Klärung der Begriffsverwendung: "Bogensprung"

Pysikalisch hast du natürlich recht, dass aufgrund der natürlichen Erdanziehungskraft jeder Sprung ein Bogensprung ist. Je höher der Absprungwinkel und die Distanz, desto größer der Bogen.

Das habe ich aber nicht gemeint, als ich den Bewegungsablauf als "Bogensprung" bezeichnet habe.

Wenn ein Keeper mit fast ausgestrecktem Körper und beiden Füßen parallel zum Ball stehend nahezu senkrecht springt, dann kann er dabei weder Flugwinkel noch Distanz präzise beim Absprung initieren, sondern muß versuchen, ihn bei der Drehung in Ballrichtung zu erreichen. Hierbei kann es manchmal sogar vorkommen, dass der Keeper kopfüber zum Ball greift und auf der anderen Körperseite landet.

Weil hierbei ein besondes hoher Bogen gesprungen wird, wird er mancherorts auch als "Bogensprung" bezeichnet. (Wieder mal ein schönes Beispiel dafür, warum eine TW-Trainerlizenz zwecks Vereinheitlichung von Definitionen in der TW-Sprache sinnvoll ist.)

Den "Bogensprung" findet man heute immer dann, wenn mangels Zeit (Sichtbehinderung, Schußdistanz) keine andere Technik (z.B. Abdrücken mit gewünschtem Winkel; Impulsdruck auf gewünschte Distanz über Fußspitze initieren) möglich erscheint.

Ich hoffe, dass es jetzt klarer geworden ist?

Über die Stellungsfehler bei den beiden Toren sind wir uns wohl einig? Aber so schlecht sehe ich die Schweizer Ausbildung nicht. Auf CL-Niveau bleibt ohnehin vom "Standard-Zonentraining" nur von Experten zu sehen, weil hier die Keeper aus einem dynamischen Bewegungsablauf ihre richtige Zone im Moment des Ballkontakts finden müssen. Wenn du dir z.B. dazu ein paar Szenen von Manuel Neuer anschaust, der ebenfalls gern mit lang nach unten ausgestreckten Armen auf den gegnerischen Schuß wartet, dann sollten die Unterschiede hier nicht allzu groß sein?

Ich will damit die Stellungsfehler keineswegs entschuldigen, aber perfekte Torleute gibt es nicht. (oder wie Otto Rehhagel einst sagte: "die beste Taktik ist, wenn du gewinnst"!) O.K. mit solchen Phrasen sollten wir uns als TW-Trainer nicht allzulange aufhalten. Auch können wir uns in Richtung Verbesserung des TW-Verhaltens nichts dafür kaufen, wenn der Gegner eben bessere Angreifer auf der rechten Seite hat? Allenfalls, dass der Keeper rasch erkennt, dass von dieser Seite die besondere Gefahr ausgeht, auf die man sich zu konzentrieren hat.

Wenn ich aber daran denke, was ich früher für einen Mist erzählt habe und mich auch heute noch häufig genug irre, dann sollte man der Fairness halber auch den Torleute Irrtümer und Fehlverhalten zugestehen. Aber nach den 3 Toren hab ich wirklich gedacht, jetzt hat BVB ein Torwartproblem. Als icn ne Nacht drüber geschlafen habe, kam ich zum Entschluß, dass Bürki nach wie vor "Bundesliga-Niveau" hat, aber an internationale Spitzenklasse (noch) nicht heran kommt.