Hab mir das ganze nochmal angeschaut. imho hat es der Trainer geschafft die komplette Defensivabteilung vollkommen zu verunsichern. Keine Ahnung warum er das nicht sehen will und es nicht ändert, aber bei der Aufstellung war schon klar, dass es da wieder klingeln würde im Tor. Taktisch spielt der BVB vollkommenen Harakiri. So spielt man in der 85 Minute, wenn man nichts mehr zu verlieren hat und einen zwei Tore Rückstand aufholen muß, aber nicht von Anfang an.

Die Gegentore zu analysieren macht da fast keinen Sinn. Warum da Bürki plötzlich wie von der Tarantel gestochen lossprintet, obwohl kein Druck auf den Ball durch den Gegner herrscht und Bartra den kontrolliert und warum Bartra nicht bemerkt, dass Bürki kommt, darüber können wir uns die Köpfe zerbrechen, ändert aber nichts an der grundsätzlichen Problematik in Dortmund.

16 Bundesligamannschaften sind vollkommen fixiert aufs Umschaltspiel und haben das fast perfektioniert. Taktisch sind sie damit aber vollkommen eindimensional unterwegs und überfordert, wenn sie den Ball mal länger als 7 Sekunden in den eigenen Reihen haben ohne einen Abschluss. Daran ist auch schon Klopp gescheitert. Dessen Gegenpressing war ja die Antwort darauf, nur das die Gegner irgendwann hingegangen sind und einfach lange Bälle hinten raus geschlagen haben und so das Gegenpressing nicht funktioniert. Die Bayern unter Guardiola umgingen das Problem in dem sie eben den extremen Ballbesitz aufzogen und bei Ballverlust sofort foul spielen. Tuchel hat im letzten Jahr beim BVB versucht ein ähnliches System aufzubauen.

Boszs System ist nur nach vorne orientiert. Gestern spielte er mit drei Stürmern und dahinter zwei offensiven 10ern. Die AV sollen und schieben ebenfalls sehr hoch/Offensiv. Weigl soll das Spiel aufbauen, ist also auch oft genug sehr hoch unterwegs bzw. steht ebenfalls noch vor der Abwehrreihe. Bei Ballverlust kommt es dann zu den absurden Situationen, die man in jedem Spiel des BVBs sehen kann. Ein langer Ball und schon brennt die Luft. Die Abwehrspieler und Weigl müssen jedesmal ihr letztes Hemd geben um die offenen Räume zuzulaufen. Spieler wie Kagawa oder Götze sind da einfach viel zu langsam, geschweige denn das sie die eh schon nicht wirklich defensiv orientiert sind. Oft muss der Abwehrspieler aufs eigene Tor zulaufend, während man in Unterzahl oder Gleichzahl ist, versuchen den Ball zu klären oder den Zweikampf suchen.

I will und kann Bürki und der Dortmunder Defensive diese Tore nicht mehr vorwerfen. Klar sind das im Einzelfall individuelle Fehler, wie hier das erste Tor, aber wenn die immer und immer wieder passieren, muss man mal Fragen wieso! Ja Bürki hat seine Schwächen, aber so langsam wird es halt auch lächerlich.