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Thema: Trainingsprobleme bzw. Tage, an denen man besser nicht zum Training gegangen wäre...

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  1. #1
    torwart.de-Team
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    Avatar von Stetti
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    Hi,
    ich hatte Mittwoch ein Spiel.

    Es kam lange Zeit kein Ball aufs Tor. Ca. 20 Minuten ohne gegnerischen Torschuss. Dann aber konnte ich den ersten Ball gut parieren. Die nachfolgenden Bälle fanden auch nicht den Weg ins Tor. Auch in der zweiten Halbzeit stand es lange 0:0 ehe wir den Führungstreffer machten und kurze Zeit später noch 2 Tore nachlegten.

    3:0 gewonnen - der erste Sieg seit über einem Jahr.

    Ich habe auch mal bewusst darauf geachtet, was ich nach gehaltenen Bällen mache. Es gab mehrere Situationen, wo ein Steilpass zu steil kam und ich den Ball aufnehmen konnte. Ich habe mich leicht abgerollt und den Ball fest in den Händen gehalten. Ich habe da ein (sieges)sicheres Gefühl gehabt.
    Auch ist mir aufgefallen, dass wenn ich einen Ball abwehre und direkt nachsetzen will, dass ich dann kaum etwas wahrnehme. Bzw. warnehmen schon, aber nicht scharf und direkt. Da ist dann alles ausgeblendet. Zuschauer, Spieler, usw. Meine Augen suchen nur nach dem Ball.

    Morgen habe ich ein Freundschaftsspiel und Montag wieder ein Ligaspiel.

    Stetti

  2. #2
    Torwarttalent Avatar von Tunnel
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    Zitat Zitat von Stetti
    Auch ist mir aufgefallen, dass wenn ich einen Ball abwehre und direkt nachsetzen will, dass ich dann kaum etwas wahrnehme. Bzw. warnehmen schon, aber nicht scharf und direkt. Da ist dann alles ausgeblendet. Zuschauer, Spieler, usw. Meine Augen suchen nur nach dem Ball.


    Stetti
    Du stehst in dem Moment ja voll unter Adrenalin. Das sorgt dafür, dass du dich auf das Wesentliche konzentrierst - in dem Fall halt auf den Ball. Wäre ja auch schlimm wenn dich die Zuschauer in dem Moment mehr interessieren würden...
    Quote:"Ein echter Torwart hopst auf jedem Boden " <-- Thanks to bw90g !!!

  3. #3
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von Stetti
    Ich habe da ein (sieges)sicheres Gefühl gehabt.
    Auch ist mir aufgefallen, dass wenn ich einen Ball abwehre und direkt nachsetzen will, dass ich dann kaum etwas wahrnehme. Bzw. warnehmen schon, aber nicht scharf und direkt. Da ist dann alles ausgeblendet. Zuschauer, Spieler, usw. Meine Augen suchen nur nach dem Ball.
    Adrenalin erklärt es für die eher wissenschaftlich denkenden. Adrenalin allein setzt aber nicht Gefühl und Focus. Und voll unter Adrenalin stehen heißt, danach gar nicht mehr reagieren können.
    Beispiel aus eigener Erfahrung:
    Drei Jungs wollten mich in der S-Bahn-Station ausnehmen. Habich nicht zugelassen und mich gewehrt, auch gewonnen.
    Problem danach: Voller Adrenalinschub. Zittrige Hände, keine Schmerzen, Nase geschwollen, Augen blau und wacklige Beine.
    ich habe nicht mal die nette junge Dame wahrgenommen, die mir ein Taschentuch reichte, damit ich mir Gesicht und Hände etwas abwischen konnte...
    Danach im Training war nichts los. Ich habe förmlich über reagiert. Viel zu Hektisch, viel zu wild. Es war unkontrollierbar.... Ich bin dann 5 km Laufen gegangen, um erst einmal wieder 'runter' zu kommen, danach ging es ein wenig, aber immer noch viel zu aufgedreht.... DAS ist voll unter ADRENALIN!

