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Thema: Marten Aarts beim Torwarttrainertag

Hybrid-Darstellung

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  1. #1
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    So ist das auch bei der von Marten van Aarts gezeigten Technik.

    Ich bin mir sicher, im geht es nicht allein drum, das Durchrutschen des Balles zu verhindern. Ich für meinen Teil glaube, im geht es allein um die Reichweite!
    Er läßt seine Torleute mit der Übung oder sagen wir der Form immer die maximale Reichweite ausführen. Der untere Arm erreicht also auch weit entfernte Bälle.... Es ist daher egal wohin der Ball kommt, ob nun Hüfte, Brust, Oberarm oder nur die gestreckte untere Hand: Der Torwart liegt zwischen Ball und Tor, der Ball kann nicht durch und nun muss nur die zweite Hand den Ball sichern...
    Logischerweise ist das ein Vorteil, denn der Torwart muss sich in einer Situation nicht "lang" machen, sondern er ist dies schon und das immer. Selbst wenn der Ball mal kürzer kommt, der Torwart geht lang.
    Dies befreit den Torwart von der komplexen Aufgabe des Timings und der Distanzachse , denn er muss sich nur lang, daß Toreck abdeckend werfen.
    Ich denke just dies ist, was Marten van Aarts mit schneller als der Ball zu sein meint. Der Torwart kann nicht zu kurz oder zu langsam sein. Er reagiert, zack auf volle Länge... alles andere macht er mit der zweiten Hand.
    Eine Idee, wenn diese so richtig ist, doch Vorteile zeigt. Ob dann abr wirklich immer und überall von Vorteil, daß kann ich so nicht ersehen, denke aber zu verstehen, was Marten van Aarts damit bezwecken will: Dem Torwart einen Vorteil verschaffen, und Ihn aus der "Denkecke" zu bekommen, sich explizit auf jeden Ball einstellen zu müssen, sondern mit einer Bewegung einen großen Bereich von Bällen abzudecken, deren Sicherung allein dann gemacht wird, wenn man eigentlich das Tor schon verhindert hat...
    An sich lobenswert. Doch nun muss man das im Training mal durchspielen, mal schauen, ob es wirklich so toll ist. Und man wird auch Schwächen finden, und muss sich dann überlegen, wie man diese abstellt.
    Doch allein dieses unkonventionelle Denken, die sich in dieser recht unkonventionellen Technik äussert zeigt für mich: Ein Mensch, der sich nicht zufrieden gibt, sondern andere, neue Lösungen sucht.. diese vermittelt und damit zur Diskussion stellt.

    Nun müßte Marcel nur mal auflösen...
    Gut, dass Marcel noch nicht aufgelöst hat; denn ich will da noch einen Gedanken anfügen.

    Sicher ist es immer gut, wenn der Torwart aktiv und mit beiden Händen zum Ball geht; ich denke, das ist ein Grundsatz der unbestritten ist und den auch Marten van Aarts nicht aushebeln will. Schauen wir uns aber doch mal an, wieviele Schüsse ein Torwart zu halten hat, die aus dem Nahbereich und dann häufig sogar ganz oder teilweise verdeckt durch Freund und Feind kommen.

    Ist es nicht oft so, dass wir bei diesen Bällen gar nicht gezielt mit beiden Händen zum Ball gehen können, da wir im Grunde gar nicht wissen, wo der exakte Schnittpunkt unserer Bewegungslinie mit der Schussbahn ist? Gar nicht davon zu reden, wie schnell und oft so ein Ball minimal abgefälscht wird und dann nicht mehr mit beiden Händen festgehalten werden kann

    Wir sehen oftmals nicht einmal die eigentliche Schussabgabe, die für uns enorm wichtig ist, um unsere Aktion zum Ball exakt ausführen zu können. Insofern springen bzw. tauchen wir quasi "auf Verdacht" bzw "intuitiv" in den bedrohten Bereich und gar nicht gezielt zum Ball. In diesem Fall bietet die Technik, die im Video gezeigt wird, eine Möglichkeit, einen großen Bereich des Tores mit dem Körper und dem langen Arm zu blockieren und anschliessend den Ball mit der zweiten Hand zu sichern. Ausserdem bleibt der zweite Arm frei um bei Bedarf ( z.B. Aufsteigen des Balles nach Abfälschen) reflexartig einen halbhohen Ball noch "rauswischen" zu können.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  2. #2
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    strigletti,
    Du kannst wahrlich Gedanken lesen, denn just diese Situationen sind mir durch den Kopf geschossen, als ich mich fragte, was Marten meinte, wenn er sagte schneller wie der Ball sein zu müssen... Das sagt er nur im Video, sonst wüßte ich ja von was er spricht, aber es macht sehr oft Sinn, wenn man die Volle Länge nimmt, anstelle zu kurz zu sein, und just hier sind abgefälschte Bälle, Rebound Situationen und auch verdeckte Schüsse mir in den Sinn gekommen...
    Sicher, dies kann man auch anders lösen, aber es ist eine Idee.
    Man muss sich Ideen ansehen und auch mal denen eine Chance geben..

