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Thema: Torwarttechnik der britischen Inseln

  1. #1
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Standard Torwarttechnik der britischen Inseln

    Nun, seit der Euro schaue ich ein wenig über den Ärmelkanal. Ja, ich habe ein wenig Zeit, denn derzeit bin ich ohne Verein.
    Da mir während der EM aufgefallen ist, daß die Torleute der britischen Inseln irgendwo sich anders bewegen, habe ich mal YouTube belästigt, wo die sehr patriotischen Fans doch gern das eine oder andere Torwarttrainingsvideo posten.
    Hinzu kommt, daß auch in diversen Gruppen auf Facebook natürlich solche Videos existieren - man bekommt also rasch eine gute Übersicht.

    Ich stelle mal folgendes Video beispielhaft ein: West Bromwich goalkeepers Ben Foster and Boaz Myhill in intense session with goalkeeping coach Jonathan Gould

    Nun ist dieses Video bitte Beispielhaft zu betrachten, doch auffällig ist das Muster: Torleute fallen fast alle auf den Ellenbogen, es gibt kaum bzw. eigentlich keinen Abdruck, zu flachen Bällen wird nur gekippt und verdammt viel wert auf boxer-typische schnelle und leichte Füsse gelegt. Die Hände und Ellenbogen sind sehr eng vor dem Körper.

    Es sind daher oft dynamische Bewegungen aus schnellem Lauf zum Ball, selten aber mal ein kraftvoller Abdruck zum Ball, wenn so kommt er untrainiert und ungeübt.
    Betrachtet man nun andere Videos, fällt auf, daß dies scheinbar die Philosophie des britischen Torwartspiels ist, welches übigens auch Jens Lehmann prägte, weshalb Jens Lehmann viel von seinem deutschen, kraftvollen und dynamischen Abdruck einbüsste, der aus der niederländischen und osteuropäischen Schule herrührt. Diese schnellen Füsse aber machten Ihn zu jemand, der aber die Strafraumbeherrschung voran trieb - und daher Bälle entschärfte, bevor diese gefährlich wurden. Mit diesem Spiel entstand der Begriff "modernes Torwartspiel"...

    Schaue ich mir aber Spielszenen an, fällt auf, wie oft die Torleute aufgrund desfehlenden Abdrucks zu wenig Kraft hinter den Ball bekommen, um diesen entscheidend abzulenken, oder auch um genug Reichweite zu generieren, einen Ball überhaupt zu ereichen. So ist da oft kaum eine richtige Hechtparade zu erkennen, als eher ein müdes leicht eingesprungenes Kippen zum Ball.
    Eine Bewegung in den Ball findet nur im Ansatz statt, in der Bewegung gar nicht und viele Torleute drücken nicht mal über die Fussspitze, sondern leiten z.B. eine Bewegung nach rechts ein, indem diese mit dem linken Bein den Körper seitlich in den Ball schieben und daher über die rechte Fussaussenkannte eher wegkippen und nur wenig mit dem Abdruckbein überhaupt arbeiten.
    Entsprechend fallen Tore auf der Insel...

    Diskussionsbedarf habe ich: Bringt dieses Spiel wirklich was? Ist das Arbeiten ohne Schulen des Abdrucks wirklich zielführend, oder warum sieht man nicht das Defizit der Reichweite, gerade bei den Abschlüssen, wo der Torwart einfach abdrücken muss? Was bewegt Torleute aus den Niederlanden oder Deutschland, die britische Insel als Ziel zu sehen, wenn das Training dort allein schon diese völlig anders belastet und kaum auf ein vorheriges Bewegungsmuster passen will?
    Irren wir, insbesondere wir Deutschen, in unserem doch immer noch eher kraftvollen Torwartspiel mit eben präsentem Abdruck und damit hoher Reichweite - und wenn nicht ja, sondern auch nur vielleicht, was ist denn bei den Briten besser, oder wo liegen die Vorteile?
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  2. #2
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    Stimmt, ist mir auch schon öfter aufgefallen. Was diese Technik für Vorteile bieten soll kann ich mir ehrlich gesagt auch nicht erklären.
    Was zudem auffällt grade bei diesem Video ist, dass kaum Körperspannung da ist, sondern immer nur abgekippt wird und auch wenn der Ball höher kommt, trotzdem unten "rum geflogen" wird. Anschließend wird der Ball nach dem Körper nach unten gezogen, was irgentwie auch sehr schräg aussieht. Ausserdem kann es doch nicht effizient sein, wenn keiner der Torleute nach vorne, sondern alle nur zur seite oder gar nach hinten fallen. Einzige Inspiration ist die von dir bereits erwähnte schnelle Beinarbeit. Wobei selbst die mir in diesem Video nicht sonderlich effektiv vor kommt.

