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Thema: HFV Torwarttrainer Lehrgang I und II an der Sportschule Grünberg, Mai 2010

  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Standard HFV Torwarttrainer Lehrgang I und II an der Sportschule Grünberg, Mai 2010

    Man sollte vielleicht erst einmal ABER schreiben.
    Grünberg, daß ist der Stützpunkt des Hessischen Fussballverbandes, daß ist das Zentrum des Hessischen Fussballes und zentraler Ort der meisten Aus- Fort- und Weiterbildungen.
    Doch was diesmal abging, war unter aller Kanone.
    Da muss man den eigentlichen Veranstaltern nicht wirklich die Schuld geben, eher dem Verband an sich, daß so etwas überhaupt geht.

    Der Hammer ging schon zu Anfang los: Es gab einen Buchungsfehler. So standen nicht für alle Teilnehmer Betten in der Sportschule zur Verfügung, es wurde daraufhin den Teilnehmern frei gestellt, den Lehrgang zu reduzierten Kosten als Auswärtsschläfer zu absolvieren.
    Nun, so etwas kommt vor. Allerdings waren die Betten in der Sportschule belegt, weil dort eine Tagung stattfand, von Leuten, die nicht das mindeste mit Fussball oder Sport zu tun hatten.
    Hier muss man die Priorität der Sportstätte in Frage stellen und deutlich als Teilnehmer Unverständnis äussern. Entweder man ist Tagungsstätte für lukrativ zahlende Tagungsgäste, oder man ist Sportzentrum. Vor allem wenn diese Tagungs-Teilnehmer, die mit Fussball so viel am Hut hatten wie Mondgestein mit Pommes frites plötzlich noch verlangen, daß die Fortbildung des HFV auf einem anderen Platz statt finden soll, weil diese sonst bei der Tagung sich gestört fühlen würden.
    Lieber HFV und Liebe Sportschule: Geht's noch?
    Hier müßen dringend mal die Prioritäten geklärt werden und wenn der Sport in solch einem Zentrum zweirangig wird, sollte man dieses Ding nicht als Zentrum des Hessischen Fussballsports ansehen.
    Doch allein das reicht nicht, denn:
    Frühstück. Es fehlte einfach an Kaffee. Die neu aufgestellte Maschine kann frisch gebrühten Kaffee nicht ersetzen, zumal eine Kanne auf dem Tisch wirklich Sportschulen Standard ist. Der Automaten Kakao schmeckte wie Spinnenbeinsuppe, in anderen Sportschulen gibt es für die Kiddies Kakaopulver und frische Milch.
    Was auch fehlte war Obst... weder morgens, noch Mittags noch Abends gab es eine Möglichkeit.. ob dies wirklich dem Sport gerecht wird, ist die Frage.
    Auch ist das Essen oft rasch leer gewesen und bis dann aufgefüllt wurde, es konnte dauern. Das darf nicht passieren, vor allem wenn der Speisesaal nicht mal voll ist.
    Allerschlimmst ist aber, daß es keine Getränke gab. Es gab zwar Automaten, doch die 0,5 Liter Flasche der bekannten braunen Brause kostete 2 Euro.
    In der Hausordnung steht dann, daß Getränke kostengünstig angeboten werden... Hahahaha.. wo denn? 2 Euro, welches Kind kann sich das erlauben? Eine Frechheit und Abends gab es nicht mal Tee. Auch das ist nicht mal Standard.
    Der Gipfel war dann, daß die Tagungsgäste im Sporthotelrestaurant, wozu auch der Sportlertreff "Tannenköppel" gehört, förmlich verwöhnt wurden, auch die netten Schiedsrichter-Obmänner am Nebentisch direkte Betreuung der Inhaber des Sporthotels erfuhren, wir aber die Bedienung erst nach 60 Minuten zu Gesicht bekommen hatten, und auch nach der ersten Bestellung über eine Stunde warten mussten, bis wieder jemand kam.
    Die Zimmer die man uns dann gab, waren Kategorie C, also Dusche und Toilette auf den Flur und die Möbel zum Teil furchtbar abgewohnt.
    Also, man fühlte sich nicht als Sportler, sondern als Störfaktor... und das kann nicht sein
    Hier hat der HFV völlig versagt.

