Hallo Steffen,
heute im Aufwärmen habe ich mich eine zeitlang besonders auf dieses bestimmte Gefühl konzentriert. Sobald ich den Ball sicher gefangen hatte, schaltete ich kurz ab und ich war erstaunt, wie ruhig es in diesen Momenten um mich herum war. Ich habe nichts besonderes gemacht, nur den Ball besonders fest am Boden in die Hände geschlossen und kurz alles um mich herum vergessen. Das Aufwärmen lief besser als sonst, denn normalerweise leiste ich mir immer einige Patzer dabei.
Und auch im Spiel ging es dann gut los. Ich pflückte die ersten beiden Flanken sicher herunter, normalerweise eine Schwäche von mir. Beide Male konzentrierte ich mich wieder auf das Gefühl dabei. Es ist ein gutes Gefühl.
Ich bin sogar einmal an einer Flanke vorbei gesegelt, was normalerweise dafür gesorgt hätte, dass ich lange darüber nachdenke. Doch diesmal konnte ich direkt wieder umschalten und die Sache abhaken.
Es gab natürlich auch wieder Situationen in denen ich sicherlich hätte rauskommen können, aber diesen Gedanken hatte ich jeweils nur kurz und ließ ihn nicht richtig an mich heran.
Natürlich kann all dies auch ein Zufall sein. Klar, wir hatten ein Topspiel, alle Spieler waren bis in die Haarspitzen motiviert, auch ich. Aber dennoch hoffe ich, dass ich den ersten Schritt in Richtung "gutes Gefühl" selbst gemacht habe.
Mir ist allerdings aufgefallen, dass ich mich selbst immer daran erinnern muss um dieses Gefühl zu kriegen. Es kommt also erst, wenn ich den Ball in den Händen habe und mir dann sage "schalte mal kurz ab, was fühlst du?". Es kommt nicht von alleine bei jeder guten Aktion. Und das sollte es irgendwann, oder? Es ist wohl ein Lernprozess und irgendwann automatisiert sich der Gedanke bzw. das Gefühl, richtig?
Auf jeden Fall was dies wohl ein guter Beginn. Dieses Gefühl vermittelt Ruhe, Sicherheit, Selbstbewusstsein und vor allem Entspannung. Man schaltet in diesen Situationen kurzzeitig vollkommen ab, jetzt im nachhinein ist es unglaublich schwer für mich diese Situationen nochmal im Kopf durchzugehen, dieser Moment des Fühlens ist wie ein Blackout das den Kopf reinigt.




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