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Thema: torwart.de-Torwarttrainertag 2012 beim FC Schalke 04

  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Standard torwart.de-Torwarttrainertag 2012 beim FC Schalke 04

    In eher unregelmäßigen Abständen bietet Torwart.de interessierten Torwarttrainern im Rahmen eines Workshops an, ein professionelles Torwarttraining der Profimannschaften zu bestimmten Themenschwerpunkten hautnahe miterleben zu können.
    Trainer und Torleute hautnah - es ist immer wieder ein Erlebnis.

    Dieses Jahr war man nach Gelesenkirchen gereist, bei beim FC Schalke 04 unter Torwarttrainer Thomas Schlieck mit drei Torleuten der U17 Junioren Bundesliga Mannschaft eine 3 einhalbstüdige Einheit zum Thema "Entscheidungen im Torwartspiel - Agieren und Reagieren" angesetzt worden war. Allein die professionelle Trainingsumgebung der Sportanlage machte deutlich, auf welchem Niveau gearbeitet wird und was die Teilnehmer zu erwarten hatte.
    Niemand wurde enttäuscht.

    Thomas Schlieck fand in der kleinen Atheltik- und Koordinationshalle nur wenig einleitende Worte, er machte sofort klar, daß Torwarttraining über zu den gesetzten Schwerpunkten am Besten in der Praxis verdeutlicht wird. Er erklärte, daß es Zeil sei, heute nicht nur perfekt zu sein, sondern auch gerade Fehler im Training aufzugreifen - denn nur dann konnte er anhand dieser Fehler verdeutlichen worum es in den Einheiten wirklich ginge und was diese verbessern sollte. Daher hatte er sich für Torleute des U17 Kaders entscheiden, einfach um das Niveau der Profimannschaft darzustellen, aber eine höhere Fehlerquote zu erreichen - damit das Verständnis der Einheiten für die Teilnehmer sichtbar wird.
    Man muss hier allerdings deutlich sagen, daß die Fehlerquote bei allen Einheiten höchst gering war und das Training bei Schalke 04 drei Torleute im U17 Kader hervorgebracht hat, auf die man bei Schalke sicherlich stolz sein kann - denn viel Korrekturbedarf gab es nicht, zumal allen drei Torleuten die Übungen weder fremd waren, noch diese Übungen wirklich Probleme bereiteten.
    Thomas Schlieck verstand es auf dem Platz mit relativ wenig Aufwand Übungen zu gestalten, die Schlichtweg den Entscheidungsprozess des Torhüters bezüglich eigener Aktion oder Abwarten und Reaktion auf das Extrem provozierten. Es ist in Zeiten des Fussballs mit Begriffen wie OneTouch, 4-Kette, aktives Mitspielen, Kurzpassforcierung, etc. dem Torwart schlicht schwerer geworden, allein die Torverteidigung zu übernehmen. So muss der Torwart zwischen der reaktiven Tor- oder Zielverteidigung und der aktiven Raumverteidigung unterscheiden, und in der Situation rasch entscheiden, für welche Form er sich entscheidet. Kann er denn Ball vor dem Stürmer sichern, und damit durch aktives Gestalten der Raumverteidigung den Torabschluss noch vor dessen Entstehen vereiteln? Oder muss er doch auf die reaktive, torwarttypischen Aktionen zurück greifen und den Torerfolg des Stürmers durch Stellungsspiel und Parade entsprechend vereiteln?

    Genau diese beiden Situationen wurden in vielen Übungen wiederholt und unterschiedlich provoziert. Thomas Schlieck erläuterte die Übungen, deren Schwerpunkte und die Aufgaben der Torleute den Teilnehmern. Er stellte sich auch den, zugegeben, eher selten gestellten Fragen - und beantwortete diese höchst professionell und fachlich schlüssig. Er betonte auch, daß seine Formen und sein Training nur eine Ausprägung der Philosophien wären - und sicherlich nicht die einzige gültige Wahrheit repräsentieren würden, er war aber durchaus sich bewußt, welchen Eindruck des Training und die Performance der Torleute auf die Teilnehmer hinterlassen würde. So zeigte das Training deutlich seine Handschrift und die neue Philosophie des FC Schalke 04 auf der Torhüter-Position.

    Danke an Torwart.de Organisator Marcel Schäfer und das Team von Thomas Schlieck auf Schalke 04.

