Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
So z.B. die "Bodenscanner", die bei der Ballannahme auf den Boden schauen und dort den Ball, ihre Füße und einen Quadratmeter Rasen sehen. Um einen Anspielpartner zu finden, müssen sie zunächst einmal die Augen in Spielfeldrichtung wechseln. Wenn sie dann eine gute Idee haben, dann kann es passieren, dass der Ball nun nicht mehr am selben Fleck liegt, weil die Ballannahme schampig war.
Oh weia, welche Aussage.
Mir fallen dutzende Spieler ein, die auch auf internationaler Eben das machen. Mir fält aber keiner ein, der einen Ball völlig "blind" annehmen könnte.
Anstelle solcher publizistischen Aussagen, würde ich mir differenzierte Aussagen wünschen.
Denn es unterscheidet gute Spieler, daß diese eben den Blick nicht lange auf den Ball richtigen und die Füsse sortieren müssen - aber schaut man auch nur ein Liga Spiel an, stellt man fest, daß nur statische Spieler Bälle oft recht "blind" annehmen, aber immer vorher den Ball taxieren müssen, einfach um sich selbst und die Balllaufbahn zu antizipieren und den Fuss zur Annahme auch zu positionieren. Geht es jetzt in Bewegung, dann wird nahezu jeder Fussballer zum "Bodenscanner", denn Balllaufbahn und eigene Bewegung, als auch der Fuss müssen vollständig in Harmonie gebracht werden. Je rascher daher der Blickwechsel, Spielfeld - Boden/Ball - Spielfeld funktioniert, desto wichtiger ist das.
Völlig blind geht nicht und beobachten wir Spitzenspieler, wie z.B. Xabi Alonso, so können wir feststellen, das er, wie auch Thomas Müller, viele Blickwechsel macht. Er starrt daher nicht den Ball an, sondern der Blick wechselt in relativ deutlichen Intervallen zwischen Spielfeld und "Boden", aber auch können wir sehen, wie hochklassige Spieler, wie Rafinia im Vollsprint den Kopf kaum vom Ball trennen, aber in kurzen Intervallen den Blick heben, um ein "Blitzlicht" der Spielfeld und der Mitspieler zu machen. Völlig blind daher den Ball in so einem Tempo treiben, geht nicht...
Und mit ein wenig Video Analyse kann man das sogar bei fast JEDEM Spieler belegen, daß diese den Ball anschauen vor der Ballannahme - ja anschauen müssen. Ja auch bei vielen Flanken oder Freistößen kicken die Spieler weniger "Blind", sondern haben oft sogar für eine sehr lange Zeit die Augen nur auf dem Ball...

Aber, man kann ja den Fussballern einen Strick daraus drehen, vor allem den Torleuten... und Bürki?

Wie gesagt, fussballerisch ist das schon definitiv für einen Torwart mehr als ausreichend - und ich wiederhole mich, was ich kritisiere, ist oft sein Verhalten in der Zielverteidigung oder im 1 gg 1...
Und erneut behaupte ich: Auch wenn der BVB jemand hätte, der schlechter Fussball spielt, aber mehr Torverhindert hätte, wären einige Aktionen hier nicht diskutiert worden.

Wir diskutieren immer um Gegentore und das Verhalten, aber bisher fehlt JEDER Beleg und JEDER Beweis, daß der Fussball im Strafraum ein Ergebnis signifikant beeinflusst hätte. Selbst der "Sweeper Keeper" gegen Algerien, Mr. Mittelfuss-Neuer, hat weniger Fussballerisch in diesem Spiel "geglänzt" - als wirklich den "Sweeper" gespielt. Dafür wurde er gefeiert, und nicht, weil er da hinten Ballhalten und Dribblings wie der beste Innenverteidiger gespielt hat. Er hat die Bälle kompromislos geklärt, ins Aus gespielt... Aber das kann man eine fussballersiche Meisterleistung nennen, nur dann habe ich eine andere Auffassung davon, was Fussball spielen ist.

Bürki mag von dieser Spielweise Lichtjahre entfernt sein, denn dafür musst Du sehr hoch mit hohem Pressing spielen, aber auch einen Torwart haben, der dieses Risiko geht und auch in diesen Situationen dann sehr sehr kompromislos agiert, er muss weniger "sicher" sein, sondern eher diese Risikobereitschaft haben.
Das wird auch bei der WM zu sehen sein, sollte Neuer nicht spielen und Ter Stegen die Mannschaft im Tor begleiten - Ter Stegen ist nicht so risikobereit, steht daher eher defensiv und wird keinesfalls solche Spiele liefern, wie Neuer gegen Algerien. Das wird nicht schlechter, es wird nur anders.
Das macht Ter Stegen bestimmt nicht zum schlechterern Fussballer, zeigt nur die unterschiedliche Spielweise...

Daher - Bodenscanner und dieses ewigliche Rumhacken auf den Torleuten, daß diese angeblich nicht fussball spielen können... es ist nicht mehr 1992, es ist über 25 Jahre her, mehr als eine vollständige Generation von Torleuten, die alle mit der Anforderung aufgewachsen sind, daß diese Fussball spielen können müssen.
Es daher einem Torwart, der nicht mal 30 Jahre alt ist, einfach etwas anlasten zu wollen, was wir den Alten Torleuten, wie Kahn oder Buffon immer vorgehalten haben, schlicht Blödsinnig und bar jeder (!!) Wahrnehmung - denn alle diese Torleute, knapp 30 Jahre oder leicht darüber, haben einfach keinerlei Fussball kennengelernt, wo der Torwart NICHT hätte Fussballs spielen müssen, ja viele dieser Torleute kennen nicht mehr mehr das Spiel mit einem Libero oder wissen, was der Vorstopper ist.

Der herausragende Fussballer im Tor, es fehlt jeder Beweis, daß dieser überhaupt solch signifikante Vorteile bringt, wie das die Studienersteller des WFV dereinst auf allen Tw Trainer Kursen mit deren Studei überhaupt erklären wollten... Aber der Beleg, daß ein Lapsus in der Zielverteidigung Punkte kostet, der ist so schnell erbracht, da muss man nicht mal aus der Oberliga der Landesverbände rausgehen, um sich dieser Sache versichert zu sein...

Somit ist es Blödsinn, auf den Fussballerischen Fertigkeiten von Bürki rumzuhacken, auch wenn man sagen kann - einige Gegentore wären sicherlich vermeidbar gewesen, hätte er nicht toll Fussball gespielt, sondern eher nach guter alte Weide Manier das Ding grußlos und mit einem PostIt "kannste behalten!" nach vorn gekloppt...
Den Fussball spielt man mit einer Mannschaft, mit einem Team... Tore, die verhindert in eingien Situationen der Torwart nahezu allein... und das ist etwas, was ich Bürki oft vorwerfe, daß er allein dazu nicht immer in der Lage ist, obwohl er das sein sollte...