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Thema: In was für einer kranken Welt...

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  1. #1
    Nationale Klasse Avatar von The Dark Knight-BVB
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    Wenn ich unserer kränkelnden Welt hier auf den Grund gehen und tatsächlich die Wurzel allen Übels hervorheben müsste, das würde in einer Grundsatzdiskussion ausarten und ich würde mich unbeliebt machen.

    Ich kann aber sagen, dass speziell auf Deutschland bezogen, unsere oberflächliche Regierung keinen Ausweg aus der Misere findet. Es ist schlimm mit anzusehen wie unser Land sich immer mehr spaltet und einzelne Parallelgesellschaften entstehen. Stichwort Integration.

    Guter, nachdenklicher Beitrag übrigens von dir, Believer. Ich kenne diese Emotionslosigkeit nur allzu gut, oftmals fühle ich mich richtig leer, denn ich weiß, daran wird sich nichts ändern, nicht bevor die sprichwörtliche Bombe platzt und Geschichte sich vielleicht wiederholt. Die Fundamente die wir erbaut haben, das Wissen das wir uns geholt haben, kann und das zum Verhängnis werden? Geraten wir irgendwann an einen Punkt, wo nur die Erlösung vor uns selbst die Lösung sein kann?

    Schreckliche Fragen, ich weiß, und bevor ich weiter spinne beende ich mein Gefasel jetzt.
    Ruhet in Frieden Robert Enke & Spideratze...

  2. #2
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    Danke für eure Beiträge.

    Ich finde schon, dass die Jugendlichen zu meiner Zeit, also vor ca. 10 Jahre, was ja noch gar nicht so lange her ist, einfach mehr Respekt vor den älteren Menschen hatten.

    Heute muss man sich als Erwachsener unter Umständen von einem halben Kind dumm anmachen lassen. Wer hat hier versagt? Meiner Meinung nach die Eltern, die eventuell überfordert sind oder was auch immer.

    Es gibt so viele kranke Themen, die man diskutieren könnte, aber alle haben eines gemeinsam: Man wird keine eindeutige und allgemeingültige Antwort finden.

    Ich war bisher in meinem Leben zweimal in einer Situation, wo ich jemandem helfen konnte, den ich nicht kannte und ich habe es, ohne zu überlegen, getan. Dieses verlange ich von jedem. Man muss nicht körperlich helfen, aber in unserer Zeit hat jeder Mensch ein Handy und ein Notruf kostet nicht einmal was. Wieso wird so etwas nicht getan? Weil man keine Zeit hat oder keine Unannehmlichkeiten haben will? Wenn dem so ist, dann tut mir unsere Gesellschaft leid. Richtig leid.

    Ich bereue es nicht, dass ich mich eingemischt habe, sondern bin stolz drauf und würde es wieder tun.

    Alkohol wurde ja auch schon angesprochen. An die Älteren:
    Kanntet ihr früher so viele Fälle von Alkoholmissbrauch von Kindern?
    12-15 Jahre alt oder so etwas? Ich kannte es nicht.
    Wir haben früher auch sehr viel Scheisse gebaut, auch am Rande der Idiotie, aber wir wussten immer, was für Konsequenzen unser handeln haben könnten.
    Dieses Denken vermisse ich...

    The Dark Knight hat es passend gesagt:
    "unsere oberflächliche Regierung keinen Ausweg aus der Misere findet. Es ist schlimm mit anzusehen wie unser Land sich immer mehr spaltet und einzelne Parallelgesellschaften entstehen. Stichwort Integration."

    Es endet in diesem Thread wahrscheinlich in einer Grundsatzdiskussion, aber bis dahin, kann man ja mal "frei reden"...
    In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
    Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
    Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !

  3. #3
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von Schnapper82 Beitrag anzeigen
    The Dark Knight hat es passend gesagt:
    "unsere oberflächliche Regierung keinen Ausweg aus der Misere findet. Es ist schlimm mit anzusehen wie unser Land sich immer mehr spaltet und einzelne Parallelgesellschaften entstehen. Stichwort Integration."

    Es endet in diesem Thread wahrscheinlich in einer Grundsatzdiskussion, aber bis dahin, kann man ja mal "frei reden"...
    Und genau an der Stelle, liegt der Kardinalfehler. Jeder wartet darauf, dass jemand was tut...und wenn es die Regierung ist. Nur, dass die Regierung dafür nicht zuständig ist, sondern jeder Einzelne von uns. In einem funktionierenden Gemeinwesen muss jeder Verantwortung übernehmen und eben nicht darauf warten, dass jemand anderst die Verantwortung übernimmt.

