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Thema: Produkttest: Derbystar "Mein Verein"

  1. #1
    Welttorhüter
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    Avatar von Manuel
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    Standard Produkttest: Derbystar "Mein Verein"

    Hallo zusammen,

    nachdem das Modell nun schon ein Welchen verfügbar ist, möchte ich euch meinen Produkttest nicht vorenthalten.
    Dieser entstand bereits letzte Saison, ca. zur selben Jahres- und Saisonzeit, wenn ich mich richtig entsinne.
    Auf den Bildern im Shop kann ich auf den ersten Blick keinen Unterschied zu dem von mir getragenen Modell erkennen, daher sollte der Test auch zu den jetzt erhältlichen Modellen passen.

    **********

    Bei einem Besuch bei Torwart.de hatte ich die Gelegenheit eine Neuheit zu sehen, die Torwart.de in absehbarer Zukunft anbieten wird.
    Ein personalisierbarer Torwarthandschuh.

    Gibt es doch schon lange?

    Richtig, allerdings bestand bei Torwart.de bisher nur die Möglichkeit ein Textil – oder Latexfeld an der Klette der Handschuhe zu bedrucken.
    Mit diesem neuen Modell, welches in Zusammenarbeit mit Derbystar entstand, hat man nun die Möglichkeit Logos auf der Oberhand anzubringen.
    So kann beispielsweise das Vereinswappen auf den Handschuhen angebracht werden.

    Da ich von der Idee begeistert war habe ich bei mir im Verein angeleiert, dass unser gesamter Verein mit diesen neuen Handschuhen ausgestattet wird [zumindest wer möchte, und wer eine passende Größe findet - was dann auch bei fast allen Jugendmannschaften, über die "Alte Herren" bis zu mir und meinem Kollegen in der Aktiven (=Senioren) geklappt hat], nutzte ich die Gelegenheit und schreibe mal wieder einen Produkttest.

    So kann ich selbst sehen, wie die Eigenschaften des Handschuhs sind und wie er sich im Vergleich zur Konkurrenz schlägt.
    Denn was bringt der schönste Handschuh, wenn es sich nicht gut damit spielen lässt?

    Das Modell, welches unter dem treffenden Namen Mein Verein erhältlich sein wird, verfügt über den beliebten Innennahtschnitt.
    Hierbei werden die Oberhand und der Belag mit sogenannten Schichteln (aus Latex) verbunden, für eine eng anliegende Passform liegen die Nähte zwischen Schichtel und Belag auf der Innenseite des Handschuhs.

    Eine logische Wahl, betrachtet man das Umfrageergebnis aus einem etwas älteren Thread (http://forum.torwart.de/de/showthrea...t-ihr-zur-Zeit). Mehr als 50% aller Umfrageteilnehmer favorisierten den Innennahtschnitt.
    Schichtel kommen auch an den Außenseiten des kleinen Fingers und des Zeigefingers zum Einsatz.
    Da der Seitenkeil am kleinen Finger erst auf Höhe des Fingergelenks anfängt, kann man den Finger sehr gut zur Seite bewegen und der Handschuhkörper liegt trotzdem eng an der Hand an.
    Dieser besteht aus einem angenehm zu tragenden weichen Meshmaterial, was nicht nur zu einem angenehmen Tragegefühl führt, sondern auch die Luftzirkulation verbessert.

    Die Oberhand besteht fast vollständig aus Latex, an Schlüsselstellen erlauben Aussparungen einen Blick auf das Meshmaterial. Diese Aussparungen erhöhen die Flexibilität des Handschuhs. Unterhalb der Finger und quer über den Daumen verlaufend verhindern diese „Unterbrechungen“, dass sich die Oberhand wölbt oder die Bewegung der Finger und des Daumen eingeschränkt werden.
    Gerillter Latex auf den Fingern ermöglicht eine gute Ballkontrolle beim Fausten und trägt dazu bei, dass Bälle nicht ungehindert über die Fäuste rutschen können.

