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Thema: Robert Enkes Selbstmord: Ich bin völlig aus dem Tritt!

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  1. #1
    Freizeitkeeper
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    Zunächst einmal an alle vielen lieben Dank für die schnellen und offenen Antworten!

    Kurz zu Luke:
    Ich habe es glaube ich falsch ausgedrückt mit den Bewegungsabläufen. Ich bewege mich nicht 1zu1 wie er, obwohl ich es ehrlich gesagt mal "versucht" hab (vor 6-7 Jahren^^). Versuchen ist das falsche Wort eigentlich... ich hab direkt nach 10 Minuten gemerkt, dass es einfach nicht möglich ist, so zu tun als wär man jemand anders.. So hab ich im Endeffekt eigentlich nur die Armbewegungen und so ein, zwei kleine Sachen übernommen.

    Aber das gehört nicht hier ins Topic...

    Ich habe mich wie gesagt sehr gefreut über eure Antworten, habe jedoch entschieden nicht zum Training zu gehen.. ich möchte heute nochmal für mich sein um dann zum Wochenende wieder auf Kurs zu kommen.

    Gruß

    hanZ

  2. #2
    Nationale Klasse Avatar von Mondy
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    Zitat Zitat von hanZ Beitrag anzeigen
    Zunächst einmal an alle vielen lieben Dank für die schnellen und offenen Antworten!

    Kurz zu Luke:
    Ich habe es glaube ich falsch ausgedrückt mit den Bewegungsabläufen. Ich bewege mich nicht 1zu1 wie er, obwohl ich es ehrlich gesagt mal "versucht" hab (vor 6-7 Jahren^^). Versuchen ist das falsche Wort eigentlich... ich hab direkt nach 10 Minuten gemerkt, dass es einfach nicht möglich ist, so zu tun als wär man jemand anders.. So hab ich im Endeffekt eigentlich nur die Armbewegungen und so ein, zwei kleine Sachen übernommen.

    Aber das gehört nicht hier ins Topic...

    Ich habe mich wie gesagt sehr gefreut über eure Antworten, habe jedoch entschieden nicht zum Training zu gehen.. ich möchte heute nochmal für mich sein um dann zum Wochenende wieder auf Kurs zu kommen.

    Gruß

    hanZ
    Das ist auch dein gutes Recht, jeder muss solche Situationen auf seine Art und Weise verarbeiten, ich persönlich werde heute abend richtig Gas geben...

    Spann mal richtig aus, geh nochmal in dich und dann greifst du wieder voll an...du packst das! Alles Gute dafür!!!

  3. #3
    torwart.de-Team
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    Ich möchte nicht viel zu diesem Thema schreiben, da ich ohnehin nicht die richtigen Worte finden würde. Nur soviel: Auch mich hat der Tod von Robert Enke sehr stark mitgenommen. Am Dienstagabend bestand die Welt für mich nur noch aus Leere. Ich stellte mir so viele Fragen, auf die ich noch immer keine Antwort gefunden habe. Erst jetzt fange ich langsam an zu realisieren, was passiert ist. Robert Enke ist tot. So traurig dieses Schicksal auch sein mag, so sehr wir mit seiner Familie leiden, so sehr sollten wir daraus lernen. Wir müssen lernen, mehr Rücksicht auf unsere Mitmenschen zu nehmen, wir müssen psychischen Krankheiten wie Depressionen ins Auge blicken, sie als ernsthaft anerkennen und Betroffenen helfen. Wir alle müssen uns ändern, wir müssen der Welt zeigen, dass wir niemanden für "verrückt" erklären, nur weil er sein Leben nicht mehr meistert. Wir müssen diese Leute auffangen, ihnen Halt bieten und sie zurück ins Leben führen. Doch wir müssen auch ihre Entscheidungen akzeptieren. Auch Robert Enke hat eine Entscheidung getroffen. Er hat sich gegen eine intensivere Therapie entschieden und für seinen eigenen Tod. Wir müssen diese Entscheidung akzeptieren und respektieren, so weh es uns auch tun mag. Wenn es Robert Enke nun besser geht, dann war seine Entscheidung für ihn - wenn auch nicht für die Beteiligten und seine Familie - richtig. Wir müssen es respektieren!

