Zuerst möchte ich dir sagen, dass du dein Wesen nicht von jetzt auf sofort ändern kannst. Aber musst du dich denn auch wirklich ändern? Vielmehr ist es doch noch nötig, die Dinge etwas nüchterner zu betrachten. Ich habe früher im Alter von 16 bis 19 genauso gedacht und habe mich so selbst um den ein oder anderen kleineren Erfolg gebracht.

Ein grundelementarer Ansatz ist die Routine, die sich irgendwann ein wenig bemerkbar macht und auch einstellt. Du wirst mit der Zeit lernen, dass es beim Fußball nicht um Leben oder Tod geht. Der Fußball ist ein Hobby, vielleicht sogar deine Liebe und in der Liebe geht es um das positive Gefühl und nicht um die Angst einen Fehler zu machen.

Fehler passieren nun einmal und es ist auch gut so, dass sie passieren, denn so kannst du selber wachsen und aus den Fehlern lernen. Ich bin früher auch nie bei hohen Bällen von der Linie weg gekommen und mittlerweile bin ich fieberhaft daran, diese Flanken zu antizipieren. Ich habe gelernt, dass du alleine nicht die Mannschaft bist. Ihr seid 11 Mann in der Mannschaft auf dem Platz und im günstigsten Fall seid ihr 16 oder sogar 18 Kameraden, die sich gegenseitig den Rücken frei halten. Macht einer mal einen Fehler, so gibt es immer noch 10 andere, die versuchen, den Fehler wieder abzuwenden. Natürlich hast du als Torhüter eine Sonderrolle und dennoch hast du das gleiche Anrecht auf die Unterstützung der Mannschaft wie jeder andere auch.

Du bist noch jung und wirst noch soviel lernen (können) und deswegen bringt dich der ein oder andere Fehler in der Jugend bestimmt nicht um. Sicherlich siehst du dann immer ein wenig blöd aus, wenn etwas passiert, aber in der nächsten Situation kannst du schon wieder weit über dich hinauswachsen. Ich habe vor einigen Wochen einen harmlosen Rückpass ins Tor trudeln lassen, weil mir der Ball über den Fuß gesprungen ist. Aber ich arbeite einfach weiter an den fußballerischen Elementen, sodass mir diese Situation möglichst nicht noch mal passiert.

Du allein hast die Stärke, dich zu verwirklichen und du wirst diese Stärke auch irgendwann für dich entdecken. Egal was jetzt und heute passiert, so kann die Welt doch morgen schon ganz anders aussehen. Willst du dich dessen wirklich verwehren?
Nein, das willst du nicht und ich kann dir auch sagen, wie du das schaffen kannst.

Schließe die Augen und sammele all die guten und positiven Emotionen bei guten Aktionen und speichere sie ab. Sie bilden deine zukünftige Batterie. Aus den gelungenen Paraden und Aktionen ziehst du deine Kraft und sie wird dir helfen, diese Angst irgendwann zu überwinden.

Du kannst deine Batterie auch erweitern und vergrößern, indem du im Training bewusst in diese Situationen hinein gehst. Du wirst dann mit der Zeit ein Gespür dafür entwickeln, wann du dich wie am besten verhalten kannst und das wirst du dann auch im Spiel umsetzen. Und genau kommt eben wieder der Punkt mit der Routine auf.

Als Fazit möchte dir nur noch sagen:

Glaube an dich und dein Können und diesen Glauben kannst du dir im Training erarbeiten. Es wird immer wieder Rückschläge geben, das gehört zum Leben dazu, aber cm in diese Richtung ist Gold wert und wird sich irgendwann doppelt und dreifach auszahlen. Bitte gib nie auf daran zu arbeiten und dir wird der Glaube an dich selbst, an deine Stärke und deine eigene wahre Leistungsfähigkeit regelrecht zufliegen.