
Zitat von
Sportphysio 2013; Georg Thieme Verlag
[...] Fazit: Crush-Eis für den Ernstfall
Nach einer Verletzung verfolgen Sportphysiotherapeuten mit einer Kühlung diesen Ansatz: Wärme aus dem Verletzungsgebiet abziehen mit klinischem Nutzen wie Begrenzen des Verletzungsausmaßes durch verringerten Gewebestoffwechsel mit Abnahme der sekundären Zelluntergänge, Analgesie und Unterstützung der Rehabilitation [5]. Dass Eis nach einer Verletzung schmerzlindernd wirkt, ist klar belegt. Vieles spricht dafür, dass Crush-Eis die beste Applikationsform ist. Es erreicht die Temperaturschwelle für die Analgesie am schnellsten.
Obwohl Eis einen signifikanten Effekt auf wichtige zelluläre und physiologische Abläufe im Entzündungsgeschehen hat, kann es im klinischen Setting durch die oberflächliche Applikation meist keinen ausreichenden Temperaturrückgang im geschädigten Zielgewebe erreichen. In klinischen Situationen beschränkt sich der Nutzen einer Eisanwendung eher auf die Analgesie. Dies gilt vor allem für Patienten mit höherem Körperfettanteil, einer Weichteilverletzung in der Tiefe oder wenn postoperativ zusätzlich isolierende Schichten vorliegen. Die mit der Kühlung verbundenen neuromuskulären Effekte fördern die effektive Wiederherstellung. Sie bahnen die Schmerzlinderung und muskuläre Aktivierungsmuster.[...]