wahnsinnigen Bewegungsdrang hat und völlig unausgeglichen ist, wenn es sich nicht ausreichend bewegen kann.
    Du, da würde ich mir keinen Kopf machen. Bewegung heißt nicht gleich Sportverein. Bewegung heißt auch: Raus in den Wald, Pilze sammeln, am Bach Staudamm bauen, im Wald Hütte bauen....
    Bewegung heißt nicht, im Sportverein sein, Bewegung kann auch anders sein , und hier hilft es vielleicht auch den Fokus anders zu setzen. Denn wenn ich z.B. in einem Trainingslager Ausdauer trainieren sollte, ich würde ganz bestimmt keinen Marathonlauf machen lassen! Ich würde die Kinder Aufgaben erledigen lassen!
    z.B. eine Schnitzeljagd.... und es gibt 18 Stationen mit 18 Fragen, oder auch weniger oder mehr... und die Fragen müssen in einer bestimmten Zeit beantwortet werden, inklusive des Sammelns der Fragen.
    Was meinste was die Kinder rennen, um die Fragen zu bekommen!
    Oder lass Die Kinder doch mal Hütte bauen oder einen Staudamm bauen!
    Verdammt, da werden die größten Felsen bewegt. Abend sind alle völlig fertig, Muskeln sind am Ende... das war Krafttraining Kinder-like!
    Und das kann man Kindern sogar als Aufgabe geben und es wird durchgezogen!
    Auch das ist Training, daß ist Sport.
    Und? Kann und darf er das?

    (wieso dann in aller Welt TW????)
    Warum den nicht?
    Ein Torwart ist ein Ganzkörpertraining. Springen, Laufen, Rennen, Fallen, Rollen, Fangen, Werfen, Greifen, Boxen... Da ist eigentlich alles drinne, es wird nur zu selten so gesehen und trainiert.

    ICH, Steffen, finde es ausgesprochen wichtig, dass der Breitensportgedanke hochgehalten wird. Ich finde es nur ätzend, dass ich mein Kind dazu in mehrere Sportarten schicken muss.
    *lachen* Muss man gar nicht! Man muß nur einen tollen Spielplatz ausfindig machen. Und diesen häufiger besuchen...
    Dann passiert eine Menge. Schon mal an eine Art Abenteuerurlaub gedacht?

    Und das mit dem Ausdrauertraining liegt NATÜRLICH am Trainer. Aber ich kann schließlich nicht immer nur motzen. Daher mein Gedanke mich erstmal selber irgendwie weiterzubilden um dann vielleicht etwas ändern zu können.
    Ja na klar.. und dann wissen wir es wieder besser und meinen es wieder nur gut für das Kind, und im Endeffekt geht es nach hinten los, weil das Kind gefallen will, nicht kann, und weil wir es besser wissen, belasten wir das Kind noch mehr....
    Lass es doch einfach!
    Ausdauer lernt man nicht indem man dann 5 Stunden rennen kann!
    Du brauchst Ausdauer in der Konzentration und nicht im Rennen!

    Du sagst also der Ehrgeiz wird von den Eltern hineingetragen in den Sport. Beim Fußball kann ich das absolut bestätigen. Leider. Und offensichtlich werde ich ja auch schon zu ehrgeizig für mein Kind (s. deine Kritik oben)...
    Hmja, leider!
    sorry, du bist alt genug, aber ich finde, dein Kind muß mehr Kind sein dürfen.
    Also nicht auf dem Sportplatz sein...
    Schau mal, wenn ich in den Luisenpark in Mannheim gehe, dann sehe ich meine Kinder nur, wenn die Hunger haben, ich ein Eis ausgebe oder Durst die Kinder quält.. die restliche Zeit wird Fußball gespielt... mit wem? Wurscht, es wird Fußball gespielt... Es wird gerutscht, geklettert, gerannt, getobt... dreimal um den Park gelaufen, viermal die Hängebrücke gelaufen, dreimal über den Bach balanciert (einmal reinfallen inclusive!), es wird Sandloch gebaggert, 30 Eimer Wasser geschleppt, 100 Mal berg auf bergab gerannt.. Was denkst Du, wie die Abends sind?
    Andere Kinder können besser Fußball spielen, doch die bekommen meine Kinder in den anderen Disziplinen nicht, denn hier fehlt Selbstbewußtsein, Balancesinn und viel mehr...

