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Thema: Schürfwunden am Oberschenkel

  1. #1
    Freizeitkeeper
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    Standard Schürfwunden am Oberschenkel

    Guten Tag,

    Unser Verein verfügt leider nur über Rasenplätze, bei denen vor allem die Trainingsplätze in einem desolaten Zustand sind, der Boden ist also trocken, oft auch nur aus Erde bestehend und knüppelhart. Ich habe nach dem Training oft Schürfwunden und wunde Stellen an der Seite vom Oberschenkel, also der "Landezone" nach einem Sprung. Ich trage zum Training ausschließlich gepolsterte Hosen und trotzdem ändert dies kaum was. Hat wer vielleicht ähnliche Erfahrungen gemacht und hat Tipps zur Besserung?

    Viele Grüße
    Geändert von jonka2908 (15.05.2017 um 08:59 Uhr)

  2. #2
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Was möchtest Du hören?
    Ich bin ein Kind der Tennenplätze - also dieser rotbraunen Hartplätze, die im Sommer eine Staublunge machten und im Winter oft einer matschigen Schweinesuhle glichen. Wenn der Platz mal feucht und damit nicht staubig war, so war es üblich, daß man nach dem Schusstraining eine blaue Hüfte vom Fallen hatte, die Hüfte keine Haut mehr hatte, und man sich eben aus dem Baumarkt den dicksten Schaumstoff holte, um diesen in die Hose zu stopfen, in der Hoffnung, daß es eben etwas half. Meistens war das nicht der Fall und schon die Seife zum Dsuchen war die Hölle, schlimmer aber, daß man Dienstags sich die Wunde holte und Donnerstags schon wieder den frischen Schorf abrieb, nur um Sonntags dann auf dem gleichen Platz ein Spiel zu haben, wo man mit Tränen in den Augen spielte, weil einfach alles nässte und zum teil nachgeblutet hat.

    Willkommen in der Zeit, als es keine Torwarttrainer gab...

    Ich habe Glück gehabt, und als damals Sepp Maier mit den Nationaltorleuten trainierte, und ich zugeschaut habe - fand ich mich plötzlich so nahe, daß ich von Bodo Illgner erklärt bekommen habe, was der "Sepp" eigentlich will und der junge Köpke der machte viel, war aber anders als Illgner... und das war als ich schon längst zu alt war, um etwas zu lernen
    Doch ich habe diese Schürfwunden satt gehabt und damals war es Köpke, der eine Falltechnik hatte, die ich mir angeeignet habe, und mit der ich ohne Schürfwunden ab dann gefallen bin. Sie hat das gleiten über den harten Boden vermieden.

    Welchen Rat kann ich dir also geben?
    Eigentlich gar keinen... denn so wie man es damals gemacht hat, will das heute keiner mehr sehen, bzw. wahr haben. Daher wird das als "Falsch" erachtet... und da die Schürfwunden zum Leben dazu gehörten, bleibt Dir also nix anderes übrig, als sozusagen das zu durchleben, was wir damals durchlebt haben.
    Schöne neue Welt
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  3. #3
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    Hi,
    ich kenne diese Problematik nur zu gut. Auf harten Böden sind solche "Schürfwunden" leider nur schwer zu vermeiden.
    Gepolsterte TW-Hosen haben hier das Problem, dass sie nicht immer an der Stelle "bleiben" wo sie tatsächlich schützen sollen.
    Aber auch für dieses Problem gibt es eine Lösung:

    http://shop.torwart.de/torwartbeklei...69&ret=c569l10

    http://shop.torwart.de/torwartbeklei...3c694&ret=c694

    Diese Unterziehhosen bzw. "Sliding Shorts" bleiben meist an Ort und Stelle und mindern (verhindern) o.g. Schürfwunden.
    Die Polsterdicke ist unterschiedlich, so dass auch harte Aufschläge abgefedert werden können.

    Seit ich solche Hosen trage, habe ich kaum mehr Probleme mit Schürfwunden.

