Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
Nunja Heiksen,
das mag schon sein, nur wie ist es dann damit, daß wir mit unserem Gewicht wieder auf dem Boden aufkommen?
Just dies ist der Moment, wo die Muskeln schon wieder kontrahieren müssen, um eben das Gewicht abzufangen. Hier wird also der Muskel, der eben entspannt war schon kontrahiert, bevor dieser explosiv expandieren muss.

Wie geht das zusammen? Das die Entspannung in der Luft was bringt ist keine Frage, doch müßte der Muskel aus dem Entspannten zustand bleiben und zur Parade dann erneut kontravieren, um die volle Expansionsleistung abzurufen.
Doch dies dürfte nicht der Fall sein, weil der Muskel aus voller Entspannung kontrahieren muss, um das Körpergewicht nach dem Hüpfer abzufangen und somit Leistung 'verschweißt' wird, damit eben der Körper in einer aufrechten Lage gehalten wird und nicht in den Knien durchsackt, und erst von dort aus wird voll durchgezogen mit maximalem Hubweg....
Ob dann immer noch der obige Satz so gegeben ist, ist wage es zu bezweifeln.
Das hatte ich oben bereits versucht zu erklären. Vielleicht hatte ich mich etwas missverständlich ausgedrückt.
Durch die Kontraktion eines Muskels aus voll entspanntem Zustand kann wesentlich mehr Kraft erzeugt werden, als wenn sich der Muskel bereits in einer Phase der Vorspannung befindet. Wenn sich der Torwart in der Grundstellung befindet, sind Myosin- und Actin-Filamente bereits relativ weit ineinander zusammengezogen. Das Potential, das dem Muskel zu Kraftentfaltung bleibt ist in diesem Fall eher gering. So kann aus entspanntem Zustand in der Summe eine höhere Leistung erbracht werden, obwohl der Muskel natürlich den Körper abbremsen muss.

Der Muskel muss zwar die kinetische Energie des sich zu Boden bewegenden Körpers abfangen, allerdings wird dieser Nachteil durch den Vorteil der stärkeren Kontraktion mehr als ausgeglichen, so dass sich in der Summe ein Vorteil ergibt.
Dies ist wissenschaftlich erwiesen und du wirst keinen Experten finden, der dir in diesem Punkt ernsthaft widerspricht.

Noch ein Wort zu der Thematik abseits wissenschaftlicher Erkenntisse: Mir ist durchaus klar, dass auch Profi-Torhüter mitunter Techniken entwickelt haben, die rein theoretisch betrachtet, nicht unbedingt vorteilhaft sind und die man als Trainer nicht weitervermitteln sollte. Es handelt sich dabei jedoch zumeist um absolut individuelle "Eigenheiten".
In diesem Fall des "Hüpfers" sprechen wir jedoch nicht von einem einzigen Keeper, der ihn praktiziert. Man kann ihn bei praktisch allen Profitorhütern, in mehr oder weniger ausgeprägter Form, feststellen. Daher wird es sich dabei nicht um eine "blöde Angewohnheit", sonderen um einen klaren Vorteil handeln.
Im professionellen Bereich wird schon seit Jahren gezielt mit Bewegungsanalyse gearbeitet. Dort werden winzigen "Macken" aufgedeckt, die wir Laien mit bloßem Auge gar nicht feststellen können. Sollte der "Hüpfer" tatsächlich von Nachteil sein, so wäre er längst bei sämtlichen Profis beseitigt worden. Er fällt schließlich auch ohne Analyseinstrumentarium sofort ins Auge.