  3. #3
    Nationale Klasse Avatar von ryx0riz0r
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    Puh, das Video ist nichts für deutsche Nerven. Der mit dem Bart ist für mich "der Geher", der läuft in jeden Ball rein, statt zu springen. Der andere ebenso, nur fällt der dann öfter um wien Sack Reis. Ich rede mich jetzt leicht als Amateur und vllt. sieht das bei mir teilweise ähnlich bescheuert aus, aber das sind doch Profitorhüter?! Seltsame Technik insgesamt. Da ist keine Explosivität drinn und alles was ich höre sind "great feet" oder "great hands". Mal abgesehen davon, dass die Übungen zu lange durchgezogen werden und mir das so mehr wie ein Konditionstraining als ein Techniktraining daher kommt. Dann kann man das aufgrund der Belastung schon durchgehen lassen, vielleicht. Allerdings hätte ich die Übung mit den beiden Hütchen zur Seite genau andersherum gemacht, nämlich von hinten nach vorne und dann in den Ball schieben/springen. So geht die Bewegung immer nach hinten und dann automatisch zur Seite ohne Abdruck.
    “Mach' das Beste aus dir selbst, denn das ist alles, was du hast.”



  4. #4
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    Ich habe mir dieses und ein paar andere Videos nun angeschaut und muss sagen, dass ich den Ansatz der schnellen Füße bis zu einem gewissen Grad sogar als absolut richtig erachte. Durch eine derart geschulte schnelle Beinarbeit sehe ich es im Optimalfall als gegeben an, dass sich der Torwart immer wieder und schnell auf die jeweilige notwendige Position stellen kann. Gleichzeitig kann ich auch kurz vor dem Torschuss mich nochmal neu ausrichten.

    Jedoch ist die Problematik mit dem fehlenden Abdruck nicht von der Hand zu weisen. Ich gehe sogar so weit und behaupte, dass der Keeper ohne einen richtigen Abdruck auch gar nicht wirklich übergreifen kann, weil ohne Abdruck gar nicht die richtige Flugposition und die notwendige Körperspannung für das Übergreifen generiert werden kann.
    Und sie nannten ihn Piplica...

  5. #5
    Amateurtorwart
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    Generell hab ich das Gefühl das die Engländer die Idee von effektivem Tw Training nicht ganz verstanden. Gilt neben den angsprochenen Punkten auch für's Feedback. Bei Videos der englischen Nationalmannschaft ist es sogar noch extremer. Es wird nur rum gebrüllt aber nicht korrigiert. ,,yeah great save, great feet...com on" ist wie Christian Lasch wohl sagen würde kein Techniktraining, sondern nur ein Motivationsüberschuss der total unangebracht ist.

  6. #6
    Nationale Klasse Avatar von Anadur
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    Zitat Zitat von Steffen Beitrag anzeigen
    Diskussionsbedarf habe ich: Bringt dieses Spiel wirklich was? Ist das Arbeiten ohne Schulen des Abdrucks wirklich zielführend, oder warum sieht man nicht das Defizit der Reichweite, gerade bei den Abschlüssen, wo der Torwart einfach abdrücken muss?

    Also vornweg, das ist Konditionstraining der alten Schule. Sowas haben wir früher in der Sandgrube oder auf der Asche gemacht.

    dazu aus der Videobeschreibung:
    and build their fitness in a gruelling 30-minute intense session


    Torwartspezifisch trainierst du da eigentlich genau nichts. Da kann man auch ne Stunde in den Wald laufen gehen. Ist der selber Trainingseffekt für Torhüter. Der tendiert nämlich bei beiden Arten stark gegen 0. Erinnert mich immer an so manchen Jugendauswahlkeeper, die meinen Platz wollten. Richtige Konditionswunder im Training und bei den abschließenden Lauftest am Ende der Vorbereitung die ersten im Ziel, aber im Spiel dann

    Ich finde schnelle Füße extrem wichtig. Anders kann man gar nicht optimales Stellungsspiel durchführen. So lange man auf den Füßen ist, kann man auch immer noch reagieren, während du ansonsten sobald du losspringst halt erstmals unterwegs bist. Aber springen können, sollte man trotzdem. Gibts da echt einen Grund zu diskutieren?

