Die Torwartgrätsche nimmt einem sehr viele Optionen. Klar kann sie erfolgreich sein, das ist aber stark situationsabhängig. Ich bleibe lieber bis zum Schluss stehen und fordere vom Angreifer die Aktion. Ich biete nichts an und zwinge ihn zur Entscheidung, was viele Angreifer dann dazu bringt, verspätet abzuschließen und eben nicht den Ball aus der tödlichen Distanz von 4-5 Metern am TW vorbei ins Eck zu schieben. Da ich aber lang stehen bleibe, darf ich den Kopf nicht wegdrehen und die Augen nicht schließen, um reagieren zu können. Torhüter haben ja gerne den Ruf verrückte Hunde zu sein und ich finde das gehört schon dazu, nicht im negativen Sinne, aber im positiven Sinne, was Einsatzbereitschaft angeht. Ein Torwart geht halt dahin, wo es auch mal weh tun kann. Wenn man solche Aktionen des öfteren "durchlebt" hat, gewöhnt man sich immer mehr daran. Angst lässt sich aber nie ganz ausschalten, wäre auch fatal, weil Angst eine wichtige Eigenschaft des Menschen ist.