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Trotzdem: Die Anfragen zeigen aber, was ab geht.
1. ein Torwart mit einem hohen Potential wird meist gnadenlos überschätzt und dann überfordert. Die natürliche, spielerische Entwicklung geht völlig unter, schon in der Jugend haben wir dann einen mentalen Krüppel geschaffen
Kann ich aus eigener Erfahrung so bestätigen. Viele reden so lange auf einen jungen Keeper ein, bis er soviel Druck hat, das gar nichts mehr geht. In dieser Zeit sind die Eltern gefragt, die ihren Kurzen auf dem Boden halten und vor allem dafür sorgen, dass Schule und eine Ausbildung enorm wichtig sind. Je mehr Druck sich schon im Jugendbereich aufbaut, desto schlimmer wird der Übergang zum Seniorenbereich, wo es teilweise schon um recht hohe Summen von €uronen geht.

Zitat Zitat von Steffen
2. ein Torwart mit Potential wird meist gnadenlos übertrainiert. Er bekommt Training, welches in keinster Weise seinem Alter und seinem Entwicklungsstand entspricht. Übungen mit hohen Anforderungen z.B. an das räumliche Orientierungspotential und das unterentwickelte Rhythmusgefühl werden auf dem höchsten Level der Leistung 'durchgezogen'
Schon in der Jugend zeigen sich körperliche Dysbalancen im Knochenbau und der Muskulatur, als auch andere Fehler aufgrund der nicht optimalen Entwicklung sichtbar werden. Dies sind dann zum Teil Schwächungen bestimmter Bereiche durch nicht optimal ausgebildete Strukturen und muskuläre Anlagen.
"Who care´s" ist hier aber die Einstellung der grossen Vereine, für die schon in der Jugend nur der Erfolg zählt. Ein junger Keeper hat Träume und somit ist er dem TWT fast hörig.
Dem Verein ist es egal. Für den Verein zählt das hier und jetzt. Ist der Keeper "kaputt" oder "versagt", dann kommt ein Neuer.

Zitat Zitat von Steffen
3. das nicht kindgerechte Training in jungen Jahren läßt für später keine Steigerungen zu. Das Training wird langweilig und natürlich gewöhnt sich der junge Torwart daran, seinen Trainer zu 'bemogeln'. Er kennt die Übungen und es schleichen sich Nachlässigkeiten ein, die zu einer Schwäche in der Leistung während des Spiels führen. Denn der Torhüter gewöhnt sich einfach, um besser aus der Übung zu kommen, es schnell hinter sich zu haben, Nicklichkeiten an, die im Spiel dann Timing und Leistungsprobleme verursachen können.
Hier zählt doch mal wieder, wie in so vielen Bereichen, dass Quantität niemals die Qualität ersetzt. Was habe ich von 10 Wiederholungen, nach denen der Keeper auf dem Zahnfleisch geht und spätestens nach 5 Wiederholungen die Technik nicht mehr auf die Reihe bekommt?!
Richtig - NICHTS. Also würde ich lieber 3 mal 3 Bälle spielen mit entsprechender Pause, die man nutzen kann, um zu analysieren. Jetzt hat der Keeper auch den nötigen Elan und die Motivation sich richtig reinzuhauen UND auf die Technik zu achten.

Zitat Zitat von Steffen
Für Kinder ist Torwarttraining daher etwas besonderes, etwas zusätzliches. Ein Streicheln der besonderen Position.
Und wenn ein Kind heute z.B. nicht auf die Linke Seite fallen kann, werde ich das sicherlich nicht trainieren, sondern im Gegenteil es zulassen und langsam nur auf eine Änbderung einwirken.
Denn das koordinative System muss sich erst entwickeln, muss erst links und rechts langsam in Gleichklang bringen, dies dauert.
Und auch das hoch und runter ist davon betroffen, so daß man auch hier Geduld an den Tag legen muss.
Ein Kind habe ich bisher noch nie trainiert. Mein jüngster Schützling war 14 und hier konnte man sofort, bei den einfachsten Übungen, die Defizite erkennen und sehen, was die letzten Jahre falsch gelaufen ist.

Zitat Zitat von Steffen
Es hat seine Gründe, warum Bambini und F-Jugend nur "Freudschaftsspiele" in der Runde austragen. Sie sollen Fussball spielen, sich an einen Spielbetrieb und Wettkampf gewöhnen, aber völlig ohne Zwang und Druck.
Den Druck immer und immer wieder hier reinbringen zu wollen, ja nun einen Drill zu versuchen - geht gar nicht
Der Druck kommt hier zu meist von den ahnungslosen Eltern, die in ihrem 7-jährigen Sohn den nächsten Christiano Ronaldo sehen...