    Imho sehen viele Torwarttrainer in den höchsten Ligen die Defizite in der Technik doch gar nicht. Oder sie sind ihnen egal.

    Zu deinen anderen Fragen:

    Was bewegt Torleute aus den Niederlanden oder Deutschland, die britische Insel als Ziel zu sehen, wenn das Training dort allein schon diese völlig anders belastet und kaum auf ein vorheriges Bewegungsmuster passen will?
    echt jetzt? Das fragst du dich wirklich? die stärkste Liga der Welt, die Liga mit den besten Gehältern. Würdest du das Angebot ablehnen fürs doppelte, dreifache Gehalt in der PL zu spielen, dich mit den besten der Welt zu messen wegen dem Bewegungsmuster? oder verstehe ich die Frage falsch?

    Irren wir, insbesondere wir Deutschen, in unserem doch immer noch eher kraftvollen Torwartspiel mit eben präsentem Abdruck und damit hoher Reichweite - und wenn nicht ja, sondern auch nur vielleicht, was ist denn bei den Briten besser, oder wo liegen die Vorteile?


    Wann hatten die Briten denn das letzte mal einen Torhüter von Weltklasse? Ich finde es ja vom Ansatz her richtig gut auch mal über den eigenen Tellerrand hinwegzusehen, aber bei den Briten? Schau nach Spanien oder Italien, aber auf die Insel? Man sollte sich doch immer nach oben und nicht nach unten orientieren.

  7. #7
    Internationale Klasse Avatar von Icewolf
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    Ich finde insbesondere die torwartspezifische Herausforderung zu schwach.
    Man kann ja auf Tempo trainieren, aber dann sechs bis acht Wiederholungen durchgängig oder jeden Schuss wechseln. Und bitte nicht immer halbe Höhe im Armbereich. Es gibt ja auch gar keine Veranlassung, sich zu strecken oder abzudrücken.

    Gewagte These: Das ständige Motivieren und niemals korrigieren macht auch nicht gerade kritikfähig.
    Die Qualität des Breierzeugnisses ist reziprok proportional abhängig von der Quantität der partizipierten Köche.

  8. #8
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    Die torwartspezifische Herausforderung wäre ja durchaus gegeben und das auch nicht allzu knapp, sollte dabei eben auch mal auf Technik geachtet werden. Aber ich kann mich da noch sehr gut an Aussage von Gerhard Tremmel erinnern, der sagte, dass es in England absolut ausreicht, wenn der Keeper groß ist und ab und an mal einen "Big Save" setzen kann.

    Daher ist ja das Training nur logisch aufgebaut. Da geht es eben nicht um Technik oder um die taktische Ausbildung. Dort will man eben große Typen haben und da es in England sehr physisch abläuft, sollen die Keeper ebenso eine herausragende Physis haben, was ich wie gesagt irgendwie sogar super finde, also was die physisch anbelangt. Aber ich möchte auch dort keine fliegenden Kleiderschränke sehen, sondern Keeper mit einem starken Körpergefühl und einer hervorragenden Explosivität.

    Was als mich nur wundert ist diese latente Unzufriedenheit der Engländer mit ihren Torhütern, wenn aber kein Torwarttrainer etwas an der Trainingsweise und den Inhalten ändert. Oder sehen sich englische Torhüter übt Torwarttrainer als Halbgötter in Handschuhen?

    Wieso so gibt es dort scheinbar niemanden, der mal die Sichtweise ändert?

    Oder er ändern wir deutschen Keeper und Trainer auch unsere Sichtweise generell nicht?
    Und sie nannten ihn Piplica...

  9. #9
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Na, dann schauen wir uns doch mal weitere Videos an..

    Training der Nationaltorhüter
    Training der Nationaltorhüter 2
    Die U21 Nationalauswahl im Training

    Nur, damit wir die Eindrücke mal nachvollziehen können, vielleicht versteht man, was ich generell meine.
    Natürlich sieht man auch Abdruck, aber es ist im Vergleich, extrem selten.

