Ice, diese Frage ist nun fast wissenschaftlich.
Kann ich Dir nicht beantworten, für mich ist aber nun einmal Fakt, daß man das Newtonsche Gesetz nicht ausser Kraft setzen kann, dieses behandelt ja die Massenträgheit. Somit gilt, daß Kraft nötig ist um einen Körper in Bewegung zu setzen, Kraft nötig ist, die Richtung eines Körpers zu beeinflussen, welcher in Bewegung ist (je mehr, desto steiler der Winkel gegen die Bewegung ist) und natürlich auch das die Bewegung anhält, solange das Kraftmoment nicht vollständig abgebaut ist.
Wichtig ist dabei auch Einsteins Energieerhaltungssatz, denn Energie verschwindet nicht, sie kann nur in eine andere Form umgewandelt werden - Bewegung ist eine Erscheinungsform von Energie.
Sprich, wenn ich vom Boden abspringe, wirkt eine bestimmte Kraft, sie muss dabei der Schwerkraft entgegen wirken und daher größer sein als diese selbst. Falle ich, so wirkt nur die Schwerkraft, möchte ich den Fall bremsen, muss ich eine Kraft entgegen der Schwerkraft aufwenden.
Der Aufschlag auf den Boden bestimmt sich daher aus Fallhöhe und Gewicht und gibt eine Energie an, in Watt gemessen. z.B. Fallhöhe 1,5 Meter und 80 Kilo Gewicht würde einer Leistung von knapp 1,1 kW entsprechen. Das ist nicht viel, aber immerhin, es ist eine deutliche Ansage.
Diese Energie muss nun irgendwohin, denn hier kommt ja Newtons Gesetz zu tragen, keine Leistung ohne Kraft!
Sprich der Tw muss diese Energie abbauen...
Schauen wir uns das Video von Dida nochmals an, fällt uns schnell auf, daß je dynamischer er im Zuge des Videos wird, desto mehr gleitet er aus.
Ich habe bei 0:05 Frame 24 den Bodenkontakt gestoppt... Er gleitet gut 1,5 Meter aus und braucht 37 Frames bis er in die Gegenrichting startet. Dida ist nun ein Profi Torwart und seine "spanische Wende" dürfte man als perfekt ansehen. Er braucht zum Wenden 1,48 Sekunden und liegt nach der Parade rund 3 Meter ausserhalb des Tores.
Ich denke, die Diskussion bist Du schneller oder nicht, ist müssig, wie oben geschrieben, es bestätigt nur meine Theorie: Weder A, B, noch C sind in einer Form unterschiedlich oder vorteilhaft.
Interessant ist, daß Dida, der ja nun 'normal' fällt, den Bodenkontakt optimal herstellt, aber sich deutlichst (!!!) auf den Ball abstützt (Standbild 0:08 Frame 9), dort wo der Ball aufsitzt, bleibt er nicht, sondern gleitet dann rund 1,5 bis 2 Meter aus. Desweiteren dreht er den Oberkörper nach vorn ein und stellt den Bodenkontakt mit Unterschenkel - volle Fläche - und Armen gleichzeitig her, wobei er sich mit der Hand auf dem Ball sehr intensiv abstemmt und den Fall amindert, während die Hüfte über Strecken des Oberschenkels in Fallrichtung schräg zu Boden geführt und damit der Aufprall auch etwas gemildert wird.
Trotzdem ist die Erschütterung erheblich, was mit einer deutlichen Kompression des Schultergürtels zu erkennen ist, er entlastet daher auch schnell und dreht sich bereits 3 Frames nach vollständigem Bodenkontakt in eine leichte Rücklage, um den Schultergürtel zu entlasten.
Wir können also sehen: Der Aufschlag ist nicht ohne und wird nur unzureichend abgemildert - ebenso ist das Risiko hoch, sich zu verletzen. Trotz optimaler Bedingungen kann die Leithand wenig bis gar nichts zur Milderung des Sturzes/Falls beitragen. Dies birgt die Gefahr, wenn der Torhüter sich im Fall nicht in eine Leichte Bauchlage (Standbild 0:15 Frame 22) eine extreme Stoßbelastung in die Schulter einwirken kann und das wenn der Unterschenkel nicht perfekt zur Auflage kommt, das Knie den ersten Bodenkontakt herstellt, mit fatalen Wirkungen auf die Kniescheibe oder seitlichen Gelenkvorsätze.
