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Thema: Schusstraining ist kein Torwarttraining, oder doch?

  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Standard Schusstraining ist kein Torwarttraining, oder doch?

    Hm, vielleicht erinnern wir uns an die Kontroverse Diskussion um die Ballserien hier im Forum.
    Dabei haben wir festgestellt, daß vielleicht Ballserien nicht allein das Tw Training ausmachen, diese aber unter bestimmten Umständen ein sehr probates Mittel sein können. Es sind Werkzeuge der Extreme, die man nicht zu oft einsetzen sollte, aber gezielt schlicht Verbesserungen effektiv herbei führen können, die man mit anderen Methoden nicht in der kürze der Zeit so hätte erreichen können.

    Daher wage ich einen neuen Denkanstoß und hoffe auf rege Teilnahme. Zwar ist das Forum mehr oder minder verwaist in den letzten Tagen, weil alle Welt nur noch WhatsApp und Facebook kennt - aber ich wage den Vorstoß, denn hier kann man wenigstens nachlesen, zitieren und es mit Links und Bildern sogar garnieren.

    Was mir im Kopf rumgeht: Schusstraining ist kein Torwarttraining... ... oder doch?
    Sprich allein mit Schusstraining wird wohl kaum ein sinnvolles Tw Training zu ersetzen sein, denn als Tw braucht es eine komplexe und aufwendige Bewegungsschule die sich sehr deutlich vom Feldspieler unterscheidet. Diese Bewegungsschule bekomme ich einfach nicht in Torleute rein, wenn ich bloß auf die Hütte knalle.
    Aber jetzt mal umgekehrt gedacht: Kann ich allein mit Torwarttraining und Bewegungsschule den Torwart auf das gleiche Niveau heben - ohne wirklich mal Schusstraining veranstalten zu müssen?

    Nun, was denkt Ihr?
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
    Welttorhüter Avatar von Torbinho
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    Sagen wir so: Schusstraining allein ist kein Torwarttraining.

    Wie du sagst, Steffen, im Torwarttraining mit dem Torwarttrainer kann der Keeper Bewegungsabläufe lernen, die er in realen Situationen (sprich: Im Spiel) dann anwenden kann. Das geschieht durch häufige Wiederholung, Korrektur und Analyse von Abläufen.
    Das Torschusstraining ist dazu nicht geeignet, da die Frequenz so ist, dass der TW-Trainer nicht bei Bedarf unterbrechen kann, um Fehler aufzuzeigen und es auch nicht möglich ist, den Fehler gleich in der nächsten, nahezu identischen, Situation zu beheben. Denn kein Schuss ist wie der andere.
    Torschusstraining kann aber eine Erfolgskontrolle sein. In vielen TW-Trainings-Übungen weiß der Keeper ja was passiert, bzw. welche Situation nachgestellt wird. Das weiß er beim Torschusstraining nicht, je nach Schuss muss er unterschiedlich reagieren und seine Fähigkeiten abrufen. Man kann also sehen, was er kann und was nicht. Übergreifen, Hechten, Tauchen, sicher Fangen, Landen,... Einmal bzgl der technischen Ausführung, zweitens hinsichtlich der richtigen "Aktionsauswahl". Schließlich schießen in Torschussübungen viele verschiedene Spieler auf verschiedene Weisen aufs Tor. Man müsste schon einen sehr guten TW-Trainer haben, um das in ähnlicher Weise im TW-Training abzubilden.

    Ersetzen kann das Torschusstraining ein TW-Training aber nicht. Wenn ein TW z.B. bei jedem Ball in den Winkel "untergreift" und halt nicht an haltbare Bälle drankommt, wird er es allein durch den Misserfolg nicht lernen, überzugreifen. Die Techniken an sich müssen schon sitzen, geschult sein, um sie dann im Torschuss abzurufen. Vielleicht werden bestehende Techniken verbessert und eingeprägt, erlernt werden sie aber definitiv nicht im Torschuss.

    Zusammenfassend: Torschussübungen sind wichtig, um das Torwarttraining zu vertiefen. Ersetzen kann keines der Beiden das jeweils andere.

  3. #3
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    Spannende These.