    Anders ist es z.B. im Training bei Muto Dori.. man setzt seinen Focus und alles um einen geht wie bei Stetti in Vergessenheit, geht an den Rand des Bewußtseins... nichts ist wie es war, und der Augenblick allein zählt.
    Die Bewegung kommt spontan, und genau richtig, es gibt keinen Timing Fehler, keinen Bewegungsfehler, alles passiert korrekt und völlig intuitiv...

    Das gleiche erlebt man bei einer Parade. Der Focus ist gesetzt, das Geräusch des satten Flop des Schusses der Auslöser, wie eine Initialzündung ist ab dann alles abgeschaltet und alles passiert von allein. ich muß nicht denken, nehme nichts war.
    ich spüre vielleicht kurz, wie sich meine Finger um den Ball legen und ich diesen an mich heranziehe, doch 'wach' werde ich erst nach dem Abrollen.
    Ich atme lang aus, und tiefe innere Ruhe durchströmt mich. Es ist ein Moment tiefer, tiefer Stille und ein Bruchteil einer Ruhe, die ich nirgendwo finde. Manchmal rieche ich dann sogar das Gummi des Balls, den Geruch des Lehmbodes im Rasen, ich höre vielleicht von Fern her Murmelnde Stimmen und ganz entfernt das Schreien eines Trainers oder Spielers.
    aber ich bin für mich, in einem Hort der Ruhe. Beim ausatmen spüre ich, wie mich Entspannung durchströmt. Alles, was eben verkrampft war, geht heraus, es wird locker und die Ruhe löst meine Muskulatur. Ich habe abgeschlossen...
    Ruckartig atme ich ein, und kehre zurück. Es gibt keinen Focus und mein Kopf nimmt wieder normal war, ich höre daher die Spieler rufen, sehe die Situation und spüre, daß man auf mich wartet, so daß ich mich erheben kann.
    Es dauerte für mich Minuten, doch in Wirklichkeit sind es Sekundenbruchteile... Nein, viel Adrenalin ist nicht dabei, es ist bereits jetzt verflogen und ich bin ruhig, sehr, sehr ruhig. Völlig gelassen mache ich meinen Abwurf, und atme auch dabei bewußt aus. Ich genieße das Gefühl, und spüre, daß ich mich auf einer Art Reise befinde... aus dem Fenster blickend, sehe ich jede Sitaution des Spiels neu, weiß aber, daß diese gleich wieder verflogen sein wird.
    Und es macht mir Spaß, immer wieder neues zu erleben und zu sehen.

    Somit Stetti, was dir widerfahren ist ist sehr, sehr gut. Der Atem ist der Schlüssel dieser oft sehr merkwürdigen Kraft.
    Und wenn du aufmerksam bist, es wird dir immer wieder mal auffallen, daß es vergleichbare Situationen gibt, einige davon sind angespannt, weil es z.B. eine Notsituation ist, getrieben von Angst und Unbehagen, oder von Wut und Aggression.
    Andere sind entspannt und locker, irgendwie passiert es einfach und es gibt keinen Grund zur Besorgnis, der Motor des Ganzen ist Spaß, Freude; Liebe und auch Ekstase....

    Wir müssen nach dem Zweiten streben, und müssen einen Weg finden, Unbehagen, Angst und Aggression zu kanalisieren und abzuleiten, damit die Aktionen locker und entspannt verlaufen und nicht wild und unkontrolliert...
    Hier hilft uns, daß wir lernen uns aktiv zu entspannen, aktiv und bewußt zu atmen, aktiv und bewußt fühlen und vieles was passiert, auch einfach zulassen, ohne es wirklich zu beachten...

    Nichts, was eben so einfach beginnt, oder einfach in 5 Minuten erlernt werden kann, es ist mehr.... und dauert daher.

    Paulianer,
    das mit dem Ei stimmt, doch wie oben geschrieben, wir müssen lernen, auch dann gut zu halten und es zu schaffen, daß positive Strömen in uns zu fühlen, auch wenn so ein Ding passiert ist.
    Schwer, aber es geht... denn nicht immer bekommt man die Chance auf eine tolle Parade am Anfang, um das nötige Sicherheitsgefühl und das nötige Selbstbewußtsein zu bekommen.
    Daher soll die Sache mit dem Konzentrieren, ja fast Meditieren, dem Atmen und bewußt spüren uns helfen, die Sache zu erkennen, zu erfahren und damit zu nutzen.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  4. #4
    Torwarttalent Avatar von Tunnel
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    Ich muss Steffen recht geben was das Adrenalin angeht. Manchmal braucht man nen kleinen Denkanstoß...
    Das Adrenalin wird ursprünlich ja auch ausgeschüttet um sich auf das Wichtigste zu konzentrieren: Überleben - also früher: Flucht.