    Ansonsten sehe ich schon, dass wir eine Problem namens "Generation Playstation" haben. Playstation deshalb, weil das Gefühl vermittelt wird, dass man alles probieren kann und egal wie die Folgen sind, man einfach nur auf "Neustart" drücken muss und so die eigenen Fehler ohne Konsequenzen bleiben. Aber nur wenn Fehler mit Konsequenzen verbunden sind, wird daraus ein Lernprozess; sonst schafft man genau diese "ist-doch-egal-Mentalität" mit all ihren negativen Folgen.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  4. #4
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    19-Jähriger wirft Molotowcocktails in Schule

    Ein junger Mann hat Brandsätze in ein Gymnasium im fränkischen Ansbach geworfen. Mehrere Schüler wurden verletzt. Bei dem Täter soll es sich um einen Schüler handeln.

    weiterlesen

    Quelle: Süddeutsche
    In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
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  5. #5
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    Zitat Zitat von strigletti Beitrag anzeigen
    Ansonsten sehe ich schon, dass wir eine Problem namens "Generation Playstation" haben. Playstation deshalb, weil das Gefühl vermittelt wird, dass man alles probieren kann und egal wie die Folgen sind, man einfach nur auf "Neustart" drücken muss und so die eigenen Fehler ohne Konsequenzen bleiben. Aber nur wenn Fehler mit Konsequenzen verbunden sind, wird daraus ein Lernprozess; sonst schafft man genau diese "ist-doch-egal-Mentalität" mit all ihren negativen Folgen.
    Strigletti, bei aller Sympathie, aber Killerspiele sind kein Grund für den Anstieg der Gewalttaten. Die Betreuung und das Ganztagsangebot in den Schulen muss ganz klar verbessert werden. Warum philosphiert keiner mit den Kindern? Wird noch über ganz "nebensächliche" Themen gesprochen, die einen so beschäftigen? Nein, nur der trockene, altbackende Stoff. Kein Wunder, dass man da "verrückt" wird und sich in seiner persönlichen Entwicklung nicht fortbildet.

    Ich kann Armokläufer und geistig gestörte Menschen gut verstehen. Wenn man den ganzen Tag gesagt bekommt, was man eigentlich für ein Versager ist, platzt natürlich irgendwann einem der Kragen. Wer kennt das nicht? Das fängt in der Schule an, geht über das Elternhaus und zieht sich bis in den Freundeskreis hinein. Ganz ehrlich? Selbst ich, der nicht mal eine Fliege tothauen könnte, habe manchmal Mordgedanken. Die hat praktisch jeder von uns. Klar, das ist nicht richtig, aber machen wir uns nichts vor, das ist einfach so.

    Aus der Emotion kann ich diese Menschen verstehen, selbstverständlich verurteile ich aber Gewalttaten.

    Mit meinen Kindern werde ich später zusammen ein Gewaltspiel spielen, wenn sie alt genug sind und das Thema Computerspiele erstmals auf den Tisch kommt. Andere Eltern rauchen mit ihren Kleinen die erste Zigarette, ich zocke ne' Runde mit ihnen. Wenn man sich mit den Kindern beschäftigt und versucht sie zu verstehen, wird sicherlich ein höherer Erziehungseffekt an den Tag gelegt.

    Verbieten ist grundsätzlich falsch, mehr Aufklärung und Zuneigung für die Kids!

    LG
    Du warst so jung, du starbst so früh, wer dich gekannt, vergisst dich nie.



    † 28.08.09


    Ich danke dir für alles, Thomas. Ohne dich hätte ich es nicht geschafft.

  6. #6
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    Zitat Zitat von Kenji 101 Beitrag anzeigen
    Strigletti, bei aller Sympathie, aber Killerspiele sind kein Grund für den Anstieg der Gewalttaten.
    Sehe ich auch so. Ich habe solche Spiele auch gespielt, aber bin auch nicht durchgedreht.

    Zitat Zitat von Kenji 101
    Die Betreuung und das Ganztagsangebot in den Schulen muss ganz klar verbessert werden.
    Naja...man sollte eher dafür Sorgen, dass ein Elternteil zu Hause ist beim Kind, wenn es aus dem Kindergarten oder der Schule kommt.
    Ich kenne es gar nicht anders. Ich weiss nicht genau bis zu welchem Lebensjahr, aber als ich "jung" war, war immer ein Elternteil von mir zu Hause, hat mit mir gesprochen, gegessen und eventuell bei Aufgaben unterstützt.

