Nun, die optimale Position scheint sich nicht theoretisch fest machen lassen. Sie sollte nicht durch Mathematik bestimmt werden, wie das im Zonenspiel gern gemacht wird. Denn hier trifft die Theorie auf die Praxis und die Praxis zeigt: Wir sind Menschen.
Jeder muss also wissen, wie schneller auf den Stürmer schieben kann, um die tote Zone zudurchqueren... er muss sich klar werden, ob er die Bälle erreicht, wenn er tiefer steht... hier geht es um die Reichweite.
Komme ich rasch durch die tote Zone - kann ich nahe genug ran, dann reicht die Blockstellung und dann kann ich wie ein Handballer agieren - es leidet aber die Sicherheit, denn nun bin ich reine Rückprallwand.
Stehe ich zu tief, habe nicht die Reichweite, dann werde ich geschlagen, ich muss also finden, wo und wie tief ich stehen kann... oder ich muss an der Reichweite arbeiten... oder ich muss auch daran arbeiten, rascher durch die tote Zone zu kommen...
All das ist verdammt individuell und von Torwart zu Torwart unterschiedlich.
Ich muss also insbesondere beim Zonenspiel wirklich nicht mit der Gießkanne arbeiten, sondern muss das auf jeden Torwart anpassen... oder ich verwerfe es in großen Teilen, lasse es für die Torleute weg und versuche, das Stellungsspiel direkt individuell zu vermitteln...
Antizipation ist die Grundlage der schnellen Reaktion. Wenn ich also den Schusswinkel, etc. und anderes schnell genug antizipiere, kann ich in der Zielverteidigung den Ball halten.Also sollte man in dieser Ansicht der Zielverteidigung nur reagieren, anstatt antizipieren?
Wir reden von Antizipation immer dann, wenn wir in der Raumverteidigung 'voraussehen', wann und wohin der Stürmer den Ball spielen wird und darauf hin den Ball sicher ablaufen oder eine Flanke abzufangen... in der Zielverteidigung verknüpfen wir Antizipieren eher damit, zu erkennen, ob der Stürmer abschließt, oder ob er einen Pass spielen wird...
Das ist nicht allein der Grund, sonst wären 11er größtenteils haltbar. Aber die "tote Zone" ist ja kein Mythos und der Grund warum so wenig Torleute auf den Schuss reagieren können und damit einen Strafstoß halten... Der Torwart kommt hier immer zu spät, ausser er leitet die Bewegung ein, BEVOR der Schütze den Ball trifft.Auch ein Grund warum diese Zone die des Todes ist, ist, dass die Schüsse dort Ihren vollen Effet entwickeln.
Es ist möglich, den Ball um die Reichweite des Keepers "herumzuschnippeln".
Er kann nicht vollständig antizipieren und muss mit einer weit geringeren Informationsdichte arbeiten, was eine hohe Fehlerquote bedingt. Vorteil für den Schützen, ein Strafstoß ist schließlich eine Strafe und die Chance ein Tor zu erzielen ist extrem hoch...
Auch im Handball ist der Strafwurf für den Torwart kaum haltbar, obwohl er nur wenige Meter vor dem Werfer steht und das Tor möglichst groß abdecken kann (versucht), aber auch hier kollidieren einfach Reaktionszeit und die Fähigkeit, die Bewegung zur Abwehr hinzubekommen...
Gleiches haben wir im Fussball. Du bist in einem Bereich, wo die Reaktionszeit Dir einfach die Bruchteile nimmt, den Schuss zu antizipieren. Dabei muss der Torwart mehr machen, als bloße Arm oder Beinreichweite zu nutzen, also schnellste Bewegungen sind nicht möglich, der Torwart muss daher den Körper zur Reichweitenverlängerung einsetzen, z.B. Abkippen oder sogar einen Abdruck machen, und dafür reicht dann einfach die Zeit nicht...
Der Torwart kommt zu spät...
Um diese Zone aber eng zu halten, muss der Torwart IMMER die Bewegungen fertig machen, selbst wenn er zu spät kommt - denn nur damit wird das Muster schneller, der Torwart lernt also ... und dieses Bewegunglernen schafft ein "Gefühl", wo er kann und wo er nicht kann. Er lernt also die "tote Zone" kennen und wird sich danach richten.
Nur.... das müssen wir Tw Trainer auch unterstützen





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