Hallo und herzlich Willkommen zu Steffens kleiner Video Analyse.
Heute betrachten wir den Anschlusstreffer im UEFA Cup zwischen Schalke 04 und Mönchengladbach, das Video freundlicherweise von Sky Sport auf YouTube zur Verfügung gestellt.
Schon lange bemängele ich die stetige und immer mangelhafter werdende Dynamik der Bundesliga Torleute. Dies war bisher bei den Foletti geschulten Torleuten nicht immer so zu bemerken gewesen, doch in diesem Fall müssen wir es Sommer attestieren.
Schauen wir uns die Bewegung an, so befinden wir einen deutlichen Mangel zu der ausgeführten Form und der Form, welche Folettim im Training ausführen läßt. Dies ist bei vielen Torleuten zu bemerken, hier jedoch auch eine Ursache für das Gegentor, wir wir befinden werden.
Denn anstelle das Sommer sich in den Schuss schiebt und damit definitiv Druck auf den Ball macht, kippt er lediglich, ihm fehlt daher jegliche Dynamik, den Ball anzugreifen - und die Gravitation tut das ihrige, Sommer auf den Boden zu zwingen.
Doch der Reihe nach:
Wir beginnen im Video bei Minute 1:51 und Frame 3 - wo die Schusslösung erfolgt.
In 1:51 Frame 13 springt der Ball das erste Mal auf, springt aber nicht hoch, sondern flach weg - ein schwieriger Ball, aber als Aufsetzer mit flacher Bahn und einem Abschluss aus rund 22-23 Meter eigentlich ein Ball, den man von einem Top Torhüter erwarten darf, daß er diesen klärt.
In 1:51 Frame 14 kommt Sommer ins Bild, wir erkennen, den typischen Auftaktschritt, hier passt alles.
1:51 Frame 17 - vorbildlich, wie der Oberkörper runter geht und die Hände zum Ball führen
1:51 Frame 19 - jetzt springt der Ball ca. 6-7 Meter vor dem Tor erneut auf, und anstelle flach, springt der Ball hoch weg. Er verändert also deutlichst seine Flugkurve
1:51 Frame 20 - Hände sauber, aber das Knie hat jetzt schon Bodenkontakt, ohne das ein abdruck bisher erfolgt ist. Sommer kippt also nur.
1:51 Frame 23 - Deutlich nun die Begung des Ballnahen Beins zu erkennen, es erfolgt keinerlei Abdruck
1:52 Frame 0 - Jetzt sieht man es deutlich, der Unterschenkel hat vollständigen Bodenkontakt, die Hüfte kippt nach hinten durch
1:52 Frame 1 - Ein Bild nur später sieht man, wie die Hüfte jetzt nach hinten durchgeht und damit die Hüfte tief kommt.
1:52 Frame 2 - Jetzt fällt er durch, sprich die Hüfte ist hinten hängend und nur Oberkörper und Hände sollen den Ball ablenken. Würde er hier in den Ball schieben, wäre schon jetzt der Oberkörper hinter dem Ball, ist er aber nicht.
1:52 Frame 4 - Sommer hat die Bewegungsänderung des Balles wahrgenommen und versucht jetzt, sich aufzurichten, was bei der hängenden Hüfte kaum möglich ist - die Hüfte ist hinten und kommt nur schwer hoch, das hochbäumen des Oberkörpers reicht nicht aus.
1:52 Frame 6 - Ball geht über en Fingerspitzen Sommers ins Tor.
Nochmals:
1:53 Frame 9 - Schusslösung
1:53 Frame 14 - Erster Aufsetzpunkt des Balles, ca. 15 Meter vor dem Tor
1:53 Frame 21 - zweiter Aufsetzpunkt des Balles. ca 11 Meter vor dem Tor
1:54 Frame 6 - dritter Aufsetzpunkt des Balles, ca. 6 Meter vor dem Tor, Yan Sommer bisher nicht im Bild
1:54 Frame 11 - Sommer jetzt am rechten Bildrand, Hände deutlich in Bodennähe, Ball aber jetzt anstelle knapp über dem Boden aufgesprungen und rund 50 cm über dem Rasen
1:54 Frame 15 - Deutlich ist hier zu erkennen, daß Sommer bisher nicht gedrückt hat, die Beugung des Ballnahen Beines ist klar zu erkennen. Aber auch, das seine Hände den Ball tief erwarten, der Ball hingegen ist deutlich über dem Rasen in der Luft.
1:54 Frame 17 - jetzt ist es zu spät, der Unterschenkel hat vollständigen Bodenkontakt, ein Abdruck ist nun kaum mehr möglich, die Hüfte ist jetzt hinter dem Ballnahen Bein und die Erdschwerkraft wird nun mit 9,81 km pro Sekundequadrat Sommer zu Boden zerren.