    MfG

  4. #4
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    An den schlechten Trainingsplatzverhältnissen kann man nicht viel machen, außer vielleicht den Verein wechseln

    Leider entstehen Schürfwunden (weitaus häufiger im Bereich der Waden, manchmal auch am Oberschenkel), wenn der Torwart sich nicht über die Fußspitze schräg nach vorn abdrückt, sondern mit beiden Füßen frontal zur Schußrichtung stehend, in einem Bogen abspringt. Bei dieser (traditionellen) Technik kann der Keeper die Sprungphase einigermaßen kontrollieren, aber bei der Landungsphase muß er das untere Bein zum Abbremsen der Geschwindigkeit einsetzen. Denn wird aus dem Stand heraus gesprungen, so gibt es kein Tempo zum Abrollen.

    Eine weitere Erleichterung der Abdrucktechnik kann dadurch geschehen, als das man den letzten großen Schritt in 2 kleine Schritte aufteilt. Ferner sollte beim flachen Sprung auch die unteren Hand am Boden entlang in Zielrichtung gebracht werden, damit der Ball nicht unter die Achsel in die Maschen glangt. Die beiden kleinen Schritte haben den Vorteil, als das die Gleichgewichtsverlagerung besser kontrollierbar ist, weil es nunmehr nicht mehr in einem großen Bereich (aufgrund des großen Schritts), sondern der günstige Sprungwinkel nur noch in einem wesentlich kleineren Bereich besser kontrolliert werden kann.
    (Das hört sich fürchterlich kompliziert an. Ist es aber gar nicht. Probiert es einfach mal aus und entdeckt den Unterschied!)

    Weil man früher (mangels beidfüssiger Trainingsarbeit) daran glaubte, dass jeder Torwart seine schwache Ecke haben muß (bei der die Koordination schlechter ist), liefen die meisten Keeper mit Schürfwunden herum.
    Bei optimaler Abdrücktechnik wird die Zielverteidigung dadurch erleichtert.
    Aber genau so wie bei einer guten Fangtechnik sämtliche Engerie dann gut absorbiert wird, wenn man ein Aufprallgeräusch fast gar nicht wahrnimmt, sollte sämtliche Sprungenergie dann verbraucht sein, wenn man landet. Die überschüssige Energie sorgt dann leider für hässliche, läßtige und manchmal auch schmerzhafte Schürfwunden.

    Im Spiel läßt sich das leider manchmal nicht ganz vermeiden, weil es Situationen geben kann, in der man keine Zeit mehr hat, über das schulmäßige Abdrücken in eine Seite zu hechten, sondern mit maximaler Sprungkraft aus sdem Stand versucht einen Ball zu erreichen.

    Aber Verletzungen im Training, die sind echt blöd und fast immer zu vermeiden, wenn man auf die Technik und notwendige Pausen achtet!!!

  5. #5
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Oh weia... Es ist das zweite Mal, daß Du mir heute morgen vor die Flinte läufst und es ist das zweite Mal, wo ich gegen das Deja Vu ankämpfen muss, mit dem Versicherungsvertreter aus Euskirchen zu diskutieren.
    Denn wenn ich das so lese, frage ich mich, ob wir beide in Physik das gleiche gelernt haben, oder ob dein Lehrer vielleicht zum Thema Newtons Gesetze vielleicht schon mehr zum Thema Antischwerkraft wußte, als die NASA es bis heute weiß... aber gut, gehen wir mal ins Details...