    Statt wie üblich das Marken-Symbol auf der Oberhand zu haben, wird diese Fläche bewusst frei gelassen, um den Aufdruck der Vereinslogos zu ermöglichen.

    Kommen wir zu einem meiner Lieblingselemente dieses Modells.
    Eine der am stärksten unter Belastung stehenden Stelle eines Handschuhs ist der Bereich zwischen Zeigefinger und Daumen. Immer wenn der Torhüter die Finger und den Daumen spreizt steht das Material an dieser Stelle unter Spannung, besonders bei einem eng anliegenden Handschuh.
    Das Fangen des Balles übt weiter Druck aus. Mir sind (frei aus dem Kopf heraus) mindestens schon drei Handschuhe an dieser Stelle eingerissen.

    Derbystar löst dieses Problem auf zwei Arten, welche man auch von anderen Herstellern kennt.
    Zum einen verfügt das Modell über einen „Einschnitt“ in die Haftschaumfläche, um mehr Spielraum für Bewegungen zu schaffen (kennt man so beispielsweise schon lange von Reusch) und zum anderen kommt ein spezielles Material zum Einsatz, welches sich nur an dieser Stelle finden lässt.
    Ein sehr feines, flexibles Textilmaterial, welches die Spannung auf umliegende Materialien mindert und die Nähte an dieser wichtigen Stelle schont (ähnlich wie bei der Konstruktion der Predator Pro Handschuhe von Adidas, nur etwas ausgefeilter, wie ich finde).

    Eigentlich nur ein kleiner Baustein, aber ein wichtiger, der mir zeigt, dass man hier Wert aufs Detail legt.

    Weg von der Oberhand und ran an das Herzstück eines jeden Handschuhs. Der Belag. An ihn haben eigentlich fast alle Torhüter hohe Ansprüche.
    Gut am Ball kleben muss er.
    Schön weich, damit die Bälle gut haften.
    Aber er sollte auch einiges aushalten können, nicht zu schnell abnutzen.

    Wie schlägt sich der Adhesion Plus Haftschaum von Derbystar, unter diesem Blickpunkt?

    Zugegebenermaßen war ich zunächst ein wenig skeptisch. Derbystarhandschuhe habe ich noch nie getragen und auch noch nicht viel darüber gelesen.
    Wie bei jedem neuen Handschuh habe ich das Modell zunächst mal mit dem Rest meiner Sportwäsche bei 40 Grad in der Maschine gewaschen.
    Während der Testphase wurde der Handschuh nicht geschont.
    Es war schon sehr kalt und feucht und unser Sportplatz geht zu dieser Jahreszeit eher in Richtung „Acker“.


    Das Testgelände

    Aber nicht nur Nässe und Schlamm prüften den Haftschaum, selbst Frost und leichtem Schneefall musste er sich stellen.
    Dachte ich nach dem ersten Tragen noch „Naja, ein bisschen rutschig war es schon“, erinnerte ich mich daran was ich schon mehrmals gelesen hatte.
    Manche Haftschäume benötigen mehr als eine Wäsche um ihren vollen Grip zu entfalten.
    Dementsprechend gespannt war ich, nachdem ich den Handschuh ein weiteres Mal ausgewaschen hatte (diesmal von Hand, mit einem dieser Handschuhreiniger von Reusch).
    Es scheint gewirkt zu haben, beim zweiten Test war der Grip spürbar besser.

    Als langjähriger Uhlsportträger war es aber ein anderes Gefühl, als ich es gewohnt bin.
    Der Haftschaum (es ist schwer zu beschreiben) klebt nicht, sondern er haftet. Mich hat es an den Puma Graphite Belag erinnert.
    Aber das sollte nicht falsch verstanden werden, der Ball kann sicher gefangen werden, wie es mir auch mit dem AbsolutGrip möglich ist, es fühlt sich nur unterschiedlich an.