    Hier nun die Impressionen aus dem Training - das Video gibt nur einen kleinen Ausschnitt der Trainingseinheiten und Übungen wieder, einfach um ein paar Impressionen zu zeigen, aber auch das hohe Niveau des Trainings und der Torleute darzustellen.
    Denn ein dreistündiges Gesamtvideo ist unmöglich so zu erstellen, also beschränkte ich mich auf die Übungen, eine Ausführung von Thomas Schlieck zu einem Thema welches er angeschnitten hatte und ich für die Kamera nochmals genauer hinterfragte (eines der Themen, die er ausführlicher erläuterte), auch dies gibt nicht mal ansatzweise die Informationsdichte wieder, die Thomas Schlieck in seinen Erläuterungen und Ausführungen während des Training auf die Teilnehmer verfrachtete.

    Alles in allem ist das das Video nur ein unbedeutender Zusammenschnitt mit wenigen Impressionen, das nur unzureichend wieder geben kann, was in den 3 einhalbstunden auf Schalke passiert ist.
    Eines bleibt festzuhalten: Das darf ruhig regelmäßiger, mit unterschiedlichen Trainern zu wechselnden Themenschwerpunkten passieren - eine Top Aktion von Torwart.de

    Geändert von Steffen (14.05.2012 um 13:01 Uhr)
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
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    So der sehr gute Buchstabendreher ist leider draussen.

    Sehr netter Bericht und überragendes Video zu sehr tollen Übungen.
    Geändert von der_Verbannte (14.05.2012 um 17:23 Uhr)

  3. #3
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    Danke Steffen für den wertvollen Beitrag. Hier wird wieder einmal ersichtlich, dass TW-Training weit aus mehr ist als Bälle aus Tor zu dreschen. Das lobe ich mir, der Kopf wird mittrainiert. Lifekinetík hat auch hier Einzug erhalten und ist erstens sehr anspruchsvoll und zweitens sehr förderlich.

  4. #4
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    Danke für deinen Bericht und das tolle Video, Steffen. Sehr interessante Ansätze!
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  5. #5
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    Ich durfte (!) auch bei der Fortbildung zugegen sein. Ich sage das bewusst so, weil ich wie Steffen schlicht begeistert war vom Gesamtkonzept, von der konzeptionellen Umsetzung und von der Person Thomas Schlieck. Diese 35 € waren wahrlich gut investiert. Sehr schön war zudem, Steffen und Marcel Schäfer erstmals persönlich kennenzulernen.

    Ergänzend vielleicht noch der Hinweis, dass Thomas Schlieck im letzten Jahr noch mit dem bisherigen Korrdinator Lothar Matuschak zusammengearbeitet hat. Die eigene Philosophie behutsam und sukzessive in den Verein zu implementieren und zugleich die erfolgreiche bisherige Arbeit im Torwartbereich damit erfolgreich zu verbinden, sieht Thomas Schlieck als anspruchsvolle, zudem äußerst reizvolle Aufgabe. Wenn man sich ansieht, wie viele Torhüter in erster und zweiter Bundesliga plus die nicht mehr aktiven Schober und Lehmann sowie Lukas Raeder, der jetzt oder auf Sicht dritter Torwart bei Bayern wird, durch die Hände von Lothar Matuschak gegangen sind, dann wird deutlich, auf welchem Niveau sich Ausbildung, Konzept, Training und Scouting auf dieser Position eh schon befunden hat. Die Fokussierung der Torhüter auf die Übungen und wie gut Thomas Schlieck didaktisch und kommunikativ mit den Jugendlichen umgeht, lassen erahnen, dass hier sogar noch eine Steigerung zur bisherigen erfolgreichen Arbeit möglich ist.

    Sehr zurückhaltend, aber auch nachvollziehbar, gab Thomas Schlieck immer wieder Hinweise auf Beispiele, die aktuelle Profitorhüter darstellen und wo sie Schwachpunkte haben. So bekamen die Anwesenden neben einer sehr guten Erklärung des Übungszwecks eine plastische Vorstellung davon, warum eine technische Ausführung x der technischen Ausführung y vorzuziehen ist.

