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Thema: Freistöße aus dem Halbfeld

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    torwart.de-Team
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    Kurz vorher gab es eine ähnliche Situation, in der der Ball nicht ganz so platziert kam und ich ihn mit einem Reflex halten konnte. Beim Gegentor kam der Ball hingegen sehr platziert und flog fast an den Innenpfosten. Ich bin zwar gesprungen, konnte ihn jedoch nicht erreichen.
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  2. #2
    Blickfeld Avatar von Nachwuchskeeper1993
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    Ich finde diese Bälle ebenfalls sehr unangenehm. Man kann sagen: Ich hasse sie.
    Dein einziger wahrer und ehrlicher Freund sind deine Eier!

  3. #3
    torwart.de-Team
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    Und keiner, der nicht irgendwann selbst im Tor gespielt hat, kann diese Bälle richtig beurteilen...

    Ich zweifele nun allerdings an meiner Entscheidung lange stehen zu bleiben, weil ein sehr guter Torwarttrainer gesagt hat, dass sich der Torwart in dieser Situation nur auf den Ball in die lange Ecke konzentrieren soll.
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  4. #4
    Welttorhüter
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    Avatar von Believer
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    Also von meiner Sicht auf die von dir beschriebene Aktion hättest du nichts machen können. Wenn der Ball nach deiner Aussage nicht vor den Mitspielern zu erreichen bzw. nicht abzufangen war, dann bleibt dem Torwart nur das Abwarten. Spekulieren bringt dir in der Situation nichts, denn du bist wiederum der Depp, wenn ihn dann doch jemand noch erwischt und zentral auf das Tor köpft, wo du vor ein paar Sekunden gestanden hast. Bei solchen Situationen - sieht man regelmäßig in der Bundesliga - sieht der Keeper immer schlecht aus, aber spekulieren würde ich hier auf keinen Fall. Bleib stehen, positioniere dich so gut wie möglich und verlasse dich auf deine Reflexe. Das natürlich alles nur falls der Ball wirklich nicht in der Raumverteidigung gesichert werden kann.
    "Bangerang"

    Krieger des Lichts
    06.11.09 † 10.11.09

  5. #5
    Ehemals BastiXXII
    Blickfeld

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    Was willst du da auch machen?
    Geshts du rüber (Richtung langer Pfosten) und der Stürmer köpft ins kurze Eck oder gar in die Mitte, dann steinigen Sie dich im 5er.
    Das war so ein Tor wo jeder der mal im Tor stand sagen sollte wie schwer das wirklich ist und der Rest einfach die Klappe halten sollte.
    Ich kenne sowas zu genüge.
    Ganz kurz die Flanke kommt ca 7-8 Meter vors Tor der Stümer nimmt an(!!!) der Ball kommt in seinen Rücken durch seinen Technikfehler der setzt einen Fallrückzieher, ich hol den Noch raus, aber der Nachsschuß sitzt, keiner ging hin. Ich sollte mir das ankreiden lassen!
    Selbst wenn da was vom Trainer kommt, muss man manchmal auch den Reden lassen, so doof das jetzt auch klingt.
    I wonder if heaven got a Ghetto!

  6. #6
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    Auf den direkten Ball konzentrieren?
    Wieso? Du musst auf alles gefasst sein und wenn das Ding platziert und stramm einschlägt, dann hast du keine Chance.

    Das kann man natürlich nur richtig beurteilen, wenn man es gesehen hat.
    Ansonsten ist es schwer ein Urteil zu fällen.
    In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
    Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
    Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !

  7. #7
    Internationale Klasse Avatar von Icewolf
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    Man könnte höchstens versuchen, sich so zu positionieren, dass man den Ball im Zweifelsfall noch erreichen kann, wenn ihn keiner mehr berühren sollte.

    Bei solchen Freistößen würde ich auch immer die Methode "16er!" bevorzogen.
    Räume Deinen 16-Meter-Raum leer und stell ich auf den 5er.
    Oder kam das in der Situation gar nicht in Frage bzw. wurde es so gespielt?
    Die Qualität des Breierzeugnisses ist reziprok proportional abhängig von der Quantität der partizipierten Köche.

