Ich muss nun einmal eine Lanze brechen...

Als ich die Schiedsrichter-Ansetzung für unser Ligaspiel am letzten Samstag gesehen habe, rechnete ich mit dem Schlimmsten: Drei Frauen sollten unser Spiel leiten. Für mich war das ein Novum, da ich es bisher nur erlebt habe, dass eine oder maximal zwei Frauen in einem Schiedsrichter-Gespann waren. Dabei habe ich selten gute Leistungen erlebt, leider war meist das krasse Gegenteil der Fall. Doch diesmal war es anders: Obwohl eine der Linienrichterinnen viele Fehlentscheidungen traf, war ich insgesamt mit der Leistung der drei Unparteiischen sehr zufrieden. Das lag vor allem an der Schiedsrichterin, die eine tadellose Leistung zeigte, sich durch Pöbeleien nicht aus der Ruhe bringen ließ, Fingerspitzengefühl zeigt und vor allem ihre Linie klar durchzog. So etwas habe ich selbst von männlichen Vertretern fast noch nie erlebt. Umso erstaunlicher, dass die Dame - wie ich später feststellte - erst 18 Jahre alt ist. Wenn man als 18-jährige Frau in der Herren-Bezirksoberliga pfeift, muss man in der Regel viel drauf haben. Deshalb wunderte es mich nicht zu sehen, dass sie bereits in der 2. Frauen-Bundesliga im Einsatz war und als ein große Nachwuchshoffnung gehandelt wird. Leider verschwand sie nach dem Spiel so schnell in die Kabine, dass ich ihr das Lob nicht persönlich mitteilen konnte.