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Thema: Mentales Training: ES hilft!

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  1. #30
    Welttorhüter
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    Ich habe eine erste Erfahrung gemacht. Zwar nicht auf dem Fußballplatz, sondern im Fitnessstudio, dennoch taugt sie etwas Also hier kommt die kleine Geschichte:

    Es gibt zwei Arten von Zwillingen. Die eine Art von Zwillingen ist die harmonische Sorte. Es wird geteilt, offensichtlich geliebt, der andere Geschwisterteil ist wie eine beste Freundin für diese Art von Zwilling. Und dann gibt es die andere Sorte: Chaotisch, ewig streitend, jegliche Ähnlichkeit verweigernd, doch am Ende lieben sich die beiden Chaoten doch. Meine Schwester und ich gehören zur letzteren Art. Dies sollten wir an diesem Tag wieder einmal eindrucksvoll belegen. Das tollste am Zwillingsdasein: Man hat immer zwei Kleiderschränke . Teilen? Klar, aber nur ohne Erlaubnis.

    Ich wollte eigentlich nur entspannt zu McFit gehen, mein Vorbereitungsstart. Auf dem Programm stand Splittraining, Beine und Bauch im Fokus. Nichts ahnend wollte ich losgehen, da fällt mir auf: Das Schloss für den Spind fehlt. Oh meine Güte, wie ich es hasse. Meine Schwester hat das Schloss wohl bei ihrem letzten McFit-Gang in ihrer Tasche gelassen. Also: Ab ins Zimmer. Es war schon 22 Uhr und ich wollte eigentlich schon vor einer Stunde losgehen, daher war meine Laune auf einmal unter 0, als ich ihr Zimmer betrat. Da ging es mit dem rumgekeife los. Die Details erspare ich euch, aber es war das typische: "Du hast!" "Nein, ich nicht!" "Doch, du hast es immer" "Nein, ich hab es nie"... Schon fast belustigend, wenn man es Revue passieren lässt. Am Ende haben wir uns über alles und jedes gestritten, meine Mutter schritt ein, versuchte zu schlichten - ein "Mama, Halt dich da raus!" im Einklang half auch nicht weiter. Stocksauer fuhr ich ohne Schloss und mit erheblichem Stimmungsverlust zu McFit. Beim Umziehen wurde alles in den Spind geschleudert, dass es nur so krachte (ab 22 Uhr ist kaum noch eine Frau bei McFit, deswegen hab ich die Umkleide meist für mich). Zur Erwärmung ging es dann in spezieller Form auf den Crosstrainer. Ich konnte mich nicht konzentrieren, im Kopf schwirrten die Bilder vom Streit umher und machten mich immer wütender. Ich verlor zunehmend das Gleichgewicht, kam in meinen Rhythmus nicht rein und musste neu ansetzen, was mich noch rasender machte. Schließlich war ich wütend auf alles und jeden. Warum muss ich denn ins Fitnessstudio? Ich könnte doch auf dem Platz sein, aber nein - es ist ja noch kein Trainingsauftakt - na super!
    Am Ende kam mir dann das Camp in den Sinn und ich stieg vom Crosstrainer ab. Knopfdruckmoment? Das wäre jetzt eine perfekte Situation, um den ersten Schritt zu versuchen. Gesagt, getan. Augen geschlossen, auf den Moment und die Gefühle konzentriert, die ich mit dieser Situation verband. Es dauerte ein wenig bis ich sie wie durch meinen Körper strömen lassen konnte. Und dann passierte es: Ein Lächeln. Aufgrund der Erfahrung musste ich, während ich mir diese Erinnerung möglichst bildlich ins Gedächtnis rief, unvermittelt anfangen zu lächeln. Überrascht stellte ich fest, dass meine anfängliche Wut eher einem missbilligendem Seufzen gewichen war und dann fast ganz verpuffte. Offensichtlich hatte dieser "Knopfdruckmoment" zu wenig Platz für meinen Zorn gelassen. Während des folgenden Trainings verschwendete ich keinen Gedanken mehr an den Streit zu Hause und absolvierte konzentriert meine Übungen, fast ein wenig genießend.
    Am nächsten Tag war, wie so oft bei uns, der Streit wortlos vergessen.

    Ich glaube, dass ich bei dieser Erfahrung vielleicht einen Minischritt nach vorne gemacht habe. Mir wurde die Situation, in der ich mich befinde bewusst, ebenso wie die Maßnahmen, die ich deswegen ergreifen kann. Früher ließ ich es einfach geschehen, ohne mich gegen diese Einstellung aufzulehnen. Im Gegenteil: Meist steigerte ich mich noch mehr hinein bis dieser Zustand, im Fitnessstudio z.B., von allein der Erschöpfung wich, weil ich mich vor lauter Wut ausgepowert hatte. Natürlich ist dieser Streit kaum vergleichbar mit der Situation ein schlimmes Gegentor zu bekommen, denn dann lasten noch selbsterzeugter Erfolgsdruck, die Angst das Team enttäuscht zu haben und das Realisieren der Konsequenzen dieser Aktion auf mir. Dennoch: Das erste Mal ist es mir ansatzweise gelungen meine negativen Gefühle zu ignorieren. Die positive Erinnerung ließ ihnen einfach keinen Platz sich weiter zu entfalten, hatte ich den Eindruck.
    Geändert von Believer (15.07.2009 um 11:44 Uhr)
    "Bangerang"

    Krieger des Lichts
    06.11.09 † 10.11.09

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