1:54 Frame 19 - die schön hinten hängende Hüfte ist klar zu erkennen, aber auch, wie sich Sommer gegen die Schwerkraft stemmt und nun versucht, die Hände nach oben zu bekommen, denn der Ball ist jetzt deutlich höher als Sommers Körperlage
1:54 Frame 21 - Sommer fällt weiter, die Arme zu erheben nutzt nichts mehr, er ist insgesamt einfach zu kurz. Denn nur die Hände sind in Ballreichweite, während Schultergürtel und Oberkörper einfach nicht hinter dem Ball sind.
1:54 Frame 22 - ist exakt der Punkt, wo der Ball just über die Fingerspitzen von Sommer passiert, aber jetzt kann Sommer nichts mehr machen, der Ball ist hinter Ihm. Deutlich sieht man den 90 Grad winkel in Oberarm und Unterarm des Leitarms, der sich entgegen der Fallrichtung nach oben müht. Da die rechte Schulter tief ist, weil Sommer nach vorn eingedreht ist, kann er die Rechte auch nicht übergreifend einsetzen und streckt diese vergeblich.
Also, halten wir mal fest: Das ist ein Kackball, der zweimal aufspringt, aber flach bleibt, erst beim dritten Mal aufkommt und dann hoch weggeht. Schwer zu antizipieren.
Problematsich wird hingegen Sommer seine Technik. Da er nur minimal über den Pfosten abdeckt, nutzt er keinen Abdruck in der Bewegung, sondern kippt lediglich zur Seite, anstelle aktiv und mit Bewegung in den Ball zu arbeiten. Dies wird Ihm mit zum Verhängnis. Da er bei seiner Technik und wie er den Ball antizipiert hat, sehr flach bleibt und die Ballferne Schulter schon nach vorn eindreht, bekommt er ein extrem flaches Profil, bei einem flachen Ball bekommt er beide Hände hinter den Ball, würde diesen wahrscheinlich nicht festhalten, aber gut zur Seite abwehren können. Zum Festhalten hätte er aktiv und dynamisch in den Ball arbeiten müssen, um den Oberkörper sicher hinter den Ball zu bekommen, was hier nicht passiert.
Da er nun seitlich fällt, die Hüfter daher hinter dem Punkt des Auftaktes zu Boden fällt, kann er keinen Druck mehr machen, noch sich ggf. ein wenig aufrichten. Dies wird Ihm zum Verhängnis, ebenso wie die nach vorn eingedrehte Schulter, denn die Schulter ist nicht annähernt unter der Balllinie, so daß die Ballferne Hand nach oben keinerlei Reichweite entwickeln könnte, er kann diesen Ball so nicht klären.
Hätte er mit Druck gearbeitet, den Ball frühger angegriffen, wäre wahrscheinlich die Schulter unter der Balllinie gewesen und mit einer Reaktionsschenllen Bewegung, für die Foletti Schüler bekannt sind, hätte er den Ball noch ins aus wischen können...
So aber hat er gegen die Erdschwerkraft keine Chance, diese zieht in Abwärts und er hat aus seiner Position keine Chance, sich nochmals aufzurichten - Newtons Gesetze schlagen wieder einmal zu.
Daher, arbeitet bitte immer mit Dynamik gegen den Ball, schiebt Euch wenn es geht immer in den Ball und wenn seitlich, arbeitet auch hier mit einem deutlichen Abdruck, nicht allein mit "Länge" - Länge mag reichen, aber Ihr seid dann festgelegt und kaum zu Bewegungsänderungen in der Lage, zudem habt Ihr in keinster From einen Reichweitenvorteil oder ein Reichweitenplus - die Körperlänge bestimmt alles und diese Reichweite ist nicht immer ausreichend.
Dies ist hier gut zu erkennen.
Nein, Vollschuld am Tor will ich Yann Sommer nicht geben, es ist für mich ein schwieriger Ball, aber eben ein Ball, wo ich mir einfach mehr und mehr wünsche, daß Torleute wieder dynamischer agieren würden, und damit übnerahupt die Chance erhalten würden, diese Bälle zu erreichen.
Letztendlich bleibt auch irgendwo die Erwartung, das gerade Top Torleute und Sommer gehört hat immerhin in den Kreis der Nationaltorleute, also gehört zu kontinentaleuropäischen Spitzentorleuten die mit Top Torwarttrainern arbeiten, solche Dinger halten... aber mehr und mehr stelle ich fest, daß es weniger wird.
Daher war der Ball sicherlich nicht unhaltbar, aber allzu leicht war er, aufgrund des dritten Aufsetzens auch nicht...




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