    Heutzutage steht das Geld noch mehr im Vordergrund, da alles teurer wird. Somit wollen beide Elternteile so schnell und so viel wie möglich Arbeiten. Dass das Kind dabei eventuell auf der Strecke bleibt, merkt man ohnehin erst zu spät.

    Zitat Zitat von Kenji 101
    Ich kann Armokläufer und geistig gestörte Menschen gut verstehen. Wenn man den ganzen Tag gesagt bekommt, was man eigentlich für ein Versager ist, platzt natürlich irgendwann einem der Kragen. Wer kennt das nicht?
    Sorry, aber so etwas kenne ich wirklich nicht. Wenn man mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Einsatz an Dinge wie Schule oder was auch immer herangeht, bekommt man mit Sicherheit nicht gesagt, was für ein Loser man ist.
    Ich zum Beispiel habe mein Selbstwertgefühlt durch Fussball bis ins unermessliche gesteigert.

    Zitat Zitat von Kenji 101
    Selbst ich, der nicht mal eine Fliege tothauen könnte, habe manchmal Mordgedanken. Die hat praktisch jeder von uns. Klar, das ist nicht richtig, aber machen wir uns nichts vor, das ist einfach so.
    Waren das wirklich Mordgedanken oder einfach nur eine crasse Wut. Mordgedanken kann ich nicht glauben...

    Aus der Emotion kann ich diese Menschen verstehen, selbstverständlich verurteile ich aber Gewalttaten.

    Zitat Zitat von Kenji 101
    Verbieten ist grundsätzlich falsch, mehr Aufklärung und Zuneigung für die Kids!
    Das sehe ich genau so. Alles, was verboten ist, wird sowieso gemacht. Das kenne ich von früher. Mir wurde nicht viel verboten nur wurde mir früh begreiflich gemacht, dass ich die Konsequenzen für mein handeln tragen muss.
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  7. #7
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    Zitat Zitat von Schnapper82 Beitrag anzeigen
    Naja...man sollte eher dafür Sorgen, dass ein Elternteil zu Hause ist beim Kind, wenn es aus dem Kindergarten oder der Schule kommt.
    Ich kenne es gar nicht anders. Ich weiss nicht genau bis zu welchem Lebensjahr, aber als ich "jung" war, war immer ein Elternteil von mir zu Hause, hat mit mir gesprochen, gegessen und eventuell bei Aufgaben unterstützt.[/

    Heutzutage steht das Geld noch mehr im Vordergrund, da alles teurer wird. Somit wollen beide Elternteile so schnell und so viel wie möglich Arbeiten. Dass das Kind dabei eventuell auf der Strecke bleibt, merkt man ohnehin erst zu spät.
    Alleinerziehende Mütter oder Väter können es sich nicht erlauben, halbtags zu arbeiten. Ich verstehe deine Einstellung, sehe es genauso, ist es aber realistisch und umsetzbar? Ich denke nicht, von daher muss eine Alternative her, für mich der Kindergarten und die Schule mit spezialisierten Kräften, z.B. nicht mit Lehrern, die meistens sowieso nur genervt sind.

    Zitat Zitat von Schnapper82 Beitrag anzeigen
    Sorry, aber so etwas kenne ich wirklich nicht. Wenn man mit der richtigen Einstellung und dem richtigen Einsatz an Dinge wie Schule oder was auch immer herangeht, bekommt man mit Sicherheit nicht gesagt, was für ein Loser man ist.
    Ich zum Beispiel habe mein Selbstwertgefühlt durch Fussball bis ins unermessliche gesteigert.
    Wie sieht es denn aus, wenn diese Menschen die richtige Einstellung nicht kennen? Wie soll man wissen was falsch ist, wenn man keine Person hat, die Grenzen setzt und zuhört? Okay, man redet immer von der einen Gruppe von Menschen, denen es schlecht geht. Was ist mit Kindern/ Jugendlichen, die von Haus aus alles haben können, was sie sich wünschen, oder von Natur aus schwierig sind?

    Zitat Zitat von Schnapper82 Beitrag anzeigen
    Waren das wirklich Mordgedanken oder einfach nur eine crasse Wut. Mordgedanken kann ich nicht glauben...
    Eine philosophische Frage. Mordgedanken, krasse Wut, wo liegt da der Unterschied?

