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Thema: Dogmen - Was ist wirklich wahr daran?

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  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Paulianer,
    dabei muss man jetzt allerdings sagen: Praktiziere so etwas mal im Amateurbereich, wo zum Teil bim Einwurf Abseits gepfiffen wird...
    Das bekommst Du nicht in trockene Tücher.
    Fussball, mit all seinen Nuancen bekommt man nur dann sauber und transparent, wenn man in einer Spielklasse bleibt und redet. Viele der Dogmen oben sind Spielklassenübergreifend nicht unbedingt haltbar, doch gerade solche Sachen wie 16er Schluss sind in vielen tieferen Klassen einfach die Regel, was damit zusammen hängt, daß der Schiedsrichter allein die Partie leitet und daher oft Entscheidungen getroffen werden, die alles andere als korrekt sind. Also spielt man viel stumpfer und dümmer auf Abseits, bekommt meist auch noch Recht, was nicht am Schiedsrichter, sondern eher am Fehlen der Assistenten und auch an der Leistungsklasse der Spieler hängt.
    Weißte, wenn man so kicken könnte, wie die U21 Nationalmannschaft, dann würde man nicht Kreisliga spielen.
    Es gibt genug tolle Trainer, doch es gibt Übungen, die man sich sogar auf der DFB Ressource runterladen kann, die mit den Spielern aus der Kreisliga nicht durchführbar sind. Ein solches Training erfordert einfach ein überaus hohes Konzentrationsvermögen und ein optimales räumliches Platzorientierungsvermögen, daß Einprägen von Laufwegen und das Kennen der Laufwege der anderen.... dies bedingt, daß die Spieler zum Teil gnadenlos aussteigen, weil man dann oft eines hat: "Ich Ball, ich Tor schießen!" und basta... mehr geht da nicht.
    Und nun soll man da eine 2 gegen 3 Situation mit Raumverteidigung nachstellen, als Übung zum Torabschluss? Geht gar nicht, weil die Verteidiger es nicht aufbauen können und die Stürmer allesamt kaum die Laufwege nachvollziehen oder gehen können, ja die Pässe zum Teil so unpräzise sind.... der Grund eben, warum man Kreisliga und nicht Bundesliga spielt.

    Ich oute mich als Fan des Frauenfussballs. Er ist weniger schnell wie der Männerfussball in der Bundesliga, trotzdem der gleiche Maßstab. Hier jedoch kann ich die Spielzüge nachvollziehen, weil mein Kopf mitkommt, mein Auge es aufnehmen und verstehen kann, und ich daher auch ohne Erklärung bestimmte Dinge schnell und gut nachvollziehen kann, auch im Spiel. Bei den männlichen Kollegen geht das oft viel zu schnell.

    Somit ist das obige Prinzip: 16er Schluss ein recht bewährtes Prinzip bestimmter Spielklassen, weil dort eben jeder so tickt und denkt, und eine andere Vertaidigung kaum möglich wäre, weil die Verteidiger oft nicht das fussballerische Niveau haben, eine andere Taktik hierzu sicher und sauber umzusetzen.
    Das müssen wir einfach auch erkennen und miteinbeziehen. Das ist kein Vorwurf, daß ich nüchtern und kritiklos an die Spieler zu sehen. Es kann nicht jeder Bundesliga kicken oder dieses Niveau haben, darum haben wir Spielklassen... und in diesem Kontext muss man es einfach auch sehen. Und wenn ich ehrlich bin: Oft sind die Kreisliga Spiele in ihrer Einfachheit und Schlichtheit auch schon wieder ein schöner Fussball, weil irgendwo sehr 'historisch'...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
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    Aber ist es nicht gerade dann so gefährlich hoch zu stehen, wenn man über keine Linienrichter verfügt? Sicherlich pfeift der Schiedsrichter die eine oder andere falsche Abseitsentscheidung, aber auch das Gegenteil kann der Fall sein. Die angreifende Mannschaft hat hier immer den Vorteil, dass sich alle Spieler in Richtung Tor bewegen. Es reicht schon, wenn ein Stürmer den Ball nur leicht verlängert oder ein Abwehrspieler den Ball im Rückwärtslaufen abfälscht. Zack, Tor. Wer kennt das nicht?

