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Thema: Mentales Training: ES hilft!

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von Schnapper82 Beitrag anzeigen
    Das wichtigste ist allerdings, sich erst einmal auf so etwas einzulassen.
    Hier ist kein rationales Denken gefragt, sondern einfach eine Kraft, die uns leitet.
    Klingt zwar immer total beknackt, aber trifft es ganz gut.
    Klingt absolut nicht beknackt, sondern ist völlig logisch. Das was du "Kraft" nennst, ist das was uns als Babys vorantreibt und uns überleben lässt. Erst später wird dieses im Rahmen des Erziehungsprozesses verschüttet und durch das Denken weitgehend überlagert. Und genau deswegen ist es auch ein Prozess den wir benötigen, um "Es" gewissermassen wieder frei zu schaufeln.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  2. #2
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    Leider wird bei vielen TWT kein Wert auf diese Art des Trainings gelegt.
    Dort gibt es nur das "Bälle auf´s Tor pflastern"! Das würde ich persönlich nicht als TWT bezeichnen, sondern als hirnloses kaputt machen von Ressourcen, die im Tor stehen.

    Ein TW-Trainer muss daher viel mehr können als ein normaler Coach.
    Er ist Freund, Ansprechpartner, Psychologe, Motivator und Coach. Also ein sehr vielseitiges Anforderungsprofil an einen TW-Trainer. Es gibt viele TWT, die eine oder vielleicht zwei dieser Eigenschaften beherrschen, aber leider kaum welche, die alles vereinen. Das ist auch der Grund, wieso ein ehemaliger Profi kein guter TWT sein MUSS. Er hat fachlich viel drauf, technisch vielleich auch, aber er muss nicht zwangsläufig die anderen Fähigkeiten mitbringen.
    In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
    Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
    Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !

  3. #3
    Welttorhüter
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    Avatar von Believer
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    Womit wir, dank Schnapper wieder bei der alten Diskussion um die Rolle des TwT sind. Sie wird wohl so endlos, wie die Defizite in diesem Bereich bleiben...

    Zitat Zitat von Steffen
    Bei Believer hingegen, die inzwischen mit Atmentechnik sehr weit vorgeschritten ist, dürften interessante Effekte zu erwarten sein.
    Und wenn wir da durch sind, dann gehen wir endlich an Omas Marmeladenglas, sprich ans Eingemachte.
    Denn nach der Theorie, da müssen wir nun in die Praxis gehen und uns dann dazu Übungen und auch Ideen ansehen, ja förmlich einige Dinge uns ansehen und machen, um ES auch in der Praxis mal zu begreifen und zu spüren.
    Na da bin ich ja gespannt wie ein kleines Kind.

    Noch eine Frage zum Thema Atemtechnik: Du wirst mich sicherlich sagen, dass der Zeitpunkt der Atemübungen individuell festgelegt werden sollte, gerade nach dem Momentangefühl. Ich habe für mich entdeckt, dass es eher suboptimal direkt vor dem Schlafengehen ist (diesen Zeitpunkt wähle ich nur am Tag vor dem Spiel). Ich habe mir jetzt angewöhnt, sie direkt vor der Fahrt zum Training zu machen, da es meist bei mir nur ein Zeitraum von einer Stunde ist, in dem ich von der Schule komme, noch kurz zwei Blätter zu den Hausaufgaben durchgehe und mich dann schon wieder zum Training aufmache. Es sind doch gerade solche Situationen, in denen man sich diesen Moment der Ruhe nehmen sollte, oder?
    "Bangerang"

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  4. #4
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Believer,
    wie Du schon schreibst, ist es eher suboptimal vor dem Schlafengehen. Denn letztendlch unterscheidet unser Geist nicht zwischen Schlafen und Entspannen. Einschlafen bei Entspannung ist daher auch suboptimal, wie Entspannen vor dem Schlafen.. jedenfalls in der Form.

    Wähle daher einen Moment, wo Du einfach feststellst, daß Du vom Leben getrieben bist, wo es Dich wie einen Strudel erfasst, Du kämpfst und meinst ertrinken zu müssen in den Stromschnellen des Lebens.
    Das ist der Moment, wo man so eine Übung, wenn man erfahren ist, rasch anwenden kann.
    Denn dann erhebt sich die Ruhe, wie ein massiver Felsen gleich, aus den Fluten des tosenden Wassers des Lebens um Dich herum. Hebt Dich empor und Du hast den sicheren Blick über das Chaos.
    Im Laufe der Zeit, mit etwas Übung, wirst Du so rasch ein klares Fahrwasser erkennen können, und Dich von allein die Fluten werfen, weil Du nun die Strudel umgehst und das wichtige erkennst.
    Der Rest, der holt Dich später, dort wo die Ströme des Lebens im Becken des Jetzt zusammen fließen, wieder ein. Dort, wo dann alles zur Ruhe kommt, kannst Du dann diese Dinge auch erledigen und dann, wieder dich mitreißen lassen.