    Zitat Zitat von Anadur Beitrag anzeigen
    Also vornweg, das ist Konditionstraining der alten Schule. Sowas haben wir früher in der Sandgrube oder auf der Asche gemacht.
    Richtig, wird ja auch im Video so genannt. Problem ist nur, daß man eben hier die technischen Grundmuster beobachten kann, und für mich gibt es hier deutlichste und sehr gravierende Unterschiede, zu dem was man gerade im dogmatischen Teutschland zu an den Mann zu bringen versucht... auch wenn ich bei vielen bezweifle, daß diese im Detail verstehen und Torleuten angedeihen lassen.

    Torwartspezifisch trainierst du da eigentlich genau nichts. Da kann man auch ne Stunde in den Wald laufen gehen. Ist der selber Trainingseffekt für Torhüter. Der tendiert nämlich bei beiden Arten stark gegen 0. Erinnert mich immer an so manchen Jugendauswahlkeeper, die meinen Platz wollten. Richtige Konditionswunder im Training und bei den abschließenden Lauftest am Ende der Vorbereitung die ersten im Ziel, aber im Spiel dann
    Also, in den Wald laufen ist ja für Grundlagenausdauer schon mal gar keine schlechte Idee, wobei ich da aich bei bin, daß ich sage: 5 bis 8 Kilomter reichen völlig, das muss kein Halbmarathon werden.
    Wichtig für mich sind dann aber auch eben die kurzen... denn nix ist schlimmer, als wenn der Typ 300 Kilometer neben einem Kamel durch die Wüste traben kann, aber nicht in der Lage ist, schneller zuzupacken als eine Klapperschlange.
    Die Grundlagenausdauer, keine Frage ist wichtig, damit das Hirn auch unter Stress noch sicher und korrekt funktioniert und ich damit noch einen holen kann, auch wenn ich vieleicht schon ein wenig Matsch bin.
    Aber Du musst trotzdem die schnellen Dinger mehr können, darin besser sein und solltest auch in der Richtung unter die Top Fünf der Mannschaft kommen. Das machste mit diesen Formen der Übungen gar nicht.

    Ich finde schnelle Füße extrem wichtig. Anders kann man gar nicht optimales Stellungsspiel durchführen. So lange man auf den Füßen ist, kann man auch immer noch reagieren, während du ansonsten sobald du losspringst halt erstmals unterwegs bist. Aber springen können, sollte man trotzdem. Gibts da echt einen Grund zu diskutieren?
    Natürlich gilt auch im Tw Spiel immer: Du kannst nur dann agieren, wenn Du stehst. Das ist ja Grundsatz für mich: Rechtzeitig fertig - optimale Position und Distanz - Balance
    Diese drei Grundlagen sind für eine Aktion der Zielverteidigung einfach essentiell.
    Problem ist für mich nur, wenn ich dann es nicht packe, Methoden des Richtigen Beginns und Schnell und aktiv zum Ball technisch zu vermitteln, dann hole ich eben, obwohl es möglich wäre, nicht alles, sondern ich falle um und lasse der Gravitation seinen Lauf. Zudem packe ich keinerlei Wucht hinter den Ball, denn mein körperliches Moment wird gar nicht in die Bewegung übertragen.
    Sieht man insbesondere daran, wie die Torleute ausgleiten oder landen...

    Imho sehen viele Torwarttrainer in den höchsten Ligen die Defizite in der Technik doch gar nicht. Oder sie sind ihnen egal.
    Du sprichst etwas an, was ich so unterschreibe - und Du weißt das. Schütte also kein Salz in die Wunde. Denn ich habe festgestellt, dass ist nicht mal altersabhängig - sprich es gibt genügend junge Trw Trainer, die das auch nicht können... aber haben halt die nötige Liga Erfahrung.


    echt jetzt? Das fragst du dich wirklich? die stärkste Liga der Welt, die Liga mit den besten Gehältern. Würdest du das Angebot ablehnen fürs doppelte, dreifache Gehalt in der PL zu spielen, dich mit den besten der Welt zu messen wegen dem Bewegungsmuster? oder verstehe ich die Frage falsch?
    Doch ich frage, einfach zum Verständnis. Denn wenn ich dann von der Insel komme, dann - Rückschritt beim Gehalt und ich bin in der Tw Technik auch nichtr besser, sondern eher schlechter geworden. Also muss ich dort meine Karriere beenden...