    Wie ist dein Kind auf so einem Areal?
    Wenn es so ist wie meine Kinder, warum es dann in einen Sport zwingen?

    Andererseits : ist ein gewisser Ehrgeiz (allerdings von Seiten der KINDER) nicht auch irgendwie wichtig?
    Kinder entwicklen Ehrgeiz von sich heraus! Im Vergleich des Spiels, miteinander.... das sieht man dann an der Kletterwand. Die Mutigsten sind sofort oben, neigen aber zur Selbstüberschätzung... und die Vorsichtigen guggen erst zu, können sich aber gut einschätzen und die anderen, die schauen, guggen und dann auf einmal erst vorsichtig, später fast wagemutig gehen diese die Wand hoch!
    Meine Tochter zum Beispiel, die sah sich die Kletterwand an, beobachtete andere und entschloß sich dann es auch zu tun. Nicht mit dem Ding, schneller zu sein, sondern einfach hoch zu kommen.
    Das sie dann die Schnellste war.... war Nebensache. Sie hat es geschafft.
    Später kam Sie nochmals an die Wand, sah einen Jungen der da wie ein Affe hochstieg und das brachte Sie so in Harnisch, daß Sie den Kettergurt sofort eroberte, anzog und schnell oben an der Glocke war, als der Sichernde ihr überhaupt erklären konnte, was wie zu machen ist, nicht mal Griffe mußte er Ihr zurufen, sie ging die Wand wie ein Gecko hoch!
    Ehrgeiz trainieren? Unnötig, kommt von allein.
    Dein Beispiel vom Schwimmen zeigt, wie Training ablaufen kann und wie Ehrgeiz kommt... denn allein das Mitschwimmen ist Training und Ehrgeiz kommt dann schon im Vergleich... selbst wenn das Besser nicht zählt.

    Wieso schreibst du kein Buch zum Thema TW-Training im Verein? Oder du könntest doch auch irgendwelche Übungen zusammenstellen, die man den Trainern an die Hand geben kann. Denn wenn ich mir deine Erklärung ansehe (mit Verletzung bei falschen Bewegungen etc.), dann verstehe ich, dass du es wichtig findest, dass die richtige Technik beigebracht werden sollte.
    Warum sollte ein Verlag mich nehmen.. ich habe keine Reputation.. andere Trainer haben diese, weil diese beim DFB sind, weil diese eine Tw-Schule haben, weil diese Hochklassig gespielt haben... all dies kann ich nicht vorweisen, und daher nimmt mich kein Verlag.
    Wenn aber ein Verlag fragen würde, ich würde es schreiben, auch wenn ich denke das es dafür bessere gibt...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  47. #47
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    Standard Spaß und Leistung

    Da ich zum 1. mal hier schreibe, habe ich eure Ausführungen mit viel Interesse gelesen.
    Mein Sohn ist 97er Jahrgang und spielt bei einem Verein, der auch schon bessere Zeiten erlebt hat.
    Trotzdem scheint die Jugendarbeit immer wieder Früchte zu tragen, da fast alle Jugendmannschaften in den jeweiligen höchsten Ligen spielen.
    Da es für den 97er Bereich ja noch keine Leistungsklassen gibt hat man sich der sogenannten Reviercup-runde (www.rscrunde.de) angeschlossen.

    Hier spielen zum größten Teil unter tausenden gescouteten Kindern die Besten gegeneinander.
    Es zählt also Leistung, Leistung und Leistung...
    Mein Sohn ist Torwart und fordert Training, Training und Training....

    Natürlich bin ich Stolz, wenn ein ehemaliger Profi mit Championsleagueerfahrung sich zu dem Kommentar hinreißen lässt:
    "In diesem Alter war ich noch lange nicht so weit",
    aber muß ich nicht auch auf die Bremse treten.
    Wie schütze ich mein Kind vor sich selbst, denn wenn es nach Ihm gehen würde, gäbe es kein Tag ohne Training.
    Ich bekomme das Gefühl der Ehrgeiz frißt ihn auf.