    Kommen wir nun zum Kurs und seinen Inhalten.
    Mit Schrecken mussten wir erfahren, daß Kurt Kowarz nicht kommen konnte, weil er mit der U19 Nationalmannschaft als Torwarttrainer unterwegs ist. Rainer Berg hingegen 2 Tage vor Beginn abgesagt hatte, weil er Bandscheibenprobleme hatte und im Krankenhaus weilte.
    Kurzfristig wurde damit das Programm umgestellt, Theorieinheiten wurden verschoben und die für den Mittwoch angezeigte Schulung zum Thema Tapen wurde auf Dienstag verschoben. Kurzfristig konnte der Torwarttrainer vom KSV Hessen Kassel, der nun beim SC Paderborn angestellt ist, Michael Gibhardt für die Praxiseinheit gewonnen werden. Für die anderen Praxiseinheiten musste Christian Lasch von Fortuna Düsseldorf nun allein einspringen, der allerdings erst Dienstag vormittag kommen konnte.
    So startete Volker Piekarsky, Verbandssportlehrer des HFV mit der ersten Einheit. Er stellt wie immer die Grundlagen des Torwartspiels vor und anhand der Video Aufnahme von Jörg Daniel, die 1992 mit einem unbekannten B-Jugend Nationaltorwart entstanden, wurden diese Grundlagen dargestellt.
    Am Nachmittag stand dann die Praxis auf dem Spiel, die zuvor mit der DVD von Volker Piekarsky in der Theorie eingeleitet wurde. Es ging um Ballgewöhnung, Geschicklichkeit, Beweglichkeit und Herantasten an das Torwartspiel.

    Das Aufwärmen in der Gruppe wurde mit Ballgewöhnungsübungen gemacht, so daß Beweglichkeitsübungen folgen konnten:


    Weiter dann zu ersten Technischen Grund- und Heranführungsformen, wie Hohe Bälle:

    Der Abend wurde mit Diskussionen im Tannenköppel geschlossen, wo man sich das Spiel Ingolstadt gegen Rostock ansah.
    Nach einem netten Gespräch von Bett zu Bett mit meinem Zimmerkamerad schlief ich ein. Ein Dank gilt diesem netten Mensch, der auch meinen Fussballverstand etwas aufzufrischen wusste.
    Der Dienstag morgen begann dann mit Christian Lasch

    Dieser ging nun auf die Torwart Taktik ein und behandelte hier anhand einiger Video Sequenzen Trainingsgrundlagen und dann das Spielverhalten des Torhüters. Torverkleinerung war der Schwerpunkt, wobei er deutlich in gleiche Horn stieß wie Hans Leitert: Die Annäherung und Position des Torwarts sind wichtig, aber ebenso auch rechtzeitig zum Stehen zu kommen und bereit zur Aktion zu sein.
    Dies wurde dann in der Praxis vor dem Mittagessen deutlich:

    Die Torverkleinerung wurde mit einer Zauberschnur verdeutlicht, mit Stangen das virtuelle Tor sichtbar gemacht und dann gezeigt, wie einfach die Torverteidigung ist. Grundlage hierzu war ein noch nicht veröffentlichtes Video von Jörg Daniel, welches hier nachgestellt wurde.

    Auch aus spitzem Winkel wurde gezeigt, wie wenig hilfreich blinder Aktionismus war und wie wichtig es dabei sein kann, mit minimalen Bewegungen erfolgreich zu sein.
    Christian Lasch musste nach dem Essen dann zurück nach Düsseldorf, so daß nun Ingolf Semmel, Physiotherpeut und Sporterfahrener Mannschaftsbetreuer, den Nachmittag übernahm.

    Es wurde getaped, was das Zeug hergab...

    Sinnvolle und auch recht komplexe Funktionstape Verbände wurden gezeigt und konnten von den Teilnehmern ausprobiert werden:

    Der Abend im Tannenköppel verlief leider nicht so wie gewünscht, wie oben zu lesen....
    Der Mittwoch Morgen begann dann mit den Teilnehmern des Lehrangs 1 mit Praxis durch Michael Gibhardt, Towarttrainer des SC Paderborn.
    Die kleine Anekdote kann ich mir nicht ersparen:
    Wir sitzen im Hörsaal, als sich leise ein Kopf durch die Tür schiebt. Ein älterer Mann in grauer Uhlsportjacke schiebt sich herein, sucht einen freien Platz und setzt sich.
    Ich deute auf Ihn und er legt den Zeigefinger an die Lippen und bittet mich zu schweigen. Ich bin mir sicher: Der Mensch ist Michael Gibhardt, der bei Christian Lasch im Torwarttrainer Seminar 2 nicht richtig ist.
    Als Christian Lasch seine Ausführungen beendet hat, komme ich endlich dazu. Erst will Michael Gibhardt seinen Namen nicht verraten, doch auf mein Drängen verrät er diesen und alles lacht. Gibhardt ist etwas verunsichert, aber wir klären diesen auf, daß er bereits im Tagungsraum Frankfurt erwartet wird...
    [IMG][/IMG]
    Auf dem Platz ging er dann aber sofort los und erklärte das Thema Flanken - Fangen und Fausten ausführlich.

