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Thema: Produkttest: Uhlsport Eliminator Supergrip HN

  1. #1
    Amateurtorwart Avatar von NN23
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    Standard Produkttest: Uhlsport Eliminator Supergrip HN

    Uhlsport hat seine Spitzenmodelle, die Eliminator-Serie (eingeführt im Vorfeld der WM 2014), im EM-Jahr einmal gründlich überarbeitet, Design, Schnitte, dazu gibt es einige neue Features. Die neue Serie kommt mit dem neuen Supergrip-Belag daher und einer Reihe neuer Features (Daumen, Oberhand, Einschlupf). Für die Hinrunde der Saison 2016/2017 ist das Modell gerade in neuer Optik erschienen (neongrün auf der Oberhand statt weiß), sonst aber gibt es keine wichtigen Änderungen. Ich habe jetzt einige Paare gespielt (auch in der hier im Shop angebotenen Variante des Profi-Sondermodells mit dem Finger-Surround-Schnitt). Zeit für einen Produkttest, hier gibt's den Eliminator Supergrip HN im Check. Los geht's.

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    Einschlupf & Tragegefühl

    Gleich beim Anziehen macht sich die erste Neuerung bemerkbar, der Einschlupf: eine flexible Neoprenbandage mit einem keilfömigen, blauen Strechelement. Funktioniert perfekt, wenn der Handschuh trocken ist und immer noch ziemlich gut, wenn er nass ist (Schweiß oder Regen). Eine gelungene Neuerung. Ich hatte oft Schwierigkeiten mit den engen Gummitunneln, die Uhlsport und eine Reihe anderer Hersteller gerne verwenden.

    Der Verschluss: halb Latexriegel, halb Gummizug. Die Bandage lässt etwas Spiel, auch dann, wenn man den Verschluss ordentlich festzieht. Ich persönlich finde den Halt völlig ausreichend. Wer allerdings auf Handschuhe mit Latexriegel steht oder auf andere Verschlüsse, mit denen er sein Handgelenk fixieren kann wie mit einer Bandage, der wird womöglich etwas vermissen.

    Das Gefühl sagt: ein recht leichter Handschuh, der gut an der ganzen Hand sitzt. Der Schnitt insgesamt: enge Passform an Fingern und Handteller. Der Daumen: eine Lösung zwischen eng sitzend und ausreichend Bewegungsfreiheit, zwischen den bisher gängigen Uhlsport-Daumen mit Innennaht- oder Außennahtschnitt. Der Daumen ist eine perfekte Symbiose aus dem, was Uhlsport zuletzt so an Versuchen angeboten hat: Strechmaterial für die Beweglichkeit, ein neues Silikon-Latex-Gemisch für etwas Steifigkeit und Stabilität, dazu ein Schnitt, der eine gute Beweglichkeit und viel Fangfläche bietet. Top!


    Flexibilität & Dämpfung

    Was für den Daumen gilt, gilt insgesamt für den ganzen Handschuh. Er bietet, obwohl leicht und ziemlich enganliegend, eine gute Stabilität. Das liegt an einer zweiten Neuerung, die Uhlsport mit dem Eliminator Supergrip HN eingeführt hat und die ich für ziemlich gelungen halte: An Zeigefinger und kleinem Finger ist der Haftschaum der Innenhand übergeklappt, wie man es bisher nur an den Daumen und an der Handkante kannte. Der Effekt ist ein Tragegefühl, das ein wenig Nikes Vapor Grip 3 erinnert, in der Variante mit Hybridschnitt: die beiden äußeren Finger wirken etwas fester, ohne aber steif zu sein. Netter Nebeneffekt: Da verrutscht nichts, da verdrehen sich keine Finger. Und: Der Handschuh bietet trotz seiner engen Passform und der flexiblen Materialien eine sehr ordentliche Dämpfung, die ich nicht unbedingt erwartet hätte. Man kann auch bei sehr hart geschossenen Bällen richtig hinpacken.

    Damit wären wir bei dem, was jeden Handschuh letztlich entscheidend ausmacht.


    Grip & Haltbarkeit

    Der Supergrip-Haftschaum ist aus meiner Sicht noch einmal eine deutliche Verbesserung zu Uhlsports bisherigen Topbelägen, dem Absolutgrip und Absolutgrip Plus. Der Handschuh ist nach dem ersten Auswaschen sofort vollständig „aktiviert“ und extrem klebrig, er schmatzt. Leicht angefeuchtet, funktioniert der Belag bei trockenen Bedingungen perfekt – und unabhängig davon, ob die Bälle eine glatte Haut haben (z.B. Uhlsport) oder eine leicht strukturierte (z.B. Adidas). Dass er dem Absolutgrip einiges voraus hat, zeigt sich aber vor allem bei Nässe. Der Supergrip reicht da zwar vielleicht nicht ganz an den Aquasoft-Schaum heran, kommt ihm aber sehr, sehr nahe. Zumindest solange es nicht sintflutartig regnet.