  48. #48
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Hallo,
    wir tritt man auf die Bremse.. nunja, eben indem man nicht jeden Tag Fußball tut!
    Läßt Du es zu, passiert es und dann ist vielleicht auch die Enttäuschung groß... denn richtig los geht es erst ab der D-Jugend... Daher hat das jetzt noch ein wenig Zeit, und sind wir ehrlich: Wenn es tausende gescoutete sind, was bleibt am Ende über?
    Daher, lass es laufen.... Bremse, achte auf die Noten in der Schule, achte auch darauf, daß er anderes tut, also Ausgleich hat, und den Rest Fußball, lass laufen. Wenn er dann doch hoch kommt, lass es auch laufen....
    Wichtig ist, dass er nie das eigentliche Leben, also alles Abseits Fußball, aus den Augen verliert....
    Auch das muß er lernen, denn Fußball kann jemand ernähren, aber was wenn der Fußball nicht mehr ist, z.B.aufgrund einer Verletzung?
    Dann muß eine Rückfallebene da sein, also Schule, Ausbildung und Abschluß....
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  49. #49
    Torwarttalent
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    Jo, ich gebe mich geschlagen...

    Allerdings, lieber Steffen, leider finden sich eben genau DIESE Kinderoasen immer weniger in unserer Welt. Natürlich spielen die Kinder draußen auf der STraße Fußball. Einen Spielplatz gibt es hier weit und breit nicht. Wir leben in einer Welt die keine Kinder haben will. So sieht es am Ende doch leider aus. Und deine tolle Ideen in allen Ehren, nicht jeder hat die Möglichkeit an einem solchen Ort zu wohnen wo es einen Park gibt an dem Kinder geduldet sind und spielen können. Bei uns gibt es in der Nähe zwar einen Bolzplatz, aber da darf viel öfter NICHT gespielt werden, als gespielt werden darf. Regelmäßig verscheucht man die Kinder dort, weil es eben kurz nach 17:30 ist oder weil es Samstag oder Sonntag ist. Keine Ahnung. Sie gehen schon gar nicht mehr hin. So sieht die Realität doch aus. Und die Spielplätze, wenn schonmal irgendwo welche sind: Lachplatten. Nix für 10 Jährige. Und wenn, dann will man die dort nicht haben, weil sie die kleinen stören.

    Reglementiert ist bei uns im Übrigen gar nix. Er muss weder ins Turnen noch ins Basketball gehen. Noch nichtmal ins Fußball. Wenn es nach ihm ginge wäre er den ganzen Tag beim Verein und würde da alle Sportangebote mitmachen die so kommen. Und oft hängen sie einfach auch auf den Vereinsanlagen rum und kicken dort. Dort dürfen sie es wenigstens.

    Mit diesen Beispielen von Schule und Gegenangriff wollte ich doch eigentlich nur verdeutlichen, dass ich mich ein wenig machtlos fühle angesichts der mangelnden Konzentration. Da kommt doch von allen Seiten dann Druck: Lehrer, Trainer, Mitspieler. "Du hast geschlafen!".

    Sorry, ich wollte das nur nciht alles ganz unkommentiert dastehen lassen. Diese Kinderparadiese die es in unserer Jugend vielleicht noch gab sind einfach selten geworden in unserer Welt. Und genau hier wird auch die Aufgabe des Sportvereins wichtiger. Bei uns ums Eck ist eine Unterführung. Dort sitzen die Kiddies, ein zwei Jahre älter als mein Sohn und SAUFEN... so sieht unsere Welt doch aus. Da sehe ich mein Kind lieber beim Sportverein. Reglemntiert oder nicht...

