Denkt aber dran nicht bei jedem Ball auf Teufel komm raus hinzugehen. Es gibt gewisse Grenzen.
Auch solltet ihr eine gewisse Orientierung zur Mitte haben. Ich mache sobald ich den Spieler Flanken sehe immer schonmal einen Schritt Richtung mitte. Egal wo der Ball hinkommt. Wenn er erreichbar ist hab ich schon etwas Bewegung aufgenommen und muss nur noch durchziehn und ihn mir holen. Ist der Ball nicht erreichbar macht der Schritt im anschließenden Stellungspiel nichts aus, denn bis der Ball dann beim Abnehmer ist, ist das locker korrigiert.
Der Pfosten ist der beste Freund des Torwarts, auf den er sich nicht immer verlassen kann!
Der Torwart geht mit dem Kopf dahin wo die Feldspieler ihren Fuß wegziehen!
Flanken sind ein großer Bestandteil unseres Torwarttrainings.
Da wir 3 Torhüter haben lege ich als TWT Wert darauf das die Torhüter die Flanken selber schlagen. Das hat den großen Vorteil das sie ihre Schusstechnik dabei noch trainieren können. Ich gehe dabei auf den Torwart und behindere ihn. Schubsen, kratzen, beissen, alles ist erlaubt. Tut mir manchmal auch weh aber sie lernen es sich durchzusetzen.
Jedes Training mind. 15 Minuten üben wir das und es zeigt Wirkung. Alle 3 haben sich verbessert und trauen sich etwas zu.
Bei Flanken aus dem Halbfeld mit Zug zum Tor stell ich manchmal eine Freistossmauer relativ nahe vor den Torwart oder hole mir Hilfe von 2-3 Feldspielern um dann auch so Praxisnah wie möglich trainieren zu können.
Klar ist aber auch das Training eine Sache ist und das Spiel eine andere. Aber ganz ohne Training wird es sicherlich NICHT besser.
Geändert von Opti (19.04.2010 um 23:26 Uhr)
Ich kann nur sagen, daß Opti recht hat.
Flanken und Strafraumbeherrschung ist meist kein technischer Mangel, sondern Kopfsache. Viele Torhüter sind zu intelligent, die denken dann im Spiel zuviel und sind deshalb in solchen Aktionen so schlecht. Andere sind zu doof dazu, und können die Situation selbst nach Üben nie einschätzen und versagen.
doch ein normaler Torwart, der muss für so etwas einfach eines bekommen:
Vertrauen und Erfahrung.
Sprich man muss immer mal wieder mit dem Torwart üben. Er muss lernen, wie gefangen wird, wie gefaustet wird und die Techniken müssen sitzen.
viele Torleute beherrschen diese Techniken nicht, oder nicht sicher oder die Ausführung ist vom Gedanken her gut, vom Timing und Moment leider falsch.
Als Beispiel kann ich meinen Torwart anführen, der zwar fausten kann, aber im Spiel immer den Ball zu Boden drischt. Denn er springt über alle anderen und kann daher nicht die Schulter unter und hinter den Ball bringen. Seine Schulter ist meist hinter und über dem Ball, so daß er nur abwärts fausten kann. Hier muss man arbeiten.
Beim Fangen hat er Nicklichkeiten denn Ball oft über den Kopf weg nach hinten zu ziehen, aber wir sind dran... wir üben.
Bei jedem warm machen vor dem Spiel, in den meisten Trainingseinheiten.
Wir beginnen dabei an der Basis... also Bewegungsablauf, Motorik, und letztendlich auch Technik. Ich habe zuerst versucht, eine Stufe runter zu gehen, das war ein Fehlschlag, und so bin ich immer tiefer, bis an den Punkt heute.
Denn man kann nicht oben trainieren, wenn die Basis nicht sitzt und nicht im Schlaf nachts um 3 aus dem Bett getreten automatisch sitzt und kommt.
Also stocken wir die Basis auf und machen so ein stabiles Fundament für die weitere Arbeit.
Und irgendwann bin ich dann soweit, daß er das Vertrauen in sich hat und im Gefühl hat, welche Bälle er holen kann und welche nicht. Im Moment sind die Ergebnisse schon vielversprechend, aber das ist immer noch nicht 100%ig.
Somit kann man nur sagen: An einer Schwäche und Blockade muss man arbeiten, und man muss es gezielt und unablässig tun.
Es gibt kein Rezept, es gibt keinen Kniff und es gibt keinen Trick.
Es ist wirklich stupides und oft langweiliges Aufbau und Grundlagentraining um Schritt für Schritt dem eigentlichen Ziel nahe zu kommen und es letztendlich zu erreichen. Abkürzungen, auch wenn es viele erwarten, erhoffen oder gar meinen gefunden zu haben, gibt es nicht.
Lassen wir das, war nie eine Leuchte...
Das ist der Punkt Steffen. Es ist nicht damit getan 100 Flanken in den Strafraum zu plästern, sondern die Technik muss erstmal "trocken" sitzen, bevor man ans Eingemachte geht!
In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !
Dank!
Sehr guter, sachlicher Beitrag.
An dieser Stelle muss ich vllt. einfach auch mal meinen TW-Trainer kritisieren. Er geht in diesem Punkt zu wenig auf mich ein, das Basis-Training fehlt. Die Trainer lassen in den letzten Trainingseinheiten vermehrt Flanken schlagen oder lange Bälle aus dem Halbfeld. Klar versuche ich da hinzugehen, aber 1. kommt nicht jeder Ball so, dass ich hingehen MUSS und 2. hilft es mir nicht wesentlich, weil eben die von dir angesprochenen Grundlagen nicht komplett verinnerlicht sind.
