Torbinho,
da gehen wir mal konform. Es ist das Problem scheinbar, daß viele Vereine, nehmen wir mal ein paar ausnahmen als Bestätigung der Regel, scheinbar auch gesättigt sind.
Ich meine damit nicht, daß Spieler und dergleichen wirklich es satt haben, aber schlichtweg meinen, daß so wie es locker läuft, ausreichend ist. Wohin dies führen kann, sieht beim beim HSV und beim VfB... Ich will beiden Vereinen nichts böses, doch die Knute und Knüttel, die über einer Mannschaft schweben, wenn der Verein für sich den Anspruch erhebt, oben dabei sein zu wollen - das ist schon ein erheblicher Druck.
Kaum ein Verein der Bundesliga beginnt die Saison mit dem Anspruch, Pokal, Chapignon Liga und Bundesliga gewinnen zu wollen und ist mit einem 3. Platz in der Liga unzufrieden am Ende, sowie mit dem Ausscheiden aus der Champigon Liga im Halbfinale oder einem frühen Pokal aus...

Doch das ist der feine Unterscheid. Spieler gehen zu diesne Vereinen, weil diese etwas erreichen wollen, weil diese Titel wollen - man denke nur an Manuel Neuer, der einfach sagte: Ich will Titel haben. Dabei war es nicht, das mit Schalke den Titel zu holen es wesentlich eindrucksvoller und wohl auch emotional tiefgreifender gewesen wäre, aber der Kampf dorthin... das wollte Manuel Neuer dem Zufall scheinbar nicht so ganz überlassen, sondern sich auch der Selbstkasteieung und eben Knute und Knüttel unterwerfen.

Doch just diese breite Brust und diesen Anspruch haben nicht viele, einige für mich, verleugnen diesen sogar.

In meiner Heimatstadt z.B. haben die Supporter dazu einer ganz eigenständige Meinung, die zu Beginn immer euphorisch und von Meisterschaftstaumel geprägt ist, in der Rückrunde dann in Frust und Sarkasmus umschlägt, in den regelmäßigen Auf- und Abs dieses Vereins. So schreiben hier die Fans sich meist großmäulig auf die Fahne, Meister sein und werden zu wollen, während der Verein eigentlich eher kleie Brötchen bäckt und verkauft. Das halte ich dem Verein deutlich zu gute - er weiß wo er steht und was er erreichen kann, aber das klare Ziel ist, trotzdem alles zu versuchen...
Hingegen treten andere Vereine gar nicht großmäulig auf, sondern eher selbstbewußt. Diese rufen dann Champignos Liga und Meisterschaft als Ziel aus - und da hagelt es auch Kritik, wenn es da jemand locker nimmt.
Glaube, Jürgen Klopp ist da mit eines der besten Beispiele, aber auch Karl-Heinz Rummenigge... Wenn Du da meinst, satt sein zu dürfen, oder selbst zufrieden bist, bist Du raus.

Doch dieser Anspruch ist es, der eben dazu führt, wo beide Vereine auch stehen. Sie erheben diese anspruch und vertreten diesen auch.

Das ist, was man bei anderen Vereinen ein wenig vermisst, auch seitens der Führung. Es läuft, alle sind zufrieden und lehnen sich zurück. Das macht in Dortmund kein Vorstand, auch in Bayern nicht. Da kämpft man ebenso hart und ruppig wie auf dem Spielfeld. Jede Saison auf's Neue.
Das vermisse ich bei Stuttgart ein wenig, beim HSV ebenso....

Auch andere Vereine sind da, aber für mein dafürhalten auch hier: Man nimmt es vielleicht mit, aber plant nicht mal damit - so ist da kein Druck, ja kein Rückhalt dahinter... so ist die Langeweile der Bundesliga auch damit begründet.

Und, es ist schon fast Spanisch...