    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Leider entstehen Schürfwunden (weitaus häufiger im Bereich der Waden, manchmal auch am Oberschenkel), wenn der Torwart sich nicht über die Fußspitze schräg nach vorn abdrückt, sondern mit beiden Füßen frontal zur Schußrichtung stehend, in einem Bogen abspringt. Bei dieser (traditionellen) Technik kann der Keeper die Sprungphase einigermaßen kontrollieren, aber bei der Landungsphase muß er das untere Bein zum Abbremsen der Geschwindigkeit einsetzen. Denn wird aus dem Stand heraus gesprungen, so gibt es kein Tempo zum Abrollen.
    Oha. Wir vermischen jetzt mal zwei, vielleicht sogar drei Dinge miteinander.
    1. Warum springt der Torwart im Bogen , wenn er mit beiden Füssen parallel zur Schussrichtung steht?
    2. Warum kann man die Sprungphase im Boden kontrollieren?
    3. Warum muss der Torwart das untere Bein zum Abbremsen einsetzen?
    4. Warum sollte aus dem Stand heraus kein Abrollen möglich sein?

    Zu 1: Weder die Fusstellung, noch der Bogen sind maßgeblich. Es ist und bleibt eine Sache der Landung. Ich kann über die Fussaussenkante mich abdrücken, daß geht und machen selbst Profi Torleute immer wieder gern - doch ist es für die Landung unerheblich, ob ich über die Fusskante oder Fussspitze abspringe. Es ist auch für die Flugphase unerheblich, ob ich über die Kante abdrücke, oder technisch korrekt über die Fussspitze...

    Zu 2: Die Flugphase ist ein rein physikalischer Ablauf. Sprich aus der Energie des Absprungs bestimmt sich eine ballistische Flugbahn, deren Flugkurve je nach Winkel und Energie anders aussieht. Wir sind auch keine Eichhörnchen oder Gleithörnchen, die dank des Puscheligen Schwanzes oder Gleithäuten zwischen den Armen und Beinen jetzt diese Flugphase aktiv beeinflussen können. Einzig Momentverlagerungen machen, daß wir so oder so aufschlagen. Hingegen kann ein Eichhörnchen aktiv Flugrichtung und Fluglage dank des puscheligen Schwanzes kontrollieren - ich habe aber keinen Torhüter gesehen, der im Flug mit dem Schwanz gewedelt hat...

    Zu 3: Dieses von Dir benannte 'Abbremsen' ist schön und gut, aber es zeigt mir vor allem eines - Tw Trainer machen sich Null, wirklich Null Gedanken zur Fallschule. Da wird etwas behauptet, ohne auch nur einen Deut zu sprechen, wie es besser zu machen ist.
    Das der Torwart das Bein 'ausfährt' um sich abzufangen, ist weder dem Schwung noch der Fluglage geschultet, sondern eher der Tatsache, daß man bisher meines Wissens keinem einzigen Torwart je erklärt hat, wie er sich bitte ab Boden abzufangen hat.
    Bei anderen Sportarten, wo man regelmäßig fällt, ist dies allerdings Grundlagenarbeit, etwa im Stabhochsprung, beim Hochsprung oder auch im Judo. Alles olympische Disziplinen, wo eine Fallschule zum Sport dazu gehört. Beim Fussballtorwart???

    Zu 4: Wenn ich einen Abdruck habe, dann habe ich eine Landung, wenn ich eine Landung habe, ist auch ein Abrollen möglich. Punkt.

    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Eine weitere Erleichterung der Abdrucktechnik kann dadurch geschehen, als das man den letzten großen Schritt in 2 kleine Schritte aufteilt.
    Den letzten großen Schritt? Jörg Daniel und Sven Hofmeister würden mich dafür 'erschlagen', wenn ich das so sagen würde. Einen großen Schritt darf der Torwart gar nicht machen, weil er dann sein Körpergewicht nicht sauber über das Sprungbein verlagert bekommt - was in so einem Fall passiert, ist kein Abdruck, es ist ein zum Ball hingepumpse oder Möchtegern Sprunggekippe, aber eben kein Abdruck.
    Abdruck geht nur, wenn der Schritt gerade so groß ist, daß es es dynamisch und auch zeittechnisch schaffe, mein Knie über die Fussspitze zu bekommen und meine Hüfte über das Sprunggelenk zu verlagern und damit 100% Richtungsgebunden und 100% alles Gewicht auf das Sprungbein verlagert zu haben. Alles andere ist kein Abdruck.
    Warum also einen großen Schritt, wenn ich den gar nicht machen darf, möchte ich rasch und schnell abdrücken?
    Entweder ist mache den Auftaktstep, oder ich ziehe ein, oder ich stelle aus... das ist alles was aus dem Stand mit nur einer Bewegung geht... aber keiner dieser Bewegungen ist groß, weil das gar nicht geht.