    Und je mehr Werkzeuge ich meinem Torwart in die Hand geben kann und je mehr er davon einsetzen und sinnvoll kombinieren kann, desto besser wird er....

    Problem ist immer: 2 mal die Woche Training. Für einen Amateur sicherlich genug, aber wenn man da Ernsthaft sein möchte, muss man eigentlich täglich eine Stunde harte Arbeit investieren...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  3. #3
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    strigletti,
    Du kannst wahrlich Gedanken lesen, denn just diese Situationen sind mir durch den Kopf geschossen, als ich mich fragte, was Marten meinte, wenn er sagte schneller wie der Ball sein zu müssen...
    Nein Steffen, ich kann keine Gedanken lesen; das hat mir Sepp Maier vor gut 30 Jahren in etwas so erklärt.

    Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    Und je mehr Werkzeuge ich meinem Torwart in die Hand geben kann und je mehr er davon einsetzen und sinnvoll kombinieren kann, desto besser wird er....

    Problem ist immer: 2 mal die Woche Training. Für einen Amateur sicherlich genug, aber wenn man da Ernsthaft sein möchte, muss man eigentlich täglich eine Stunde harte Arbeit investieren...
    Steffen ich glaube wir sind uns darin einig, dass die eigentlichen Aktionen eines Torwarts entweder aus erlernter Technik besteht oder auf Improvisation beruht. Die Grenze zwischen gelungener Improvisation und Pfusch ist jedoch sehr schmal und von daher ist es erforderlich, dem Torwart möglichst viele abrufbare Techniken beizubringen, die er bei Bedarf einfach aus dem "Werkzeugkasten" holen kann.

    Für uns "kleine" TwT, denen nur sehr wenig Trainingszeit mit unseren Torhütern zur Verfügung steht, ist es sicher schwer, den Werkzeugkasten entsprechend zu füllen. Aber das ist ähnlich wie der Unterschied zwischen der Kfz-Werkstatt und dem Hobbyschrauber. Trotzdem versuchen wir das Bestmögliche zu erreichen und müssen daher einfach überlegen, ob wir unserem Torwart nicht auch multifunktionales Werkzeug einpacken können. Sicher ein gefährlicher, aber durchaus mal ein lohnenswerter Gedanke. Aber wenn wir uns den Hobbyschrauber ansehen, stellen wir fest, dass auch dieser oft viele Jahre braucht bis er vernünftig ausgestattet ist und so vergehen auch bei einem Torwart viele Jahre bis sein Werkzeugkasten reichhaltig ausgestattet ist. Und in beiden Fällen ist es der Erfahrung zu verdanken, welches Werkzeug als nächstes angeschafft wird.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

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  4. #4
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    So,
    für so einen geilen Beitrag gibt es erst einmal ein grünes Kästle mehr (ist zwar purer Zufall, das es erschienen ist, weil ma da keinen Einfluss darauf hat, aber es passte just eben!)

    Herzlichen Glückwunsch zum dritten Kästchen und weiter so.
    Das kann ich nämlich nur grußlos unterschreiben...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  5. #5
    torwart.de-Team Avatar von Schnapper82
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    Ich bin für alle Techniken offen. Welche dann angewendet wird im Spiel oder Training, dass passiert einfach intuitiv. Da denkt man nicht nach und sagt, dass man jetzt die spanische Technik anwenden will oder so ähnlich.

    Wir Strigletti ja schon vollkommen richtig sagte, braucht ein Torhüter viel Input, damit diese Automatismen auf jede Gegebenheit reagieren können. Je mehr Techniken ich habe für ein und die selbe Aktion, desto besser ist es. Es können immer unvorhergesehende Dinge passieren auf dem Platz.