    Falls Du dies mal körperlich spüren möchtest, geht mit einem ehrfahrenen Kajak-Fahrer im Hochsommer in einen Eiskanal.
    Spüre, wie er anstelle gegen den Strom mit dem Strom spielt, die Strudel und Strömungen für sich nutzt, und trotzdem, oft bei Fehlern heillos mitgerissen wird und kämpfen muss.
    Das Ganze kann man dann mit Rafting vergleichen, nur ist das noch passierer. Sehr intensiv ist es im Canyoning, wo man bergauf sich anstrengt um dann bergab mit dem Wasser zu fließen. Nutz man Strudel und Strömungen nicht, so gibt es blaue Flecken und schluckt viel Wasser. Erfahrene Leute aber, die erleben es dann eher wie auf einer großen, wilden Rutschbahn...

    Und so ist das mit der Atmentechnik auch... Sie ist und sie soll eine kurze Rast sein und werden.
    Daher kann man diese dann auch nach dem Sichern eines Ball gut anwenden, einfach, um hier die Strömung des Spiels zu brechen, den Überblick zurück zu bekommen um dann die entsprechende Strömung zu erkennen, um mit dieser den erfolgreichen Konter einzuleiten.

    Es ist also sehr individuell und Du erinnerst Dich an Ruit, als ich sagt: Ich kann nur ein wenig geben, doch das was und wie, daß müßt ihr ganz von allein und selbst entscheiden.
    So auch hier.

    Es gibt genug Frauen, die tun es vor dem Autofahren, andere vor einer Sitzung, wieder andere vor.... Nimm ein paar Kinder, schau, wie diese sich anstellen vom 5 Meter Turm zu springen.
    Beobachte Ihr atmen, Ihre Konzentration... ist das nicht vergleichbar?
    Sie tun alle das gleiche, so gesehen, und doch werden sie es alle unterschiedlich im Geiste tun und auch empfinden.... Das eine macht es auf der Leiter, das andere oben in der Schlange. Andere müssen schon vor der Leiter anfangen, und wieder andere treten scheinbar mutig an den Rand und springen sofort. Bei Ihnen dauert es nur Bruchteile, den Geist zur Ruhe zu bringen.... und das ist das Ziel solcher Übungen, die man dann auch zeitlich gut ausdehnen kann.
    Vorteile? Na Logisch! Mathearbeit, Klausuren oder die Doktorarbeit, eine mündliche Prüfung oder das kritische Verkaufsgespräch.
    Kurz die Atmentechnik.. den Geist zur Ruhe bringen, Vertrauen in die eigenen Fähigkeiten herstellen, und dann rein...

    Wir gehen also nur einen ganz kleinen Teil dieser Dinge an... nur im Bereich Sport. Bedenke was Du damit, also mit dem Werkzeugkasten und mit den Handwerkszeugen alles machen kannst, wenn man es mal nicht nur auf Sport bezieht...
    Aufreget vor dem ersten Date der großen Liebe... jou. Wie cool, wenn man den Kasten dabei hat. Man nimmt sein Handwerkszeug und beruhigt den Geist.
    Schmetterlinge im Bauch sind schön und man lernt, diese zuzulassen und trotzdem locker zu bleiben, wirkt natürlich und nicht angespannt.... Für ein Date, ein Erfolgsrezept... vielleicht ist es genau das, was einen Gigolo oder auch andere dieser Papageien (männlich und weiblich) zu deren Überzeugungsquoten bringt.

    Also, es bleibt Spannend... und individuell
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  5. #5
    Welttorhüter
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    Danke für den Ratschlag.
    "Bangerang"

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  6. #6
    Torwarttalent Avatar von Becks-Keeper
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    @belivier
    könntest du mir einmal kurz schilder wie du die atemtechnik durchführst? Mich würde das sehr interessieren, denn ich praktiziere zurzeit ähnliches

    Danke im vorraus
    Fussball ist die schoenste Nebensache der Welt!

  7. #7
    Welttorhüter
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    Ich wäre inzwischen auch interessiert, mal schauen, ob es was hilft...
    Bräuchte also auch eine Art Hinleitung, da ich den Zweck ja generell schon kenne, nur nicht wie ich sie am besten durchführe...

  8. #8
    Welttorhüter
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    Hier findest du Steffen's Beschreibung zu den Grundlagen. Diese ist schon sehr detailiert und sollte dir alle Informationen geben.

    Es ist bei mir situationsabhängig, wie ich die Atemübungen durchführe. Es hängt eben damit zusammen, wann und wie ich sie gerade brauche und wo ich mich dabei befinde.