    Meines Erachtens kommt es auf die jeweilige Ausführung des Torschusstrainings an. Oft artet eine Einheit Torschüsse dahingehend aus, dass der Spieler beweihräuchert wird, während der Keeper zu tragischen Figur degradiert wird. Als aktiver Keeper habe ich die Torschüsse gerade an etwas schlechteren Tagen als Strafe empfunden. Du fliegst, gehst mit deiner Technik zum Ball und dann kommt der Misserfolg, der Ball kann nicht gehalten werden und der Trainer straft dich noch weiter ab. Es folgen Schreie des Trainers und Jubelarien der Stürmer. Unter diesem Aspekt würde ich sofort und kategorisch sagen, dass das Torschusstraining keinerlei Nutzen für den Torwart hat.

    Jedoch musste stet ich im Sommer meine aktive Laufbahn nahezu beenden, wodurch so langsam aber sicher die Fronten hin zum Torwarttrainer wechsle.

    Sofern ich also dem Torwart begreiflich machen kann, dass er gewisse Aspekte anwenden soll, die wir vorab geübt und besprochen haben, kann es durchaus hilfreich sein, um hier ein wenig näher an den Ernstfall, das Spiel, heranzukommen. Im Spiel kann ich nicht eingreifen, da spielt der Keeper und nicht sein Trainer, aber ich kann gewisse Bewegungsabläufe erst in der jeweiligen Übung erklären und trainieren, dann bei dem Torschusstraining gegebenenfalls unter einer gewissen Beachtung festigen und in das Repertoire einbauen, damit der Keeper es im Spiel dann auch anwenden kann.

    Andererseits kann an es passieren, dass wieder Techniken falsch angewendet werden, wodurch sich der erhoffte Nutzen regelrecht umkehrt, wodurch ich den Torwart durch die technische und mentale Komponente mehr schade als helfe.

    Daher sage ich, dass das Torschusstraining nur bedingt helfen kann, sofern der Trainer sich in den Keeper hineinversetzen kann und es somit nicht nur zur Bespaßung der Feldspieler verkommt.
    Und sie nannten ihn Piplica...

  4. #4
    Nationale Klasse Avatar von ryx0riz0r
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    Zitat Zitat von Tobias 30 Beitrag anzeigen
    Spannende These.

    Meines Erachtens kommt es auf die jeweilige Ausführung des Torschusstrainings an. Oft artet eine Einheit Torschüsse dahingehend aus, dass der Spieler beweihräuchert wird, während der Keeper zu tragischen Figur degradiert wird. Als aktiver Keeper habe ich die Torschüsse gerade an etwas schlechteren Tagen als Strafe empfunden. Du fliegst, gehst mit deiner Technik zum Ball und dann kommt der Misserfolg, der Ball kann nicht gehalten werden und der Trainer straft dich noch weiter ab. Es folgen Schreie des Trainers und Jubelarien der Stürmer. Unter diesem Aspekt würde ich sofort und kategorisch sagen, dass das Torschusstraining keinerlei Nutzen für den Torwart hat.
    Sehe ich ähnlich, Torschusstraining ist für mich eine Ergänzung zum sonstigen Training mit dem TW-Trainer. Meistens sind wir zu dritt im Torwarttraining, daher kann es auch manchmal sein, dass wir uns selbst die Bälle zuschießen, wenn mal kein generelles Schusstraining ansteht. Finde ich persönlich sogar besser, da mir meistens beim normalen Torschusstraining der Feldspieler die Ernsthaftigkeit fehlt. Da werden dann Lupfer, Schlenzer in den Winkel oder Tunnler gegen den Torwart versucht. Ich bin ehrlich: Bei sowas vergeht mit nach 5 Minuten die Lust, denn verarschen kann ich mich selbst. Dieser Faktor ist ausgeblendet, wenn wir Torleute eigenes Torschusstraining machen - zusätzlich hat man noch die Augen des TW-Trainers dabei, der auch mal unterbrechen kann, wenn was nicht passt oder gepasst hat.

    Schusstraining ist daher für mich kein Torwarttraining, sondern lediglich eine Ergänzung. Für mich ist es eher eine Übung, die die Feldspieler fordern soll das Tor zu treffen (was sie im Spiel selten genug tun) und nich eine für mich um zu glänzen. Vor einem Spiel nehme ich die Übung aber gerne mit um nochmal ein besseres Ballgefühl zu bekommen und hellwach ins Spiel zu gehen.
    “Mach' das Beste aus dir selbst, denn das ist alles, was du hast.”



  5. #5
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    Ich möchte aber auch noch eine Frage einwerfen:

    Wie sollen die Keeper sich denn verhalten, wenn es keinen Torwarttrainer gibt, und daher das vollständige Torwarttraining aus etwas Warm Up und dann dem Torschusstraining besteht?
    Und sie nannten ihn Piplica...

