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Thema: Trainerlizenz

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  1. #1
    Nationale Klasse Avatar von zero
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    Danke für die ausführlichen Antworten.
    So meinte ich das mit der praxisnahen Überprüfung und die Idee mit der "Entsendung" von einzelnen Trainern zu den Lehrgängen ist gar nicht schlecht. Alles weitere ist dann auch gesagt

    Muss an dieser Stelle einfach auch mal wieder betonen, was für eine Bereicherung dieses Forum ist. Ich bin selber erst seit 4 Jahren (mit einem Jahr Pause) aktiv Trainer und fühle mich immer noch in der Lernphase, daher ist es für mich persönlich immer wieder eine große Freude, wenn man die Chance hat Meinungen und Ideen von jemandem zu lesen/hören, der sich schon länger und auch sehr intensiv mit der Materie auseinandersetzt. Denn auch wenn man diese Meinungen vielleicht nicht immer teilt (oder vielleicht auch gerade deswegen), ist der Erkenntnisgewinn über die Jahre doch enorm und darum geht es ja letztlich.

    Ich hoffe das bleibt auch noch eine Weile so, denn es ist wirklich schwer solche Plattformen zu finden...

  2. #2
    Blickfeld Avatar von La_Chat
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    Bei uns in Westfalen gibt es auch das mehrstufige Lizenzsystem.
    Es besteht aus einer Vorstufe in 4 Varianten und 4 Lizenzstufen. Die Vorstufen heißen "Teamleiter Kinder", "Teamleiter Jugend", "Teamleiter Erwachsene" und "Teamleiter Breiten- und Freizeitsport". Alle vier Lizenzvorstufen enthalten andere Schwerpunkte. Vom Kindertraining bis hin zum Vereinsmanagement. Darauf folgt dann die erste Lizenzstufe, welche unterteilt ist in "C-Trainer" und "C-Trainer Breitenfußball". Dann kommen B-Trainer, A-Trainer und Fußballlehrer.
    Für die Vorstufen sind keine Vorkenntnisse nötig. Für die C-Lizenzen muß man eine Sichtung durchlaufen, sowie polizeil. Führungszeugnis und 1te Hilfe Kurs vorweisen. Die anderen Stufen gehen immer nur mit abgeschlossener Vorstufe, während die C-Lizenz ohne Vorstufe erreichbar ist.

    Nun aber b.t.T.
    Ich halte eine Lizenz für Trainer grundsätzlich für Sinnvoll. Trainer im Jugendbereich sollten zumindest den Teamleiterlehrgang absolviert habe, wenn sie dauerhaft eine Jugendmannschaft trainieren wollen. Schon allein um eine gewissen soziale Kompetenz vorrauszusetzen / zu schaffen und einen Einblick in Traingsformen zu bekommen. Wenn ich mir manchmal ansehe, was für Vollpfosten da auf die Kiddies losgelassen werden, bekomm ich das K...
    Eine C-Lizenz halte ich wiederum im Bereich der unteren Ligen nicht für unbedingt erforderlich. Schaden, kann sie natürlich nicht.
    Ich selbst werde (wenn der Verein zahlt) bald meinen "Teamleiter-Erwachsene" machen und nächste Saison die HS an den Nagel hängen und mit in den Trainerstab rücken.

    Soviel zu dem, ob ich eine Lizenz für nötig halte, oder nicht. Nun müssen wir aber auch mal die Kehrseite betrachten!
    So eine Lizenz, und sei es nur die Vorstufe, kostet vor allem zwei Dinge: Geld und Zeit! Das schafft neue Probleme. Die Vereine haben zumeist nicht die Mittel um diese Fortbildungen zu bezahlen (und sei es, weil die alten Herren alles versüppeln) und privat gibt es nur wenige die bereit sind das zu zahlen. Und Zeit? Ja, man muß ein wenig Freizeit opfern um die Kurse zu machen. Auch hierzu ist nicht jeder ohne weiteres bereit. Und sind wir doch mal ehrlich: Wir haben so schon einen akuten Mangel an Menschen, die eine Jugendmannschaft trainieren/betreuen wollen.
    Sollte nun jeder Trainer eine Lizenz dafür benötigen, haben wir bald 50% weniger Trainer für die Kids. Das ist traurig, aber Fakt. Also müssen wir hoffen, daß sich möglichst viele freiwillig zu einer Qualifizierung entscheiden. Besser ist es nun mal mit...
    Früher war er der Panther im Verein, neulich meinte jemand: "Guck mal! Ein fliegendes Schwein!"

