Ein Gewitter führt normalerweise zu einer Spielunterbrechung. Die Schiedsrichter haben hierzu ganz klare Anweisungen der jeweiligen Verbände. Es gibt hierzu sogar ein Infoblatt, das vom VDE (Verband der Elektrotechnik
Elektronik Informationstechnik e.V.) in Abstimmung mit dem Sicherheitsausschuss des DFB herausgegeben wird. In dieser Info geht es zwar allgemein um Fussball und Gewitter, also auch Training und Zuschauersicherheit, aber eben auch darum wann ein Spiel ab- bzw. unterbrochen werden sollte.
Ein Schiedsrichter, der sich nicht daran hält, haftet persönlich für evtl. daraus resultierende Schäden. Mir ist zwar kein Präzedenzfall bekannt, wo die Spieler -unter den vorgeschriebenen Voraussetzungen für eine Spielunterbrechung - ohne Erlaubnis des Schiedsrichters vom Platz gegangen sind, aber ausser einer Neuansetzung dürfte das keinerlei Konsequenzen habe. Es geht hier um das Leben der Spieler und da gibt es keinen Ermessensspielraum!
Kurz die Voraussetzungen für die Spielunterbrechung (Auszug aus dem Merkblatt):
"Voraussetzung ist die richtige Einschätzung der Wettersituation
Folgt der Donner einem Blitz nach 15 bis 20 Sekunden ist die Situation gefährlich:
Gefährdete Bereiche wie z. B. das Fußballfeld sollten schnellstens verlassen werden.
10 Sekungen oder weniger: Ein Blitzeinschlag kann unmittelbar auftreten - Lebensgefahr!
Wurde eine halbe Stunde lang kein Donner mehr wahrgenommen, kann davon ausgegangen werden, dass das Gewitter vorüber ist. Die Personen können dann die Schutzbereiche verlassen und der Spielbetrieb kann wieder aufgenommen werden."
Diese Passage ist übrigens wortwörtlich im Schiedsricher-Lehrbrief 07 -03 des Verbandsschiedsrichterausschusses / Verbands-Lehrstab des Bayerischen Fussball Verbandes zu finden.
Also spätestens, wenn der Zeitabstand zwischen Blitz und Donner unter 10 Sekunden ist, runter vom Platz - mit oder ohne Schiedsrichter!!!




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