  6. #6
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    Servus, sehr interessanter Beitreg....

    Für mich ist Schusstraining ein ganz wichtiger Bestandteil meines Trainings. Man arbeitet im Torwarttraining ganz gezielt an bestimmten Bewegungen, am Stellungsspiel, an der Technik, Koordination, Schnellkraft, etc. Was man nur sehr schwierig einüben kann, sind situationsbezogene Rekationen. Ich möchte mal versuchen, den Lerneffekt den ich durch Torschussübungen sehe zu erläutern:

    Der Klassiker: Toschüsse einfach aus der Mitte: Ich probiere im Training verschiedene Stellungen aus. Mal auf der Linie, mal am 5er, mal 8m vor dem Tor. So sehe ich ab wann unsere Spieler beginnen zu lupfen. Wenn ich auf der Linie stehe kontrolliere ich wie gut ich noch das ganze Tor abdecken kann und mein Übergreifen in der Praxis funktioniert. Außerdem spüre ich wie ich auf den Füßen stehe, wie ist aktuell mein Schwerpunkt, oder auch wie gut ich fest geschossene Bälle aktuell festhalte. Ich sehe das als Kontrolle die mir zeitgt, wie ich das gelernte aktuell umsetzen kann.

    So kann man aus jeder jeder Schussübung Lehren ziehen in Bezug auf die aktuelle Verfassung und man kann testen wie man sich bei Situationen verhalten kann.
    Mir geht es dann gar nicht so sehr darum alle Bälle zu halten, sondern zu sehen wie ich mich am wohlsten fühle und wie Spieler auf ein geändertes Stellungsspiel reagieren.

  7. #7
    Blickfeld Avatar von motörmatze
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    Torschuss gehört dazu, wobei ein komplexes TW-Training mit Technik, Bewegungsabläufen usw. natürlich mehr bringt - sofern man es regelmäßig bekommt. Is ja gerade bei kleinen Dorfvereinen in den untersten Klassen keine Selbstverständlichkeit.
    Aber ich sehe das Torschusstraining immer als kleines Schmankerl, um mich mit meinen Feldspielern "zu messen" - ob da jetzt "todernste" Schüsse kommen oder mal ein paar Spassaktionen wie Chip, Tunnel usw. is egal, denn immerhin weiß man im Spiel auch nicht, ob der Schütze dir jeden Ball mit 120 Sachen auf die Bude zimmert oder dich dann doch mal schlitzohrig vernaschen/verarschen will.

    mein Fazit: Beim TW-Training darf auch Torschuss dabei sein, sofern es nicht schon bis zur Vergasung beim Training mit der Mannschaft ausgereizt wird.

  8. #8
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    Je länger ich darüber nachdenke, desto eher komme ich zu dem Ergebnis, dass man die zusätzlichen Torschüsse nicht immer benötigt. Angenommen, ich habe zwei Trainingseinheiten pro Woche, dann würde ich mir das Pensum derart vorstellen, dass ich dienstags eher in die Strafraumbeherrschung gehen würde, um dann donnerstags eher die Fähigkeiten auf der Linie trainieren würde. Dann würde ich natürlich am Donnerstag noch das Torschusstraining mit einbinden.

    Am dienstag wäre es für mich in dem Moment außerhalb der angestrebten Thematik, wodurch es in meinen Augen nicht zielführend wäre. Ich möchte ja den Keeper strukturell weiterbringen und nicht noch den Stürmer nebenbei belustigen.

    Daher sage ich, dass man es nicht bei jeder Einheit braucht, es sogar partiell thematisch absolut nicht zielführend ist.
    Und sie nannten ihn Piplica...

  9. #9
    Internationale Klasse Avatar von Icewolf
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    Torschuss-Training empfinde ich immer als besonders kontraproduktiv, wenn keinerlei Anforderungen an die Schützen gestellt werden.
    Kein Zeitdruck, keine Aufgabe zur Ballverarbeitung, kein Zweikampf.
    Ohne Druck den Ball über den Torwart zu lupfen, weil er zwangsweise herauskommen muss um den Winkel zu verkürzen, ist keine Kunst, auch wenn viele nicht einmal das hinbekommen.