    Wann hatten die Briten denn das letzte mal einen Torhüter von Weltklasse? Ich finde es ja vom Ansatz her richtig gut auch mal über den eigenen Tellerrand hinwegzusehen, aber bei den Briten? Schau nach Spanien oder Italien, aber auf die Insel? Man sollte sich doch immer nach oben und nicht nach unten orientieren.
    Sorry, natürlich sollte man sich nach oben orientieren, aber wenn Du schreibst: Stärkste Liga, Beste Gehälter - wie geht das dann mit so lausigen Torwartspezifischen Ansichten zusammen?
    Das ist als würde man demnächst 10 jährige in Tretautos Indianapolis fahren lassen... Was bewegt dann einen Vettel, Raikönen oder Hamilton denn mit dem Tretroller zu fahren, anstelle mit einem 1800 PS Boliden das Rennen der Rennen zu fahren?
    Also schaue ich dorthin...

    Und letztendlich ist dann was ich sehe, wo auch der Grund dafür, daß die Briten keinen guten Keeper an den Start bekommen, obwohl doch eigentlich jetzt das was man z.B. in Deutschland trainiert und ausbildet, kein Geheimnis ist, sondern über die Trainer Kongresse, Tw Ausbildungsunterlagen, etc. nahezu komplett und frei erhältlich ist...
    Warum adaptiert man nicht ?

    Aber immer nur: Good feet - good hands - ich finde, daß reicht nicht. Oder übersehe ich etwas?

    Zitat Zitat von Tobias 30 Beitrag anzeigen
    Ich habe mir dieses und ein paar andere Videos nun angeschaut und muss sagen, dass ich den Ansatz der schnellen Füße bis zu einem gewissen Grad sogar als absolut richtig erachte. Durch eine derart geschulte schnelle Beinarbeit sehe ich es im Optimalfall als gegeben an, dass sich der Torwart immer wieder und schnell auf die jeweilige notwendige Position stellen kann. Gleichzeitig kann ich auch kurz vor dem Torschuss mich nochmal neu ausrichten.
    Du gegen das Training der schnellen Beinarbeit habe ich ja nix, gerade wenn es um das Verändern der Position geht, kann es nicht nur, es ist extrem hilfreich.
    Problem sehe ich hier wieder darin, den Torwart auf ein Bewegungsmuster 'festzuschrauben'... Denn für einen schnellen Richtungswechsel und Auftakt, kann ich auch mit Kreuzschritten arbeiten, und muss nicht dauernd "shuffle" machen...

    Jedoch ist die Problematik mit dem fehlenden Abdruck nicht von der Hand zu weisen. Ich gehe sogar so weit und behaupte, dass der Keeper ohne einen richtigen Abdruck auch gar nicht wirklich übergreifen kann, weil ohne Abdruck gar nicht die richtige Flugposition und die notwendige Körperspannung für das Übergreifen generiert werden kann.
    So weit gehe ich gar nicht mal, aber es gibt genug Szenen, wo die Torleute garde so mit den Fingerspitzen an den Ball kommen, wo ich sage, würden diese abdrücken, würde hier viel mehr Energie zur Beeinflussung des Balles aufgebracht und der Torwart würde den Ball noch sicherer ablenken.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  10. #10
    Internationale Klasse Avatar von Icewolf
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    Zitat Zitat von Tobias 30 Beitrag anzeigen
    Die torwartspezifische Herausforderung wäre ja durchaus gegeben und das auch nicht allzu knapp, sollte dabei eben auch mal auf Technik geachtet werden. [...]
    Wo ist denn die towartspezifische Herausforderung darin, einen halbhohen Ball auf halber Distanz immer in dieselbe Ecke zu halten?
    Fangen scheint ja nicht zwingend vorgegeben zu sein. Dazu würde ich auch eher Ausdauer-Training sagen.
    Zitat Zitat von Tobias 30 Beitrag anzeigen
    Was als mich nur wundert ist diese latente Unzufriedenheit der Engländer mit ihren Torhütern, wenn aber kein Torwarttrainer etwas an der Trainingsweise und den Inhalten ändert. Oder sehen sich englische Torhüter übt Torwarttrainer als Halbgötter in Handschuhen?

    Wieso so gibt es dort scheinbar niemanden, der mal die Sichtweise ändert?
    Ist vielleicht das "Klippenpisser"-Phänomen:
    Was wir hier drüben auf der Insel machen, ist per se mal mindestens 100fach besser als das, was die da drüben auf dem Kontinent so treiben.
    Die Qualität des Breierzeugnisses ist reziprok proportional abhängig von der Quantität der partizipierten Köche.