Zudem muss der Torwart bei Bodenkontakt auch in Bewegungsrichtung nachgeben, so Schulter und Hüfte schräg zu Boden führen und dann, nach Newtons Gesetz der Massenträgheit, auch warten, bis die Bewegung soweit abgeklungen ist, daß er sich entgegen der Kraft bewegen kann - im Dida Video ist dies nach einer Gleitdistanz von rund 1,5 Meter gegeben.
Erst dann kann er sich gegen die Restbewegung in die Rückenlage werfen und mit dem Fuss das Gleiten so umlenken, daß er über das Gesäss den Oberkörper entgegen der Richtung drehen kann, und aus dem Sitzen heraus geht das Aufstehen dann über Drehung Richtung Bauchlage und aufstemmen beider Hände dann in Gegenrichtung los.
Vergleichen wir das mit dem Überollen, stellen wir fest, daß hier keinerlei 'Ausgleiten' passiert, denn die Bewegungsenergie wird vom Schultergürtel beim Fallen über Beide Arme abgefangen, und das Rollen geschied sofort, sprich es erfolgt nur eine sehr geringe Aufschlagsenergie auf einen Punkt, denn die Energie wird über eine Rollbewegung ebenso in Reibung umgewandelt, wie beim Gleiten. Nur beim Gleiten wird diese über die Gleitreibung der Fläche gegen den Untergrund abgebaut (in Wärme umgewandelt), beim Abrollen durch die Rollbewegung und damit sogenannte "WAlkarbeit" ebenso in Reibung und damit Wärme umgewandelt.
Jetzt haben wir nur einen Unkorrekten Vergleich, denn die Blaue Mauer ist alles, nur kein Profi und kann sich daher nicht mal im Ansatz mit Dida messen, es bleibt uns aber nix.
Nehmen wir daher das "virtuelle Torwarttraining - Jörg Daniel Spezial zum Thema Ballserien", weil wir auch hier eine Ballserie wie bei Dida haben und der Torwart eben nicht seitlich fällt sondern rollt.
Nehmen wir zwei Szenen:
03:31 Frame 13 - Beide Hände stellen Bodenkontakt her, die Fallschule mit Abrolen beginnt, ca 0,4 bis 0,5 Meter neben dem Pfosten. Die Rollbewegung bis Beginn Aufstehen und Bewewgung in Gegenrichtung dauert 23 Frames, also 0,9 Sekunden (Vergleich Dida mit 1,4 Sekunden) und endet rund 0,5 Meter neben dem Tor.
Nochmals dann 03:37 Frame 18 - Beide Hände am Boden, beginn der Rollbewegung. Hier rund 0,8 Meter vor dem Pfosten, Ende der Rolle knapp hinter dem Pfosten, also erneut rund 1 Meter 'Rollbewegung' und die Dauer sind 28 Frames, also 1,1 Sekunden bis es in Gegenrichtung losgeht.
Warum ist der Weg kürzer? Nun, beim Gleiten ist die Körperlänge der Knackpunkt, denn ich gleite aus und je länger ich bin, desto mehr Distanz macht der Drehpunkt (Popo) vom Aufschlagspunkt, zudem kommen die Beine leicht hinter dem Drehpunkt zu Boden.
Beim Abrollen liege ich nahezu lotrecht zur Torlinie und rolle über die Längsachse ab, deren Umfang einzig durch den Schultergürtel bestimmt wird. Dieser ist aber wesentlich kleiner als die Körperlänge, so daß ich mit etwas der Hälte der Körperlänge an Abbaubewegung zu rechnen habe, zudem bleiben die Füsse immer direkt am Drehpunkt, stehen also nahe des Drehpunktes (Popo) wieder am Boden.
Es sind hier also gewisse physikalische vorteile auf seiten des Abrollens, gerade beim Hechten, die den Abbau der Fallenergie und die Distanz bis Richtungswechsel signifikant beeinflussen.
Trotzdem bleibt, daß der Torwart mit dem Rücken zum Geschehen aufsteht, was in Nachschusssituationen nachteilig ist, denn der Torwart muss sich neu orientieren, um eingreifen zu können.
In wie fern sich dies nach solchen dynamischen Hechtaktionen als wichtig erweist - keine Ahnung.
So, und damit Ice... vielleicht hilft es Dir und ich möchte meine subjektive Meinung nun hier nicht einfach hinschreiben, soll doch jeder selbst sehen und vergleichen.




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