    Für die die es interessiert:

    Adrenalin hemmt auch das Schmerzgefühl; dies war früher wichtig um die Muskeln auch überlasten zu können, denn normale Menschen nutzen ihre Kraft "nur" zu ca. 35%! Daher entwickelt man im Überlebenskampf auch "übermenschliche Kräfte".
    Übrigens: Wenn einem z.B. der Weisheitszahn gezogen wird spritzt der Arzt auch einen Cocktail, in dem u.a. viel Adrenalin enthalten ist. Dieses sorgt nämlich durch Verengung der Gefäße auch dafür, dass das eigentliche Schmerzmittel am Ort des Geschehens bleibt. Würde der Arzt nur ein Schmerzmittel spritzen, so würde dieses innerhalb kürzester Zeit nachlassen, da der Kopf so stark durchblutet wird. Direkt nach der Spritze fühlt es sich auch kurz an als würde das Gesicht brennen
    Nur für die, die es noch nicht hinter sich haben...
    Quote:"Ein echter Torwart hopst auf jedem Boden " <-- Thanks to bw90g !!!

  5. #5
    Amateurtorwart Avatar von Baschdy
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    Zitat Zitat von Tunnel
    Ich muss Steffen recht geben was das Adrenalin angeht. Manchmal braucht man nen kleinen Denkanstoß...
    Das Adrenalin wird ursprünlich ja auch ausgeschüttet um sich auf das Wichtigste zu konzentrieren: Überleben - also früher: Flucht.

    Für die die es interessiert:

    Adrenalin hemmt auch das Schmerzgefühl; dies war früher wichtig um die Muskeln auch überlasten zu können, denn normale Menschen nutzen ihre Kraft "nur" zu ca. 35%! Daher entwickelt man im Überlebenskampf auch "übermenschliche Kräfte".
    Übrigens: Wenn einem z.B. der Weisheitszahn gezogen wird spritzt der Arzt auch einen Cocktail, in dem u.a. viel Adrenalin enthalten ist. Dieses sorgt nämlich durch Verengung der Gefäße auch dafür, dass das eigentliche Schmerzmittel am Ort des Geschehens bleibt. Würde der Arzt nur ein Schmerzmittel spritzen, so würde dieses innerhalb kürzester Zeit nachlassen, da der Kopf so stark durchblutet wird. Direkt nach der Spritze fühlt es sich auch kurz an als würde das Gesicht brennen
    Nur für die, die es noch nicht hinter sich haben...
    stimmt! es heißt ja auch das menschen in gewissen situationen über sich ,,hinauswachsen", eben übermenschliche kräfte entwickeln.
    finde aber dass das im fußball nicht der fall ist
    Oliver Kahn: Der Weg zum Ziel liegt oft dort, wo die Angst sitzt.

    Deutscher Eishocheypokalsieger 2007:
    DIE ADLER Mannheim
    http://www.youtube.com/watch?v=oVObYJbnUYQ

  6. #6
    Internationale Klasse Avatar von dennis d
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    ich hab das Gefühl, dass mein ES verschwunden ist! Ich spiel einfach mein Ding und mach mir um nix sorgen! Beispiel: Gestern im Spitzenspiel, bin ich an einer Ecke vorbei geflogen, daraus resultierte wieder eine Ecke, ich bin wieder raus und habe den Ball sicher gehabt! Ich hab mir nicht den Kopf voll gemacht, hab einfach gedacht, wenn du nie raus gehst, dann lernst du es nie! Ich bin auch bei einem Freistoß, von halbrechts raus, als der Ball am 11er hoch hinein kam und hab ihn gehabt! Ich bin glücklich, dass ich meinen Verstand, bzw. meine Angst, den Ball nicht fest halten zu können oder am Ball vorbei zu fliegen, ausschalten konnte! Daran will ich jetzt weiter arbeiten! Auch der Wille jeden Ball fest zu halten hilft mir, seitdem halt ich Bälle fest die ich früher eher abklatschen lies ( ich glaub der Wille ist ein Freund vom ES )! Naja wollt nur mal kurz berichten!