    Wie praktizieren das tiefe Stehen bei Standardsituationen relativ gut, würde ich mal sagen. Okay, wir spielen zwar in der Bezirksoberliga, aber ein richtig tolles Niveau ist das auch nicht.
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  3. #3
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Paulianer,
    Fussballerische Intelliganz ist es oft, was die Liga ausmacht und Du kannst mir glauben, daß man oft schon eine Liga unter der Gruppenliga (Bezirksoberliga) mit dem tiefen Stehen kaum eine Chance hat... Die Verteidiger können es nicht ausführen und laufen sich zum Teil gegenseitig über den Haufen.
    Ein Grund, warum man auch recht selten eine gute Viererkette, oder eine offensive, aber dichte 3er Kette findet...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  4. #4
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    Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    Paulianer,
    Fussballerische Intelliganz ist es oft, was die Liga ausmacht und Du kannst mir glauben, daß man oft schon eine Liga unter der Gruppenliga (Bezirksoberliga) mit dem tiefen Stehen kaum eine Chance hat... Die Verteidiger können es nicht ausführen und laufen sich zum Teil gegenseitig über den Haufen.
    Ein Grund, warum man auch recht selten eine gute Viererkette, oder eine offensive, aber dichte 3er Kette findet...
    Dann scheint das Niveau bei euch anders zu sein. Bei uns spielt jedes Team mit einer Viererkette, oftmals sogar schon in der Kreis- oder Bezirksliga. Meine Mannschaft ist so quasi die Schießbude der Liga, nach Standardsituationen aus dem Halbfeld haben wir bisher kaum ein Gegentor gekriegt. Man braucht halt einen Trainer, der die Mannschaft entsprechend taktisch schult.
    Farblegende: Moderator | Privatperson

  5. #5
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Paulianer,
    daß ist was ich meine. Ein Dogma ist übergreifend und gilt eigentlich immer. Doch wie schon oben zu sehen, es ist sehr individuell. Ich möchte es oft nicht mal auf die Mannschaft direkt beziehen, sondern oft auch einfach auf das Potential... also Trainer und Trainingsstil...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  6. #6
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    Ich denke ihr vergesst einen wichtigen Aspekt, Stärken und Schwächen der Mannschaft.
    Es wurde vorhin das Beispiel der U21 genannt. Bei dieser Mannschaft kann man sehr gut sehr tief stehen, da sie überragende Kopfballspieler (Boateng, Höwedes) haben und deshalb der Torwart bei knappen Entscheidungen eher im Tor bleiben kann. Auf der anderen Seite würde ich bei einer Abwehr, die in der Regel Probleme im Luftkanpf hat dazu tendieren sie weit raus zu schieben, da dann dem torwart mehr Verantwortung bei hohen Bällen zukommt.

  7. #7
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    Hi Andi, wir vergessen hier keinen Aspekt, ganz im Gegenteil. Wir plädieren hier auf eine flexible Vorgehensweise, die sich genau nach diesen von dir erwähnten Aspekten orientiert, denn wie du schon sagtest hängt vieles davon ab wie die Verteidigung tickt, von welcher Position die Freistöße kommen, wie der Torwart agiert und, und, und.......... Daher wollen wir keine endgültige Wahrheit akzeptieren wie "16-er raus", sondern hinterfragen diesen offensichtlichen Schwachfug.

  8. #8
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    Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    Somit ist das obige Prinzip: 16er Schluss ein recht bewährtes Prinzip bestimmter Spielklassen, weil dort eben jeder so tickt und denkt, und eine andere Vertaidigung kaum möglich wäre, weil die Verteidiger oft nicht das fussballerische Niveau haben, eine andere Taktik hierzu sicher und sauber umzusetzen.
    Doch, das können sie umsetzen, und das ist sogar mehr als einfach. Das schafft jede Verteidigung. Diese unsägliche 16-er Schluss Dogma ist lediglich darauf zurückzuführen, dass viele nicht in der Lage sind sich auf eine andere Linie als die auf dem Platz gekreidete zu konzentrieren. Daher greifen sie auf dieses Mittel weil es ihnen keiner anders erklärt hat. Gibt man klare Anweisungen und hat man jemanden der in in diesem Moment sagt auf welche Linie sich die Verteidigung zurück ziehen soll dann funktioniert es. Und dann bildet die Verteidigung mal eine Linie 7, mal 16 und mal 20 Metern vor dem Tor, je nach dem von welcher Situation der Freistoß geschossen wird. Es ist lediglich die Bequemlichkeit, die sowas hervorruft. Umsetzung ist überhaupt kein großes Ding.

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