    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Ferner sollte beim flachen Sprung auch die unteren Hand am Boden entlang in Zielrichtung gebracht werden, damit der Ball nicht unter die Achsel in die Maschen glangt.
    Wie bitte verhindert das Schürfwunden?
    Ich meine, macht das ein Torwart nicht, hält er sowieso keine Bälle, weil er dann ja mit Aufstützen beschäftigt ist und die Ballnahe Hand nicht hinter den Ball bekommt... aber mir erschließt sich Null, warum das Schürfwunden vermeidet.

    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Die beiden kleinen Schritte haben den Vorteil, als das die Gleichgewichtsverlagerung besser kontrollierbar ist, weil es nunmehr nicht mehr in einem großen Bereich (aufgrund des großen Schritts), sondern der günstige Sprungwinkel nur noch in einem wesentlich kleineren Bereich besser kontrolliert werden kann.
    Was nun... dynamischer Auftakt oder statischer Auftakt? Komme ich aus der Bewegung, oder komme ich aus dem Stand? Einmal redest Du von jetzt dynamischen Abläufen, also Sprung aus der Bewegung, anderenfalls von einem Sprung aus dem Stand...

    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Das hört sich fürchterlich kompliziert an. Ist es aber gar nicht. Probiert es einfach mal aus und entdeckt den Unterschied!
    Ach ehrlich? Wieder muss ich verdrängen, hier nicht schöne Grüße nach Euskirchen schicken zu wollen.... auch muss ich den Reiz unterdrücken "Hallo Markus" zu schreiben.
    Also April 2016 war es... das hat über das Thema, welches Du da jetzt gerade als "Topaktuell" und "Neu" anpreist schon mal jemand sich Gedanken gemacht und ausführlich sogar vorgestellt... Also just auf den Tag 14 Monate später kommst Du, und erzählst hier etwas...
    Also ich bin schlicht begeistert.
    Doch was bitte hat das mit der Landung und damit den Schürfwunden zu tun? Nichts, aber mal Null und Gar nichts.
    Doch genau um diesen Punkt geht es...

    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Weil man früher (mangels beidfüssiger Trainingsarbeit) daran glaubte, dass jeder Torwart seine schwache Ecke haben muß (bei der die Koordination schlechter ist), liefen die meisten Keeper mit Schürfwunden herum.
    Was hat den das eine mit dem anderen zu tun? Jeder von uns hat eine eindeutige Seitenpräferenz.. eine schwache Seite muss kein Torwart haben, wenn er korrekt trainiert wird, trotzdem wird eine Seite aufgrund der Seitenpräfernz leichter und ein wenig schöner sein. Ebenso wie ein Torwart immer einen starken Fuss haben wir. Der andere kann gut und klasse sein, wird aber in der Leistung nie an den Seitenpräferierten Fuss heran kommen.
    Das ist auch der Grund, warum Manuel Neuer fast ausschließlich mit Rechts abwirft und die besten Bälle mit dem rechten Fuss spielt... Er kann das zwar auch links... aber eben nicht so, wie mit Rechts.
    Doch auch das hat mit den Schürfwunden nix zu tun (Ein Gruß nach Euskirchen)