    Wenn das ordentlich gemacht wird, kann es für die Keeper durchaus förderlich sein.
    Positionsspiel, Differenzierung der Techniken, Entscheidungsfindung, Anwendungsmöglichkeit neuer/versäuberter Techniken.
    Aber Torschuss-Training ist kein Torwart-Training. Sonst hieße es Torwart-Training!
    Ist ja auch die Frage, was das Ziel des ganzen sein soll.
    Die Qualität des Breierzeugnisses ist reziprok proportional abhängig von der Quantität der partizipierten Köche.

  10. #10
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Ich finde es klasse, wie schön man meinen Gedanken so auf die Parallele kommt.
    Denn letzztendlich habe ich mir auch so meine Gedanken gemacht.... und ich kann nicht abstreiten, daß ich gesagt habe - ja, braucht man.
    Doch dann habe ich mich wieder daran erinnert, wie Schusstraining so abläuft. Trainer legt vor und anstelle dann eben das ding zu versenken, beginnen mindestens 3 von 10 Spielern dann zu versuchen, den Ball zu lupfen oder irgendwie ins Tor zu schlenzen.
    So völlig ohne Gegnerdruck kann man ja mal den Messi machen, hauptsache der torwart sieht schön Depp aus. Das dann in der Kreisklasse auch ein Klotz von Verteidiger hier schon mit den Stollen voraus Richtung Schienbeine angeflogen käme und man als Stürmer dafür keine Zeit hätte, wird dann großzügig ausgeblendet.
    Aber es ist doch klasse, Trainer legt am 16er vor und dann sortiere ich mir das Ding völlig frei in den 16er auf ca. 13 Meter vor dem Tor um dann den Ball über den Torwart ins Kreuzeck zu heben - und dann lasse ich mich feiern.
    Andere 3 von 10 sind die, die mal gar nix treffen. Okay, daß sind die, die gefährlich sind, denn wenn das ding auf's Tor kommt, machste mal gar nix. Da ist das Netz kaputt und der Fangzaun hat eine Beule. Treffsicher nö, aber verherend beim Einschlag. In der Regel aber sind die mit Ball holen beschäftigt, weil der mal wieder über den Schlappen gerutscht ist, kometengleich mit Feuerscheif in die Erdumlaufbahn geschossen ist - und irgendwo hinter dem Clubhaus wieder in die Erdatmosphäre eingetreten ist... Wenn diese doch nur mal Schusstraining auch so annehmen würden, wie es ist, zur Verbesserung der Technik, wobei gilt, erst einmal die Kiste zu treffen, zur Not eben auch mal mit halber Kraft... aber nö, da wird ausgeholt bis hinters Ohrläppchen und abgeladen - wohin ist Wurscht, hauptsache Kawumm.
    Wieder 3 von 10 sind dann die PippiKakaKicker... der Ball wird am 16er vorgelegt, aber die legen den nochmals vor, legen nochmals vor, legen nochmals vor und sind dann irgendwo 8 Meter vorr dem Tor, und laden dann ab.. Gesicht, Hoden, Bauch, Brust, egal. Das Ding bekommst Du... zumindest ab. Denn um nach den Stolperern, Piourtten, Übersteigern, Zurechtlegen, Vorlegen, Vorbereiten usw. den Ball noch ins Tor zu bekommen musst Du durch den Torwart dursch schießen - und das ist was die dann auch probieren. Endweder Du blockst gut, oder du kannst den Ball mit Ballangriff sichern, oder aber Du wirst abgeschossen. Was zwischen drinne gibt es nicht.
    Einer bleibt noch und das ist der, der Spaß macht, Der bekommt die Vorlage und dann zieht er denn Ball mit Präzision des Scharfschützen auf das Tor. Der guggt wo Du stehst und wehe Du stehst Käse, dann netzt der eben. Aber wenn Du gut stehst, musst Du Dich anstrengen, aber Du kannst den Ball entschärfen. Er gibt alles, Du gibst alles, guters Gefühl. Es ist ein tolles und schönes Duell, weil der Dich nicht abschießt, nicht versucht Dich mit em Ball ins Tor zu schießen oder einfach nur den Ball mit aller Gewalt in die Maschen zu treten, nee, der versucht zu treffen - an Dir vorbei, platziert. Das sind die Bälle wo Du mit Übergreifen ran kommst, aber wenn Du die Leithand nimmst, das Ding mit Glück gerade so unter die Latte oder den Innenpfosten bekommst, von wo aus er dann reintrudelt und Du dich ärgerst. Wo Du wirklich genau das richtige Programm im perfekten Timing abrufen musst um den zu halten... und es ist einer von 10 Schützen....
    Neunmal ist es daher völlige Oberkacke und nur einer macht Spaß...