    LG
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  8. #8
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    Zitat Zitat von Kenji 101 Beitrag anzeigen
    Alleinerziehende Mütter oder Väter können es sich nicht erlauben, halbtags zu arbeiten. Ich verstehe deine Einstellung, sehe es genauso, ist es aber realistisch und umsetzbar? Ich denke nicht, von daher muss eine Alternative her, für mich der Kindergarten und die Schule mit spezialisierten Kräften, z.B. nicht mit Lehrern, die meistens sowieso nur genervt sind.
    Da gebe ich dir Recht. Zu dieser Situation kann ich nicht viel sagen, da meine Eltern nicht getrennt sind oder so.
    Lehrer finde ich auch nicht richtig. Hier braucht man andere Kräfte, die den Kindern noch Werte vermitteln können.


    Zitat Zitat von Kenji 101
    Wie sieht es denn aus, wenn diese Menschen die richtige Einstellung nicht kennen? Wie soll man wissen was falsch ist, wenn man keine Person hat, die Grenzen setzt und zuhört? Okay, man redet immer von der einen Gruppe von Menschen, denen es schlecht geht. Was ist mit Kindern/ Jugendlichen, die von Haus aus alles haben können, was sie sich wünschen, oder von Natur aus schwierig sind?
    Ich kann nur für mich sprechen, von daher denke ich, dass ich meine Kinder genau so erziehen werde.
    Wenn man vernachlässigt wird oder nie die richtigen Werte vorgelebt bekommt, ist es sicherlich schwer, aber hier ist die Gesellschaft gefragt. Menschen, die oft mit diesen Kindern zusammen sind: Kindergärtner, Lehrer, Verwandte...

    Zitat Zitat von Kenji 101
    Eine philosophische Frage. Mordgedanken, krasse Wut, wo liegt da der Unterschied?
    Mordgedanken sind für mich zu heftig ausgedrückt.
    Wut ist etwas anderes, wie ich finde. Man muss aber auch lernen mit der Wut zu leben, bzw. dieser auf einem gesunden Wege herauszulassen. Ich nutze den Sport als Katalysator für aufgestaute Wut. Hat man so einen Katalysator nicht, kann ich mir schon vorstellen, dass aus Wut leicht mehr werden kann.
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  9. #9
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    Zitat Zitat von Kenji 101 Beitrag anzeigen
    Strigletti, bei aller Sympathie, aber Killerspiele sind kein Grund für den Anstieg der Gewalttaten. Die Betreuung und das Ganztagsangebot in den Schulen muss ganz klar verbessert werden. Warum philosphiert keiner mit den Kindern? Wird noch über ganz "nebensächliche" Themen gesprochen, die einen so beschäftigen? Nein, nur der trockene, altbackende Stoff. Kein Wunder, dass man da "verrückt" wird und sich in seiner persönlichen Entwicklung nicht fortbildet.

    Ich kann Armokläufer und geistig gestörte Menschen gut verstehen. Wenn man den ganzen Tag gesagt bekommt, was man eigentlich für ein Versager ist, platzt natürlich irgendwann einem der Kragen. Wer kennt das nicht? Das fängt in der Schule an, geht über das Elternhaus und zieht sich bis in den Freundeskreis hinein. Ganz ehrlich? Selbst ich, der nicht mal eine Fliege tothauen könnte, habe manchmal Mordgedanken. Die hat praktisch jeder von uns. Klar, das ist nicht richtig, aber machen wir uns nichts vor, das ist einfach so.

    Aus der Emotion kann ich diese Menschen verstehen, selbstverständlich verurteile ich aber Gewalttaten.

    Mit meinen Kindern werde ich später zusammen ein Gewaltspiel spielen, wenn sie alt genug sind und das Thema Computerspiele erstmals auf den Tisch kommt. Andere Eltern rauchen mit ihren Kleinen die erste Zigarette, ich zocke ne' Runde mit ihnen. Wenn man sich mit den Kindern beschäftigt und versucht sie zu verstehen, wird sicherlich ein höherer Erziehungseffekt an den Tag gelegt.

    Verbieten ist grundsätzlich falsch, mehr Aufklärung und Zuneigung für die Kids!

    LG
    Believer, hat das mit meinem vermeintlichen Bezug auf Killerspiele ja bereits klargestellt.