    LG
    Marie

  50. #50
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    Marie,
    wir Erwachsenen machen diese Welt!
    Wir müssen also Kindern die Möglichkeiten geben.
    Wir Eltern müssen uns zusammen raufen, wir müssen tun. Denn wenn Neubaugebiete Kinderfeindlich werden, hängt es an der Planung, und dann sind wir gefragt. Im Ortsbeirat solche Dinge anmahnen und die Politik darauf aufmerksam machen.... und Parkanlagen gezielt ansteuern.
    Wir müssen uns auch Zeit für unsere Kinder nehmen und nicht hoffen, oder glauben, es reicht die Kinder vor die Tür zu treten!
    Denn ich bin ein Stadtkind, groß geworden zwischen Slum und Hauptstrasse, zwischen Bahngleisen und Kneipenviertel, zwischen mit Müll verunrateten Spielplatzruinen und tristen Parkanlagen.... und trotzdem, ich hatte Spielplätze.
    Bei meiner Oma in den Auen des Flusses, oder im Park mit seinen Spielplätzen, wo meine Eltern mit mir hingegangen sind...
    Heute bin ich Eltern, heute muß ich also meine Kinder an solche Orte bringen und Ihnen diese Chancen verschaffen.
    Denn meine Kinder wachsen so auf, wie ich, und daher muß ich dafür Sorge tragen, daß Ihnen diese Freiheiten gegeben werden.. und die Chancen sind da...

    Es ist daher gut, daß Du Dich machtlos fühlst, denn wenn Du die Macht hättest, du würdest den Druck verstärken, anstelle diesen zu mindern. Denn Du willst etwas ändern was vielleicht eher Zeichen eine Überbelastung, ja einer Überforderung in der Situation ist....
    Und jetzt würde sogar Mama daran schrauben... Mama, die eigentlich dafür Sorgen müßte, diesen Druck zu nehmen und dem Kind andere möglichkeiten zu verschaffen.
    Das diese Welt nicht für Kinder gemacht ist, nicht auf Kinder baut, ist eine andere Sache.
    Duetlich zeigt mir, daß aber Wir es sind, die diese Welt gesachaffen haben und heute jeder die Schuld bei anderen sucht.
    Wir haben den Leistungegedanken um jeden Preis in den Sport und den Kindersport getragen, wir haben Ideale gemacht, die Kinder zu erfüllen haben und wir geben vor, was Kinder erreichen müssen! Wir geben aber nicht mehr vor, wie Freiheit aussieht, wir stellen Grenzen nicht mehr klar, wir legen die Füsse hoch und lassen andere tun!
    Ich sehe es deutlich um mich herum, und das schlimme ist, jeder schaut mich an uns sagt: "Wow, was deine Kinder alles mitmachen, also meine würden das nie tun!"
    Falsch!!
    Sie würden es tun, wenn man sie mitnimmt, mitmachen läßt. Aber Mama kommt von der Arbeit nach Hause, setzt sich und legt die Füsse hoch, muß sich entspannen.... keine Zeit jetzt mit Kind in den Park zu fahren.
    Dafür fahren diese Eltern dreimal mit Kindern in den Urlaub und 5 mal in Zenterparks.. Dort legen sie die Eltern in den Sand und 'relaxen', die Kinder spielen am Strand oder in der Betreuung...
    Tja, und wie sehen andere Eltern aus?
    Die fahren nach Bayern, besuchen alte Wassermühlen, fahren mit der Dampfeisenbahn, gehen in den Klettergarten, besuchen das Deutsche Museum, fahren ins Freilichtmuseum, besuchen Neu-Schwanstein, wandern durch die Marienklamm, machen ein Picknick auf einer Almwiese....
    Und die Zenterpark-Eltern und Strandurlauber rufen aus: "Das ist doch kein Urlaub! Das ist doch Stress!"
    Sicher, für Eltern ist das vielleicht nicht Ruhe, nicht die totale Entspannung, aber für die Kinder ist es Abenteuer, ist es Toben, Spielen und Lernen...

