Wenn ich heute in die Zeitung schaue, dann weiß ich, dass nicht nur ich mir Druck mache. Aber es ist nun einmal so, dass gute Leistungen nicht erwähnt werden und man nach schlechten Spielen total zerrissen wird.
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Stimmt. Ich kann mich an ein Spiel von mir erinnern, bei dem ich innerhalb von ca. 15 Minuten 7 mal hintereinander die 1gegen1 Situationen 'gewonnen' habe und auch sonst ordentlich gespielt habe.
In der Zeitung stand dann 'Das Tor war wie vernagelt'.
Wenn mal mal einen Patzer macht steht iwie direkt 'Der Hochdorfer Torwart verhalf dem VereinXY zu einem glücklichen 1 zu 0 Sieg.'
Das man davor 80 Minuten einiges abgewehrt hat interessiert dann wenig.
Aber gut so wars ja schon immer und nachtragend ist (zumindest bei uns) auch keiner - wie auch in der so ziemlich niedrigsten Liga - wenn ich da keine Fehler machen darf wo dann ?
Aber ... ja ... ich spiel nicht um von anderen ein Lob zu bekommen.
Ich weiss mittlerweile selbst wann ich ein gutes Spiel abgeliefert habe und wann nicht.
Das geht schon in Ordnung.
edit: Okay passt gar nicht mehr zum Thema hab ich eben bemerkt - einfach ignorieren.
Geändert von Manuel (16.11.2009 um 16:59 Uhr)
Paulianer,
ist es aber nicht so, daß die Journalisten wirklich Null vom Torwartspiel verstehen und daher gar nicht Maßstab sind, der uns überhaupt kratzen dürfte?
Ist es nicht so, daß viele Fussballtrainer nicht mal die Technik des Werfens oder Hechtens vor machen könnten, und so erklären würden, was diese wie wo und wann erwarten, ja hochkomplexe Dinge, wie das Stellungsspiel und die Torverkleinerung mal gar nicht verstehen oder selbst korrekt durchführen würden?
Trainer sind nun Fachkräfte.... Journalisten sind Leute, die eine völlig andere Ausbildung haben und oft nicht mal in der Lage sind, die Abseitsregel zu erklären...
Sich also an der Berichterstattung hochziehen ist wohl der schlimmste Fehler den man machen kann..
Um es ehrlich zu sagen, ich war nie wirklich gut, weil ich mental nie mein Motivationsproblem in den Griff bekommen habe... auch bei der Dampfeisenbahn kann und führt das ab und an zu Problemen, geht aber dann dort.
Aber ich habe herausgefunden: Als Lehrer scheine ich gute Qualitäten zu haben, weil ich scheinbar zwar für die Sache Passion und auch körperliches Talent habe und hatte, nicht aber dem Druck zurecht kommt, dafür es aber verdammt gut vermitteln kann, denn hier ist kein Druck dahinter
Also, ich persönlich glaube, der Druck den wir uns selbst machen, er ist der Schlimmste.
Und ich glaube im Amateurfussball sollten sich da einige Leute mehr zusammen reißen.
Denn wenn eine F-Jugend darauf gedrillt werden soll, in der D-Jugend dann große Leistung zu bringen, kräuseln sich mir die Haare... Da züchtet man ja "Depressionskinder"
Lassen wir das, war nie eine Leuchte...
Das Problem daran ist, dass der Trainer am Ende entscheidet wer im Tor steht.
Ich weiss nicht, ob bei höherklassigen Vereinen (ich rede nicht von Profis) da mehr 'Fachwissen' herrscht, oder vllt. Torwarttrainer mit 'Fachwissen' eine beratende Funktion haben, aber in den niederen Ligen in denen es meistens nur einen Trainer + Co-Trainer gibt entscheidet dann halt der 'Trainer ohne Fachwissen' darüber ob man Sonntags im Tor steht oder nicht.
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Was ist daran so schlimm? Gib es doch zu! Du hast doch nichts zu verlieren und vielleicht entwickelt sich dann ein tolles Gespräch und das hilft, die Sache aufzuarbeiten...
Yannick, solches Unglück aber zu verdrängen... ich halte es nicht für sinnvoll.
WEißte, es ist ein Zeichen von Stärke, auch mal zu so einem Ding zu stehen und einfach auch mal zurück zu stecken.
Das kann nicht jeder Torwart, aber ich finde es im Amateurbereich für sehr, sehr wichtig.
Mein Torwart kann er auch nicht, aber er hat mich zum Reden und damit hat er seinen Puffer... doch Du...
Lassen wir das, war nie eine Leuchte...
Ich denke im Amateurbereich gibt es mehrere Quellen von Druck: Zum ersten den Druck, den sich viele selbst auferlegen. Schließlich wollen wir alle persönlich oder mit der Mannschaft gewisse sportliche Ziele erreichen. Zum Sport gehört auch immer ein gewisser Ehrgeiz, der uns antreibt. Und der Grat zwischen Ehrgeiz und sich selbst Druck machen ist sehr dünn und der Übergang bisweilen fließend. Bis wohin muss ich mir selbst Druck auferlegen um meine Ziele zu erreichen und ab wo lege ich mir zu viel auf und verkrampfe in der Folge?