    Trotz des strömenden Regens wurde er nicht müde, die Dinge zu korrigieren und das Training interessant und ideenreich zu gestalten.

    Zur Praxiseinheit des Lehrgangsteil 2 fanden sich einige Teilnehmer auf der "Trainerbank" wieder:

    Wie in der Theorie erläutert, ging es nun um Rückpass und spielerische Aufgaben des Torwarts.

    Nach einigen Übungen zum Passspiel und der Spielverlagerung, sowie Reagieren unter Drucksituationen ging er nun zu komplexen Übungsformen über, die dann auch das Flanken und die Spieleröffnung beinhalteten und insbesondere für die Mannschaftstrainer interessant waren

    Am Ende des Praxisteils erläuterte Christian Lasch nochmals die methodische Reihe am Beispiel der Ballsicherung für flache Bälle neben den Torwart, die wie folgt war:
    1. Sitzend
      • Ohne Ball
      • ruhender Ball
      • gerollter Ball
      • geschossener Ball
    2. Kniend
      • Ohne Ball
      • ruhender Ball
      • gerollter Ball
      • geschossener Ball
    3. Hockend
      • Ohne Ball
      • ruhender Ball
      • gerollter Ball
      • geschossener Ball
    4. Stehend
      • Ohne Ball
      • ruhender Ball
      • gerollter Ball
      • geschossener Ball




    Mithilfe dieser 16 Stufen ist es möglich, Bewegungsabläufe zu erlernen und bei Fehlern anhand der Stufen neu zu programmieren und damit tiefgreifende Korrekturen zu machen.

    Mit zwei Kollegen verbrachte ich den Abend in einer wunderbaren Pizzeria in Grünberg, wo wir endlich mit gutem Service über Fussball sprechen und uns austauschen konnten.
    Der Donnerstag begann mit Theorie, insbesondere hier dem Training und der Saisonvorbereitung. Er leitete auf Sprungkraft und Trainingslehre über, so daß die Praxiseinheit dann Koordination und Reaktionsübungen demonstrierte.

    Da das Wetter nun etwas weniger Wasser vom Himmel schickte, entstand nun auch das Teilnehmerbild

    Nach dem Mittagsessen ging Christian Lasch auf Stabilisierung und Kräftigung ein. Aber auch ein Film zum Thema Elfmeter sorgte für Diskussionsstoff.
    In der Praxis wurde nun das Programm der Stabilisierung und Balance demonstriert und zu Beweglichkeit und Sprungkraft über geleitet.


    Die Teilnehmer lauschten Christian Lasch deutlich interessiert bei seinen Ausführungen zur Rumpfkräftigung und Auswirkungen auf das Torwartspiel, insbesondere als Schutz bei hohen Bällen und mehr Stabilität und Reaktivität bei Aktionen.

    Zahlreiche Kraftübungen kamen auch zur Demonstration...

    Und von dort leitete er zur Sprungkraft über, die er mit höchst einfachen Mitteln darstellte.

    Verschiedene Bewegungsformen wurden vorgestellt und von Teilnehmern ausprobiert



    Mein Dank gilt Volker Piekarsky für sein Wirken im HFV zugunsten der Torhüter. Allerdings hätte ich oft toll gefunden, wenn er nicht unbedingt nur Bundesliga Torwarttrainer gezogen hätte, sondern auch mal Oberliga oder Verbandsliga Torwarttrainer eingeladen hätte.
    Hoffentlich bleiben auch nach dem Ausscheiden von Volker Piekarsky aus dem HFV diese Kurse erhalten.
    Mein Lob geht an Christian Lasch, der sowohl methodisch als auch praktisch die Teilnehmer erreichte und in seinen Ausführungen immer schlüssig und überzeugend wirkte, ja auch andere Meinungen annehmen und akzeptieren konnte.
    Er wäre eine Bereicherung für den Trainerstab des Torwart.de Camps.

    Großartig war auch das Kamera Team:

    Hier gilt der besondere Dank an Jürgen, der diese Aufgabe nahezu perfekt absolvierte und dem wir dank seines Einsatzes und seiner aussergewöhnlichen Motivation hoffentlich auch aussergewöhnliche Erinnerungen in Bild und Ton verdanken werden.
    Danke Jürgen!

    Danke auch an Markus P. für die vielen Eindruck im Seminarteil Eins und Horst Neubauer für die tollen Gespräche zum Torwarttraining.
    Danke an Jürgen und Björn für die tollen Momente....
    Geändert von Steffen (21.05.2010 um 13:52 Uhr)
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
    Torwarttalent
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    Standard

    Toller bericht bericht und großes lob. Übrigens:Michael Gibahrdt ist auch mein Torwarttrainer und macht das wircklich Überragend

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