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Thema: Rivalität mit Torhüterkollegen?

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  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Also ich als Trainer halte von Rivalität und Kobnkurrenzkampf gar nichts.
    Meine persönliche Erfahrung ist, daß ein Torwart dann die beste Leistung bringt, wenn er einen guten Mann hinter sich hat, dem er vertraut, der aber nicht an seiner Position ständig nagt und sägt.
    Eine Nummer Eins muss gestürzt werden, muss aber auch Vertrauen haben, das im Falle des Falles ein verläßlicher Vertreter am Start ist. Sprich die Eins B muss daher das Vertrauen auch der Eins A haben, und nicht nur dies der Trainer und der Mannschaft.
    Zudem muss die Eins A auch nach solch einer Pause zurück kommen können dürfen und nachdem die Fitness wieder hergestellt ist, auch eigentlich wieder den altangestammten Platz einnehmen dürfen, ohne das nun der Vertreter sofort ein Fass aufmacht.
    Dies bringt Unruhe in die Mannschaft, bringt nur Stress und minimiert damit die Leistung.
    Denn ein Team bedeutet, daß alle (!!!) eine Einheit bilden und da sollte und darf niemand seine eigenen egozentrischen Ziele in den Vordergrund drängen dürfen.

    Schaut man in gestandene Mannschaften, findet man oft zwei richtig gute Torleute, doch an der Position Eins wackelt keiner gern und es ist oft Zeichen völliger Inkompetenz, wenn man diese neuralgischen Positionen behandelt, als würde es sich um eine Kiste oder ein Stück Papier handeln.
    Dortmund zum Beispiel: Niemand wagt es an Weidenfeller zu sägen, auch wenn mit Lagerak ein guter Vertreter vorhanden ist. Tim Wiese bei Bremen, eine Bank, doch mit Vander steht ein verläßlicher Vertreter hinter dem großen. Hinter René Adler machte Giefer in Vertretung einen tollen Job... doch keinesfalls wird da wirklich am goldenen Käfig der Nummer Eins A gerüttelt oder beständig gesägt.
    Klar, macht ein guter Mann hinter der Nummer Eins A auch Druck, macht auf sich aufmerksam, nur macht er das mit Leistung, nicht mit Worten oder Intrigen. Er stellt auch keine direkten Ansprüche, er ist eben aber da, wenn er gebraucht wird und seine Größe ist es, daß er im Schatten der Nummer Eins reift und Geduldig ist.
    Eine große Klappe und der "Bedingungsloser Konkurrenzkampf" bringen weder die Eins A noch die Eins B weiter.

    Wer noch nie im Konkurrenzkampf gesteckt hat und noch nie so richtig wußte, wie das als Nummer Eins A ist, wenn der Nummer Eins B beständig und unablässig bohrt, stichelt und intrigiert, der sollte vorsichtig mit Äusserungen sein. Denn dieser Stress, das beständige sich beweisen müssen brennt die Nummer Eins A schnell und nachhaltig aus, dann hat zwar die Eins B erreicht was Sie (und wahrscheinlich Initiatoren des Konkurrenzkampfes) wollten, doch sieht sich die Eins B als neue Eins A sofort dem Konkurrenzdruck der alten ausgebrannten Eins und einem Nachrücker von Eins C auf Eins B ausgesetzt, und letztendlich geht es der neuen Eins A dann genauso schlecht, sie wird auch nur einige Zeit durchhalten, bevor diese wie ein Uran-Kernbrennstab im Hochleistungsreaktor unter Abgabe von viel Hitze und Energie verglüht... was also am Ende bleibt, ist ein Sondermüll, der nachhaltig Mannschaft und das gesamte Vereinsgefüge belastet, ja vergiften kann.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
    Amateurtorwart
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    Abgesehen vom Atommüll habe ich für mich persönlich die Erfahrung gemacht dass man weiter damit kommt nicht permanent die eigene Leistung mit seinem Konkurrenten zu vergleichen. Je mehr ich mich auf mich selbst konzentriere und mit Spass und einer gewissen Lockerheit an die Sache herangehe, desto besser sind die Leistungen. Der Rest, also die Position im Team, Anerkennung der Leistung kommt dann von ganz allein. Da muss man dann auch garnicht groß Herumtrompeten oder jmd. anderes schlecht machen. Das macht mir auch keinen Spass.

    Natürlich, wenn man beim Spiel draussen sitzt und die Nr. 1 macht einen Fehler oder sieht nicht gut, kommen die Sprüche von den anderen: "Sag, mal den muss er doch haben" oder "du hättest den doch gehabt". Mich nervt sowas. Was soll man da sagen? Den Torhüterkollegen diskreditieren wenn er nicht dabei ist? Meistens nehme ich Ihn demonstrativ in Schutz. Ich zeige den Mitspielern dann den eigentlichen Fehler bzw die Fehlerkette auf die zur Chance und damit auch mit zum Tor gehführt hat.

    Mit Spass und Freude an der eigenen Leistung komme ich viel weiter als mit Missgunst der Leistung anderer.
    Torhüter sind wie Hausfrauen: Wenn Sie einen guten Job machen redet keiner drüber. Wenn Sie einen Fehler machen ist das Geschrei groß.

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