Aber wo genau sind die Grundlagen, welche Übungen kannst du empfehlen, um sie zu lernen und vor allem langsam step by step Sicherheit und Vertrauen zu gewinnen?
Als erstes mal der Korbgriff, den du benötigst, um einen Ball festzuhalten.
Weiter geht es über einfach Faust-Übungen...
Dann muss man am Timing zum Ball arbeiten inkl. Absprung. Muss man nicht mal mit Bällen machen, die hineingeschlagen werden. Geht auch am Kopfballpendel...
Stabilität in der Luft muss stimmen und noch einige Dinge mehr.
Ich reiss es nur kurz an, kann mir aber vorstellen, dass Steffen gleich noch genauer drauf eingeht...
Wenn all diese Mosaiksteine da sind, dann müssen sie zusammengefügt werden und im Idealfall kommt dann eine funktionierende Strafraumbeherrschung dabei raus!
In stillem Gedenken an Spideratze und Robert Enke.
Lasst uns rausgehen und Bälle fangen, Spiele gewinnen und was noch viel wichtiger ist:
Lasst uns jede Sekunde des Lebens leben und geniessen - nichts ist für immer ! ! !
Wäre schön, wenn jemand vielleicht konkrete Übungsformen vorstellen kann, damit ich meinem TWT das mal vorschlagen kann.
Dasp88 im Moment fehlt mir ein wenig die Zeit, um just dafür Sachen zu schreiben, zu filmen und vorzustellen.
Denn letztendlich, es nutzt nichts, wenn ich was schreibe, denn man kann es schwer erklären, man muss es am Besten sehen.
so wie ich bei Ebbo Trautner einfach auf durch zusehen 'geklaut' habe und sich dann einfach der ein oder andere Aha Effekt einstellte.
Es fällt mir zudem schwer, solche Videos zu machen, weil ich ausser E und F Jugendtorleuten niemand direkt hätte, mit dem ich da ein Video machen könnte. Hier wäre ein A-Jugend Torwart oder B-Jugendtorwart ideal, den man da 'benutzen' könnte, um so einen kleinen Clip zu erstellen, worauf es ankommt.
Gerade die Ballpendelarbeit von Ebbo Trautner ist hier eine tolle Idee, doch ich bemerke, wie viele Plätze der Vereine kein Pendel mehr haben, oder wo es vor Korrosion nicht sicher ist, damit zu arbeiten, ja nicht mal Leiter, Schnurr und entsprechend Pendelball vorhanden wären.
Was nutzt es also, hier eine Übung am Pendel vorzustellen, wenn diese nicht umgesetzt werden kann.
Zumal viele allein sind, und an die muss ich auch mal denken. Ich habe früher das Ballpendel mit einem Klick Verschluss versehen. Riss man am Ball, öffnete sich der Klickverschluss und gab mal eben 4 Meter Schnur frei, so daß ein Torwart auch mal einen Ball greifen und mitnehmen konnte. Dann raffte man die Schnur wieder, klickte den Verschluss ein und konnte weiter machen....
Aber man beginnt nun einmal mit so einer Arbeit... also Ball ruht auf einem erhöhten Punkt, z.B. hängt vom Pendel herab.
Torwart läuft an, springt zum Ball, ergreift diesen und landet.
Dann wird der Anlauf variiert, also seitlich, rückwärts, etc.
Dann kommen Hindernisse ins Spiel und bisher hat sich nur der Torwart bewegt, aber nicht der Ball... dabei verändern sich Hindernisse und Anlauf, solange bis es sitzt...
Dann beginnt sich der Ball zu bewegen und die Sache wird umso schwerer, denn nun muss ich den Anlauf richtig abschätzen, ich muss also Timing ausbilden....
Ja und letztendlich kommen Ballbewegung und Hindernisse bei veränderlichen Anläufen zusammen, so daß mein Torwart ein Gefühl für Timing und Bewegung im Raum bekommt...
Ja und zum Schluss kommen geworfene Bälle von der Strafraumgrenze, oder in den Strafraum geschlagene Bälle... wobei man hier auch Timing ausbildet und dann mit Hindernissen Laufwege, Annährung an den Ball, Einspringen in die Abfangzone und das Abfangen des Balls realitätsnahe versucht nachzustellen...
Und wenn das geht, dann kümmert man sich um den Zweikampf in der Luft, also Drehsprung, Einbeinsprung mit Knie, Hüfteinsatz, Schulterschutz, etc...
Lassen wir das, war nie eine Leuchte...
Umrühren und schütteln nicht vergessen...
Ich glaube, dass dieses Thema das weitverbreitetste Problem aller Torhüter ist.
Und das liegt meines Erachtens nicht an irgendeiner Torwart-Schule oder Philosophie, sondern nur daran, dass sich dafür niemand (insbesondere Trainer) Zeit nimmt. Wenn es keinen TWT gibt, werden sowieso nur Flanken geprügelt, bei denen man sich eventuell verbessern könnte.
Aber wie gesagt: Wenn die Grundlagen schon fehlen, ist das auch für die Katz.
Die Qualität des Breierzeugnisses ist reziprok proportional abhängig von der Quantität der partizipierten Köche.
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