Hallo,
also hier muss man einfach mal sagen, daß man bloß nicht spekulieren darf und soll.
Eigentlich darf ein Torwart nie spekulieren. Es ist Fussball, und nicht die Spielbank oder die Börse.
Da kann man eigentlich nur verlieren.
Beim Torschusstraining ist dies eine Sache, die ich als Suboptimal empfinde. Denn wann kommt ein Stürmer mal völlig ungestört und frei im Spiel zentral am 16er zum Schuss, und das frontal allein vor dem Torwart?
So gut wie nie.
Also muss man im Schusstraining anders arbeiten.
Hier gilt, was Schnapper schon geschrieben hat.
Gut ist dies bei Hans Leitert nachzulesen:
Prinzip 1: Optimale Position und Distanz
Prinzip 3: Rechtzeitig fertig
Dies sind hier die Prinzipien, die dort greifen. Dies ist sozusagen die Basis, als die Grundsäule, die für jeden Torhüter gilt, egal welche Technik oder welches Niveau er hat.
Das heißt: Bei Schüssen von der 16er Grenze, insbesondere beim Schusstraining kann und sollte ich eine Annäherung an den Schützen ausführen.
Ich kann nun nicht sagen, Du musst Dich da oder dorthin stellen, sondern das ist für jeden Torwart verschieden.
Meine Torleute schieben meist bis ca. 5er Grenze 'drauf', ein junger Torwart, der bei uns sporadisch mittrainiert hat, ein sehr guter Techniker, ist bis ca. 8 9 Meter auf die Stürmer aufgerückt.
Ich persönlich kann mich heute ins Tor stellen, 5 Meter davor oder 8 Meter davor, es gibt keinen Unterschied, ich halte sowieso nicht mehr viel - ich bin zu unbeweglich geworden.
Somit gilt hier: Es ist für die Torleute verschieden und das muss jeder für sich herausfinden, Grundlage ist aber eine generelle Fitness und Beweglichkeit, als auch ein entsprechendes Technisches Niveau.
Also gilt, im Schusstraining herauszufinden, wie weit ich vor das Tor komme, um optimale Ergebnisse zu erzielen.
Dabei, und das ist etwas was ich im Jugendbereich immer wieder sehe, läßt sich dies in vielen Jugendmannschaften nicht trainieren, weil die Jugendlichen völlig disziplinlos sind. Denn diese beginnen dann mit Lupfern sich zu feiern, vergessen aber, daß Schusstraining nicht heißt, den Ball irgendwie in der Bude unterzubringen, sondern gezielt vor allem mit Dampf zum Abschluss zu kommen. Denn auf das Spiel übertragen sind dies Abpraller. Rückpässe oder Querpässe die ich sofort verwerten muss, und wer da einen Lupfer macht, oder 'schnippelt' erzielt meist alles, nur kein Tor und ganz sicher auch dne Groll des Trainers aufgrund mangelhaften Abschlusses.
Hier gilt also, disziplin und das bedeutet: Abschluss mit schnellen, präzisen Bällen - Lupfer und gescherbelte Bälle sind die verboten, weil man hier aus dem Anlauf den Schub nehmen muss, und das ist verboten.
Hat man allerdings eine Mannschaft, die diszipliniert durchgeht, als den vollen Anlauf in die Schüsse legt und voll ablädt, kann der Torwart gut sehe, wie weit er auf die Stürmer draufschieben kann, um für sich ein optimales Verhältnis von Reaktion und Aktion zu erhalten.
Und nicht selten ist dies dann 6-8 Meter vor dem Tor... andere Torleute stehen tiefer und haben ebenso erfolg.
Daher kann man hier nicht sagen: Du muss oder sollst da und da stehen. Sondern Du muss und sollst das für Dich herausfinden.
Das ist Prinzip eins!
Also so weit wie möglich vor dem Tor, so nah wie nötig und in der optimalen Position, also möglichst in der zentralen Achse des möglichen Einschusswinkels.
Prinzip 3 heißt Rechtzeitig fertig.
Dies bedeutet, daß wenn ich auf den Stürmer 'draufschiebe', ich diesen unter Druck setze, muss ich diese Bewegung auch irgendwann beenden. Ich muss zum Stillstand kommen, beide Füsse auf dem Boden und bereit für eine Aktion. Ich muss also rechtzeitig fertig werden, damit mich der Stürmer nicht in der Bewegung erwischt und ich so ggf. auf dem falschen Fuss stehe.
Bin ich hingegen rechtzeitig fertig, komme ich rechtzeitig in eine Bereitschaftsstellung und kann so aus einer optimalen Position und eine optimalen Stellung heraus meine Aktion starten.
Daher rechtzeitig fertig sein. Ich muss also meine optimale Position erreicht haben, bevor der Stürmer zum Abschluss kommt.
Dies bedingt zu Prinzip eins ein entsprechendes Timing, Erfahrung und Training.
Und für das Schusstraining: Hier kann man es mit der disziplinierten Mannschaft gut herausfinden, also wie rasch bin ich auf meiner Position, muss ich dann noch warten, etc.... und vielleicht kann ich dann noch ein Stück mehr 'draufschieben' und dem Stürmer das Tor so noch ein Stück kleiner machen..
Es ist daher eine Erfahrungssache. Als ich hingegen jünger war, ich war in der Lage gute 7 bis 8 Meter vor dem Tor zu stehen, und konnte so eine Menge Druck auf den Stürmer machen, die Reaktion hatte ich.
Doch leider zwingt mich mein linkes Knie mehr und mehr zu Abstrichen.. daher... das muss man für sich herausfinden
Im Spiel kann man dann die Erfahrung aus dem Schusstraining nutzen, und sich situationsbedingt positionieren. Doch wird man sich hier ggf. allein aufgrund der Situation (es sind Gegenspieler mehr und auch Verteidiger da!) immer etwas anders verhalten und positionieren, daher ist für mich Schusstraining einfach unterschiedlich und selten realitätsnah.
Aber die im Schusstraining erlernten Prinzipien greifen im Spiel ebenso, wenn man auch dann dort vielleicht nicht das Risiko eingeht, wie im Schusstraining.
Ich ermutige daher meine Torleute, im Training mehr Risiko zu gehen. Einfach, damit diese mehr lernen, mehr erfahren und mehr aus dem Training ziehen, auch Fehler machen... denn nur durch Fehler wird man besser und diese Erfahrung lassen Torleute im Spiel anders agieren und wesentlich ruhiger wirken.




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) ändern, nur hat man während dem Training keinen ähnlichen Adrenalinschub wie während einem Spiel. Das beeinträchtigt meiner Meinung nach auch leicht die Reaktionszeit.
In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
What? Why? Where?
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