    Ich habe noch einen Hinweis, den Thomas Schieck gegeben hat: Kaum ein Verein im Amateurbereich wird in der Lage sein, mit fünf Leuten zu trainieren, soll heißen: drei Torhüter, zwei Trainer. Doch die Übungsaufbauten lassen sich auf weniger Übungsteilnehmer reduzieren und wenn das Verhalten im 1gegen1, bei Flanken oder im Torabschluss mit eingebaut wird, ist durchaus eine "Win-Win-Situation" zu erzielen, indem z.B. bei Flanken ein Außenverteidiger oder Flügelspieler hinzugezogen wird oder ein Stürmer beim 1gegen1 oder ein Stürmer bzw. Mittelfeldspieler beim Abschluss aus 16 bis 18 Metern. So kann man sehr schnell zumindest mal drei bis vier Personen zur Verfügung haben, um die Übungsabläufe effektiv umzusetzen. Ich habe das direkt am Sonntag mit unseren Trainern besprochen, die sich begeistert davon zeigten. Wir werden das spätestens in der Planung der Sommervorbereitung berücksichtigen. Außerdem wird ab sofort einer von zwei A-Jugendtorhütern nach deren Training noch für das separate TW-Training beim Seniorentraining bleiben, um die Übungsabläufe zu erleichtern und damit diese Jungs noch intensiver gefördert und gefordert zu werden. Das ist insbesondere deshalb sinnvoll, da ich noch ein Jahr Torwart und Torwarttrainer in Personalunion sein werde.

    So hat die Fortbildung von Samstag einen direkte Folge für unser Training daheim. Und dabei habe ich noch nicht mal die Videos ausreichend analysiert, um sie selber optimal umzusetzen und einzubringen. Ich freue mich schon auf meine Mittagspause und das Training heute Abend, wo ich anfangen werde, die Inhalte behutsam einzubringen. Wir sprechen hier schließlich auch von einem Lernprozess des Trainers.
    Geändert von nik1904 (15.05.2012 um 09:19 Uhr)

  6. #6
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    Hört sich nach einer gelungenen Veranstaltung an!
    Das Video und die Bilder sind echt klasse!
    "Das ganze Stadion wird gegen uns sein. Ganz Deutschland wird gegen uns sein. Etwas Schöneres gibt es gar nicht."
    Oliver Kahn

  7. #7
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    nik1904, einen Trainer wie dich wünsche ich mir. Mal sehen, ich werde noch 2 bis 3 Jahre spielen und dann selbst als Torwarttrainer arbeiten. Freue mich schon darauf.
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  8. #8
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    Pauli sehr guter Plan. Bei mir siehts ähnlich aus, jedoch eher 4-5 Jahre spielen und in den letzten jahren schon mit TW-Trainer anfangen.

    Sind die Lizenzen die vom DFB/NFV angeboten werden eigentlich zu empfehlen? Weil möchte nicht nochmal zu unvorbereitet wie damals auf die Torleute losgelassen werden

  9. #9
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    Das kann ich dir nicht sagen, aber machen werde ich solch eine Lizenz auf jeden Fall. Das ist wie mit Zeugnissen bei der Bewerbung für einen Beruf: Sie sagen nicht immer wirklich viel darüber aus, ob du für den Job geeignet bist, aber sehen will sie trotzdem jeder. Ich denke, dass man mit entsprechenden Lizenzen deutlich besser ankommt.
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  10. #10
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    nik,
    man streckt sich immer nach der Spitze und ich für mich habe längst eingesehen, die Spitze meiner eigenen Leistung gesehen und vielleicht auch erreicht zu haben. Denn auch die Anforderungen an einen TwT sind hoch und werden nicht kleiner. Ich bin daher total froh, in einem professionell arbeitenden Verein angekommen zu sein.
    Auch wenn dort meine Art, impulsiv und oftmals direkt und manchmal ein wenig quer nicht für alle Trainer so klasse ist. Aber ich liebe das querdenken.

    Nik, ich kannte Thomas Schlieck schon von Hans Leitert her und sah am Samstag, daß was Hans Leitert erzählte, sicherlich auch Thomas Schlieck beeinflusst, wenn nicht einfach nur bestätigt hat.
    Für viele Trainer ein Unding: Da geht ein U17 Nationaltorwart falsch zum Ball. Thomas Schlieck geht locker damit um, beide - Trainer und Torwart wissen das es nicht richtig ist, beide üben, dies abzustellen, wissen aber auch, daß es vielleicht nicht geht und lernen, diesen Fehler zu lassen und weiter zu kompensieren. Denn wie es scheint, macht Louis trotz dieses offensichtlichen "Fehler" nichts falsch, nur eben nicht nach Lehrbuch und damit hat er eine Macke, die aber scheinbar Ihn nicht schlechter macht, sondern weil er diese Macke super kompensieren kann und das Training im auch noch dabei hilft, diese Macke nicht zu Gegentoren führt - also keine Schwäche ist.
    So sind wohl Trainer und Torwart gleichermaßen stolz darauf und wissen diese Macke, lassen diese aber auch zu, denn eine Änderung auf Zwang könnte zum Gegenteil führen, sprich der Tw wird schlechter - und das kann nciht Ziel des Tw-Trainings sein.
    Da fühlte ich mich wieder bestätigt.

