Solche Situationen nennt man im englischen Second-Goal-Situations, und die Verteidigung ist so eine Sache.
viele Torwarttrainer, darunter auch ich, tendieren zur aktiven Second Goal Verteidigung, wobei man sagen muss: Dieses Prizip wird selbst in der Premier League nur zu schlecht umgesetzt, hingegen verstanden es Edwin van der Sar und Jens Lehman phänomenal, und das machte diese nicht umsonst zu starken Torleuten, einige davon zur "Weltklasse" auch wenn Sie nie geehrt wurden.
Stellt man sich eine Stange in der senkrechten Verlängerung Torpfosten auf die 5er Linie auf, so erhält man das "2. Tor" oder Second Goal. Dringt also ein Spieler bis zur Grundlinie durch, dreht ab und läuft nun auf das Second Goal zu, so entsteht obige Situation, und oft sah man bei der WM, wie gefährlich solche Situationen sind, vor allem wenn dem Torwart nicht die Second Goal Verteidigung gelingt: Querpass - Riesenchance/Tor
Dabei gilt, daß Tore in TW in jedem Fall zu verhindern sind. Hans Leitert rät daher, den Pfosten nie aufzugeben, ermutigt aber auch dazu, für den Torwart in Trainingssituationen die Entscheidungsfreudigkeit und Entscheidungsfestigkeit aufgrund Erfahrungen zu fördern.
Auch er benutzt dieses Prinzip, welches so gefährlich ist häufig, ist aber, im Gegensatz z.B. zu mir jederzeit in der Lage, den Torwart auf dem "kurzen Eck" hochpräzise zu schlagen, wenn diese seiner Erfahrung nach zu weit sich herauswagt.
Trotzdem: Wie weit der Torwart sich nun mittiger ins zweite Tor stellt, also seinen Pfosten mehr und mehr aufgibt, ist eine Erfahrungssache, aber auch eine Sache der individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Es ist etwas, was man als Torwart für sich herausfinden muss, wie weit ich mich mittig ins 2. Tor wage, und wie gut ich dann bin, die Bälle auf das kurze Eck zu parieren, als auch die Querpässe ggf. abzufangen.
Trainiert wird das nahezu immer ähnlich, so fand ich auch diese Übung beim VfB Stuttgart bekannt und typisch, aber interessant aufgebaut:




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