    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Aber genau so wie bei einer guten Fangtechnik sämtliche Engerie dann gut absorbiert wird, wenn man ein Aufprallgeräusch fast gar nicht wahrnimmt, sollte sämtliche Sprungenergie dann verbraucht sein, wenn man landet.
    Sorry, aber da stehen mir die Haare zu Berge. Das mag ein Versicherungsvertreter einem Klienten so erzählen können, darum kann er gut Versicherungen verkaufen, die das Klientel nicht braucht - aber Physikalisch ist das völlig unhaltbar.
    Also gehen wir mal an das Fangen der Bälle: Energie wird absorbiert. Schöne Umschreibung, in Physik wäre das eine glatte 5 - weil Energieerhaltungssatz. Sprich Energie geht nicht verloren, sondern wird nur in eine andere Form umgewandelt.
    Sprich wenn ich einen Ball fange, wird die knietische Energie des Balles, also seine Bewegungsenergie, komplett umgewandelt und zwar jeweils in Wärme. Die Rotation wird durch den Haftschaum aufgenommen, dabei entsteht Reibung und diese Reibung setzt Wärme frei, wodurch die Rotation zum Erliegen kommt, weil die Energie der Rotation in Wärme umgewandelt wird. Diese Wärme wird an die Umgebungsluft abgegeben.
    Die Bewegungsrichtungsenergie, also die als Massenträgheit bekannte Richtungsgebundene Kraft, die den Ball ja in Schussrichtung vorantreibt, ist erneut eine Ballistische Flugbahn, bestimmt durch die Kraft mit der der Ball beschleunigt wird, einer kurzen Beharrungsphase und dann einer erneuten Beschleunigung durch die Erdanziehung. Zumeist erreichen wir den Ball noch in der Beschleunigungsphase, sprich wo noch die auf den Ball übertrage Kraft diesen in Schussrichtung vorwärts treibt. Diese Energie müssen wir nun umwandeln, weshalb wir die Arme leicht gebeugt dem Ball entgegen strecken und dann diesen abfedern, wobei unsere Muskulatur eine Gegenkraft aufbaut. Diese Gegenkraft wirkt der eigentlichen Kraft entgegen, so daß die Energie des Balles in Wärme in der Muskulatur umgewandelt wird, damit der Ball aktiv an Energie verliert auf relativ kurzer Strecke.
    Zurück zum Sprung: Ich springe und übertrage damit eine Energie auf meine Masse, meinen Körper. Diese wird durch die Geschwindigkeit im Moment des Absprungs und durch den Kraftimpuls beim Absprung bestimmt, diese Kräfte addieren sich zur Energie, die ich nun auf meinen Körper übertrage - ich beschleunige also. Da wir ja nun wissen, daß alle Würfe, Sprünge und so, eine ballistische Flugbahn einnehmen, weil wir ja keine nennenswerte Gleit oder Tragfläche haben, wird unsere Bewegung immer eine Kurve sein. Hatte ich hier mit dem Herrn aus Euskirchen schon mal durchgekaut - daher habe ich gerade wieder ein DejaVu
    Denn egal wie ich falle, egal wie ich abdrücke, es ist IMMER ein Bogen.
    Und weil es eine ballistische Flugkurve ist, ist die Energie auch nicht im Moment des Aufkommens verbraucht, daß ist physikalisch gundfalsch - also im Moment der Flugphase wird mein Körper so lange gegen die Kraft der Erdanziehung beschleunigt, bis die Kräfte einander aufheben, also Kraft des Sprunges und Kraft der Erdanziehung sich genau die Wage halten, dann wird meine Energie durch Luftreibung, aber auch durch eben konstantes Einwirken der Gegenkraft aufgezehrt sein, sich daher umgewandelt haben, sprich Geschwindigkeit sinkt, Moment läßt nach, daß nun die Einwirkung der Erdbeschleunigung auf meinen Körper mich unwiderruflich erneut mit einer Kraft bewegen wird - nämlich abwärts dem Boden entgegen.
    Somit ist jegliche Sprungenergie in so fern 'verbraucht', als das es nicht weiter aufwärts geht, aber das Trägheitsmoment mit der Einwirkung der Erdbeschleunigung wird mich in die ursprüngliche Richtung im entsprechenden Winkel der Kraft, der in ungefähr dem Winkel entspricht, den ich beim Absprung inne hatte (jaja, Physik - ballisische Flugbahnen) zu Boden führen. Dabei wirkt wieder eine Kraft auf mich ein, nämlich die restliche Energie der Sprungkraft, diese ist ja nicht verbraucht, sondern wirkt noch Richtungsgebunden auf mich ein, nur ist die Gegenkraft, in diesem Fall die Erdanziehung, einfach größer, so daß ich nicht mehr an Höher gewinne, sondern zu Boden stürze, aber in Richtung Absprungrichtung.
    Damit kann ich auch nicht am Boden liegen bleiben wie ein Sack, sondern je mehr Energie ich beim Absprung reingesteckt habe, desto mehr der Richtungsgebundenen Energie wird noch vorhanden sein - Trägheit der Masse. Newtons Gesetze, ich wieder hole mich nur ungern, gelten auch für Fussball Torleute. Will keiner wahrhaben, ich weiß, ist aber so.
    Das hatte ich habe schon am 6.1.2014 in meinem Beitrag sogar mit einer Skizze erläutert...
    Das bedeutet, egal wie, ich habe immer einen Sturz zu Boden, der miteiner Restenergie in Bewegungsrichtung versehen ist, ist muss also 'ausgleiten'. und dieses über den Boden ausgleiten ist die Ursache der Schürfwunden.
    Denn ich kann ja nicht die Energie, die die Erdanziehung auf mich auswirkt, abstellen und je weiter ich springe, desto mehr dieser Energie werde ich aufnehmen und esto deutlicher gleite ich aus.
    Schau mal, welche Strecke Dida da zum Teil beim Ausgleiten hinlegt, bis er über Haupt aufstehen kann. So lange haten Ihn Erdanziehung und Restmoment Richtungsgebunden am Boden förmlich fest - Dida Training