    Die Übungen,. viele davon kann und werde ich natürlich in mein Training einfließen lassen, ich habe sogar die Karten schon wetterfest gemacht und in meinen "Koordinationseimer" eingepackt. Wie gut das meine Torfrauen nun hinbekommen, es wird das Training zeigen. Denn Du hast ja schon dne Punkt genannt: Viele Übungen sind für 2 Trainer und drei Torleute, oder zumindest einen Trainer und drei Torleute abgestimmt, sprich man muss 4 Positionen besetzen... das ist in vielen Vereinen, auch beim 1. FFC Frankfurt nicht immer einfach.

    Ich bin ja nun nicht bloß jemand, der zu den Profis losgeht, sondern sich auch das Tw-Trainer der 'kleinen' Vereine ansieht. Ich treibe mich daher auch auf den Tw-Training Kurzschulungen der Verbände herum. Denn ich will nicht nur sehen und fühlen, was oben passiert, sondern auch, was an der Basis geschied. Ich bekomme daher nicht nur den Eindruck der Profis und wie sich das anfühlt - das habe ich bei Hans Leitert ganz deutlich zu spüren bekommen und trotzdem das niederschmetternd ist, bin ich sehr dankbar dafür - nein, ich komme auch ganz runter und weiß was dort gemacht wird, und wie sich das anfühlt.
    Ich höre daher Thomas Schlieck, Norbert Lorz, Rainer Berg, Kurt Kowarz, Michael Gibhardt, Christian Lasch, Michael Fuchs, Mathias Bolz, André Wachter und v.a. sprechen - und alle sprechen irgendwie das Gleiche. Nur, was im Training passiert, es sind oft nicht mal geringe Unterscheide. Ich höre also die Stimmen der Genannten, doch der Trainer der diese Stimmen "zitiert" - sein Training spiegelt es nicht wieder.
    Bei Thomas Schlieck oder Hans Leitert, Mathias Bolz oder Christian Lasch ist es nicht das Thema - hier ist was gesagt wird auch Programm... der Unterscheid zwischen oben und unten wird hier deutlich: Die einen verbinden Theorie und Praxis, wie das Video nur zu deutlich zeigt. Die anderen erklären die Theorie - hingegen spiegelt sich das in der Praxis so gut wie gar nicht wieder. Sie haben die Theorie nicht wirklich verstanden und können es daher technisch nicht umsetzen. Der Transfer des Wissens funktioniert nicht.

    Und genau dies ist für mich wichtigste Grundlage der Torwart.de Trainertage. Zu zeigen, was denn die Theorie, die eigentlich von allen nahezu identisch in Schulungen an die Teilnehmer vermittelt wird, also von oben nach unten kommuniziert wird und wurde - doch nun zu dieser Theorie die entsprechende praktische Umsetzung zu zeigen.
    Bestes Beispiel: Da spricht der Dozent davon, daß man schräg nach vorn in den Ball agieren soll - sein Beispiel Torwart macht aber genau das Gegenteil. Wir hören das gesprochene Wort, daß der Torwart schräg nach vorn zum Ball gehen soll, sehen aber die Technik wie bisher... Wir verknüpfen die richtigen Worte mit der inkorrekten visuellen Information - und es ist niemand da, der es korrigiert.
    Ich bin jetzt nicht der Typ, der so Arsch ist, und dem Dozenten da ins Wort fallen würde, und "besserwisserisch" hier zu zeigen wie es richtig geht, nur weil ich Thomas Schlieck oder Hans Leitert zugeschaut habe, oder von Mathias Bolz 'gebrieft' bin... ich ertrage es also... Für mich ist es nur ein ziemlicher schock, wenn ich die Arbeit oben und die Arbeit an der Basis sehe. Zumal einige der Stützpunkttrainer diesbezüglich sehr beratungsresitent sind - und sogar viele Tw-Stützpunkttrainer absolut nicht vermitteln können. Was kommt also da raus? Diue vermeintlichen Talente der DFB Nachwuchsförderung, trainiert von Leuten, die nicht umsetzen können - praktisch - was der DFB theoretisch vorgibt... Das ist E.R.S.C.H.R.E.C.K.E.N.D. !!!!!