    Nur um Missverständnissen vorzubeugen: Der Begriff "Generation Playstation"
    bezieht sich auf das System, das hinter jedem - zumindest soweit ich sie kenne - Videospiel steckt. Die Möglichkeit unendlich oft etwas versuchen zu können ohne wirklich negative Folgen für den Spieler. Dabei ist es völlig egal, ob jemand reihenweise Leute virtuell umlegt, ganze Universen zerstört, virtuelle Blümchen nicht ordentlich hegt und pflegt oder realitätsnahe Wattebällchen falsch stapelt.

    Egal ob ihr euch bei diesem Spiel anstrengt und euer Bestes gebt oder aus Spass völligen Müll fabriziert; es gibt immer die Möglichkeit zum "Retry"; irgendwann erreicht man das nächste Level schon. Wieviele vergebliche Versuche habt ihr in der Realität um "ungestraft" das nächste Level zu erreichen? Und falls ihr mit mir übereinstimmt und sagt, dass die Anzahl der zur Verfügung stehenden Wiederholungen im realen Leben beschränkt ist, dann habt ihr eine der wichtigsten Grundlagen zum Thema verantwortungsvollem Handeln verstanden.
    Das meine ich, wenn ich vom Problem der "Generation Playstation" spreche.

    Übrigens Kenji, den Rest deines Beitrages unterschreibe ich gerne.
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  10. #10
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    Strigletti, du bist der Erste, der allererste und wohl auch der einzige, der mir das Problem "Generation Playstation" so erklärt hat. Natürlich sagt jeder: "Killerspiele" und ist hier bei mir unten durch.
    Aber deinen Standpunkt verstehe ich voll und unterschreibe jedes Pünktchen deines Beitrages!
    Ich habe gerade ernsthaft überlegt, wieviel Spaß mir ein Playstation Spiel machen würde, ohne einen möglichen Neustart

  11. #11
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    Quelle:Stern
    Geändert von Schnapper82 (31.03.2010 um 14:23 Uhr)
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  12. #12
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    Zitat Zitat von Schnapper82 Beitrag anzeigen
    Danke für eure Beiträge.

    Ich finde schon, dass die Jugendlichen zu meiner Zeit, also vor ca. 10 Jahre, was ja noch gar nicht so lange her ist, einfach mehr Respekt vor den älteren Menschen hatten.

    Heute muss man sich als Erwachsener unter Umständen von einem halben Kind dumm anmachen lassen. Wer hat hier versagt? Meiner Meinung nach die Eltern, die eventuell überfordert sind oder was auch immer.


    Alkohol wurde ja auch schon angesprochen. An die Älteren:
    Kanntet ihr früher so viele Fälle von Alkoholmissbrauch von Kindern?
    12-15 Jahre alt oder so etwas? Ich kannte es nicht.
    Wir haben früher auch sehr viel Scheisse gebaut, auch am Rande der Idiotie, aber wir wussten immer, was für Konsequenzen unser handeln haben könnten.
    Dieses Denken vermisse ich...

    The Dark Knight hat es passend gesagt:
    "unsere oberflächliche Regierung keinen Ausweg aus der Misere findet. Es ist schlimm mit anzusehen wie unser Land sich immer mehr spaltet und einzelne Parallelgesellschaften entstehen. Stichwort Integration."
    Ich bin ja auch schon ein etwas älteres Semester und kann deine Aussagen nur bestätigen...wir waren früher auch schon teilweise krass drauf, aber nicht in einem solchen Ausmaß! Und wir hatten definitiv viel mehr Respekt vor den älteren Menschen, aber auch und vor allem vor unseren Eltern, Lehrern etc.

    Da aber heute viele Kids völlig oder teilweise verwahrlost aufwachsen, ist die Entwicklung leider Gottes fast schon nachvollziehbar...die Argumente von strigletti sind meiner Meinung nach daher ebenfalls richtig:

    Zitat Zitat von strigletti
    Und genau an der Stelle, liegt der Kardinalfehler. Jeder wartet darauf, dass jemand was tut...und wenn es die Regierung ist. Nur, dass die Regierung dafür nicht zuständig ist, sondern jeder Einzelne von uns. In einem funktionierenden Gemeinwesen muss jeder Verantwortung übernehmen und eben nicht darauf warten, dass jemand anderst die Verantwortung übernimmt.