    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Die überschüssige Energie sorgt dann leider für hässliche, läßtige und manchmal auch schmerzhafte Schürfwunden.
    Richtig, und die läßt sich nicht vermeiden, denn beim Fall nehme ich durch die Erdanziehung neue Energie auf. Sprich neben der Richtungsgebundenen Kraft aus dem Absprung, bekomme ich durch die Erdanziehung eine neue Kraft.. da ich nicht in den Boden eindringen kann, schlage ich also auf - wobei hier schon durch das Verschieben der Organe und das komprimieren des Skeletts gegen die Stützmuskulatur viel Energie in Reibung und damit Wärme umwandele, abgesehen davon ist das, weil wir bei seitlicher Landung keinerlei Chance haben, uns durch eine muskuläre Gegenkräfte sicher abzufangen, auch nicht wirklich optimal, sprich ich kann nur einen Bruchteil an Kraft auffangen, als wenn ich aktiv mit Beinen oder Händen mit gegen den Fall abstützen kann. Es ist also nicht wirklich gesund, noch natürlich.
    Da nach dem Aufschlag jetzt die Richtungsgebundene Trägheit hinzukommt, gleite ich ein Stück über den Boden, wobei jetzt alle Restenergie durch Reibung in Wärme umgewandelt wird - und diese Reibung sorgt für Schürfwunden.

    Vermeidung der Schürfwunden heißt schlicht und einfach: Vermeidung der Reibung - sinnvollerweise z.B. durch Abrollen... da aber der Torwart seitlich liegen bleiben soll, bleibt nur die Restenergie durch Reibung abzubauen.. Erlaube ich dem Torwart das abrollen, gibt es keine Schürfwunden.

    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Im Spiel läßt sich das leider manchmal nicht ganz vermeiden, weil es Situationen geben kann, in der man keine Zeit mehr hat, über das schulmäßige Abdrücken in eine Seite zu hechten, sondern mit maximaler Sprungkraft aus sdem Stand versucht einen Ball zu erreichen.
    Nochmals, daß eine hat nix mit dem anderen zu tun, ja aus der Bewegung heraus verstärke ich nur die Richtungsgebundene Kraft und damit Die nach der Landung auf mich einwirkende Trägheit (Newton läßt grüßen) - und damit verlängere ich nur die Strecke, auf der Reibung einwirkt, WENN ich nicht abrolle...

