Dann beantwortet sich die deine Frage ebenso einfach, wie die Möglichkeit einer geteilten 6 Mann Mauer:

Diese Dinge sind bekannt. Warum es keiner macht, ist dann klar - es hat sich in den Versuchen im Training schlicht nicht bewährt.
Nimm einfach mal wirklich in der Bundesliga einen simplen Eckball... und dann stelle Dir mal vor, daß am kurzen Psten sich plötzlich drei Stürmer aufstellen.. weißt Du wie unangenehm es zu verteidigen ist? Sicher, es fallen bei guten Verteidigern auch nicht mehr Tore, ABER als Torwart kommst Du in den Pulk kaum rein und wenn immer der Ball dorthin geschlagen ist, es ist so unangenehm und brandgefährlich... Es wird nur nicht gern gemacht, weil es eben Flipper-Spielen ist, zudem viele Trainer diese unangenehmen Methoden zu Gusten der 'schöneren' Methoden ablehnen.
Nimm einfach auch mal die Geteilte Mauer bei einem Freistoss direkt vor dem Tor. Eine Idee, die in den 80ern schon von Frans Hoeck propagiert wurde... umgesetzt hat es niemand, denn der Torwart hatte dabei immer ein ungutes Gefühl - und das ist bei einem Freistoß aus dieser Position das letzte was man braucht... im Training holt dir aber ein guter Schnapper bei dieser Aufstellung fast 95% der Freistöße sicher. Nur: Im Spiel ist soviel Druck und damit Psyche bei, da will keiner "zocken" - auch wenn die Chancen besser sind. Also 6 Mann und eine Ecke zugestellt...
Auf die Linie stellt man sich dann auch keinen, denn die Rudelbildung die vor deinem Tor statt findet, behindert schlicht alle Vorwärtsbewegungen des Torwarts, so daß neben einem direkten Abschluss auf das Tor, der dank der "Millionen" (gefühlter) Beine ebenso flipper mäßig auf dein Tor kommt, wo Du gar nicht weiß, wie und was du als Torwart machen sollst, ist auch eine hohe Hereingabe möglich, die dann wieder im Haufen Menschen runterkommt - und es daher wirklich schwierig ist, da hinzu kommen und den Ball zu holen.
Also stellen die meisten auch hier eine Mauer, denn das Risiko, da einen eingeschenkt zu bekommen, ist geringer, als mit dem Mann auf der Linie. Denn im Beispiel von Benaglio muss man einfach sagen - er hat da für mich ein wenig spekuliert und wurde dann schlicht für eine so gestellte Mauer von einem ebenso guten Mann ausgeschossen. Das kommt vor, daß ist Fussball.
Das Risiko muss man aber gehen - und im Nachhinein weiß man es immer besser.

Worüber ich mich im Falle des Tores Benaglio so gewundert habe, ist einfach daß er bei 27 Metern die Mauer so stellte, und sich damit nahezu in einer klitzekleinen Ecke versteckte, obwohl die Tordistanz selbst bei einem direkten Schuss für einen Mann seiner Klasse kein Problem darstellen sollte.

Aber ansonsten MrF4armer... es ist eine Sache auch, wie man eben taktisch im Verbund diese Sache verteidigt... denn als Tw kann man solche Situationen nicht allein verteidigen, sondern muss auch mal das Gespräch mit dem Mannschaftstrainer suchen, diese Dinge besprechen. Das sollte kein Torwart (gezwungen sein) allein entscheiden müssen.