Ich denke auch, dass es gerechtfertigt ist.
Stellt sich die Frage, ob es sich bei Nübels Aktion um ein taktisches Foul handelt, weil er gesehen hat, dass er zu spät kommt und den Gegner mit fairen Mitteln eigentlich nicht mehr am Torerfolg hindern kann?
Ich denke ja!
Stellt sich die Frage, ob das grobe Foul absichtlich war? Diese Frage läßt sich kaum anhand emotionaler Gesichtspunkte klären. Ist man ein Fan von Nübel würde man sagen, es war keine Absicht. Ist man ein Fan vom Gefoulten, so würde man Absicht unterstellen wollen.
Es besteht ein Motiv von Nübel auf jeden Fall einen gegnerischen Torerfolg zu vermeiden! Den Gegner dabei zu foulen muß nicht vorsätzlich geschehen, weil auch die Fahrlässigkeit eine Verletzung billigend in kauf zu nehmen, als strafbare Handlung angesehen wird. Vorsatz kann es schon deshalb nicht sein, weil Nübel ganz sicher nicht mit der Absicht ins Spiel gegangen ist, seinen Gegner X übel zu verletzen.
Andererseits sollte die Frage nach der Strafe für ein taktisches Foul m.E. nicht mehr allein an der Schwere der Verletzung gemessen werden, sondern sie gehört ansich auf den Prüfstand. Denn wenn einem Trainer nichts besseres einfällt, als seine Spieler wiederholt zum absichtlichen (taktischen) Foul zu animieren, dann sollte er die gleiche Strafe erhalten wie der foulende Spieler. Wohlmöglich würde dies dazu führen, sich nach besseren taktischen Alternativen umzuschauen? Wer behauptet, dass es die nicht gibt, der vergißt, dass sich der Fußball täglich wandelt. Wer das taktische Foul als unausweichliches Tabu erklärt, der wird von den Trainern überholt, die bessere Lösungen (z.B. optimiertes Pressing) finden, statt einen Sündenbock (z.B. Torwart) zu finden, der die Fehler seiner Mitspieler auf seine Kappe nehmen muß!




Zitieren