    Mfg dennis
    Saison 06/07 Aufstieg in die Bezirksliga
    Saison 07/08 Aufstieg in die Bezirksklasse

  7. #7
    Nationale Klasse Avatar von r4v3n
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    Hallo Steffen,

    ich hatte am Sonntag endlich mal wieder ein Erfolgserlebnis in Sachen Kopf frei haben. Ich habe versucht die Atemttechnik und das kanalisieren von schlechten Gedankene anzuwenden, was auch sehr gut klappte. Ich spielte absolut Fehlerfrei, und bewahrte mehrfach unsere Mannschaft vor einem Rückstand, und ja bei einer Parade hate ich diese absolut geile ES gefühl . Es war ein schlenzer auf meine vermeindlich schwache Ecke links, und was ist? Ich spring ab, es ist wie du Steffen schon sagtest absolut intuativ passiert, und berühr den Ball entscheiden mit meinen Fingerspitzen gegen den Pfosten.

    Das Spiel endet 1:0 gegen den Tabellenzweiten, ich kann euch sagen ein unheimlich geiles Gefühl. Ich hoffe ich kann diese Fähigkeit weiter ausarbeiten, und meine Leistungen weiterhin steigern!

  8. #8
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von r4v3n
    Ich hoffe ich kann diese Fähigkeit weiter ausarbeiten, und meine Leistungen weiterhin steigern!
    Hallo,
    man kann! Wenn man mal erkannt hat, da da etwas ist, was man nicht beschreiben kann, noch weniger wirklich kontrollieren kann, aber dem Ding vertraut und auch im Training, ES einfach machen läßt... Man lernt so, sein ES zu beobachten und merkt auch, wo ES noch etwas für uns tut...
    Und wenn man lernt, mit dem Atmen auch das Gefühl zu kanalisieren und damit die Energie der Gedanken in geregelte Bahnen zu bekommen, kann man Dinge, die eben den Focus auf sich ziehen und uns damit blockieren, wirkungsvoll verhindern oder bei Seite lassen, und damit dieser tollen Fähigkeit Freiheiten schaffen.

    Zitat Zitat von dennis d
    Auch der Wille jeden Ball fest zu halten hilft mir, seitdem halt ich Bälle fest die ich früher eher abklatschen lies ( ich glaub der Wille ist ein Freund vom ES )! Naja wollt nur mal kurz berichten!
    Schön! Doch der Wille allein ist es nicht. Der Wille hat großen Einfluß, aber wenn der Wille da ist, dann könnte man versucht sein, mit dem Willen alles zu machen, und weiter oben kann man dann lesen, daß auch dies eine Sackgasse ist.
    Macht man es richtig, dann stört der Wille nicht, sondern ich sozusagen Transportmittel, macht man es nicht richtig, dann versagt es und es geht gar nichts mehr....
    Bei Dir war der Wille, etwas zu tun der auslöser.. Es hat geklappt, der Wille war nun nicht mehr nötig, sondern Du wußtest: Es funktioniert, ich kann es!
    Damit wird der Wille unnötig und man vertraut in sich selbst, in seine Fähigkeiten. Du machst Dir keine Gedanken mehr und vor allem keine Sorgen und Zweifel. Du hast die Erkenntnis, daß etwas funktioniert und weißt, das Du dies einsetzen kannst. Das entspannt.... und damit gewinnt ES die Oberhand..
    Selbstvertrauen ist oft ganz wichtig, und oft muß man den Umweg über Selbstfindung und Selbstsuggestion gehen, um wieder dorthin zu kommen, daß man eben nicht durch Zweifel und Sorgen, die im Unterbewußtsein sind, gestört wird...
    Du wirst lachen, auch hier hilft Atmen...
    Doch mal zurück: Wie war das Gefühl die Flanke herunter zu pflücken??
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

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