    Der Torwart.de Trainertag schlägt hier eine Brücke und es war toll, daß aus dem Bereich Darmstadt Dieburg und Offenbach die drei Torwarttrainer da waren, die mal Stützpunkt Tw-Training gegeben haben, oder noch geben, denn diese sind nun in der Arbeit bestätigt, oder haben Inspirationen bekommen. Allerdings muss man sagen - das Gro fehlt da noch und viele Tw-Trainer die da kommen, letztendlich arbeiten diese danach. Sicher ist das Inspiration, aber der Brückenschlag nach unten, er fehlt noch...
    Daher finde ich diese Tage nicht nur gut, sie sind extrem wichtig.

    Ich erlebe es im Frauenfussball tagtäglich, daß ich 16 jährige Torfrauen zu sehen bekomme, die Mut, Entschlossenheit und Willen mitbringen - aber denen wirklich NULL Technik vermittelt wurde, obwohl diese angeblich regelmäßig Tw-Training bekommen haben. Nik, erkläre mir, wie das geht?
    Ich muss solche Torfrauen nach Hause schicken und fühle mich dann irgendwo als Versager, denn - hätte man hier nicht schlicht 6 bis 8 Jahre früher aufmerksam werden können/müssen und etwas ändern müssen/sollen?
    Wo sind die versprochenen Qualifizierungsoffensiven, wenn das Zeug theoretisch immer weiter ausgewalzt wird, aber dann an vielen Punkten praktisch nichts passiert... und damit meine ich nicht mal das Niveau, welches Thomas Schlick nun repräsentieren konnte, sondern ich meine die Grundlagen. Ich meine die absolute technische Grundlage, des Fallens und der Ballsicherung überhaupt....

    Daher war der Tag hoffentlich für viele Trainer eine Offenbahrung wie bestimmte Dinge auszusehen haben. Gelacht haben wir, als Thomas die Qualität der Trainingsplatzes bemängelte... er kann gern mal mit uns tauschen... mit einem Kunstrasen, der mehr Löcher als ein Goldplatz hat und so kompakt ist, daß er wie eine Hartgummifläche ist... mit einem Rasen, der Kaninchenlöcher hat und durch Drainage und Fremdnutzung so ausgetreten und hubbelig geworden ist, daß man kaum einen geraden Pass spielen kann.... andere wären froh allein über diese Bedingungen...

    Aber ich sage: So etwas müsste mehr vom Verband gemacht werden, müsste mehr in die Stützpunkte und an deren Tw-Trainer herangetragen werden, um einfach die Nachwuchsförderung und Qualifizierung so hoch zu halten, daß eben diese Programme auch wirklich werden ,was diese sein sollen: Motor des Fussballs und Heranführung der Jugendlichen an den "großen" Fussball...
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  11. #11
    Nationale Klasse Avatar von nik1904
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    Zitat Zitat von Paulianer Beitrag anzeigen
    nik1904, einen Trainer wie dich wünsche ich mir. Mal sehen, ich werde noch 2 bis 3 Jahre spielen und dann selbst als Torwarttrainer arbeiten. Freue mich schon darauf.
    Sag das mal lieber nicht zu früh

    Im Ernst: Ich erwarte von den Keepern, mit denen ich zusammen arbeite, dass sie auch zu Hause Grundlagen schaffen, damit wir im Training mehr Zeit für den technischen und taktischen Bereich haben, anstatt dann noch überwiegend Beweglichkeit, Kondition und Kraft bolzen zu müssen. Das gehört auch dazu, keine Frage, und einiges ist automatisch in Abläufe integriert. Aber wenn unsere 1b nach der Trainingspause im Sommer wieder mit 10 Kg. mehr auf der Hüfte erscheint, dann werde ich ungemütlich. Bei zwei Einheiten pro Woche, in denen wir aufgrund des Mannschaftstrainings auch nicht immer ausreichend Zeit haben oder man sich wegen Job, Familie oder was auch immer natürlich mal verspäten kann, rinnt einem die Zeit für den Technikbereich regelrecht durch die Finger. Wenn die Jungs dann nicht bereit sind, sich körperlich und intellektuell mit der Materie zu beschäftigen, fängt man immer wieder bei Null an. Dem versuche ich entgegenzuwirken und über längere Zeiträume erkenne ich auch, ob jemand zu Hause noch Stretching macht oder Krafttraining gerade für Rücken, Bauch, Gesäß, Hüfte und Oberschenkel. Ich werde sicherlich kein Trainer werden, der mit Torhütern zusammenarbeiten kann, die erwarten, dass ich sie in zwei oder drei Einheiten pro Woche mit (wenn überhaupt) einer 1/2 bis einer 3/4 Stunde speziellem TW-Training zum Maximum ihres Leistungspotenzials führe. Da verlange ich ein hohes Maß an Eigenmotivation. Da muss auch der richtige Kopf auf den Schultern sitzen, um nicht aus Faulheit, sondern aus Lust an der Erkenntnis die Übungen und Ziele für sich zu hinterfragen, zu analysieren und zu diskutieren.

