Nur um das klarzustellen: Die (auch stark) gesundheitsgefährdende Kompomente, auf ein Suspensorium zu verzichten, muss hoffentlich niemandem explizit erklärt werden. Ich für meinen Teil verzichte darauf, weil die gängigen Modelle mit breitem Bund und den "Strapsen" über die Gesäßbacken sowie dem eigentlichen Schutzteil sehr unangenehm zu tragen sind und ich im Leistenbereich sogar Abschürfungen von den Inlays hatte. Jeder muss für sich entscheiden, wie er/sie hier die Prioritäten setzt. Wenn ich das süffisant mit dem Hinweis versehen habe, schon zwei Töchter zu haben und dass die Familienplanung abgeschlossen sei, dann ist das selbstredend keine Verharmlosung! Sollte ich ein Suspensorium finden, dass funktionell ist und ausreichend angenehm zu tragen ist, würde ich das selbstredend kaufen und dafür auch ein bisschen Geld ausgeben. Auf den Schmerz kann ich schon verzichten...
Zur Technik: Ich will das, was Steffen gesagt hat, gar nicht groß kommentieren, denn das ist gut nachvollziehbar und ich denke, dass ich das recht gut in der Praxis umsetze. Ob ich vermag, immer die sportwissenschaftlich richtigen Erläuterungen zu geben, würde ich mal selber bezweifelnDa habe ich auch keine Eitelkeiten, wenn mich Leute wie Steffen korrigieren und aufpassen, dass Diskussionen nicht in die falsche Richtung laufen.
Eines ist offensichtlich: Wie so oft ist vor allem beim 1gegen1 drastisch häufig zu beobachten, dass Torhüter falsch oder nicht variabel auf unterschiedliche Situationen reagieren. Da fehlt es ganz offensichtlich auf höchstem Niveau an intellektueller Auseinandersetzung mit dem Thema und trainingstechnischer Sensibilisierung für die Anforderungen in den Situationen. Und es ist kein Zufall, dass ein Neuer als extrem gut mitspielender Torwart im 1gegen1 sehr gut ist. Die meisten Probleme dürften schließlich allein schon daher rühren, dass der Torwart vor der Situation falsch bewegt hat und schlecht steht. Jetzt könnte man sagen, dass Kahn kein mitspielender Torwart war, was sich jedoch vor allem auf seine technischen Fähigkeiten bezieht und seine defensive Interpretation des Torwartspiels. Sein Verhalten zum Spielgeschehen und sein Stellungsspiel müssen gut gewesen sein, denn sonst ist man auch limitiert im 1gegen1.
Wie gefordert zurück beim Thema: In den Aussagen wie "Augen zu und durch" oder in der Fragestellung "Augen zu im Zweikampf" steckt implizit die Selbstgefährdung, die wir alle gerade als Torhüter eingehen, enthalten ist. Einen Schutzreflex "wegtrainieren" oder kontrollieren zu wollen, führt zur Frage: Was sind wir bereit, dafür zu investieren, einen Ball abzuwehren? Da die meisten von uns kein Geld oder nicht ausreichend viel damit verdienen, muss es zwingend ein Argument sein, dass sich im Bereich der Befriedigung persönlicher und emotionaler individueller Bedürfnisse bewegt. Meines scheint so groß zu sein, dass ich dafür eine Menge Risiko eingehe, indem ich in bestimmten Situationen z.B. bewusst den Kopf oder eine Grätsche einsetze, um die Trefferfläche zu erhöhen bzw. das Tor für den Gegenspieler abzudecken.
Ich versuche auch, die Augen geöffnet zu lassen. Ich bin mir aber auch sicher, dass wir diesen Reflex nur bis zu einem bestimmten Punkt verzögern können. Für eine Millisekunde wird jeder Torwart seine Augen schließen, wenn ein Ball in Richtung Kopf fliegt! Den Blick auf das Geschehen weitestgehend nicht zu verlieren, hat allerdings nicht nur risikoerhöhende Aspekte. Denn es ist natürlich auch ein aktiver Schutz darin enthalten, jederzeit wahrzunehmen, was passiert. Den Blickkontakt zu verlieren, heißt auch Kontrolle zu verlieren - vom sportlichen Aspekt mal ganz abgesehen.




Da habe ich auch keine Eitelkeiten, wenn mich Leute wie Steffen korrigieren und aufpassen, dass Diskussionen nicht in die falsche Richtung laufen.
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