    Ziehe ich die Wetterbedingungen in Betracht muss ich sagen, dass ich wirklich zufrieden mit dem Haftschaum war. Auch mit einer leichten Schlammschicht auf Handschuhe und Ball war es möglich Schüsse sicher zu fangen und Flanken etc. „herunterzupflücken“.
    Noch besser wird er sich sicherlich bei trockenen Platzverhältnissen schlagen, ich würde ihn nicht als Regenwetter-Handschuh beschreiben, wie es beispielsweise die Handschuhe mit AquaSoft-Belag sind.
    Auch vom Abrieb war ich positiv überrascht. Da der Haftschaum sehr weich ist hatte ich auch sehr viel Abrieb erwartet.
    Bedenkt man, dass ich bei uns auf dem Trainingsplatz eher auf einer Schicht Erde lande und nicht auf weichem Gras, schlägt er sich sehr gut.

    Wie für den Innennahtschnitt typisch tritt der Abrieb vor allem an den Fingerspitzen auf - hat den Grip bisher aber nicht beeinträchtigt.
    Mich hat Derbystar in dieser Hinsicht sehr überrascht, denn wie weiter oben erwähnt habe ich keinen sehr guten Belag erwartet.
    Er wird sicherlich nicht meinen Alltime-Favourit AbsolutGrip ablösen, aber ich sehe ihn vor Uhlsports SuperSoft Belag und nur knapp unterhalb der anderen gängigen Topbeläge (wie Puma Ultimate, Nike Kontaktschaum usw.).

    Abgerundet wird das Modell durch eine klassische Vollbandage, welche einen bequemen Einstieg ermöglicht. Mit einem Latexriegel lässt sich der Handschuh gut fixieren und bietet dank Textilfenster auch dort Platz für eine Personalisierung.
    Als Einstiegshilfe dient eine kleine Schlaufe an der Bandage und ein „Griff“ aus Gummi am Ende des Latexriegels, damit man mit dem Daumen nicht in das Klettfeld fassen muss.

    Meinem Stand nach wird das Modell in mindestens drei Farben erscheinen. Schwarz, gelb und rot (wie das vorliegende Modell).

    Abschließend möchte ich sagen, dass ich die Idee mit der Personalisierung durch Vereinslogos für eine klasse Idee halte. Ich habe es bei unseren Jugendtorhütern gesehen, die Begeisterung war durchweg groß und für viele wird es das erste „gute“ Handschuhmodell sein.
    Quasi ein Quantensprung im Vergleich zu den üblicherweise verwendeten Handschuhen.


  2. #2
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    Klasse Testbericht, gefällt mir sehr gut!
    Mich würde allerdings noch interessieren wie gut die Handschuhe verarbeitet sind.
    Geändert von Kevko (17.11.2014 um 06:13 Uhr)
    "Warum fallen wir? - Damit wir lernen uns wieder aufzurappeln"

  3. #3
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    An den "Knackpunkten", welche für mich die Bereiche zwischen Daumen und Zeigefinger sowie an den Bereichen in den Fingerzwischenräumen (also wo die Handfläche auf die Finger trifft) sind, konnte ich kaum Abnutzung/Einreissen feststellen.
    Das ist aber auch auf die Passform zurückzuführen - wenn der Handschuh gut sitzt, also nicht zu eng und nicht zu weit, verträgt er alles ein bisschen besser.
    Dieses Modell passt recht gut zu meiner Hand.

    Ansonsten hatte ich das ein oder andere lose Ende eines Fadens auf der Oberhand - aber solange das nur ein Ende ist, mach ich mir da keinen Kopf - kurz mit dem Feuerzeug angezündet und "verklebt", passiert da eigentlich nichts. Mache ich bei jedem Hersteller so.


  4. #4
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    Super, danke für die Antwort
    "Warum fallen wir? - Damit wir lernen uns wieder aufzurappeln"

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