    Ich habe immer ein bisschen Schiss gehabt vor meiner letzten Saison. Jetzt kommt sie ab August erheblich später als gedacht, was ein Luxus ist. Und durch die Alternative TW-Trainer hat sich eine ganz neue Perspektive ergeben. Ich hatte so was schon immer vor, aber erst durch diese intensive Beschäftigung mit der Materie, seitdem ich hier bei torwart.de aktiv bin, habe ich echte Begeisterung für die Aufgabe TW-Trainer entwickelt. Das hat mich selber als Torwart noch mal besser gemacht und ich habe Lust daran bekommen, Torhüter weiterzubringen. Ich hatte früher nie den Wunsch, Lehrer zu werden. Seitdem ich diese didaktische Ader bei mir entdeckt habe, sieht das ganz anders aus. Ich bin jetzt überzeugt, ich hätte Sport und Geschichte studieren sollen, um Lehrer zu werden, und dort meine beiden Leidenschaften einzubringen - oder eben alternativ im professionellen Fußballbereich als Jugendtrainer zu arbeiten. Insbesondere die Art und Weise, wie Thomas Schlieck vorgegangen ist und wie der das lebt, haben mir das noch einmal vor Augen geführt.

    "Bissken wat spät gezz", wie der Ruhrpötter sagen würde
    Geändert von nik1904 (16.05.2012 um 11:50 Uhr)

  12. #12
    torwart.de-Team
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    Da kennst du mich aber nicht richtig. Ich bin glaube ich was den Einsatz und auch das "neben dem Platz arbeiten" angeht, besser dabei als so mancher Profitorhüter. Bloß das Talent fehlt halt. Ich finde es klasse, wenn ein Trainer auf solche Aspekte achtet. Dann sollte es nicht vorkommen, dass ein Torhüter mit 30 Kilogramm Übergewicht, der sich kaum noch bewegen kann, im Tor steht. Alles schon erlebt.

    Wie sieht es für dich eigentlich bezüglich des torwart.de-Camps aus? Ich denke, dass du dich dort echt wohlfühlen würdest. Gerade auch aufgrund des Austausches, der zwischen den Einheiten und am Abend möglich ist.
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  13. #13
    Nationale Klasse Avatar von nik1904
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    Zitat Zitat von Paulianer Beitrag anzeigen
    Da kennst du mich aber nicht richtig. Ich bin glaube ich was den Einsatz und auch das "neben dem Platz arbeiten" angeht, besser dabei als so mancher Profitorhüter. Bloß das Talent fehlt halt. Ich finde es klasse, wenn ein Trainer auf solche Aspekte achtet. Dann sollte es nicht vorkommen, dass ein Torhüter mit 30 Kilogramm Übergewicht, der sich kaum noch bewegen kann, im Tor steht. Alles schon erlebt.

    Wie sieht es für dich eigentlich bezüglich des torwart.de-Camps aus? Ich denke, dass du dich dort echt wohlfühlen würdest. Gerade auch aufgrund des Austausches, der zwischen den Einheiten und am Abend möglich ist.
    Ich hoffte, ich würde mit dem Smily im Text verhindern, dass Du das so auffasst. Ich weiß ja bei Dir bereits, dass Du neben dem Training noch aktiv bist. Nur zur Klärung.

    Das Camp sehe ich als tolle Sache an! Mal sehen, wann ich das endlich mal hinbekomme. Ich hoffe auf 2013, denn in diesem Jahr wird es wegen einer Hochzeit, auf der wir eingeladen sind und wo wir auch übernachten werden, nicht klappen. Schade, ich wäre zur Not auch nur für einen Tag nach Ruit gekommen. Aber dann hätte ich von Köln aus frühmorgens los gemusst und das bekomme ich nicht hin - zumal es eine Hochzeit einer Freundin meiner Frau ist. Da habe ich keine Planungshoheit

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