    Mir hat es bereits geholfen, dass heute nicht auf allen Fernsehsendern rund um die Uhr Sondersendungen zu Robert Enkes Selbstmord gelaufen sind. Auch wenn ich wusste, dass mir diese Sendungen nicht gut tun, habe ich sie mir angeschaut. Vielleicht in der Hoffnung, eine Antwort auf meine Fragen zu bekommen.

    Ich war gestern beim Training. Wir sind nur gelaufen und ich war dabei wie in Trance. Hätten wir mit Bällen trainiert, hätte ich wohl eher den Kopf frei bekommen. Alternativ hätte ich zur Trauerandacht und danach zum Trauermarsch gehen können. Doch ich habe mich dafür entschieden, das zu tun, was Robert Enke für richtig gehalten hätte: Fußball spielen und den Kopf frei kriegen. Nein, ich wollte mit dieser Entscheidung nichts verdrängen, sondern mir nur darüber bewusst werden, wie wichtig mir das Fußballspielen ist. Es ist - wie auch für Robert Enke - mein Lebenselixier.

    Heute hatte ich dann wieder Training. Wir sind auf den ungeliebten Ascheplatz gegangen, doch das war mir egal. Ich wollte mir die Bälle um die Ohren schießen lassen, ich wollte mich verausgaben, ich wollte alles geben - auch für Robert Enke. Ich wollte Spaß am Fußballspielen haben. Denn wenn Robert Enkes eines gewollt hätte, dann, dass andere Leute diesen Sport genauso genießen wie er, ohne sich dabei zu viele Gedanken und zu viel Druck zu machen. Ich bot heute meine beste Trainingsleistung seit langem. Für mich, doch auch für Robert Enke.
    Farblegende: Moderator | Privatperson

  4. #4
    Internationale Klasse Avatar von strigletti
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    In deinem Beitrag klingt einiges mit durch und ich bin froh, dass du das gepostet hast.

    Deine Beschreibung enthält einiges, was mich sehr nachdenklich macht und ich sage dir ganz offen, dass du dich meiner Meinung nach an der Grenze zwischen einem tiefen Trauerzustand und einem ernsten gesundheitlichen Problem befindest; wenn sie nicht bereits überschritten ist.

    Deswegen meine klare Aufforderung an dich, dies unbedingt schnellstmöglich diagnostisch abzuklären, da dies aus der Ferne via Forum nicht möglich ist.

    Ich möchte daher die anderen User bitten, in diesem Thread die gleichen Verhaltensweisen an den Tag zu legen, wie sie im Verletzungsthread üblich sind.

    Solltest du noch Fragen haben, kannst du dich gerne auch per PN bei mir melden.
    Stell dir vor, du gehst in dich - und keiner ist da

    Wer glaubt es reicht, wenn man bis zum Umfallen kämpft irrt sich...kämpfe darum Aufzustehen!!!

  5. #5
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Ich kann strigletti nur zustimmen.
    HanZ, ohne Dir damit zu nahe treten zu wollen, aber in einem Forum, wo viele nicht damit umgehen können... Du solltest ernsthaft mal überlegen, achwas überlegen, Du solltest es tun, zu einer professionellen Stelle zu gehen.
    Die katholische und evangelische Kirchen haben, recht unverbindlich, gute Seelsorger.
    Denn ich glaube, Du brauchst wirklich mal jemand, mit dem Du reden kannst.
    Du brauchst jemand, der Dir hilft, deine Trauer zu verarbeiten und das unbegreifliche für Dich persönlich, für Dich selbst, verständlich werden zu lassen.
    Dies schaffen wir im Forum nicht...
    Denn letztendlich muss Du für Dich begreifen lernen, daß nun dein Idol nicht mehr lebt, in Dir und deinem Andenken aber sehr wohl weiter leben kann, aber Du selbst sein musst und nur du selbst es bist, der die Leistung bringt, und kein anderer.
    Hier hilft es nur, das ganze aufzuarbeiten.

