Zum Torwartglück gehört meist auch etwas Pech des Angreifers hinzu.
In der 1. Szene bekommt der Gegner keinen Druck hinter dem Kopfball. In der 2. Szene schießt der Gegner zwar plaziert, aber nicht hart. In der 3. Szene entscheidet sich der Angreifer beim Kopfball falsch. Denn anstatt den Ball auf den 2. Pfosten weiterzuleiten (wo 2 seiner Mitspieler ungedeckt warten) lenkt er den Ball ins kurze Eck ab. Großes Glück auch, dass der eigene Spieler den Abpraller klärt.
In allen 3 Szenen trifft Ter Stegen die richtigen Entscheidungen im Stellungsspiel und zeigt eine technisch gute Ausführung im Bewegungsablauf (breiter, tiefer Stand eignet sich zum Abtauchen). Besondere Aufmerksamkeit sollte man der 2. Szene schenken. Hier bewegt sich Ter Stegen rückwärts, jedoch immer mit vorwärts orientiertem Oberkörper, sodass er jederzeit Druck auf den Ball ausüben kann.
Wir haben insbesonders bei TW-Verhalten von Bürki über kritische Distanzen zwischen Ziel- und Raumverteidigung unterhalten. Wenn sich ein Keeper für die Zielverteidigung entscheidet, wird er aufgrund der Distanz zum Schützen nicht Gefahr laufen im 1 : 1 einen Elfer zu riskieren. Für den Zuschauer sieht eine Hechtparade natürlich auch besser aus. Wenn hierbei allerdings ein Tor erzielt wird, kommt der Laie nahezu immer zum Fazit, dass dieser Ball unhaltbar war. Anderseits kann er in der Raumverteidigung eine größere Torfläche abdecken und ist zumeist effektiver beim zentralen Angriff. Allerdings hat der Keeper dann einen Vorteil in der Stellungstiefe, wenn der Ball am Boden liegt, weil er dabei höher stehen kann ohne das der Ball über ihn hinweg im Tor landet.
Ter Stegen hätte den bei besseren Angreiferentscheidungen den Ball 3 mal aus dem Netz holen können und man hätte ihm keinen Vorwurf gemacht. Bürki macht man einen Vorwurf, weil er bei der sicheren Entscheidung einen unglücklichen Gegnerkontakt hatte. Das zeigt mal wieder wie schmal die Skala zwischen Held und Depp ist.




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