  3. #3
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zero,
    es sei mal gesagt, daß hier bei Tw.de viele Trainer mitlesen, die meisten nur keinen Bock oder keine Zeit haben, aktiv mitzumachen. Schade wie ich finde, andererseits es leider auch Trainer gibt, die meinen, alles besser wissen zu müssen.
    Dabei ist doch nicht die Diskussion, ob nun Ebbo Trautner der bessere Torwarttrainer ist oder Toni Schumacher. Die Diskussion ist oft um Technik, und hier haben die Trainer oft Favoriten und viele, viele Dogmas.
    5 gerade sein zu lassen, es geht bei vielen gar nicht.
    Ein DFB Stützpunkttrainer z.B. hat viele Torleute. Bei keinem jedoch achtet er auf das schräge nach vorn fallen. Seine Schützlinge kommen ins Trainingslager, der Trainer achtet darauf und macht die Schützlinge darauf aufmerksam... der DFB Stützpunkttrainer ändert seine Methode trotzdem nicht.
    Rainer Berg sagt: "Der Torwart darf sich nie dem Tor zu wenden!"
    Hans Leitert greift das Beispiel der Doppelballübung auf und meint: "Wenn der Torwart damit erfolgreich ist, nicht die Orientierung verliert und im Spiel keine Nachteile erwachsen, warum ändern?"
    Ebbo Trautner meint: "Beim Abfangen hoher Bälle muss sich der Torwart ggf. zum Tor zuwenden, um seinen Körper zwischen Gegenspieler und Ball zu bekommen!"

    Wer hat nun Recht? Es ist oft so situationsbezogen, daß einfach viele Dogmen allein nicht fruchtbar sind. Trotzdem:
    Mein Torwart ist oft bei strammen flachen Schüssen in die Ecke getaucht, der Schwung muss wohin und er ist nun über die Schulter gerollt. Sieht man oft genug in der Bundesliga... man liegt mit Gesäss zum Spielfeld, entweder man hat den Ball, oder er kullert gerade noch im Sichtfeld gegen den Fangzaun...
    Sein neuer Torwarttrainer hält es für falsch, kann aber die Alternative weder sauber begründen, noch vor machen. Torwartwippe wird zum Dogma...
    Das stört eine hormonische Ausbildung, dabei, und das war das Credo von Ebbo Trautner in Stuttgart:
    Man sollte sich öfters zusammen setzen und diskutieren. Es bringt so viel, unterschiedliche Ansichten zu akzeptieren, zu respektieren und gegenseitig sich zu helfen.

    Und so sehe ich das... daher wehre ich mich ein wenig gegen strikte Vorgaben und Dogmen im Torwartspiel.
    Das mag Rainer Berg gar nicht gern, wenn ich ab und an auf dem TwT Lehrgang in Grünberg "Aber..." sage....
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  4. #4
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    Ich weiss, dass es jetzt sehr platt ist, aber im Prinzip ist das Torwartspiel einfach. Verhindere Tore und du bist ein guter Torhüter.
    Hälst du die Bälle im Handstand mit den Füßen fest, dann mach es.

    Ich sehe es hier ähnlich wie Steffen. Wenn ein Keeper mit einer Sache gut fährt, diese weder ungesund noch sonst andere klar belegbare Nachteile hat, wieso soll er diesen trainierten Bewegungsablauf dann ändern?!

    Beim Torwartspiel gibt es nicht immer richtig und falsch. Es gibt gewisse grauzonen, die weder richtig noch falsch sind. Da muss man ansetzen, diskutieren und dann aber auch alternativen akzeptieren.
    In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
    Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
    Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !

  5. #5
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Und Schnapper, daß mag ich am Camp so: Es gibt auch mal Zeit für Diskussionen.

    Ich habe auf dem Torwarttrainer Seminar in Grünberg nun eigentlich immer dies bemängelt. Das jedoch kann der Dozent und auch der Veranstalter kaum beinflussen.
    Aber wie oft sehe ich die Trainer mit der typischen Körpersprache von "naja, das muss ich mir nicht geben" drumherumstehen, und sie schlucken alles was erzählt wird.
    Da waren Leute dabei, die eine Torwartschule unterhalten und einfach akzeptieren, daß Volker Piekarski bei den Ballgewöhnungsübungen erklärt, daß der Torwart den Unterarm auf dem Boden unter sich hat und die Schulter in der Luft....
    Ich war der einzige, der sich traute was zu sagen. Der Rest schwieg und nahm es einfach hin... Es wagt keiner zu widersprechen, die Diskussion zu suchen.
    Traurig.
    Man bekommt doch den Kopf nicht abgerissen. So wie eben auch in der Sache: Falle ich nach vorn, falle ich zur Seite....
    Auch beim Sichern im tiefen Umarmungsgriff gibt es oft Diskussionsbedarf, aber die Teilnehmer gehen der Diskussion bewußt aus dem Weg.
    Man hat zu oft das Gefühl, daß es nur mitgenommen wird, um danach eh sein eigenes Ding zu machen und somit irgend ein "Paper" in der Hand zu haben, oder eben weil es eine einfach und unkomplizierte Lizenzverlängerung ist.
    Und ich finde also schlimm, daß man auf so ein Seminar geht, ohne die Diskussion oder das aktive Mitmachen und den aktiven Erfahrungsaustausch sucht.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

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