    wir hier am Forum, wir sind dazu einfach nicht in der Lage, wir haben keine Ausbildung dafür und keine Erfahrung.
    Daher bitte, bitte, bitte, geht in professionelle Hände, Du wirst dort nicht ausgelacht, oder für bekanckt erklärt, das Gegenteil ist der Fall. Es sind Menschen, die Dich verstehen wollen, und mit Dir zusammen, dann eine Besserung herbei führen möchten.
    sie haben die Erfahrung, die Kenntnisse und etwas unerschütterliches, woran man sich festhalten kann. Und solche Gespräche glaub mir, sie tun einfach nur gut.

    Bitte bitte, geht dorthin und sprich mit einem echten Menschen, mit einem Menschen, der Dir helfen kann und seinen Weg darin sieht, Menschen wie Dir zu helfen.
    Und dann, dann mein Bester, wird auch deine Leistung ganz von allein wieder kommen, und vielleicht bist Du manchmal dann auch jemand, der ein lebendiges Andenken und eine lebedige Erinnerung ist, an einen großen Torwart...
    Niemand stirbt wirklich, solange Andenken und Erinnerung in uns lebendig sind. Dies ist kein Glaube, dies ist tiefe Wahrheit.
    Daher lasse Dir auf diesem schweren Moment des Lebens von Leuten, die das können, helfen
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  6. #6
    Nationale Klasse Avatar von das Tier im Tor
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    Hey hanZ
    glaub mir, Du bist sicher nicht alleine mit Deinem Problem! Ich kann mir vorstellen, dass es vielen von uns ähnlich geht / oder ging wie Dir, wenn vielleicht auch nicht ganz so extrem.
    Als ich am Dienstag aus der Arbeit heimgekommen bin, hab ich mich auf einen gemütlichen Abend auf dem Sofa gefreut. Hab die Sporttasche in die Ecke gefeuert, mich aufs Sofa gelegt und die Glotze angemacht. Mir gedacht, schaust mal in den VT was sportlich so passiert ist im Laufe des Tages. Da seh ich auf der Startseite die Eilmeldung "Robert Enke wahrscheinlich tot".
    Das war sicher ein Witz. Auf Seite 200 geschaut, Meldung über einen Unfall, man weiss noch nicht...
    Leere
    Nach und nach haben sich die Spekulationen verdichtet, schliesslich die traurige Gewissheit, es stimmt wirklich.
    Ich hab nichts mehr gefühlt. Hab den Rechner hochgefahren, gewusst, aus dem gemütlichen Fernsehabend wird nichts. Die Beiträge hier im Forum haben mir schonmal geholfen zu wissen, ich bin nicht alleine. Es denken alle wie ich. Robert Enke war einer von uns.
    Ich hab geheult wie ein Schlosshund!
    Mittwoch in der Arbeit lief alles wie auf Automatik. Ich war total leer, müde, geschafft, gerädert von einer schlaflosen Nacht. Am Abend bin ich heim, ohne zu trainieren. Ich konnte nicht. Stattdessen Sondersendungen im TV, die Beiträge hier im Forum, Zeitungsartikel, online und off. Die zweite Nacht war nicht so schlimm. Vielleicht war ich aber auch nur zu erschöpft.
    Am Donnerstag ging es mir nicht gut. Immer noch diese Leere. Hab in der Arbeit ein Tennisturnier spielen müssen und gewusst es wird schwer. Hab mir schwarze Klamotten angezogen und meine "normale" Spieleinstellung beiseite geschoben. Nur spielen, locker bleiben, nicht ärgern wenn es nicht läuft. Bring es nur irgendwie rum. Nach einem gewonnenen Volleyduell am Netz ruft mir meine Kollegin bewundernd zu "da sieht man doch den Torwart in Dir!" und ich hätte fast wieder angefangen zu heulen. Ich hab mich so beschissen gefühlt, hätte nie gedacht, dass mich der Tod eine mir nicht persönlich bekannten Fussballers so mitnimmt. Aber glaub mir, er hat mich mitgenommen. Ich wollte es überspielen, wollte "ganz normal" meiner Arbeit nachgehen, meiner Meinung nach ist mir das auch gelungen. Ich hab das gemacht was ich immer mache, die Stimmung war gut, aber im Endeffekt haben mich alle gefragt was denn los sei, ich schau nicht gut aus. Es war mir peinlich.
    Erst am Abend bei der Besprechung hat die Chefin dann so lange an mich hingeredet, bis ich ihr gesagt habe was Sache ist. Ich muss dazusagen, wir haben im Team ein sehr vertrautes Verhältnis und gehen alle sehr offen miteinander um. Niemand muss Angst haben, dass er wegen persönlicher Dinge irgendwelche Nachteile erfährt. Wir haben lange geredet und es hat mir sehr geholfen. Als ich daheim war, habe ich gemerkt, wie es mir wirklich besser ging. Hab gut geschlafen heute Nacht. Bin nicht mehr so müde, hab mehr Energie. Ich kann die Zeitung und die neuen Forumsbeiträge lesen ohne dass mir gleich wieder die Tränen kommen. Also hanZ, langer Rede kurzer Sinn, Du bist nicht alleine. Und ein gutes persönliches Gespräch hilft. Such Dir eine vertraute Person, die nichts mit Fussball zu tun hat und rede! Es befreit!
    Wenn Du aber danach immer noch das Gefühl hast, dass Du trotz alldem nicht weiterkommst, dann such Dir professionelle Hilfe. Es ist keine Schande!!
    Ich wünsch Dir alles Gute
    und denk dran, you'll never walk alone
    dTiT
    Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht,
    sondern die Gewissheit,
    dass etwas Sinn hat, egal wie es ausgeht (Vaclav Havel)