    Und genau aus diesem Gedanken habe ich mich dann gefragt, ob Schusstraining wirklich sinnvoll für die Entwicklung des Torhüters ist.... aber ich habe für mich auch festgestellt, wäre es nicht einer von zehn, sondern 6 von 10, die eben so sind wie der eine von zehn... dann könnte Schusstraining richtig wertvoll sein... aber so...

    Versteht Ihr? Daher sind Eure Gedanken, ja Erlebnisse für mich wichtig.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  11. #11
    Welttorhüter Avatar von Torbinho
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    Ich kenne die Situation, Steffen, aber es ist nicht unbedingt der Regelfall, dass 9/10 Schüssen Mist sind. Gibt's natürlich auch und dann ertappt man sich dabei, dass man zum 10. gar nicht mehr hingeht, weil man schon einen Sch***-Schuss antizipiert.
    Aber wenn die Mannschaft halbwegs vernünftig gecoacht ist und technisch keine Vollkatastrophe vorliegt, sollte mehr als 1/10 drin sein. Die ersten 3 (Lupfer und Schlenzer) werden dann bei übermäßigem Gelupfe statt Torschuss halt auf Temporunden geschickt. Die PipiKaka-Kicker werden ausgebremst durch Aufgaben, wie Icewolf sie erwähnt: Direkter Abschluss, 2-3 Kontakte, Abschluss vorm 16er, passiver "Gegenspieler"...
    Die 3 Nichts-Treffer, naja, die sind halt den Ball holen und deren Schusstechnik kann der Trainer evtl. verbessern.

    Dann sieht es schon viel besser aus. Zumindest bei mir in der B-Liga, wo sicherlich auch die von dir beschriebenen Elemente dabei sind, aber nicht 9/10, eher 2-3/10.
    Und was das Lupfen und Schlenzen angeht: Irgendwann kennt man die Typen doch. Wenn ich 100x nen Lupfer von der selben Person kassiere, dann sollte ich mal darüber nachdenken, wie ich das besser machen kann. Schließlich kannst du als Feldspieler auch nicht viel dümmer aussehen, als dem Torwart den Ball beim Lupferversuch harmlos in die offenen Arme zu schieben.

  12. #12
    Torwarttalent
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    Beste Waffe gegen gelupfte Bälle: Mit dem Kopf klären!

    Bei uns sind die Zielsetzungen beim Toschusstraining auch in der Regel so gesetzt, dass die Spieler uns Keeper nicht verarschen wollen. Natürlich gibt es auch mal einen Spassdurchgang für de Spieler. Den muss man dann einfach über sich ergehen lassen und nicht zu ernst nehmen. Dann geht es schon

  13. #13
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    Avatar von HannSchuach
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    Meine Meinung...

    Es kommt immer aufs Schusstraining drauf an.
    Ich persönlich habe das Schusstraining immer wieder genossen. Es hat mich gepusht. Nur: es müssen spielnahe Situationen sein, welche beim Schusstraining simuliert werden.
    Trotzdem habe ich es genossen, wenn sich 15,16 Spieler ihre Bälle am 16er aufgelegt haben und mich der Trainer fragte: Wieviel bekommst du?
    Die Antwort: Null - das hat mich gepusht.

    Natürlich ist eine gute Technik, Bewegungsabläufe etc. Grundvoraussetzung und da ist ein Torwarttraining unumgänglich!!!!

    Deshalb freue ich mich auch schon wieder auf das Torwart.de Camp im Jahr 2016 Da kann man immer sehr viel für einen selber mitnehmen

  14. #14
    Nationale Klasse Avatar von Anadur
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    Schusstraining ist kein Torwarttraining. Soll es auch nicht sein. Es ist Training für die Spieler. Das es für einen Torwart nicht ganz sinnfrei ist, ändert daran ja nichts. wobei der positive Effekt auch stark gegen 0 tendiert, sobald du als Keeper alleine bist. Wenn man zu Zweit oder gar Dritt ist, dann kann das auch für einen Torwart effektiv sein, aber alleine... ihr kennt das ja sicher.

    Ansonsten, wenn ihr ständig überlupft werdet aus 20 Meter beim Torschußtraining, dann steht ihr falsch.

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