    Zitat Zitat von twtrainer Beitrag anzeigen
    Aber Verletzungen im Training, die sind echt blöd und fast immer zu vermeiden, wenn man auf die Technik und notwendige Pausen achtet!!!
    Öhmja... wieder so eine Floskel. Schön... Was hat die Pause mit der Reibung zu tun? Richtig. Nix. Was hast Du denn bisher zum Thema Falltechnik und damit Vermeidung der Reibung dem Forum beigetragen? Richtig, auch nix...

    Wir sind also völlig am Anfang.

    Bleibt die Frage im Raum: Wie bitte schön soll denn ein Torwart fallen, damit er sich eben keine Schürfwunden holt. Beschreibe nicht den Auftakt, Beschreibe nicht die die Bewegung zum Ball, sondern beschreibe was passieren muss, wenn der Torwart den Ball erreicht, festgehalten oder abgelenkt hat. Ab dann legst Du los.
    Alles andere kann ich in jedem DFB Flyer nachlesen, nur meistens nicht den Punkt, ab wo das Fallen losgeht.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

  6. #6
    torwart.de-Team Avatar von Steffen
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    Und ich glaube, ich muss was anfügen:
    twtrainer, Du solltest mir das nicht krumm nehmen.
    In meinem Beitrag kannst du es nicht sehen, aber ich stelle es mal aufd den Tisch: Eine große Kanne Humor, eine Prise Ironie und eine gute Portion Sarkasmus. Auch wenn ich es nicht wirklich zugeben will, ABER - wir beide sind uns sehr, sehr ähnlich.

    Ich habe mir deinen Beitrag mehrfach durchgelesen und stelle fest, daß unsere Positionen und damit wahrscheinlich auch Meinungen gar nicht so weit auseinander liegen, nur wir schauen aus unterschiedlichen Winkeln darauf.

    Daher schenke ich Dir eine Menge Respekt - auch wenn sich das so nicht liest, Du solltest sicher sein, es ist da.

    Ein Forum lebt von der Diskussion, und nicht davon, daß alle gleichgeschaltet sind - denn dann schreibt man sich wie in vielen WhatsApp Gruppen nur noch Herzchen, Kleeblättchen und Küsschen, sowie irgendwelche HDL Sticker... das ist hier, zum Glück, nicht so. Fruchtbar ist eine Diskussion nur dann, wenn auch die Positionen mal ein wenig deutlicher getrennt sind, aber daraus im Gespräch jeder wieder was mitnehmen kann. Ob er das was er mitnimmt, dann auch letztendlich für sich benutzt, einsetzt, darauf achtet, wie auch immer, ist einfach seine Sache.

    Ich habe da gestern noch lange, lange gegrübelt - denn beim Suchen nach dieser Sache mit der Bewegungsanalyse zum Hechten ist mir wieder aufgefallen, wie angeregt die Diskussionen mit dem Wellenreuther-Verfechter waren, und wie oft man da angeregt grübeln musste. Vermisse ich Ihn, habe ich mir natürlich noch die Frage gestellt - und nein war die Antwort.

    Weißte, ich will jetzt meinen Beitrag nicht umschreiben, twtrainer, und da mehr Herzchen, Sternchen und Küsschen reinstopfen - aber nimm bitte einiges nicht zwingend persönlich, werte es als angriff, sondern eher als Grundlage einer gestandenen Meinung, mit der sich herrlich diskutieren läßt. Und nein, es ist nicht meine Absicht, Dich als doof hinzustellen. Sollte das so rüber kommen, tut es mir jetzt schon leid.
    Und wenn ich auf meine Vergangenheit zurück blicke, hatte ich auch mit dem Tw Trainer Thomas Jack zwar Meinungsverschiedenheiten, aber man soll es kaum glauben - doch, auch er hat mir etwas mitgegeben, auch wenn er das heute und hier nicht mehr liest.
    Lassen wir das, war nie eine Leuchte...

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