    in memoriam Robert Enke

  7. #7
    Freizeitkeeper
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    Was soll ich sagen...

    es wäre schlicht und einfach gelogen wenn ich jetzt hier schreiben würde:
    "Hey mir gehts wieder total toll blabla".. dem ist nicht so, aber eins kann ich euch sagen... mir geht es besser, erheblich besser und zwar genau
    aus dem Grund was strigletti und Steffen geschrieben haben.
    Ich habe mir gerade nochmal meinen Beitrag von gestern durchgelesen und bin... ziemlich überrascht von mir. Aber es fasst trotzdem ziemlich genau das zusammen, wie ich mich gefühlt habe. Ich habe sowohl gestern Abend, als auch heute Nachmittag versucht mit den Leuten zu reden, zu denen ich mich gerade "hingezogen" fühlte... sei es Face-to-Face oder telefonisch, denn ich habe genau das erkannt, was hier auch gesagt wurde, nämlich dass man die Trauer irgendwie weichklopft, einordnet etc. durch reden.
    Ich bin, und das muss man hier einfach an der Stelle einfach mal "blind glauben" ein überaus optimistischer, lebensfroher Mensch. Ich so froh, dass mein Optimismus auch in dieser Phase gesiegt hat. Wie gesagt, mir geht es noch nicht supertoll oder so, aber ich hab die im ersten Beitrag beschriebene Lustlosigkeit und vor allem die Leere im Griff... so langsam füllt sich das alles wieder.
    Aber ich muss an der Stelle nochmals an alle, die sich auch nur im kleinstmöglichen Maße versucht haben sich in meine Lage zu versetzen DANKE sagen.
    Mein Blick geht nur noch voraus, richtung Sonntag, richtung Spiel und wie es einige von euch schrieben, wird jetzt erst recht an sich gearbeitet um zumindest einen kleinen Teil vom Robert weiterleben zu lassen.



    Gruß

    hanZ

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