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Thema: Nr. 2 - wie verarbeitet ihr das?

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  1. #1
    Internationale Klasse
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    Warum ist es eigentlich so schlimm zu verlieren?

    Sicher, ein Fußballspiel zu verlieren ist für viele, selbst für mich, der tiefste sportliche Schlag, den man sich vorstellen kann. Vorausgesetzt natürlich, man ist die Nummer eins. Doch was ist, wenn selbst das Verlieren für den Verlierer zum puren Luxus verkommen ist? Das Problem hatte ich in den letzten 1 1/2 Jahren selten. Sehr selten sogar. In dieser Saison ging es sogar soweit, dass ich direkt als Nummer drei abgestuft wurde. Dabei war ich mir so sicher, alles richtig gemacht zu haben, aber es reichte dann irgendwie doch nicht. Es steht mir nicht zu, in diesem Forum öffentlich die Gründe dafür anzuführen, ich würde mir nur die Hände verbrennen, denn meine Thesen, weshalb es denn überhaupt so gekommen ist, stützen sich nur auf Vermutungen. Deshalb kommentiere ich das nicht. Ich bin mir auch bewusst, dass ich mich dann von dem Einheitsbrei "Ichbindochsowiesovielbesser,warumtuendiemirdasan?!" kaum unterscheide.

    Ich habe so einiges an Niederlagen einstecken müssen, persönlich und sportlich, nicht unbedingt auf dem Fußballplatz, aber mittlerweile kann ich damit leben, was natürlich nicht heißt, dass ich mich meiner jetzigen Situation ergeben habe. Von der Kapitulation bin ich noch weit entfernt. Vielmehr habe ich mich auf diese negativen Erfahrungen eingestellt. Seit einiger Zeit gehe ich mit einer vollkommen anderen Mentalität durch das Leben. Sie beschreibt sich in zwei Worten: "tiefer stapeln". Wie es schnapper schon sagte, eine gehörige Niederlage kann euch unheimlich stärken. Schämt euch nicht. Schämt euch lieber dafür, dass ihr eure Schwächen oder Niederlagen nicht anerkennt. Ich bin erst 18, habe in diesem Bereich aber viele Erfahrungen gemacht. Mehr können wahrscheinlich nur die Älteren sagen, oder die, die noch mehr in ihrem Leben verloren haben. Natürlich weiß ich um meine Qualität, natürlich verfüge ich auf dem Grün über ein enormes Selbstvertrauen, aber ich gehe nicht mehr mit der Grundeinstellung in den Wettbewerb, dass ich ja sowieso der beste und vollkommenste Torhüter wäre. Nein, das habe ich abgehakt, denn im Endeffekt belüge ich mich selbst. Ich kann der beste Torwart der Mannschaft sein, ich kann der beste des Vereins, der Liga oder des Landes sein, aber heißt das in jedem Fall, dass ich ein Recht auf den Platz zwischen den Pfosten habe? Selbstverständlich sollte den besten Sportlern ihre Position zustehen, aber ob ich sie dann auch wirklich bekomme, liegt zwar oft an mir, allerdings nicht nur an mir. Denn wie vielen Trainer passt das Gesicht, die Spielweise oder die Vergangenheit nicht? Der Mensch hat nämlich grundsätzlich einen Makel. Er entscheidet nicht ausschließlich objektiv, sondern immer auch subjektiv. Das tut jeder Mensch. Und vielleicht ist es gerade diese Subjektivität, die euch oder eure Trainer so urteilen lässt. Vielleicht halte ich mich auch für besser, als ich eigentlich bin? Kann es nicht sein, dass ich unter Umständen selbst der bin, die die Situation falsch beurteilt?

    Ich persönlich weiß es für mich nicht. Noch nicht. Die Zeit wird es zeigen und auch wenn ich jetzt zwischen August und Oktober eine sportliche Talfahrt in meinem neuen Verein hatte, scheint es jetzt wieder Hoffnung zu geben. Nicht in der A-Jugend, sondern im Herrenbereich, denn wie war es noch gleich?

    "Wenn zwei sich streiten, freut sich der.... ."

    Und in keinem Beispiel passt dieses Sprichwort besser als im Fußball. Gerade auf unserer Position.

    Liebe Grüße
    Geändert von Kenji 101 (10.11.2010 um 00:03 Uhr)
    Du warst so jung, du starbst so früh, wer dich gekannt, vergisst dich nie.



    † 28.08.09


    Ich danke dir für alles, Thomas. Ohne dich hätte ich es nicht geschafft.

  2. #2
    Internationale Klasse Avatar von dennis d
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    Standard

    Viele Vergessen einfach warum man ein Hobby ausübt. Ein Hobby sollte Spaß machen und ein Ausgleich zum Ernst des Lebens darstellen. Ich kann mich aber nich von der Meinung trennen, dass viele ihr Hobby ernster nehmen, als das Leben. Und je ernster die Lage wird, desto weniger Spaß hat man dabei und der Sport besteht nur noch aus Frust und Rückschlägen. Letztendlich ist dies ein Teufelskreis. Klar solang es gut geht, man die Nummer 1 ist und gut spielt, ist alles perfekt. Aber dann kommt der Hammer und man steht vor nem Problem... seinem Hobby. Als ich noch jung war , hab ich genau so gedacht, aber irgendwann wurde mir klar, dass ich durch mein Hobby Spaß und Glück erfahren will. Dann macht auch wieder das Training und die Spiele in der 2. Mannschaft spaß.

    Zur Eingangsfrage: Mach dir klar, warum du Fussball spielst. Versuche Spaß am Spiel/Training zu haben. Frust wird abnehmen und die Leistung zu... der Rest erübrigt sich dann von selbst
    Saison 06/07 Aufstieg in die Bezirksliga
    Saison 07/08 Aufstieg in die Bezirksklasse

  3. #3
    Freizeitkeeper Avatar von McTyphoon Nr.36
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    Nr.2? Kein Problem! Ich gebe mein Bestes, habe Spaß dabei und wenn meine Chance kommen sollte zu spielen, gebe ich nochmal mein Bestes.

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