  11. #11
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    Mit der Herausforderung meinte ich das folgendermaßen: wir gehen ja darin konform, dass eine gute Beinarbeit durchaus sinnvoll und förderlich ist. In dem hier benannten Video sehe ich die Übungen schon so gewählt, dass man durchaus auf die Füße achten kann und muss.

    Würde nun der ganzen Beinarbeit noch ein konkreter und ernstzunehmender Abdruck folgen, wäre da durchaus eine komplexe und gute Übung daraus zu generieren. Da ist es für mich höchstens zweitrangig, ob ich nun eine Ballserie in der selben Position und Höhe durchführe oder ständig wechsle. Technisch würde ich dann hier tatsächlich eine ständige Positionsanpassung mit entsprechendem Sprung am Ende trainieren.

    Diese Quintessenz wäre dann in meinen Augen sogar äußerst spielnah.

    Darüber hinaus kann ich mich nicht vorstellen, dass kein englischer Trainer dieses Training in Frage stellt. Wenn wir in Deutschland teilweise die Ansichten des DFB durchaus als diskussionswürdig im Bezug auf die Technik erachten, könnte ich mir eine ähnliche Diskussion auch in England vorstellen.

    Ich würde aber gern euer Augenmerk auch nochmal auf die fehlende Körperspannung lenken. Vergleicht mal bitte die Keeper in England mit deutschen Vertretern. Da liegen deutsche Keeper im Vergleich dazu schon nahezu wie ein Brett in der Luft. Somit übt dann auch die herabfliegende Hand meines Erachtens nach eine höhere Kraft auf den Ball aus, als wenn ein Keeper aufgrund eines fehlendes Abdruckes gar nicht in eine effiziente Streckung und somit auch Körperspannung kommt.
    Und sie nannten ihn Piplica...

  12. #12
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Zitat Zitat von Tobias 30 Beitrag anzeigen
    Würde nun der ganzen Beinarbeit noch ein konkreter und ernstzunehmender Abdruck folgen, wäre da durchaus eine komplexe und gute Übung daraus zu generieren.
    Moment mal, dann wären wir ja bei so etwas... Virtuelles Torwarttraining - Jörg Daniel Spezial... und das ist "Bullsh.t"... also jedenfalls ist man landläufig dieser Auffassung.
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  13. #13
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    Nein, vielleicht bin ich gerade auf dem Holzweg, aber ich bin absolut davon überzeugt, dass eine effektive Beinarbeit und ein anschließender konkreter Abdruck zusammen in einer Übung zusammen trainiert werden können. Ein Flug ist letztlich kinetische Energie, die durch den Abdruck generiert wird. Diese Energie kann ich durch entsprechende Vorarbeit noch erhöhen und somit auch den Flug verlängern oder überhaupt in eine entsprechen Höhe bringen.

    Der Vergleich hinkt vielleicht etwas, aber Hoch- oder Weitspringer genieren durch ihren Anlauf als entsprechende Vorarbeit mehr Höhe bzw. mehr Weite.

    Sollte ich mich jetzt wirklich komplett irren, dann zeigt mir bitte den Fehler in meiner Denkweise auf. Allerdings übernehme ich nicht nur stumpf eine Meinung, sondern reflektiere andere Meinungen. Bisher bin ich zu dem Entschluss gekommen, dass durch Sitesteps oder schnelle Füße (je nach Situation) mehr Energie für den Flug generiert werden kann.

    Ich hoffe, dass meine Ausführung auch für euch verständlich war.
    Und sie nannten ihn Piplica...

  14. #14
    Internationale Klasse Avatar von Icewolf
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    Zitat Zitat von Tobias 30 Beitrag anzeigen
    Mit der Herausforderung meinte ich das folgendermaßen: wir gehen ja darin konform, dass eine gute Beinarbeit durchaus sinnvoll und förderlich ist. In dem hier benannten Video sehe ich die Übungen schon so gewählt, dass man durchaus auf die Füße achten kann und muss.

    Würde nun der ganzen Beinarbeit noch ein konkreter und ernstzunehmender Abdruck folgen, wäre da durchaus eine komplexe und gute Übung daraus zu generieren. Da ist es für mich höchstens zweitrangig, ob ich nun eine Ballserie in der selben Position und Höhe durchführe oder ständig wechsle. Technisch würde ich dann hier tatsächlich eine ständige Positionsanpassung mit entsprechendem Sprung am Ende trainieren.