    Das alles bleibt auch so, wenn man den Handschuh ein bisschen pflegt. Das heißt zum Beispiel: Ab und an unter der Dusche mit auswaschen, da der extreme Grip auch kleine Schmutzpartikel (oder Granulate auf Kunstrasenbelägen) bindet, die den Belag stumpf erscheinen lassen können.

    Was es zur Oberhand zu sagen gibt, ist schnell erzählt: gute Dämpfung, guter Grip beim Fausten. Und da die Obermaterialien nicht mit dieser dünnen, recht glatten Haut überzogen sind, die Uhlsport zum Beispiel für die Fangmaschine Aquasoft Ion Mask HN und eine Reihe anderer Modelle (auch einiger Sondermodelle hier im Shop) verwendet hat, gibt es diese kleinen Risse in der Oberfläche nicht. Die waren zwar in erster Linie ein optisches Ärgernis, nicht unbedingt ein funktionales. Aber es ist ja auch ganz nett, wenn ein Handschuh, der regulär ein bisschen was kostet, nicht nach dem zweiten Spiel schon aussieht, als hätte man ihn schon 20 mal getragen.

    Die Haltbarkeit: Uhlsport wirbt damit, dass der Supergrip-Belag auch haltbarer sei als die bisherigen Haftschäume aus dem eigenen Haus. Das kann ich so nicht feststellen. Ich fand immer, dass die Firma bei den Stangenmodellen eine sehr gute Balance aus Grip und Haltbarkeit hatte. In dieser Hinsicht ist der Supergrip aus meiner Sicht keine klare Innovation. Die, wie gesagt, war aber auch nicht nötig.

    Nach etwa 20 Einheiten (Spielen und intensiven Einzel- und Gruppentrainings) beginnt der Belag allmählich zu sterben, das heißt der Klebeeffekt lässt dann spürbar nach. Es ist dann immer noch ein sehr guter Handschuh, aber aber nicht mehr mit der gleichen phantastischen Haftkraft wie anfangs. Der Abrieb hielt sich da bei meinen Paaren immer noch sehr in Grenzen. Er hat an den Fingerkuppen begonnen (leichtes Aufrauen), ein wenig auch am Handballen. Die doch etwas größere Abriebfläche, die man auf dem Foto in der Mitte der Innenhand sieht, geht auf zwei Flugparaden zurück, bei denen ich nicht sauber gelandet bin (Kunstrasen). Der Abrieb hängt natürlich immer auch von den jeweiligen Fang- und Falltechniken ab.

    Eine Anmerkung noch zur Größe: Uhlsport, und auch andere Hersteller, verwirren mich seit einiger Zeit mit ihren Größen. Selbst innerhalb einer Serie kann man sich nicht darauf verlassen, dass die Handschuhe in unterschiedlichen Schnittvarianten in derselben Größe passen. Die Eliminator-Serie ist in dieser Hinsicht extrem: Meine bisherige Standard-Größe bei Uhlsport war 9,5. Das hier getestete Stangenmodell passte in Größe 10 bzw. 10,5 perfekt, das Profisondermodell mit Surround-Schnitt (Test folgt) in Größe 9 – also ein Unterschied von einer Größe –, bei der etwas breiter geschnittenen Modell mit 360 Grad Cut war es Größe 10. Das ist gerade im Zeitalter der Internet-Bestellungen nicht gerade kundenfreundlich.


    Zusammengefasst
    Ich spiele seit vielen Jahren Uhlsport, habe viele verschiedene Schnitte, Beläge und Hersteller getestet. Der Eliminator Supergrip HN ist ein auch im Langzeitvergleich wirklich herausragender Handschuh. Wahrscheinlich der beste, den ich je hatte. Das gilt vor allem für Tragekomfort und Grip. Allerdings hat das Spitzenmodell auch einen Spitzenpreis. Ich weiß nicht, ob ich mir den Handschuh leisten würde, wenn ich ihn zum regulären Preis kaufen müsste. Finde den Gedanken befremdlich, für ein Paar Handschuhe mehr als 100 Euro hinzublättern.
    Geändert von NN23 (24.09.2016 um 09:29 Uhr)

  2. #2
    Amateurtorwart Avatar von Kevlitz
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    Toller Bericht. Spiegelt so ziemlich auch meine Meinung zu dem Handschuh wieder. ich trage den Handschuhe von meinen bisherigen Modellen am liebsten. Abrieb ist auch bisher wenig bis gar nicht vorhanden.

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