    Ansonsten sehe ich schon, dass wir eine Problem namens "Generation Playstation" haben. Playstation deshalb, weil das Gefühl vermittelt wird, dass man alles probieren kann und egal wie die Folgen sind, man einfach nur auf "Neustart" drücken muss und so die eigenen Fehler ohne Konsequenzen bleiben. Aber nur wenn Fehler mit Konsequenzen verbunden sind, wird daraus ein Lernprozess; sonst schafft man genau diese "ist-doch-egal-Mentalität" mit all ihren negativen Folgen.
    Natürlich macht man es sich zu leicht, wenn man alles auf Spielkonsolen bzw. sog. "Killerspiele", brutale Spielfilme oder auch das Internet schiebt, aber es sind auf jeden Fall Dinge die ihren Teil dazu beitragen, dass die Menschen (leider nicht nur Kinder und Jugendliche) alle ein bisschen roher, abgestumpfter und letzten Endes auch irgendwie gleichgültiger geworden sind (obwohl es eigentlich aufgrund der verbesserten Informationsmöglichkeiten genau anders herum sein könnte).

    Dass nun z.B. das Internet zensiert bzw. kontrolliert wird, ist der völlig falsche Ansatz und auch längst schon zu spät...eine Gesellschaft die ihre Kinder vernünftig erzieht und informiert, hätte es gar nicht nötig die Kinder zu maßregeln, da diese dann wüssten was Recht und Unrecht ist und vor allem warum. Klar wissen die Meisten das auch so, aber es ist ihnen scheinbar egal...

    Zitat Zitat von Schnapper82 Beitrag anzeigen

    Fühlt ihr euch noch sicher? Für die, die schon Kinder haben: Sorgt ihr euch nicht um eure Kinder, wenn sie draussen sind?
    Ich habe eine mittlerweile 1 1/2 Jahre alte Tochter und NEIN, ich fühle mich nicht sicher bzw. sorge mich um sie...denn auch hier häufen sich ja seit Jahren die Vorfälle, bei denen Gewalt und Missbrauch bzw. noch Schlimmeres gegen Kinder passiert und die Regierung sowie die Gesellschaft scheinbar nur tatenlos zusehen kann. Dass unsere (nicht nur diesbezüglich) völlig lasche Gesetzgebung daran schuld ist, sollte jedem bewusst sein, es ändert sich aber trotzdem nichts daran bzw. die Ansätze zu Lösung dieser Probleme sind die völlig Falschen!
    Geändert von Mondy (17.09.2009 um 13:50 Uhr)

  13. #13
    Torwarttalent
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    "Früher" hatte man vor älteren Menschen Respekt. Ich kenne niemanden der "damals" im Alter von 14-15 auf die Idee gekommen wäre jemanden >18 anzupöbeln oder anzugreifen. Auch nicht mit 17 einen Erwachsenen.
    Klar wurde Scheiße gebaut, aber nichts was anderen ernsthaft körperlich geschädigt hätte. Stichwort "auf dem Boden liegen und weiter prügeln oder treten".

    Heute geht es nur noch darum sich in der Gruppe in der man verkehrt zu profilieren. Warum nehmen diese Idioten wohl sonst ihre Heldentaten mit dem Handy auf? Um damit anzugeben. Da gilt es als cool andere "abzuzocken" oder zusammenzuschlagen.

    Versagt haben meiner Meinung nach:

    - Medien
    - Eltern
    - Gesetzgeber

    In dieser Reihenfolge.
    "Herr Stromberg sie sind ziemlich spät unten"

    "Der Fahrstuhl is nicht gekommen."

    "Wenn ein Feuer ausbricht funktioniert der Fahrstuhl nicht"

    "Brennt ja nich........"

    "Ja aber theoretisch."

    "Theoretisch hab ich ja auch die Treppe genommen."

  14. #14
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    Wie kann man diese Situation denn wieder ins reine bringen?
    Je mehr man wegschaut, desto schlimmer wird es.

    Strigletti hat schon Recht, wenn er sagt, dass die Regierung da kaum was machen kann.

    Unsere Gesellschaft besteht zum größten Teil nur aus Hass, Neid und anderen Dingen, die keiner braucht.

    Wenn ich mir anschaue, dass einige das soziale System einfach nur ausnutzen und andere, die wirklich Hilfe benötigen und diese auch bekommen würde, nicht in Anspruch nehmen, weil sie sich schämen, dann kommt mir die Suppe hoch.

    Ich denke, dass es immer weiter gehen wird...immer weiter - bis es richtig knallt und dann haben wir den Salat.
    In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
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