Eine andere Quelle von Druck ist das direkte sportliche Umfeld, also Mannschaft und Trainer. Die Mitspieler machen zwar auch Fehler, aber als Keeper hat man oft das Gefühl, dass die Mannschaft eine gewisse Erwartungshaltung an einen stellt, schließlich wollen sie auch nicht verlieren, weil ihr Keeper "mal wieder" gepatzt. Somit üben sie bewusst oder unbewusst Druck auf ihren Keeper aus. Die Trainer haben natürlich auch Erwartungen an ihren Keeper und nicht selten machen sie dem Keeper mit Äußerungen bezüglich der Konkurrenzsituation noch mehr Druck. Oft haben Trainer auch nicht genug Einblick ins Torwartspiel um die Leistungen ihrer Schützlinge richtig einschätzen zu können und erwarten von ihrem jungen Keeper zu viel. Ein C-Jugend-Torhüter muss nicht perfekt, souverän und absolut fehlerlos spielen, sondern in diesem Alter ist es wichtig, dass die Keeper sich etwas trauen, auch wenn es mal daneben geht.
Die dritte Quelle von Druck ist das indirekte Umfeld, sprich Zuschauer, Gegner und unter Umständen auch die Presse. Die Zuschauer haben eine gewisse Vorstellung wie ein Keeper zu spielen hat. Oft ist es so, dass sie dazu gar nicht genug Kompetenzen haben, aber sie haben ein klares Bild im Kopf, dass sie umgesetzt sehen wollen. Sie haben das in bei Rene Adler gesehen und jetzt erwarten sie, dass ihr Kreisliga-Keeper genauso hält wie ein Bundesliga-Keeper. Es baut auch immer Druck auf, wenn man weiß, dass Menschen, die einen kennen unter den Zuschauern oder Gegnern sind. Patzt man sehen die das, erzählen es weiter und man ist nicht selten Spott und Hähme ausgesetzt. Wenn ich am Samstag mal danebengegriffen habe und muss Montags mit Zuschauern oder Gegner wieder in die Schule gehen, dann habe ich persönlich immer eine gewisse Furcht davor ausgelacht oder verspottet zu werden.
Wie man sieht stehen auch Amateure unter großem Druck. Inwieweit man einen der obigen Punkte für sich selbst ausblenden kann ist immer die Frage, eine Frage der inneren Stärke. Bin ich stark genug zu sagen:"Lass die doch lachen, die müssen die Bälle ja nicht halten", oder nicht?
Nur wer vergessen wird, ist tot - Du wirst leben.
Ruhe in Frieden, Robert
Es ist doch schon immer so gewesen:
Vergibt der Stürmer eine Torchance ist das nicht der Rede wert...
Schlägt der Torwart mal über den Ball, ist es halt ein Tor...
Wir Torhüter sind etwas besonderes am Fußball, stehen besonders im Fokus...
Ich will diesen Druck, aber manchmal mache ich mir den auch selber... und manchmal in zu großem Ausmaß...
Schnapper, ich weiß, es geht um "nichts"...![]()
so war es bei mir letzens
ein stürmer trifft von 7 meter das leere Tor nicht, im gegenzug machen die Gegner einen Konter, und dann komm ein schuss von 16 meter und mir rutscht der Ball durch die Hände und wir verlieren 1:0
Nach dem Spiel ham viele über mich geschimpft oder gelacht
aber der Stürmer hat keine Kritik zu hören bekommen
aber wenn ich ehrlich bin, ich finde das auch gerade das schöne am Torwart da sein, denn ICH bin die Person die als letzer den Ball vor dem Gegentor retten kann und ohne Druck wäre ich ehrlich gesagt nicht so gut wie ich mit Druck bin![]()
Ich denke ebenfalls, dass die meisten Amateure sich ihren Druck selber erschaffen. Warum, das liegt sicherlich, wie schon geschrieben an dem großen Anspruch an sich selbst und an der Verantwortung die auf einem lastet.
Ich kann mir aber auch vorstellen, dass es einigen da so wie mir geht, dass man kein oder nur unzureichendes Torwarttraining bekommt, aber im Spiel die Bälle halten soll.
Ich bin am meisten unter Druck, wenn in der Woche vorm Spiel das Training ausfiel oder nur ein paar Übungen gemacht wurden. Ich will Bälle halten, würde wohl auch mehr halten, wenn das Training besser wäre, aber kann es nicht. Es gilt die Erwartungen der Mannschaft/des Trainers zu erfüllen, aber um sie zu erfüllen ist man nicht nur bei der Anwendung im Spiel sondern auch bei der Vorbereitung darauf auf sich allein gestellt.
Fliegen ist der Versuch, sich auf den Boden zu werfen und nicht zu treffen.
So sieht es aus, Doro. Die Erwartungen stimmen nicht mit dem überein, was dafür geboten wird. Viele Trainer denken halt, dass man sich alle Torwarttechniken aus dem Ärmel schütteln kann.
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