    Von daher sehe ich es so, dass man sich alles anschauen sollte und dann für sich die Dinge herauspicken kann, die man vertiefen möchte.
    Gerade auf Grund der mangelnden Zeit kann man niemals so tief in ein Thema einsteigen und es trainieren, wie ein Profi.
    Also wird die Zeit, die gegeben ist genutzt oder ab und an mal eine extra Schicht geschoben...
    In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
    Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
    Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !

  6. #6
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    Avatar von Believer
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    Zitat Zitat von Schnapper82 Beitrag anzeigen
    Gerade auf Grund der mangelnden Zeit kann man niemals so tief in ein Thema einsteigen und es trainieren, wie ein Profi.
    Also wird die Zeit, die gegeben ist genutzt oder ab und an mal eine extra Schicht geschoben...
    Darin sehe ich auch das Problem, Schnapper. Ich habe so viel Input bekommen und weiß gar nicht, was ich zu erst lernen soll und wann. Selbst bei viermal Training in der Woche fehlt die Zeit, da alle Einheiten nur auf die Feldspieler ausgerichtet sind. Da bleibt nur davor und danach Zeit, aber selbst da wird es schwierig, weil man zu vielen Übungen einen Partner braucht und man kann nicht immer jemanden überreden früher zum Training zu kommen.
    "Bangerang"

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    06.11.09 † 10.11.09

  7. #7
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    So, ich für mich habe das gestern im Training mal ausprobiert.
    Nun es ist eine andere Art des Fallens. Mir geht es, trotz sehr weichem Rasen unheimlich in und auf die Schulter, da ich nicht gewohnt bin, hier eine entsprechende, einseitige Spannung aufzubauen.
    Ansonsten konnte ich, auf die Schneller keinen großen Unterschied bemerken, jedenfalls jetzt bei freier Schussbahn und freier sich nicht.

    Aber, ich für meinen Teil finde immer wichtig, es zu versuchen und zu sehen was geht. Aufgefallen ist mit hingegen:
    WEnn man die Technik macht, es ist egal wohin der Ball kommt, man kann diesen sichern, und das mit dem oberen Arm recht einfach... der untere Arm ist als lediglich Verlängerung des Körpers, und nicht mehr so aktiv am Ballsichern beteiligt...
    Ich habe noch Vorbehalte, aber:
    Es ist etwas neues, interessantes und auch etwas, womit man spielen kann.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  8. #8
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    So, ich für mich habe das gestern im Training mal ausprobiert.
    Nun es ist eine andere Art des Fallens. Mir geht es, trotz sehr weichem Rasen unheimlich in und auf die Schulter, da ich nicht gewohnt bin, hier eine entsprechende, einseitige Spannung aufzubauen.
    Ansonsten konnte ich, auf die Schneller keinen großen Unterschied bemerken, jedenfalls jetzt bei freier Schussbahn und freier sich nicht.
    Freut mich, dass du das mal ausprobiert hast

    Steffen, ich glaube dir sofort, dass dir das unglaublich auf die Schulter gegangen ist; bin aber der Meinung, dass das weniger eine Frage der Spannung, sondern des "geschmeidigen" Ablaufs ist. Du hast unmittelbar beim Landen etwas Spiel im Schulterbereich um den Landedruck abzufangen und wenn du diesen nutzt indem du erst locker bleibst und dann die Spannung aufbaust, hast du einen "Stoßdämpfereffekt" ähnlich wie bei der Federgabel eines Mountainbikes. Auch diese baut die Energie erst leicht und dann zunehmend stärker ab. Ich habe diese Technik, wie alle anderen auch, früher sowohl beim Kicken auf der Strasse, als auch für meine "Paraden" vor dem Garagentor auf Verbundpflastersteinen benutzt, insofern spricht deine Erfahrung nicht gegen diese Technik.

    Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    Aber, ich für meinen Teil finde immer wichtig, es zu versuchen und zu sehen was geht. Aufgefallen ist mit hingegen:
    WEnn man die Technik macht, es ist egal wohin der Ball kommt, man kann diesen sichern, und das mit dem oberen Arm recht einfach... der untere Arm ist als lediglich Verlängerung des Körpers, und nicht mehr so aktiv am Ballsichern beteiligt...
    Ich habe noch Vorbehalte, aber:
    Es ist etwas neues, interessantes und auch etwas, womit man spielen kann.
    Da gebe ich dir völlig recht und will nochmal betonen, dass diese Technik dann eingesetzt wird, wenn der Torhüter auf Verdacht agieren muss. Das erste Gebot bleibt immer noch, dass der Torwart mit beiden Händen zum Ball geht.
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