    Generell habe ich es mir angewöhnt, mich 10 Minuten vor dem Losfahren zum Training auf meine Couch mit geradem Rücken in den Schneidersitz zu setzen. In dieser Position führe ich dann die Atemübungen durch. Zu allererst versuche ich immer momentane Gedanken - seien sie nun neutral, negativ oder positiv - aus meinem Kopf zu bekommen, in dem ich mir vorstelle, wie ich sie einfach aufsteigen lasse (so hat es Steffen sehr gut vorstellbar beschrieben - es klappt ganz gut). Dabei hilft es mir im Kopf den Atem mitzuzählen, um ihn in den Rhythmus zu bringen. Wenn ich merke, dass sich langsam die Wahrnehmung meiner Umgebung ändert (das ist keine bewusste Wahrnehmung, sondern vielmehr ein Gefühl), dann gehe ich zur zweiten Phase über und rufe mir bewusst positive Erinnerungen (im Bezug auf Fußball) ins Gedächtnis. Möglichst detailiert versuche ich sie noch einmal nach zu erleben und die Gefühle hervorzurufen, die ich in dieser Situation hatte. Meist spüre ich dann schon, wann mein Handy gleich diesen einen Song spielt und somit die Entspannungsphase vorbei ist. Wenn man es öfter macht, dann gibt es einen Zeitpunkt, an dem man fühlt, dass es gleich vorbei ist. Sehr interessant. In der 2. Phase muss ich übrigens oft gar nicht mehr auf meinen Atem achten, da er langsam und regelmäßig seinem Rhythmus folgt.

    Du kannst - ich habe schon ein paar Mal diese Erfahrung gemacht - eigentlich auch an lauten, öffentlichen Orten kurz diese Entspannungsübungen machen, wenn es gerade von Nöten ist. Ich habe mir heute zum Beispiel in der berliner Straßenbahn eine kurze Entspannungsphase von 5 Minuten genommen. IPod-Stöpsel ins Ohr, einen schönen Song in die Wiedergabeliste ("Somewhere over the Rainbow" von Israel Kamakawiwo'ole), bequem hinsetzen - dazu macht es sich natürlich gut, wenn die Bahn nicht voll ist - und Augen schließen. Mit dem Ende des Songs habe ich dann die Augen wieder geöffnet und war überrascht, wie verhältnismäßig hektisch und laut es in der Bahn war, da ich mich offensichtlich so sehr auf meine Gedanken und den Song in meinen Ohren konzentriert hatte, so dass ich die lauten Geräusche der Straßenbahn nicht mehr wahrgenommen habe. Das Bewusstsein für diesen Vorgang erlange ich meist erst nach dem Augen öffnen. Also kann man es (mit Hilfsmitteln evt.) schon überall durchführen. Die Musik war für mich jetzt nur eine Hilfestellung, da ich mit ihr auch bestimmte positive Erinnerungen verbinde und mich auch so ein wenig vom Getrubel außerhalb abschotten kann.
    EDIT: Es ist mir noch eingefallen. Diese Atemübungen dienen natürlich in erster Linie der Entspannung und wirklich ein Bewusstsein für diesen Zustand, in dem ihr euch währenddessen befindet, erlangt ihr zuerst, wenn ihr es in einem möglichst stillen Raum durchführt. Dann wird eben diese Wahrnehmungsveränderung deutlicher für euch und die Entspannungsphase viel intensiver.

    Ansonsten mache ich die Atemübungen auch immer einfach nur um impulsive Aktionen zu unterdrücken und die erste Wut unter Kontrolle zu bekommen. So schaffe ich es zumindest erst einmal die dominanten, negativen Gedanken nach hinten zu schieben, so dass ich abgeklärt wirke, aber in mir doch eher ein wenig eine rationale Leere herrscht - mir fiel jetzt kein passenderes Wort ein. Ich will damit einfach nur sagen, dass ich mir die Situation bewusst mache und die nächsten Schritte durchgehe. Dies war heute beim Training der Fall. Ich konnte es somit vermeiden vor meiner Mannschaft und der Mannschaft der Ersten einen unterdrückten Wutanfall zu bekommen, sondern konnte still auslaufen und langsam den Kabinengang antreten. Das ist für mich schon viel wert, wenn ich da an die "guten" alten Zeiten denke...

    Eine Beschreibung meiner Gefühle und Wahrnehmungen während der Entspannungsphase findest du hier im oberen Abschnitt.

    Ich hoffe dir mit meinem Beitrag schon ein wenig geholfen zu haben. Letztendlich kannst du dir jetzt Tipps geben lassen und mit deren Hilfe deine Atemübungen beginnen oder verändern, aber es findet doch jeder ab einem bestimmten Punkt das Prozedere, das für ihn am besten ist. Wie immer ist in diesem Thema alles sehr individuell.
    Geändert von Believer (07.09.2009 um 15:34 Uhr)
    "Bangerang"

    Krieger des Lichts
    06.11.09 † 10.11.09

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