Hildebrand hat aus meiner Sicht den richtigen Schritt getan. Er ist Risiko gegangen und hat eine schwere Herausforderung angenommen. Er macht genau das was ein Torwart der sich weiter entwickeln möchte auch tun muss. Er probiert es halt und erhöht die Schwierigkeit seiner Aufgabe und wird dabei ungemein lernen.
Man muss sich nur erinnern, wo Lehmann stand, als er von Schalke nach Mailand wechselte. Er hat den schwierigen Schritt gemacht, machte bei AC Mailand Patzer am Fließband, hat aber ungemein daraus gelernt und ist als Persönlichkeit gereift. Wie es weiter ging, brauche ich nicht zu erwähnen. Er hat sogar seine Spielweise immer weiter verfeinert, hat eine tolle WM gespielt und ist ein Vorbild für viele Torhüter.
Was ist mit Enke? Die Zeit bei Fenerbahce oder Barcelona hat ihn auch weiter gebracht. Er ist als Torwart gereift, gilt zurecht für viele als der beste und sicherste Keeper in der Bundesliga und ist im Kader der Nationalmannschaft. Aus meiner Sicht ist er jetzt an einem Punkt angekommen, an dem er zurück ins große Geschäft (ein Top-Verein mit CL-Ambitionen gehen könnte). Jetzt ist er so weit.
Wo sind aber die ganzen Keeper die niemals ins Haifischbecken gesprungen sind? Aus denen ist nichts geworden. Sie sind in ihrer Entwicklung stehen geblieben. Die Torhüter die nur das familiere Umfeld gespürt haben, wo einem der Zucker in den Hintern geblasen wird, sind nicht so weit gekommen. Sie haben sich niemals mit dem maximalen Druck und schwierigem Umfeld auseinander gesetzt und haben ihre Belastbarkeit nicht ausgetestet. Hildebrand probiert es zumindest und das ist aller Ehren wert. Und wenn es nicht klappt, dann hat er es wenigstens versucht. Er soll da bleiben und versuchen sich durch zu beißen.




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