    Diese Quintessenz wäre dann in meinen Augen sogar äußerst spielnah.[...]
    OK, Deal.
    So habe ich es nicht gesehen. Dann ist der Schuss wirklich nicht so wichtig.
    Zitat Zitat von Tobias 30 Beitrag anzeigen
    Ich würde aber gern euer Augenmerk auch nochmal auf die fehlende Körperspannung lenken. Vergleicht mal bitte die Keeper in England mit deutschen Vertretern. Da liegen deutsche Keeper im Vergleich dazu schon nahezu wie ein Brett in der Luft. Somit übt dann auch die herabfliegende Hand meines Erachtens nach eine höhere Kraft auf den Ball aus, als wenn ein Keeper aufgrund eines fehlendes Abdruckes gar nicht in eine effiziente Streckung und somit auch Körperspannung kommt.
    Körperspannung ist ein sehr unterschätztes Thema, ist meine Meinung.
    Weil das so ist, hält sich möglicherweise auch die Vorgabe, dass Keeper solche Brecher sein müssen. Wenn ich keine Körperspannung habe, aber schwerer bin als mein Gegenüber ist "verdrängen" einfacherer.
    Stattdessen kann man mit Körperspannung sehr viel erreichen, was Durchsetzungsfähigkeit angeht. David de Gea ist da ein glänzendes Beispiel. Von der Veranlagung her wirklich ein Hemd, schmale Schultern etc. Ist im Luftkampf aber ne Kante.
    Die Qualität des Breierzeugnisses ist reziprok proportional abhängig von der Quantität der partizipierten Köche.

  15. #15
    Blickfeld Avatar von La_Chat
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    Ist es nicht eigentlich schon Blasphemie die Begriffe "Technik" und "englische Torhüter" zusammen zu bringen?
    Scherz bei Seite. Das Video von WestBrom ist echt grausam. Ich wage es sogar zu behaupten, dass hier meine D-Torfrau technisch weiter und sauberer ist. Die Bewegungen beider Torhüter geht grundsätzlich massiv nach hinten und das Landen tut echt schon beim zugucken weh. Aber ich habe auch das Gefühl, dass in "Übersee" halt ganz andere Fähigkeiten bei den Torhütern im Fokus stehen. Wenn ich mir Videos aus GB, den USA oder auch Mittel-/Südamerika ansehe ist bei den wenigsten der Ballangriff oder das saubere Landen entscheidend. Es wird viel auf Tempo oder Kraft gesetzt. Fußarbeit, schnelles Wenden/Aufstehen oder auch "stupides" Kraftpumpen "80s Style" bestimmen viele Videos von GK-Academies auf YT. Wenn ich dann aber sehe wie verdreht die Torleute meistens in der Luft liegen oder wie hart die aufschlagen, bekomme ich schon bei dem Gedanken daran Schmerzen... Ich muss aber dazu sagen, dass die Keepern aus der Neuen Welt dafür sehr viel mit eine tollen Athletik wettmachen. Diese geht den Briten zusätzlich irgendwie auch komplett ab.
    Früher war er der Panther im Verein, neulich meinte jemand: "Guck mal! Ein fliegendes Schwein!"

  16. #16
    Internationale Klasse Avatar von Icewolf
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    Zitat Zitat von La_Chat Beitrag anzeigen
    [...]Ich muss aber dazu sagen, dass die Keepern aus der Neuen Welt dafür sehr viel mit eine tollen Athletik wettmachen. Diese geht den Briten zusätzlich irgendwie auch komplett ab.
    Mh. Ja. Das ist nur irgendwie die Diesel-Motor-Politik: Mehr Power durch mehr Hubraum, statt durch Effizienz.
    Erlebt jeder auch auf seinem PC: Der Code der Programme ist um ein vielfaches schlechter als in den frühen 90ern, die Rechenleistung der schlechtesten Home-PCs ist dennoch derart astronomisch, dass die schlechte Laufzeit kompensiert wird.
    Möglicherweise eine Frage des Zeitgeistes?

    "Wenn Du fit genug bist, hältst Du den Ball auch ohne Technik!"
    Die Qualität des Breierzeugnisses ist reziprok proportional abhängig von der Quantität der partizipierten Köche.

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