  8. #8
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Paulianer,
    hier ein Urteil zu fällen ist gelinde gesagt unmöglich.
    Wir kennen die Situation nicht, waren nicht dabei... wir wissen nicht, ob es eine Alternative gab.
    Fakt ist, daß viele Torleute nicht mehr so den Mut haben, in den Luftkampf zu gehen.
    Schaue ich Revue an die letzte U21 EM, so ist Manuel Neuer nur selten im Strafraum unterwegs gewesen, hingegen im Spiel gegen Russland ein Rene Adler eher bei flachen Bällen...
    Es scheint, als würde sich Fußball verändert. Früher schlug man krumme Bananen in den Strafraum, heute bringt man einen strammen Knaller, flach über dem Boden direkt vor das Tor und macht so die Buden.
    Wie soll ein Torwart Entscheidungen treffen und Situationsbedingt Erfahrung haben, wenn die Situation nicht vorkommt, oder im Training nicht klar dargespielt wird?

    Es ist daher schwer und als Trainer muss man oft in solchen Situationen mit der Entscheidung des Torwarts leben, auch wenn diese nicht immer (im nachhinein betrachtet) korrekt war. Doch dafür ist der TwT da, der dann mit seinem Torwart spricht, die Situation analysiert und auch mal durchspielt.

    Fakt ist Paulianer, man hat zwei Optionen:

    • Rausgehen


    Die Flugbahn des Balles abschätzen und dann hin. Wichtig ist, daß bevor der Ball in die Gefahrenzone kommt, hier ein Spieler steht, der eben vor aller anderen die Aufgabe hat, solche scharfen Bälle am Eindringen in die Gefahrenzone vor dem Tor zu hindern. Wichtig, daß ist Aufgabe der Abwehr, egal ob Eckball oder Freistoß...
    Geht der Ball nun über diesen Spieler, kann der Torwart sich nun ins Gewühl werfen. Dabei darf er weder Freund noch Feind kennen oder schonen. Denn wenn der Entschluss gefallen ist, muss der Torwart eine Schneise brechen, wie ein Leopard 2 in einem Birkenwäldchen!
    Dabei sollte er danach trachten, die Position einzunehmen, wo er den Ball über Kopf und Sprunghöhe erreichen kann, damit er vor den Spielern entschärft wird. Dies ist nicht immer möglich und wie das aussieht, kann man immer wieder in den höchsten Spielklassen erkennen, wo dann nicht selten Tore fallen.
    Gilt dann meist als Torwartfehler, auch damit muss man leben.

    Fakt ist aber: Das muss man trainieren, immer und immer wieder. Denn nur so, prägen sich die Aufgabe der Verteidung in die Köpfe der Mitspieler ein.. und nur so gewöhnt sich der Torhüter an die Situation und lernt, wann und wohin er zu gehen hat, oder wann er besser "drinnen" bleibt...

    • "Drinnen" bleiben


    Der Torwart bleibt...
    Auch hier muss ein Abwehrspieler versuchen, den Ball vor Eindringen die Gefahrenzone zu entschärfen. Ein zweiter Abwehrspieler sollte nun die kurze Ecke 'decken', also ähnlich einer langen Ecke.
    Dies kann man machen, wenn der Strafraum eh gerammelt voll ist und Abseits nicht gespielt wird. Dann stellt sich einer an den Pfosten, der Torwart steht dann eher lang.
    Warum? Vorwärts laufen wir natürlich bedingt schneller als Rückwärts... Also sind wir schneller schräg vor, als träge zurück rehumpelt...
    Damit können wir viel auf kurz und mitte-kurz entschärfen, denn für ganz kurz haben wir den Verteidiger....
    Spielen wir Abseits, so läuft alles in den 16er rein, es ist daher schwer, hier einen Spieler zu postieren, der den Ball vor Eindringen in die Gefahrenzone wegköpft. Dies ist dann eher eine Mannschaftsleistung, also Aufgabe aller, im Luftkampf zu stehen und zu bestehen. Wichtig ist nun, daß der freie Verteidiger sofort den kurzen Pfosten zu macht, der Torwart zwei drei Schritte an den langen Pfosten macht...
    Schlägt der Ball kurz ein, ist das meist ein Torwartfehler für Aussenstehende, geht er lang rein, sowieso.
    Auch hier gilt: Das muss man üben und trainieren, denn die Laufwege müssen klar sein und man muss auch jemand haben, der Präzise die Dinger reinbringt, damit man eben die Sache auch im Training klar entsprechend mitprobieren kann.
    Es ist schwer, hier eine Entscheidung zu fällen.

