Hmm, was die Effizienz von Dopingmitteln angeht, stimme ich dir nicht ganz zu. Letztendlich kannst du zwar Mittel zur Konzentrationssteigerung nehmen, und dich damit auch in den bestimmten Bereichen verbessern (was auch für die körperlichen Aspekte wie Sprungkraft gilt), aber der Gesamteffekt dürfte vernachlässigbar sein. Klar, du kannst deine Konzentration steigern, deine Sprungkraft steigern, aber das alles hilft dir in entscheidenden Situationen ja nur bedingt, weil zu viele Einzelfaktoren zusammenkommen. Klar, konzentriert zu sein ist schonmal gut, große Sprungkraft ebenso. Aber damit halte ich einen Ball trotzdem nicht, wenn ich nicht die richtige Sprung- und Flugtechnik zum Ball anwende, den Ball falsch abwehre oder sonst etwas. Die wirklich wichtigen Aspekte kannst du halt mit Doping nicht verbessern.
Allgemein kommt es im Fussball ja auf viel mehr Faktoren an, als z.B. im Radsport. Im Radsport gibt es Grundlagen (Körperhaltung auf dem Rad usw.) die jeder Radler beherrscht. Der Rest ist Renntaktik (wofür der Fahrer begrenzt verantwortlich ist) und letzten Endes Ausdauer, also die Fähigkeit, nochmal etwas rauszuholen (z.B. am Berg). Wenn du dann noch nachsetzen kannst, weil deine Beine nicht weh tun, hast du einen Riesenvorteil.
Der Fussballtorwart aber profitiert m.E. nicht besonders davon, dass er in der letzten Viertelstunde die Konzentration oben hält (das ist eigentlich normal, also nur bei Konzentrationsschwächen nötig). Und selbst wenn, ist er nur einer von 11 Spielern.
Es ist doch allgemein so, dass in Mannschaftssportarten kaum gedopt wird (Zumindest wird es nicht aufgedeckt). Sowas sieht man meist in Einzelsportarten, häufig dann, wenn es im Endeffekt um Ausdauer oder Schnelligkeit, ansonsten aber um relativ wenige Faktoren geht (Radsport, Skilanglauf, Sprint, Schwimmen,...). Auch sind das hauptsächlich Sportarten, wo man selbst über seine Performance entscheidet. In Mannschaftssportarten ist dies durch die Leistung der eigenen, aber besonders durch die der gegnerischen Mannschaft begrenzt.
Ich denke nicht, dass Fussballer vom Prinzip her ehrlicher sind als andere Menschen (Stichwort Wettskandale). Ich will auch nicht sagen, dass Doping keine Effekte hat, aber insgesamt sind diese Effekte zu gering, als dass sich das Risiko, erwischt zu werden, lohnen würde.
Anders sieht das natürlich bei Schmerzmitteln aus, die einen angeschlagenen Spieler einsatzbereit machen sollen. Hier gab es ja auch einzelne Fälle, wo man über die Grenze gegangen ist (Daniel Gomes, Aachen), oder zumindest sehr nah an die Grenze herangeht ("Fitspritzen").




Zitieren