    Und daher.... es liegt an uns!
    Und wenn ich ehrlich bin, bei vielen Kindern ist es mir langsam Wurscht. Denn die Kinder, die kann ich beeinflussen, nicht aber die Eltern. Es sind Eltern, die Kinder lieber 5 mal im Jahr in die Fußballschule schicken und teuer Geld bezahlen, als zweimal pro Woche auf dem Fußballplatz das Tw-Training abzuwarten. Denn auf dem Fußballplatz macht es ein Niemand, in der Fußballschule ein Ex-Profi... und der Sohn soll was werden, also muß es teueer sein und Mama kann Sohn in der Fußballschule abgeben!!!
    Da ich nun diese Eltern, die versuchen einen kleinen Lehmann zu züchten nicht beinflussen kann und will, ist mir egal, daß diese Kinder dann Stundenlang Playstation zocken, eine Amsel nur als Vogel identifizieren, 5 verschiedene Bäume nicht kennen und nicht ein einziges Mal an einem Bachlauf einen Staudamm gebaut haben... Es sind Kinder, die eingesperrt sind, oder sich selbst überlassen sind, in der so gut gemeinten Freiheit...
    Wenn heute meine Tochter von der Spitze des Klettergerüstes im Herzogenriedpark ein lautes "Paaapaa, hier ooooben!" brüllt, dann weil Sie sich überwunden hat, dort oben zu sein, und weiß: Der Papa, der kommt auch hier hoch, denn der kann es heute noch!
    Und wenn der Sohn mit der Schaufel im Sand steht, und Eimer um Eimer füllt, dann weiß er, daß es oft passiert, daß er mit Papa die tollste Sandburg baut, weil der Papa auch dafür Phantasie und noch Zeit hat.

    Weißte, Umgang mit Kindern ist nicht, daß man weiß was für Kinder gut ist, sondern das man selbst noch Kind ist....
    Beispiel: Wir planten eine Nachwanderung... hatten eine tolle Eiche über dem Tal ausgesucht für die Gruselgeschichte, doch Hr. Hochpädagoge meinte es besser zu können!
    Er kaufte eine Karte und dann rannte er mit den Kindern los.... nach 2 Stunden die erste Frage: "Wo sind wir nun eigentlich und wo geht es weiter?"
    Nach weiteren 2 Stunden auf einer Licht mit Futterkrippe festgestellt, daß es Sackgasse ist... und die Kinder verließ der Mut... doch dann nahmen wir die Kinder an der Hand, erklärten, daß wir nun auf der Strasse laufen müssen, 500 Meter.... und keines der Kinder war ohne Disziplin und Kontrolle. Die Gefahr in der Nacht auf einer Landstrasse war bewußt und klar... dann erklärten wir den Kindern: "Hört Ihr die Bahn?" Und sie hörten den Güterzug. Nun kamen wir an eine Strassengabelung, recht zu einer Örtlichkeit, links in einen Wald. Die Führenden beschlossen nun, man geht in den Ort und läßt sich abholen, denn man war nun 7 Stunden unterwegs, ohne Orientierung. Doch wir drehten nach links ab und die Kinder trafen Entscheidung: "Wir gehen mit Euch!2 so ging die Führung in den Ort und wir gingen in den Wald, dabei fanden wir Zeit für Abenteuergeschichten, für Nachttiere und dann für das Morgengrauen... und nach 8 Stunden erreichten wir den Treffpunkt und die schlafenden Busfahrer... die Führungsriege haben wir nach 9 Stunden im Dorf weiter abgeholt, wo diese vergeblich eine Telefonzelle suchten....
    Marie, warum gingen diese Kinder mit uns?
    Wir strahlten etwas aus... und diese Ausstrahlung macht, ob Kinder mit Dir durch die Hölle gehen würden, oder sich lieber an den Strand legen!
    Und das ist dann auch beim Fußballtraining wichtig.. man muß nicht gewinnen, aber man muß mit Kindern gehen, Teil der Mannschaft sein, nicht der Trainer, nicht der Anführer, nicht der Chef. Man muß sich diese Rolle erarbeiten und verdienen. Allein weil man der Größte und Stärkste ist, wird man es nicht. Aber wir sind Teil der Mannschaft und erarbeiten uns die Position des Trainers, indem wir führen, indem wir zeigen, wo was geht.... wir sind nicht Trainer, weil der Verein es will, wir sind Trainer, weil die Kinder uns akzeptieren!
    Und daher ist es unsere Aufgabe, Kindern auch die anderen Teile des Lebens zu zeigen, und das ist Aufgabe der Eltern...
    Wir Trainer begleiten nur einen kleinen Teil im Sport... und dabei müssen wir auch begleiten und zeigen, das Sport nicht immer nur gewinnen ist. Wir müssen auch loslassen.... wir müssen zeigen, daß verlieren auch Teil ist und vormachen, daß der Sieg nicht alles ist, sondern das es mehr ist, was den Sport ausmacht...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

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