Man muß nicht alles richtig finden, was die Regeln besagen. Denn hätte sich Nübel verletzt, weil der Gegner ihn aufgrund seines tieferen Schwungbeins hart angegangen wäre und daraus ein Tor entstand, wie wäre dann die Reaktion gewesen? Denn insgeheim freuen sich Spieler, Trainer und Zuschauer auch über solche Tore ihres Teams und spornen ihre Profis dazu an, alle zur Verfügung stehenden Mittel einzusetzen.

Denn Foul ist es ja nur, wenn der Schiedsrichter es pfeift!

Regeln sind nicht immer gerecht - sie sind jedoch für alle bindend! Mir wäre es auch lieber, dass das Verletzungsrisiko der Torleute durch Gegnerkontakt beim Fangen eines hohen Balles anders geregelt würde.

Für mich sieht es so aus, als wenn Nübel das Knie nicht so hoch hätte ziehen müssen, um beim Sprung zum Ball ausreichend Höhe zu gewinnen und den Ball sicher zu fangen. Es lag nahe als Motiv den herannahenden Gegner auf Abstand zu halten und seinen Oberkörper zu schützen.

Er nahm dabei dessen Verletzung billigend inkauf. Das es nicht so schlimm wurde lag m.E. an der geringen Kontaktgeschwindigkeit, mit der die Kontrahenten aufeinander trafen (vgl. eine Szene von Toni Schumacher, der mit höherem Tempo und hochgezogenen Knie seinem Gegner mehrere Zähne ausschlug).

Wer genau wissen möchte, wie man sein Schwungbein zum Sprung optimal einsetzt, der sollte sich das mal beim Volleyball anschauen. Hier ist der Übergang zwischen gebeugter und gestreckter Beinhaltung fließend und noch besser zu erkennen. Eine ausreichende Sprunghöhe und Stabilität am höchsten Punkt in der Luft ist eine wesentliche Erfolgsvoraussetzung. Sowohl für den Angreifer wie auch für den "Block"!