    Die letzte Option ist die meist zu findende Option des "Drinnen" bleibens, der torwart steht kurz und muss so bei längeren Bällen schwer rückwärts seine Position anpassen.
    Hier kann man prima mit dem Torwarttrainer den Torwart "bolzen"... erster Ball kurz auf die Ecke, zweiter Ball als Abpraller oder sogenannter Rebound (in neudeutsch eben) in die lange Ecke.
    Dann umgekehrt: Langer Heber über den Torwart am kurzen Pfosten auf die lange Ecke, kurzer Ball auf die kurze Ecke nach Parade des langen Hebers...

    Auch hier lernt der Torhüter, wie er am Besten zum Ball geht, wieder hochkommt, um die andere Ecke zu sichern.

    Spielbezogen muss man dann aber sagen, daß der Torwart am kurzen Pfosten es schwer hat, ja es oft unmöglich ist, die langen Heber oder Flugbälle ins lange Kreuzeck zu erreichen. Letztendlich kann man dann überlegen, auch hier einen Spieler bei Abseitsspiel auf die Position laufen zu lassen, oder wenn man nicht auf Abseits spielt, einen Verteidiger im Rücken am langen Pfosten zu stellen. Das ist weniger hilfreich als der kurze Pfosten und Torwart lang, aber besser als dort voll offen.
    Verteidigt aber die Mannschaft nicht oder nur ungenügend im Luftkampf, wird man immer wieder durch solche Bälle in schwere Bedrängnis gebracht und ein Patentrezept gibt es nie...
    Der Torwart ist auch hier immer der Dumme, obwohl das meist gar nicht der Fall ist. Denn wenn sich 4 5 Mann der Verantwortung entziehen, und dann alles auf den letzten Mann hofft, nunja...

    Fakt ist daß in solchen Situationen die gesamte Abwehr gefordert ist und hier im Zusammenspiel gemeinsam die aktive Balleroberung und Torverteidigung ausführen muss. Der Torwart allein wird diese Situation nie wirklich entscheiden oder gar allein und einzig entscheiden können.
    Da ist der Torwart wirklich auf die Mannschaft reduziert und kann nur so gut sein, wie das Zusammenspiel und die Zusammenarbeit dies zuläßt.

    Viele Mannschaften haben das Problem, ängstliche, Luftkampfschwache Verteidiger zu haben. Viele Trainer erwägen dann große, Luftkampfstarke Torleute, müssen dann aber oft einsehen, daß damit vielleicht viele Torchancen entschärft werden, doch in Rebound Situationen die großen Torleute dann weniger agil und beweglich sind, um den Ball dann in so einer Situation zu sichern.
    so ist dann auch hier die Abwehr gefragt, die dann eben die tiefen, flachen Rebounds verhindern, oder den Torabschluss im Nachsetzen blockieren muss.
    Also verlagert sich die Verteidungsarbeit nur aus der Luft an Boden.
    Hier aber aufgrund der Tatsache, daß eben das Zusammenspiel Torwart/Abwehr diese Art erfordert... letztendlich gewinnt man damit nichts, wenn die Abwehr dann auch hier nicht den Job macht...


    Also, Paulianer... keine Schuldzuweisung, aber auch kein Freispruch.
    Fakt ist, daß Ihr zusammen, also die gesamte Abwehr bei solchen Bällen versagt habt, und da gehört der Torwart dazu... Schuldzuweisungen an einzelne, daß geht da nicht, auch wenn es gern gemacht wird.

    Plädoyer beendet...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

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